RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#16 von Tetrapak ( gelöscht ) , 07.08.2008 13:44

Hallo!

Habe mal ein wenig das Rezept von Rodinal studiert: Es ist ein Komplexbildendes Salz der Ethylendiamintetraessigsäure enthalten, das recht effizient mit allen möglichen störenden Kationen aufräumen sollte. Daher möchte ich es mal für unwahrscheinlich halten, dass Silber-, Blei- oder irgendwelche sonstigen Salze für das Problem verantwortlich sind. (Korrigiert mich, sollte da ein chemischer Fehler drinstecken). Ich halt eher irgendwas oxdierendes für wahrscheinlich, sollte tatsächlich das Wasser für das Problem verantwortlich sein.


Tetrapak

RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#17 von ingobohn , 07.08.2008 19:48

Das Wasser direkt kann eigentlich nicht das Problem sein, denn sonst sollte mir nie die Filmenwticklung bisher geglückt sein. Ich betone das nochmal, da mir scheint, daß manche überlesen habe, daß Rodinal mit Wasser direkt aus dem Waserhahn natürlich funktioniert (und immer bisher funktioniert hat). Also muß irgendwas durch den Filter ins Wasser eingetragen ("Schadstoffe" ?) oder sonstige wesentliche Eigenschaften des Wassers (pH-Wert?) verändert werden.


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RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#18 von Dat Ei , 07.08.2008 20:15

Hey Ingo,

ZITAt (ingobohn @ 2008-08-07, 19:48) Also muß irgendwas durch den Filter ins Wasser eingetragen ("Schadstoffe" ?) oder sonstige wesentliche Eigenschaften des Wassers (pH-Wert?) verändert werden.[/quote]

und die Möglichkeit, daß der Filter dem Wasser etwas entzieht, was der Entwickler zwingend benötigt? Hast Du mal mit Dest-Wasser getestet?


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RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#19 von mick , 07.08.2008 20:37

Hallo zusammen

QUOTE (Dat Ei @ 2008-08-07, 20:15) Hey Ingo,

QUOTE (ingobohn @ 2008-08-07, 19:48) Also muß irgendwas durch den Filter ins Wasser eingetragen ("Schadstoffe" ?) oder sonstige wesentliche Eigenschaften des Wassers (pH-Wert?) verändert werden.[/quote]

und die Möglichkeit, daß der Filter dem Wasser etwas entzieht, was der Entwickler zwingend benötigt? Hast Du mal mit Dest-Wasser getestet?


Dat Ei
[/quote]


Letzteres tut der Filter wohl gerade nicht - im Gegenteil. Diese Art von "Filter" arbeiten als Ionenaustauscher, sie entziehen dem Wasser nicht wirklich den Kalk sondern "fügen" weitere Ionen (z.B. Na+) hinzu, durch die ungewollte Ionen (z.B. Ca++) ersetzt werden sollen.
Das ist nur eine extrem vereinfachte Darstellung, ich bin auf diesem Gebiet kein Fachmann. Wichtig ist jedoch festzustellen, dass das Wasser nicht von Mineralien befreit sondern in seiner Zusammensetzung verändert wird.

Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass ""entkalktes"" Wasser ein besonders gutes Wasser ist. Der Begriff "weich" klingt in diesem Zusammenhang ja so schön friedlich.
Im Gegenteil, weiches Wasser ist gegenüber hartem Wasser recht aggressiv. Es greift munter Metalle an (löst also z.B. Kupfer aus ebensolchen Leitungen) und knabbert sogar an Betonwänden von Becken in der Wasserverarbeitung.
Im Bereich der Trinkwasseraufbereitung stellt man das Wasser gerne tendenziell leicht in Richtung "hart" ein. Eine leichte Kalkschicht, die sich auf die Innenwände von Rohren legt, schützt in diesem Zusammenhang davor, dass beispielsweise Kupfer ins Trinkwasser gelangt.

Es scheint mir im Augenblick sogar denkbar, dass durch das veränderte Wasser in Deinem Fall die Filmschicht schlichtweg wegoxydiert worden ist.
Sorry, meine Darstellung ist etwas laienhaft - ich bin auf diem Gebiet kein Experte.

Die besagten Kollegen habe ich in diesem Zusammenhang angesprochen. Eine chemische Gleichung habe ich ad hoc noch nicht erhalten, ich werde aber in den nächsten Tagen was hören...

Beste Grüße

Mick


 
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RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#20 von ingobohn , 08.08.2008 10:21

ZITAt (Dat Ei @ 2008-08-07, 20:15) und die Möglichkeit, daß der Filter dem Wasser etwas entzieht, was der Entwickler zwingend benötigt? Hast Du mal mit Dest-Wasser getestet?[/quote]
Xtol setze ich z.B. immer mit dest. Wasser an. Und das funktioniert.


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RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#21 von 01af , 08.08.2008 12:11

Industriell hergestellte Filmentwickler in Kleingebinden sind gewöhnlich darauf abgestimmt, mit normalem Leitungswasser angesetzt zu werden, und enthalten zu diesem Zweck gewisse Zusätze, die die typische Wasserhärte des Leitungswassers entschärfen (die von "Tetrapak" erwähnten komplexbildenden Salze). Nur wenn das Wasser extrem hart ist, sollte man etwas dagegen tun, doch eine normale, also geringe bis mittlere Härte sollte man einfach so lassen. Der Entwickler kommt damit schon zurecht; er erwartet sie sogar. Nimmt man ionengetauschtes oder gar destilliertes Wasser, so gibt das eher suboptimale Ergebnisse. So etwas sollte man nur dann tun, wenn der Hersteller das explizit empfiehlt.

Allerdings sollte deswegen der Film noch lange nicht völlig klar aus dem Entwickler kommen.

-- Olaf


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RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#22 von ingobohn , 09.08.2008 18:48

ZITAt (01af @ 2008-08-08, 12:11) Allerdings sollte deswegen der Film noch lange nicht völlig klar aus dem Entwickler kommen.[/quote]
Richtig.
(Bin weiterhin ratlos.)


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RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#23 von akknoepfel , 10.08.2008 13:43

Habe noch folgenden Link gefunden: http://www.brita.net/de/glossary_aqua2.htm...onenaustauscher

Vielleicht erklärt das den Chemikern unter Euch was und der oder die kann es dann mir erklären

Gruß,
Andreas


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RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#24 von harubang , 10.08.2008 15:07

Also ich finde, da steht eigentlich schon alles:

Der Ionenaustauscher (meist ein mit Kat- oder Anionen beladenes Epoxidharz) "entzieht" (nicht korrekt, denn er tauscht! dem Wasser unerwünschte Ionen.
Im Falle des Trinkwassers sind das meist die der Erdalkaligruppe, vorrangig Calcium.
Das Wasser wird dadurch zwar weniger hart und schont Leitungen und elektrische Geräte, aber: Als Trinkwasser wird es auch weniger wertig, denn all die entzogenen Mineralsalze sind essentiell notwendig und gehören nun einmal ins Wasser.
Aber da marschieren wir dann einfach in die Apotheke und kaufen uns "Multimineral"stoffpräparate, um das wieder auszugleichen, was wir eigentlich zum Nulltarif haben könnten!

Diese Wirkungsweise der Brita Filter (die außerdem noch Aktivkohle zur Reduktion eventueller organischer Wasserbestandteile enthalten, diese sind allerdings in ordnungsgemäßem Trinkwasser eh nicht enthalten) erklärt allerdings den unentwickelten Film absolut nicht - da bin ich ratlos!

Gruß

Rolf Becker


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RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#25 von ingobohn , 10.08.2008 16:57

ZITAt (harubang @ 2008-08-10, 15:07) Also ich finde, da steht eigentlich schon alles:[/quote]
ZITATerklärt allerdings den unentwickelten Film absolut nicht[/quote]
?


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RE: Wasserfilter stört eventuell Filmentwicklung

#26 von harubang , 10.08.2008 17:18

Hallo Ingo,

Auf der Brita Seite wird die Funktion des Ionenaustauschers erläutert , jedoch keine Ursachenforschung hinsichtlich unentwickelter Filme betrieben!

Da hab ich mich wohl nicht klar genug ausgedrückt - Asche über mein Haupt!

Rolf Becker


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