Großformat-Kuschelecke

#1 von Uwe Kulick , 19.11.2018 18:02

Worum geht es hier? Großformat-Fotografie. Real und Träume von Gigapixel-4x5"-Sensoren (von Sony?). Erfahrungen und Wünsche.

Wem das hier nicht ernsthaft genug zugeht, für den gibt's ja auch noch https://grossformatfotografie.de/board-list/

Zunächsteinmal eine gute Nachricht: Großformatkameras sind, eingerechnet Inflation, nicht mehr teurer als zu Kaiser's Zeiten. Beispiel für solche fotoamateur-freundlichen Angebote ist die erst drei Jahre alte englische Firma Intrepid, siehe http://camera-wiki.org/wiki/Intrepid . Hoffentlich macht der der Brexit nicht das Geschäft kaputt. Auch aus Kaisers Zeiten stammt die von Intrepid mit Zubehör unterstützte Methode, die Fachkamera auch als Vergrößerer zu nutzen!

large format alias Großformat beginnt historisch beim Viertel-Plattenformat 3¼ × 4¼ Zoll, das sind 8,3 × 10,8 cm. In Deutschland populär war seit Kaisers Zeiten das 9 × 12 cm Format. Nicht nur Handkameras wie die Voigtländer Avus, auch Miniversionen der großformatigen Reisekameras, sogenannte Schülerkameras, wurden teils in diesem minimalen Großformat 9x12 angeboten. Die vom Dresdner Hersteller Emil Wünsche angebotenen Schüler-Apparate aber auch im half plate format 4¾ × 6 Zoll bzw. 12 × 16,5 cm und im hierzulande gängigeren Amateur-Großformat 13 × 18 cm erhältlich. Reisekameras waren in der Basisausstattung als Landschaftskameras mit einfachster Optik und Stativ ausgerüstet, oft sogar ohne anderen Verschluss als den Objektivdeckel.

Vollformat war damals die full format plate, die "Vollformat"-Fotoplatte mit 6½ × 8½ Zoll aka 21.6 × 16.5 cm, also ungefähr die einhundertfache Fläche eines durchschnittlichen "APS-C"-Sensors von heute!

Kommt nun die Renaissance des Großformats? Intrepid begann 2015 die Produktion, für gehobene Ansprüche startete auch erst 2014 Firma Gibellini mit CNC-gefertigten Alu-Kameras zum rund zehnfachen Preis der holzbasierten Intrepid 8 × 10 Zoll, und einige klassische Hersteller gibt es auch noch, vor allem für das auch schon zu Kaisers Zeiten weit verbreitete, auch heute noch von Profis verwendete 4 × 5 Zoll Platten- bzw. Planfilmformat. Die alten 9 × 12 cm - Großformat-Kameras lassen sich, wenn sie noch lichtdicht sind und eine brauchbare Optik an funktionsfähigem Diaphragma-&-Verschluss-Modul besitzen, noch als Mittelformatkameras nutzen, wenn man einen passenden 120er-Standardrollfilm-Adapter dazu findet.

Am interessantesten sind vielleicht die "Optische Bank"-Kameras, die shift/tilt/swing/etc. am umfassendsten und exaktesten ermöglichen. Der traditionelle holländische Hersteller solcher 4×5-Zoll-Fachkameras, Cambo, bietet das Prinzip auch verkleinert für "digital back" an, also für digitales Mittelformat. Aber dafür ist (war?) die Mittelformat-Kuschelecke zuständig

UND ÜBRIGENS: Schon 1969 war kein Geringerer als MR. BEAN persönlich mit einer Intrepid auf dem MOND! Tatsächlich. Siehe https://www.flickr.com/photos/nasacommons/9460193814/


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