RE: Hab nun auch eine Minolta RD-175

#46 von jolini , 11.07.2010 21:48

ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-10, 18:21) - Dies speichert man nun mit HxD auf die Karte zurück.
- Karte nun wieder in die Kamera einlegen und überprüfen, ob diese damit arbeiten kann (Bilder speichern, usw.) oder eine Fehlermeldung anzeigt.[/quote]
done
Nein, das Kameradisplay zeigt eine Error-Meldung (wie für unformatierte Karten).

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RE: Hab nun auch eine Minolta RD-175

#47 von matthiaspaul , 11.07.2010 21:54

ZITAT(jolini @ 2010-07-11, 21:48) ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-10, 18:21) - Dies speichert man nun mit HxD auf die Karte zurück.
- Karte nun wieder in die Kamera einlegen und überprüfen, ob diese damit arbeiten kann (Bilder speichern, usw.) oder eine Fehlermeldung anzeigt.[/quote]
Nein, das Kameradisplay zeigt eine Error-Meldung (wie für unformatierte Karten).
[/quote]
Danke! In diesem Test ging es darum, zu testen, ob die Kamera die MDC.CTL-Datei auch dann findet, wenn sie nicht im ersten, sondern z.B. im zweiten Verzeichniseintrag eingetragen ist. Einer sauber implementierten "Applikation" (hier: der Kamera) müßte das eigentlich vollkommen egal sein, denn die würde normalerweise ihr Betriebssystem bitten, eine Datei mit dem Namen "MDC.CTL" auf dem Medium zu finden und zu öffnen und ihr den Inhalt zu liefern. Das Betriebssystem ist ja normalerweise gerade dafür da, die Details einer Implementierung zu kapseln.

Da die Kamera das aber offenbar nicht tut, haben wir hier eine der Besonderheiten gefunden, auf die wir achten müssen.

Gegentest: Wenn Du die so präparierte Karte wieder in den PC einsteckst, wird Dir die MDC.CTL-Datei aber auch nach dem Patch noch angezeigt und Du kannst problemlos auf sie zugreifen, nicht wahr?

Viele Grüße,

Matthias


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#48 von matthiaspaul , 11.07.2010 22:14

ZITAT(jolini @ 2010-07-11, 20:18) ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-10, 16:51) Um dem auf den Grund zu gehen, schlage ich vor, die leere Speicherkarte in einem PC mit einer vollständigen Formatierung (keine Schnellformatierung) komplett zu löschen. Die vollständige Formatierung ist wichtig, damit der gesamte Datenbereich neu initialisiert wird.
Bitte davon ein Image ziehen, damit wir "vorher-nachher" vergleichen können.
Dann diese Karte in der Kamera formatieren, keine Bilder speichern etc. und von dieser Karte im PC ein weiteres Image ziehen, ohne vorher auf irgendwelche Dateien auf der Karte zugegriffen zu haben.[/quote]
aber gerne doch ...
[/quote]
Danke, das ist schon sehr aufschlußreich, allerdings finde ich in dem Archiv nur ein Image (offenbar das spätere, bei dem das Minolta-Format-Programm gewirkt hat), so daß kein Vorher-Nachher-Vergleich möglich ist.

Hintergrund: In Deinen Images finden sich Fragmente von gelöschten Unterverzeichnissen und Dateien ("TEST.001", "CCC", "DDD", sowie ein paar Bitfelder, die wie Testmuster aussehen. Zusätzlich auch noch ein Verzeichniseintrag mit dem Volume Name - ebenfalls mit dem String "TOSHIBA256M" -, der aber seltsamerweise nicht "aktiv" ist, da er nicht im Wurzelverzeichnis steht. Das könnten einfach Überreste früherer Nutzung sein, aber es wäre auch denkbar, daß das Formatierprogramm diese zu Testzwecken anlegt und nachher wieder löscht (obwohl es für ein Formatierprogramm andere Möglichkeiten gibt, ein Medium zu testen). Bei einem normalen Schnellformatiervorgang werden lediglich bestimmte Datenstrukturen neu angelegt, aber der eigentliche Datenbereich nicht gelöscht, das passiert nur bei einem "unbedingten" Format. Damit wir definierte Verhältnisse bekommen, bat ich Dich, ein solches unbedingtes Format durchzuführen und auch davon ein Image zu sichern, damit wir Kontrolle darüber bekommen, ob Dein Formatierprogramm das auch wirklich macht und gleichtzeitig im 1:1-Vergleich genau sehen können, was das Minolta-Formatierprogramm nachher geändert hat.

Viele Grüße,

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#49 von jolini , 11.07.2010 22:30

ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-11, 22:14) Danke, das ist schon sehr aufschlußreich, allerdings finde ich in dem Archiv nur ein Image (offenbar das spätere, bei dem das Minolta-Format-Programm gewirkt hat), so daß kein Vorher-Nachher-Vergleich möglich ist.[/quote]
Sorry, das vorher-nachher habe ich übersehen und hole es nach.

mfg / jolini


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#50 von jolini , 11.07.2010 22:35

ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-11, 21:54) Gegentest: Wenn Du die so präparierte Karte wieder in den PC einsteckst, wird Dir die MDC.CTL-Datei aber auch nach dem Patch noch angezeigt und Du kannst problemlos auf sie zugreifen, nicht wahr?[/quote]
JA, aber sie ist komplett leer.

mfg / jolini


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#51 von matthiaspaul , 11.07.2010 22:46

ZITAT(jolini @ 2010-07-11, 22:35) ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-11, 21:54) Gegentest: Wenn Du die so präparierte Karte wieder in den PC einsteckst, wird Dir die MDC.CTL-Datei aber auch nach dem Patch noch angezeigt und Du kannst problemlos auf sie zugreifen, nicht wahr?[/quote]
JA, aber sie ist komplett leer.
[/quote]
Komplett leer? Die Größe 32 KiB stimmt aber noch, oder? Und die sechs Bytes am Anfang der Datei sind nun alle auf 00h?

Dann versuch's mal umgekehrt:

- Karte erst im PC formatieren
- Dann Karte in der Kamera formatieren
- Im PC die MDC.CTL-Datei von der Karte wegsichern, z.B. als MDC_1.CTL
- Im PC das logische Laufwerk der Karte öffnen und den besagten Patch ausführen
- Karte aus dem PC nehmen
- Karte direkt wieder in den PC einstecken
- Im PC die MDC.CTL-Datei von der Karte wegsichern z.B. als MDC_2.CTL
- Karte in die Kamera stecken und schauen, ob es funktioniert -> Ja/Nein
- Karte wieder in PC einstecken und die MDC.CTL-Datei von der Karte wegsichern z.B. als MDC_3.CTL

Diese 3 MDC_x.CTL-Dateien packen und hochladen.

Viele Grüße,

Matthias


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#52 von jolini , 11.07.2010 23:32

ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-11, 22:14) Danke, das ist schon sehr aufschlußreich, allerdings finde ich in dem Archiv nur ein Image (offenbar das spätere, bei dem das Minolta-Format-Programm gewirkt hat), so daß kein Vorher-Nachher-Vergleich möglich ist.[/quote]
Eigentlich brauche ich ja nur das "Vorher" nachzuliefern, d.h. die Windows XP formatierte Karte. "Nacher", d.h. die Minolta RD-175 formatierte Version hast Du ja schon. Sicherheitshalber lade ich nochmal beide hoch.

mfg / jolini


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#53 von jolini , 12.07.2010 14:38

ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-11, 22:46) ZITAT(jolini @ 2010-07-11, 22:35) ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-11, 21:54) Gegentest: Wenn Du die so präparierte Karte wieder in den PC einsteckst, wird Dir die MDC.CTL-Datei aber auch nach dem Patch noch angezeigt und Du kannst problemlos auf sie zugreifen, nicht wahr?[/quote]
JA, aber sie ist komplett leer.
[/quote]
Komplett leer? Die Größe 32 KiB stimmt aber noch, oder? Und die sechs Bytes am Anfang der Datei sind nun alle auf 00h?
[/quote]
Ja, komplett. Größe korrekt, alles auf 00h
ZITATDann versuch's mal umgekehrt:

- Karte erst im PC formatieren
- Dann Karte in der Kamera formatieren
- Im PC die MDC.CTL-Datei von der Karte wegsichern, z.B. als MDC_1.CTL
- Im PC das logische Laufwerk der Karte öffnen und den besagten Patch ausführen
- Karte aus dem PC nehmen
- Karte direkt wieder in den PC einstecken
- Im PC die MDC.CTL-Datei von der Karte wegsichern z.B. als MDC_2.CTL
- Karte in die Kamera stecken und schauen, ob es funktioniert -> Ja/Nein
- Karte wieder in PC einstecken und die MDC.CTL-Datei von der Karte wegsichern z.B. als MDC_3.CTL

Diese 3 MDC_x.CTL-Dateien packen und hochladen.[/quote]
done
Ergebnis s.o. Fehlermeldung, alle drei Dateien komplett leer.

mfg / jolini

PS: Machen wir hier einen systematischen Fehler?


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#54 von jolini , 12.07.2010 15:19

ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-11, 14:06) Mit einem Experiment können wir leicht herausbebekommen, ob dieser seltsame Datumsstempel der MDC.CTL-Datei für die Kamera in irgendeiner Weise relevant ist oder nicht. - Karte nun wieder in die Kamera einlegen und überprüfen, ob diese damit arbeiten kann (Bilder speichern, usw.) oder eine Fehlermeldung angezeigt wird.[/quote]

done
Erstaunlicherweise arbeitet die Kamera mit dem geänderten Datum ohne Error ganz normal, d.h. volle Leerkapazität, Aufnahme möglich, Speichern ok. Ich füge zwei MDC.CTL an, einmal frisch formatiert mit Patch und nach einer Aufnahme.

mfg /jolini


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#55 von matthiaspaul , 12.07.2010 15:19

ZITAT(jolini @ 2010-07-12, 14:38) Ergebnis s.o. Fehlermeldung, alle drei Dateien komplett leer.[/quote]
Das hätte ich jetzt nicht gedacht.
ZITATPS: Machen wir hier einen systematischen Fehler?[/quote]
Es sieht so aus, als ob das Minolta-Formatierprogramm die MDC.CTL-Datei zwar anlegt, aber eben nur mit 00h füllt. Demnach würde erst die Kamera die Datei mit Daten füllen, und auch der oben beschriebene Sechs-Byte-Header käme dann ausschließlich von der Kamera, nicht vom Formatprogramm.

Formatier die Karte doch bitte nochmal in der Kamera (um den Patch rückgängig zu machen und damit wieder definierte Verhältnisse zu schaffen) und sichere die MDC.CTL-Datei zur Kontrolle als MDC_1.CTL. Bitte mach dann ein Foto in der Kamera und lade die resultierende MDC.CTL-Datei als MDC_2.CTL hoch. Vermutlich ist die erste Datei leer, die zweite aber nicht mehr.
Falls die zweite Datei nicht mehr leer ist, führe bitte den Patch wie beschrieben mit der Karte im dann aktuellen Zustand aus und sichere die danach am PC lesbare Datei zur Kontrolle als MDC_3.CTL (sollte nach dem Patch immer noch genauso aussehen wie zuvor - nicht leer). Stecke die so präparierte Karte in die Kamera, die nun wieder eine Fehlermeldung liefern sollte. Sichere danach die Datei als MDC_4.CTL um zu sehen, ob die Kamera diese trotz des Fehlers irgendwie verändert hat.

Viele Grüße,

Matthias


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#56 von matthiaspaul , 12.07.2010 15:29

ZITAT(jolini @ 2010-07-12, 15:19) ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-11, 14:06) Mit einem Experiment können wir leicht herausbebekommen, ob dieser seltsame Datumsstempel der MDC.CTL-Datei für die Kamera in irgendeiner Weise relevant ist oder nicht. - Karte nun wieder in die Kamera einlegen und überprüfen, ob diese damit arbeiten kann (Bilder speichern, usw.) oder eine Fehlermeldung angezeigt wird.[/quote]
Erstaunlicherweise arbeitet die Kamera mit dem geänderten Datum ohne Error ganz normal, d.h. volle Leerkapazität, Aufnahme möglich, Speichern ok. Ich füge zwei MDC.CTL an, einmal frisch formatiert mit Patch und nach einer Aufnahme.
[/quote]
Klasse, dann ist dieser komische Datumsstempel also "don't care". Der Programmierer wollte wohl der Datei einfach nur einen speziellen Datumsstempel verpassen, vielleicht weil er keine Lust hatte, das aktuelle Datum auszulesen, und hat sich bei der Generierung des richtigen Wertes wohl direkt zweimal vertan. ;-)

Die erste MDC.CTL-Datei ist leer, die zweite nicht, was die "Theorie", daß die Kamera auch den Header anlegt, bestätigt. Prima, so wird das Anlegen der MDC.CTL-Dateien für uns später umso einfacher.

Viele Grüße,

Matthias


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#57 von matthiaspaul , 12.07.2010 15:43

ZITAT(jolini @ 2010-07-11, 23:32) ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-11, 22:14) Danke, das ist schon sehr aufschlußreich, allerdings finde ich in dem Archiv nur ein Image (offenbar das spätere, bei dem das Minolta-Format-Programm gewirkt hat), so daß kein Vorher-Nachher-Vergleich möglich ist.[/quote]
Eigentlich brauche ich ja nur das "Vorher" nachzuliefern, d.h. die Windows XP formatierte Karte. "Nacher", d.h. die Minolta RD-175 formatierte Version hast Du ja schon. Sicherheitshalber lade ich nochmal beide hoch.
[/quote]
Offenbar hat das Formatierprogramm von Windows XP einen Bug und überschreibt auch bei einem unbedingten Formatiervorgang nicht den kompletten Datenbereich mit dem Füllbyte F6h (bzw. hier FFh). Stattdessen bleiben bestimmte Bereiche am Anfang der Partition auf anderen Werten stehen. Ob sie komplett auf den alten Werten stehen bleiben (und damit ein Sicherheitsrisiko darstellen) oder einfach als Folge weiterer Aktionen auf anderen Werten als dem Füllbyte belassen werden, ist für unsere Fragestellung allerdings nicht weiter relevant.

Relevant ist hingegen, daß das Minolta-Formatierprogramm den MBR und die Strukturen zwischen dem MBR und dem Anfang der ersten Partition sowie nach der ersten Partition offenbar nicht anrührt. Das ist insbesondere deshalb interessant, weil die logische Geometrie der FAT16-Partition im XBPB des Bootsektors sehr wohl geändert wird - und zwar auf Werte, die kompatibel mit denen in der Partitionstabelle im MBR sind. Hier wäre interessant zu sehen, wie sich das Minolta-Formatierprogramm verhält, wenn die Partitionstabelle im MBR Geometriedaten enthält, die dem Programm nicht genehm sind. Oder anders gefragt: Noch ist nicht klar, ob die Tatsache, daß das Programm die Daten im MBR nicht ändert (und auch keine Fehlermeldung liefert), darauf zurückzuführen ist, daß das Minolta-Programm diese Daten grundsätzlich nicht ändert, oder nur darauf, daß sie schon optimale Werte enthalten. Ich hoffe (und vermute) Ersteres, da solche Änderungen eigentlich nur Partitionierwerkzeugen vorbehalten sind, aber man weiß nie... ;-)

Wie auch immer, Windows XP hat die FAT16-Partition mit einer logischen Geometrie von 63 Sektoren / Spur und 255 Köpfen eingerichtet (beides Maximalwerte für ein PC-BIOS), was für heutige Systeme kein Problem darstellt, da verschiedene Mappings sowohl auf Hardware- als auch auf Software-Ebene übersetzt werden können (und werden). Auf diese Weise kann man auch über CHS bis zu 8 GiB große Medien ansprechen, wo sonst bei knapp unter 512 MiB Schluß wäre (in einigen Fällen schon vorher). Eine solche Übersetzung muß aber nur für größere Medien stattfinden, insofern ist sie bei einem Medium mit noch nicht mal 256 MiB eigentlich weder notwendig, noch angezeigt, da man sich dadurch nur Kompatibilitätsprobleme mit älteren Systemen einhandelt, die solche Übersetzungsmechanismen noch nicht unterstützen.

Das Minolta-Programm hat die Parametrierung nun auf 32 Sektoren pro Spur und 16 Köpfe geändert, was eine entsprechend höhere Zahl Zylinder zur Folge hat. Sollte es sich bei beiden Parametern um Fixwerte handeln, die für die RD-175 zwingend notwendig sind, könnte das begründen, warum die RD-175 keine Medien mit mehr als 256 MiB unterstützt (wie vielerorts zu hören ist); dabei würde die Zahl der Zylinder nämlich auf mehr als 1023 steigen, was viele Systeme softwareseitig nicht unterstützen.
Diese Änderung könnte aber auch einfach darin begründet liegen, daß die CHS-Endadresse in der Partitionstabelle ebenfalls 32 Sektoren (und nicht mehr als 16 Köpfe) ausweist. Es ist so, daß sehr viele Systeme im Bestreben, möglichst mit jeder nur denkbaren Laufwerksgeometrie klarzukommen, die man ihnen vorsetzt, das Mapping, welches während der Partitionierung des Mediums verwendet wurde, gerade vom Sektorwert der CHS-Endadresse in der Partitionstabelle ableiten. Das passiert normalerweise schon auf BIOS-Ebene, wenn dieses ein Laufwerk einbindet. Ist das Laufwerk noch nicht partitioniert, übernimmt das BIOS nach Möglichkeit die Werte, die die Laufwerkshardware dem BIOS meldet und wählt ggfs. darauf basierend ein aus seiner Sicht optimales Mapping aus (da gibt es unterschiedliche Strategien zwischen den verschiedenen BIOS-Herstellern). Ist das Laufwerk aber bereits partitioniert worden, dann versucht ein modernes BIOS, das zuvor verwendete Mapping von der CHS-Endadresse abzuleiten, die in der Partitionstabelle steht. Auf diese Weise kommt es auch mit Laufwerken klar, die auf anderen Systemen eingerichtet wurden. Ein Formatierprogramm befragt nun normalerweise das Betriebssystem und dieses seinen Disk-Treiber und letztlich das BIOS nach der Default-Geometrie für das jeweilige Volume. Auf diese Weise würde sich ein Formatierprogramm an die Geometrie anpassen, die in der Partitionstabelle bereits verankert ist.

Ob das Minolta-Formatierprogramm also die Geometrie einfach nur an das angepaßt hat, was die Partitionstabelle nahelegte, oder ob Beschränkungen der RD-175 zu bestimmten Parameter zwingen, werden wir noch herausbekommen müssen.

(Man darf allerdings nicht vergessen, daß die Angaben im Bootsektor eine softwareseitig sog. logische Geometrie (auf DOS-BIOS-Ebene) widerspiegeln, wohingegen die Angaben in der Partitionstabelle eine softwareseitig sog. physikalische Geometrie (auf System-BIOS-Ebene) darstellen, die sich widerum von der Geometrie unterscheiden kann, mit der das System-BIOS mit der Hardware kommuniziert. Und selbst diese Geometrie entspricht in den meisten Fällen schon lange nicht mehr der tatsächlichen Geometie, in der das Laufwerk möglicherweise intern organisiert ist. Auf allen diesen Schichten können Übersetzungsvorgänge stattfinden.)

Sehr interessant finde ich auch, daß schon Windows XP die Partition mit 32 KiB-Clustern angelegt hat, obwohl das normalerweise für so ein kleines Medium suboptimal ist. Hier müssen wir klären, wie sich das Minolta-Formatierprogramm verhält, wenn wir ihm eine Partition mit einer anderen Clustergröße vorsetzen.

Viele Grüße,

Matthias


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#58 von matthiaspaul , 12.07.2010 16:32

ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-10, 15:40) Die MDC.CTL-Datei liegt direkt am Anfang des Datenbereichs im Cluster 2, also dort, wo bei einem bootfähigen Medium normalerweise die Bootloader/Kerneldateien liegen würden (IO.SYS/MSDOS.SYS, IBMBIO.COM/IBMDOS.COM bzw. DRBIOS.SYS/DRBDOS.SYS bei diversen DOS-Versionen). Die Datei ist im ersten Verzeichniseintrag eingetragen. Das muß nicht, aber könnte eine der kritischen Bedingungen sein, die darüber entscheiden, ob die Kamera mit der Datei umgehen kann oder nicht.[/quote]
Wir haben oben ja schon gesehen, daß die Kamera den Eintrag für die MDC.CTL-Datei offenbar im ersten Verzeichniseintrag des Wurzelverzeichnisses erwartet (der Gegentest läuft ja noch).

Im folgenden Test wollen wir nun untersuchen, ob auch die Datei selbst an einer physikalisch genau vordefinierten Stelle auf dem Medium liegen muß oder nicht. Darüber sollte uns der folgende Versuch Aufschluß geben, bei dem wir das Dateisystem so präparieren, daß das Dateisystem die Datei als in Cluster 3 (hier +00018000h..+0001FFFFh) statt in Cluster 2 (hier Dateioffset +00010000h..+00017FFh) befindlich ausweist. Wir machen uns dabei zu Nutze, daß dieser leere Bereich bei einem frisch formierten Medium - wie wir gesehen haben - zufälligerweise auch gerade mit 00h gefüllt ist.

- Die Speicherkarte wird in der Kamera frisch formatiert.
- HxD wird unter Extras>Optionen>Sicherheit so konfiguriert, daß kein Schreibschutz aktiviert wird.
- Am PC wird mit HxD das zugehörige *logische* Laufwerk ohne Schreibschutz geöffnet.
- In der Hex-Editor-Ansicht sucht man von oben nach unten den Text "MDC". Das erste Vorkommen in der hier besprochenen 256MB-Disk befindet sich an Dateioffset +E000h. Dort müßte etwas wie folgt stehen:
ZITAT[...]
+DFF0h: 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00
+E000h: 4D 44 43 20 20 20 20 20 43 54 4C 23 00 00 00 00
+E010h: 00 00 xx xx 00 00 00 00 21 BF 02 00 00 80 00 00
+E020h: 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00
[...][/quote]
Die grünen Bereiche müssen exakt so vorkommen, wie hier gezeigt, sonst nachfragen und keinesfalls speichern. Die blauen Bereiche könnten z.B. bei anderen Mediengrößen von den hier dargestellten Werten abweichen (dann beläßt man die Werte, die jeweils angezeigt werden).

- Nun werden darin die folgenden Bytes (rot) wie folgt geändert:
ZITAT[...]
+DFF0h: 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00
+E000h: 4D 44 43 20 20 20 20 20 43 54 4C 23 00 00 00 00
+E010h: 00 00 00 00 00 00 00 00 21 BF 03 00 00 80 00 00
+E020h: 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00
[...][/quote]
- EDIT: An das Offset +0001EC00h gehen, dort sollte nicht, aber könnte folgendes stehen:
ZITAT0001EC000 F8 FF FF FF 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00[/quote]
Falls ja, dann dies ändern in:
ZITAT0001EC000 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00 00[/quote]
- Dies speichert man nun mit HxD auf die Karte zurück.
- Im PC wird die MDC.CTL Datei gesichert und mit HxD geöffnet. Sie sollte in diesem Beispiel 32 KiB groß sein und ausschließlich 00h enthalten. Falls nicht, nicht fortfahren - dann ist irgendwas schief gelaufen.
- Karte nun wieder in die Kamera einlegen und überprüfen, ob diese damit arbeiten kann (Bilder speichern, usw.) oder eine Fehlermeldung angezeigt wird.

Viele Grüße,

Matthias


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#59 von jolini , 12.07.2010 17:37

ZITAT(matthiaspaul @ 2010-07-12, 15:29) Klasse, dann ist dieser komische Datumsstempel also "don't care". Der Programmierer wollte wohl der Datei einfach nur einen speziellen Datumsstempel verpassen, vielleicht weil er keine Lust hatte, das aktuelle Datum auszulesen, und hat sich bei der Generierung des richtigen Wertes wohl direkt zweimal vertan. ;-)[/quote]

Nachtrag: Zu früh gefreut, leider, beim Versuch, diese Aufnahme per RD-175 Grabber zu transferieren, ist der Preview schwarz, die SCSI-Kommunikation geht in die Knie und die Kamera geht in den Errormode.

Die Aufnahme selbst ist aber nach wie vor auf der Karte vorhanden und kann von dieser im PC mit RawTherapee gelesen und angezeigt werden.

mfg / jolini

PS: Und - das Datum der MDC.CTL Datei wird von der Kamera wieder automatisch auf 01.09.2075 00:00 gesetzt.


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#60 von matthiaspaul , 12.07.2010 18:47

ZITAT(jolini @ 2010-07-12, 17:37) PS: Und - das Datum der MDC.CTL Datei wird von der Kamera wieder automatisch auf 01.09.2075 00:00 gesetzt. [/quote]
Und danach funktioniert es dann wieder?

Viele Grüße,

Matthias


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