RE: Sony und das Erdbeben

#31 von ddd , 02.05.2011 01:17

moin, ZITAT(stevemark @ 2011-04-29, 23:05) Als Chemiker kann ich sagen, dass der schwarze Rauch, die gerichtete Detonation und der überdeutlich sichtbare Lichtblitz bei Reaktor 3 nicht auf Wasserstoff zurückzuführen sind. Konventionelle Sprengstoffe lagerten mit Sicherheit nicht im Reaktorgebäude - und so bleibt nur die Annahme einer Nuklearen Kettenreaktion/Explosion im Lager für abgebrannte Brennelemente.[/quote] Wenn Du die Explosion als "Detonation" einschätzt, dann wäre dies beweisend für eine chemische Explosion. Kernreaktionen können nicht detonieren! Das einzige, was an einer Kernwaffe detoniert, ist der konventionelle Sprengstoff für die Zündung.

Da es auch in anderen Teilen der Anlage Brände mit "schwarzem Rauch" gab, tippe ich auf ein Gemisch aus Wasserstoff, Maschinenöl, geschmolzenen Kabelisolierungen, Plutoniumstaub usw. Das ganze durch eine initiale Wasserstoffverpuffung oder Dampfexplosion zerstäubt ergibt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Aerosol/Staubexplosion, und dass passt von Aussehen und Wirkung gut zu dem, was auf den Videos zu sehen ist.

Das schließt nicht aus, dass es in Reaktor 3 ein Kritikalitätsproblem gab, welches in wesentlichem Zusammenhang mit der Explosion stand, z.B. eine initiale Wasserdampfexplosion ausgelöst hat. Eine Kernexplosion fand dort sicher nicht statt.
Es wurden in den Folgetagen wiederholt Neutronen"blitze" dort gemessen, dies deutet auf ein andauerndes Kritikalitätsproblem im spent fuel pool hin. Aber dann wäre es geradezu Wahnsinn, Wasser draufzukippen, welches als Moderator die schnellen Neutronen bremst und die Kettenreaktion verstärkt. Bor und trockener Quarzsand wäre besser geeignet, die aufschmelzende Masse würde sich zu einer glasig-keramischen "Lava" vermischen, welche kaum in eine geometrisch kritische Konfiguration fließen kann. Leider werden dabei die flüchtigen Elemente freigesetzt, flüchtig meint hier alles, was bei 2500-2800°C verdampft. Insbesondere Cäsium, Jod und Strontium wären bei einem solchen Ablauf vollständig als Dampf freigesetzt worden. Da in dem Becken 514 abgebrannte Brennelemente lagern, einige davon vmtl. MOX, wäre die Menge an freigesetzten Radionukliden vmtl. größer als in Tschernobyl (dort waren die Brennstäbe "fast neu", enthielten folglich noch relativ wenig Spaltprodukte, und die Menge war kleiner). Dafür würde bei einem solchen Szenario der Dreck nicht in die obere Atmosphäre verfrachtet, die Verstrahlung bliebe also regional begrenzt (Ostasien, Pazifikinseln, mglw. Teile der Westküste der USA).

Die Explosion dürfte auch nicht den Reaktordruckbehälter oder das Containment zerstört haben, denn dann sähe die Ruine anders aus, insbesondere würden sich in einigen km Umkreis keine Menschen mehr aufhalten. Schon allein die chemische Toxizität des Plutoniums der in Block 3 eingesetzten MOX-Brennelemente würde dies wirksam verhindern. Immerhin steht das Containment auch Wochen später immer noch unter Druck, was mit einem "weggeflogenen Deckel" (Johannes/Giovanni) unvereinbar ist. Die Quelle dürfte der spent fuel pool gewesen sein. Nur zur Erinnerung, in Fukushima Daiichi lagern die abgebrannten Brennelemente der letzten gut 14 Betriebsjahre, davon fast alles schon immer praktisch unter freiem Himmel (die dünne Verkleidung des oberen Teils der Reaktorgebäude ist kaum mehr als ein Wetterschutz). Der Betreiber hatte die abgebrannten Brennelemente, da die Lagerkapazität erschöpft war, "umgepackt", also dichter gepackt und größere Mengen in jedem einzelnen Abklingbecken. Welche Konsequenzen das hat, kann man sehr schön an Block 4 betrachten. Block 4 war seit 30. November 2010, also zum Zeitpunkt des Bebens schon über drei Monate, wegen Wartung außer Betrieb, im Reaktor sind keine Brennstäbe. Trotzdem stehen nur noch Ruinen von dem Reaktorgebäude, und dies war direkt nach Erdbeben und Tsunami noch nicht so.

Es ist seit 1971 bekannt, dass die Notkühlung von GE BWR-Typen nicht funktionieren kann. Es ist weiters spätestens seit 1979 (Three Mile Island) bekannt, dass es in unzureichend gekühlten Druck- oder Siedewasserreaktoren zur Bildung von großen Mengen Wasserstoff kommt, welcher gern mal spontan verpufft oder gar detoniert. Trotzdem werden weltweit eine größere Anzahl dieser Typen weiter betrieben, ohne dass diese hinlänglich bekannten Probleme angegangen würden. Wenn zu diesen Basisproblemen dann noch die unverantwortliche Lagerung großer Mengen (ca. 2000 t) abgebrannter Brennelemente in den nur für die Zwischenlagerung bis zum Abtransport vorgesehenen offenen Abklingbecken hinzutritt, diese auch noch dichter gepackt werden um mehr reinquetschen zu können, das ganze in einem Erdbebengebiet am Meeresstrand gebaut wird, die Notstromdiesel an der Kaimauer locker abgestellt werden, die Dieseltanks für diese oberirdisch dicht über dem Meeresspiegel aufgestellt sind, es kein mehrfach redundantes Stromversorgungsnetz gibt, keine verbunkterten Notstandswarten vorhanden sind und die im nächsten Baumarkt nach Eintritt des Störfalles aufgetrieben Notstromaggregate mangels passender Kabel von den Technikern nicht angeschlossen werden können, dann ...
haben wir alle es nicht besser verdient. Sorry, das ganze klingt sehr zynisch, ist aber leider im Wesentlichen wahr. In Details mag ich irren oder falsche Infos haben.

Es sieht hierzulande übrigens nur unwesentlich besser aus, einen GAU bekommen wir hier in den Griff. Ist auch kein Wunder, schließlich ist GAU die veraltete/umgangssprachliche Bezeichnung für einen Auslegungsstörfall, welcher -per definitionem!- beherrschbar ist. Netterweise wird hierzulande immerhin der station black out zu den Auslegungsstörfällen gezählt, und GE BWR mit in solcher Situation bekanntermaßen unbrauchbaren Notkühlsystemen sind hier glücklicherweise nicht mehr in Betrieb. Die ähnlichen Baureihe-69-Uraltkisten hierzulande sind entweder stillgelegt, wegen dauernder Störfälle seit längerem außer Betrieb (Brunsbüttel, Krümmel) oder am 17.03.2011 auf Weisung der jeweiligen Landesregierung abgeschaltet worden (Isar1, Philippsburg1). Unsere Freunde jenseits der Ö-Grenze waren so klug, per Volksentscheid das fertige Baureihe-69-KKW Zwentendorf schon vor Inbetriebnahme stillzulegen.

@uwe: Roboter kannst Du vergessen: die Elektronik ist nicht strahlenresistent, und strahlenfestes Zeuchs (die NASA verwendet sowas) ist so dämlich, dass man damit keine in einer solchen Situation sinnvoll einsetzbaren Systeme bauen kann.
Interessant Dein Hinweis auf dieses lustige Experiment. Ich kannte nur die beiden Versuche mit dem "demon core", bei denen die Experimentatoren durch versehentliches Fallenlassen von Wolframkarbidklötzchen oder Abrutschen mit dem Schraubenzieher zwischen den Beryllium-Halbkugeln ein kleines Kritikalitätsproblem hatten. Immerhin haben sich beide jeweils binnen Wochenfrist für den Darwin-Award empfohlen.
Bzgl. GAU s.o.: GAU ist harmlos, da beherrschbar. Eine Kernschmelze im Reaktordruckbehälter ist übrigens nur ein GAU, und das ist schon so oft passiert, dass ich auf die Schnelle nicht alle Fälle zusammenbekomme. Ein station black out bei einem seit längerem abgeschalteten Reaktor scheint dagegen bei der Auslegung nicht bedacht worden zu sein, sonst müsste Block 4 ja noch stehen.
Um den Zynismus auf die Spitze zu treiben: das Thema "kleines Nuklearproblem weit weg von hier" ist mittlerweile so durchgekaut, dass der durchschnittliche B...-Leser es nicht mehr hören kann. Aus den Tagesnachrichten ist es mittlerweile verschwunden, noch ein paar Wochen die Füße still halten, alle zwischenzeitlich auftretenden meldepflichtigen Störfälle erst mal verheimlichen, dann kann im Sommer das "business as usual" wieder aufgenommen werden. Um die Wogen beim Auslaufen des Moratoriums schnell zu glätten, wird das in der Hauptferienzeit gemacht und zwei oder drei eh schrottreife Reaktoren gnädig stillgelegt, und das war's dann.


wieder da ...


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RE: Sony und das Erdbeben

#32 von u. kulick , 02.05.2011 13:16

Auf dem Mars haben Roboter schon funktioniert, z.T. erstaunlich lange, d.h. so dass das irdische Bodenpersonal viel Spaß hatte, die Minifahrzeuge immer weiter durch das Landegebiet zu steuern. der Mars hat nur eine dünne Atmospäre, so dass kosmische Strahlung fast ungehindert die Roboter erreicht. Solche Roboter meine ich, die mit einer strahlenresistenten und schlagwetterfest isolierten Elekronik ausgerüstet sind. Für den Mond, der keinerlei Atmosphäre besitzt, soll die bemannte Raumfahrt aus Zeit- und Kostengründen auch durch Robonauten ersetzt werden, siehe http://www.nasa.gov/exploration/acd/technology_dev.html . So will man schon 2014 statt 2020 wieder auf dem Mond forschen. Bei den mittelkleinen Budgetproblemen der USA verschiebt sich das allerdings auch mit den kostengünstigeren Robotern wieder nach hinten.

Empfindliche Computer-Elektronik kann durch Neutronen-Blitze oder Tausende Millisievert an Reaktorlecks vielleicht lahmgelegt werden, dann muss sie halt durch unempfindlichere Transistor-Elekronik als Fallback-System ergänzt werden. Die kann dann einen Systemcheck und Reorg eines strahlungsgestörten Computersystems initiieren oder im Falle des Scheiterns dieser Maßnahme auf ein unempfindlicheres analoges Fernsteuersystem umschalten. Das alte Bundeswehr-Prinzip: am besten Röhren-Elektronik verwenden, die hält jedem "Atomblitz" stand. Das war ja auch eines der Schreckensszenarien des kalten Krieges, der Gegner könne einfach im Weltraum eine Atombombe zünden, deren Neutronenblitz mal eben die Mikroelektronik des Gegners lahmlegt, heutzutage währen das alle unsere Handys usw. (da wär dann plötzlich eine kryptische SMS drauf ).

Fazit: Nach allgemeiner Anerkennung der Tatsache, dass ein GAU kein theoretisches Restrisiko, sondern ein reales Risiko darstellt, gehört zur Grundausstattung jedes ab heute weiter betriebenen Kernkraftwerkes ganz eindeutig eines: GAU-Bewältigungs-Technologie, ganz egal ob der Reaktor in Frankreich, Nordkorea, USA, Saudi-Arabien, Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Iran oder China steht. Eine GAU-Erkundungs-Kletterroboterarmee muss auch mit Schneidbrennern und Presslufthämmern ausgestattete Exemplare enthalten, die sich durch Stahlbetontrümmerwüsten hindurchkämpfen und ihren Reaktorleck-Forschungsroboterkollegen den Weg bahnen. So wie für den Fall der Fälle in unserer alternden Gesellschaft mehr und mehr Defibrillatoren zur Verfügung stehen, um mit 2/3-Wahrscheinlichkeit Menschen ohne Folgeschäden ins Leben zurückrufen zu können bei einem Herzkasperl, so ist auch für die wahrscheinlich bei jedem Kernkraftwerk mögliche Kernschmelze Vorsorge zu tragen. Wenn dort auch eine Rate von zwei Drittel erreicht werden kann, 2/3 Gäue, in denen die Ursache von hoher Strahlung mit Robotern erkannt und dadurch gezielte effiziente Schadensbegrenzung möglich macht wird, dann sehen die Betreiber nicht mehr so hilflos aus wie Tepco. Außerdem sollte jedes Atombetreiberland Vorräte and Material für das Scheitern gezielterer Aktionen bereithalten, Vorräte an Sand, Bor, Zement, oder was man noch so braucht um notfalls auch nach Tschernobylmethode einfach alles zuzuschütten. Auch dazu kann man über ferngesteuerte Lasthubschrauber nachdenken, um die Verstrahlung von Piloten zu vermeiden, z.B. mit einem Doppelfernsteuersystem über Laser und Funk, falls eines der Systeme durch Reaktorstrahlung gestört wird, empfängt das andere noch die richtigen Fernsteuersignale, damit Hubschrauberabstürze die Situation nicht noch verschlimmern.

Fazit 2: Aller schlechten Dinge sind drei. Zur Anerkennung der Tatsachen zum Thema GAU brauchten die Atomzeitalter-Fetischisten 3 öffentlich international beachtete GAU-Vorfälle, einer schlimmer als der andere: Harrisburg, Tschernobyl, und Fukushima. Da ist zu hoffen, dass die gewonnenen Erkenntnisse nun aber nachhaltig sitzen.


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RE: Sony und das Erdbeben

#33 von u. kulick , 24.05.2011 09:04

QUOTE (u. kulick @ 2011-05-02, 13:16) ... so ist auch für die wahrscheinlich bei jedem Kernkraftwerk mögliche Kernschmelze Vorsorge zu tragen. Wenn dort auch eine Rate von zwei Drittel erreicht werden kann, 2/3 Gäue, in denen die Ursache von hoher Strahlung mit Robotern erkannt und dadurch gezielte effiziente Schadensbegrenzung möglich macht wird, dann sehen die Betreiber nicht mehr so hilflos aus wie Tepco[/quote]

Na ja, nunmehr sind von Tepco 3 Gäue vom Typ "Super-GAU classic" zugegeben worden: Kernschmelze mit Austritt starker Radioaktivität. Bekäme man in diesem Fall wenigstens 2/3 der Gäue in den Griff, bliebe immer noch ein ganzes 2. Tschernobyl bei einem der Reaktoren... ach ja, da war ja noch dieser Extragau mit dem Abklingbecken ...

... und Sony: Verlust gerade noch rechtzeitig vor dem Geschäftsbericht angekündigt:

FAZ: Wenige Tage vor der Präsentation der Jahresbilanz gaben die Japaner am Montag überraschend einen Nettoverlust für 2010/11 (per Ende März) in Milliardenhöhe bekannt. Als Grund nannte Sony Steuerbelastungen. Der einstige Vorzeigekonzern der japanischen Unterhaltungselektronik hatte zuletzt mit den Folgen des verheerenden Erdbebens und Tsunamis sowie einem massiven Datenklau zu kämpfen. Nach den neuerlichen Schätzungen werde sich unter dem Strich ein Nettoverlust in Höhe von umgerechnet 2,25 Milliarden Euro (260 Milliarden Yen) ergeben, teilte Sony mit. Es wäre der größte Verlust seit 1995 und der zweitgrößte von Sony überhaupt.

Na, da geht's Sony wenigstens besser als Tepco, während Tepco den GAU-Hattrick gepackt hat, ist es für Sony nach Daten-GAU "nur" der zweitgrößte Verlust. Konica Minolta hat auch den Error 58 überlebt. ardon:


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RE: Sony und das Erdbeben

#34 von stevemark , 29.06.2011 23:30

ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 0:17) moin, ZITAt (stevemark @ 2011-04-29, 23:05) Als Chemiker kann ich sagen, dass der schwarze Rauch, die gerichtete Detonation und der überdeutlich sichtbare Lichtblitz bei Reaktor 3 nicht auf Wasserstoff zurückzuführen sind. Konventionelle Sprengstoffe lagerten mit Sicherheit nicht im Reaktorgebäude - und so bleibt nur die Annahme einer Nuklearen Kettenreaktion/Explosion im Lager für abgebrannte Brennelemente.[/quote] Wenn Du die Explosion als "Detonation" einschätzt, dann wäre dies beweisend für eine chemische Explosion. Kernreaktionen können nicht detonieren! Das einzige, was an einer Kernwaffe detoniert, ist der konventionelle Sprengstoff für die Zündung.[/quote]

Zunächst eine Vorbemerkung - alles, was ich hier schreibe, geschieht nach bestem momentanem Wissen und Gewissen. Es ist als Denkanstoss gedacht, und nicht als Behauptung fomuliert.

Wenn wir davon ausgehen, dass Gunderson keinen Unsinn erzählt und somit
1) tatsächlich Brennelement-Teil in grosser Entfernung gefunden wurden (mit Drohnen aufgrund ihrer Wärmestrahlung sicher sofort problemlos identifizierbar),
2) Gundersons Berechnungen zur notwendigen Anfangs-Geschwindigkeit stimmen (deutlich im Überschall-Bereich => "Detonation", und somit keine Wasserstoff-Explsoion!), so muss in der zweiten Explosion (Reaktor 3 und/oder Abklingbecken 3) tatsächlich eine enorme direkte Stoss-Energie diese Brennelement-Teile "angetrieben" haben. Die anders verlaufenen Knallgasexplosionen in den Reaktorgebäuden 1 und 4 waren dazu offenbar nicht in der Lage.

Der direkte Auswurf von Brennelement-Teilen als Folge eines "durchgehenden" Reaktors wurde bereits 1954 beim letzten Experiment mit dem Versuchsreaktor "Borax 1" dokumentiert. Dieser kleine Siedewasser-Reaktor - 1.5 MW thermisch - verabschiedete sich bei einem geplanten Test mit einer unerwartet heftigen "Leistungsexkursion" von 135 MW/s und explodierte in einer ähnlichen Art und Weise wie Fukushima 3: Glühende Brennelemente wurden ca. 100m weit geschleudert, und eine Dampffontäne stieg auf. Selbstverständlich hatte das "Ereignis" nicht die gleiche Wucht wie bei Fuk-3, denn der MOX-Reaktor in Japan hatte ja mit ca. 2000 MW (t) eine rund 2000x grössere Leistung als "Borax 1". Der prinzipielle Vorgang scheint mir allerdings sehr ähnlich (Bilder hier, ganz nach untens crollen!.

Die Beschreibung liest sich dann so:
"BORAX 1 EXPLOSION, Idaho Falls, Idaho, July 22, 1954
Destruction of the Borax I Reactor released 135 MW-sec of fission energy.
...
The tests were carried out by withdrawing four of the five control rods far enough to make the reactor critical at a very low power level. The fifth rod was then fired from the core by means of a spring. In this test, the rod was ejected in approximately 0.2 seconds. After the control rod was ejected, an explosion took place in the reactor which carried away the control mechanism and blew out the core. At half a mile, the radiation level rose to 25 mr/hr. Personnel were evacuated for about 30 minutes."

Natürlich ist das keine klassische Atombombenexplosion; ich bezeichne so etwas aber ganz klar als "nukleare Explosion", weil

1) die Energie dazu aus nuklearen Kettenreaktionen kommt und
2) es sich offensichtlich um eine Explosion handelt.

Natürlich kann das missverständlich sein, weil viele unter "nuklearer Explosion" eben ausschlieslich die - nochmals heftigere! - Kettenreaktion in einer klassischen Atombombe verstehen. Ein solche "Kessel-Explosion" aber als reine "Dampfexplosion" (im Falle von Borax 1) oder als reine "Wasserstoffexplosion" zu bezeichnen, leugnet/verschleiert die ursprüngliche Herkunft der Explosionsenergie.

Ganz ähnlich - wenn auch ohne Dampfwolken, da dieser Reaktor "trocken" lief - verabschiedete sich um 1965 auch das nukleare Raketentriebwerk NERVA: Feuerball, durch den Himmel fliegende weissglühende Brennstoff-Fragmente, und weitreichender Fallout. Aus dem offiziellen Bericht:

"The Kiwi-TNT reactor was "exploded" in the sense that it was a violent disruption and dispersion of an original intact object. It blew up in an unusual fashion resembling neither a typical nuclear detonation nor most types of chemical explosions. To give a better understanding of the eruption, its characteristics will be compared to those of more common explosions. ...The vaporization occurred too fast for the resultant gas to escape through the reactor interstices, pressure quickly built up in the core until it exceeded the yield strength of the pressure vessel (a few thousand psi), and the vessel burst with explosive violence. ... On the other hand, deflagrations of gas-air mixtures at atmospheric pressure and explosions involving organic dusts are much less violent than the Kiwi-TNT event, demonstrating pressure rises of only a few psi/msec ... The Kiwi-TNT excursion produced a shower of incandescent sparks rarely seen in anything but a pyrotechnic display. Fragments of various sizes and weights were thrown as far as 2,000 ft, with a distribution similar to that from chemical high explosives. ... Fragments ... from dust or atmospheric gas-air mixture explosions
would ... not have traveled so far. ... The thermal release and the extremely high temperatures occurring during the excursion are results associated almost exclusively with nuclear reactions. "



ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 0:17) Da es auch in anderen Teilen der Anlage Brände mit "schwarzem Rauch" gab, tippe ich auf ein Gemisch aus Wasserstoff, Maschinenöl, geschmolzenen Kabelisolierungen, Plutoniumstaub usw. Das ganze durch eine initiale Wasserstoffverpuffung oder Dampfexplosion zerstäubt ergibt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Aerosol/Staubexplosion, und dass passt von Aussehen und Wirkung gut zu dem, was auf den Videos zu sehen ist.[/quote]
Bie der ersten Explosion (Reaktor 1): ja. Bei der zweiten: Nein.

Nochmals aus dem Report zur Explosion des NERVA-Reaktors:
"The rate of heat transfer from this ball by radiation (d. h. dem Feuerball) was sufficient to cool it from white incandescence, through dull red, to a black cloud, in approximately 1 second."
Auch das kennen wir in etwa von Fukushima-3...

Das ist meine persönlich Meinung. Niemand muss sie teilen, ich weiss nicht, ob sie wahr ist - und Genaueres werden wird wohl in einigen Jahren erfahren.


ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 0:17) Das schließt nicht aus, dass es in Reaktor 3 ein Kritikalitätsproblem gab, welches in wesentlichem Zusammenhang mit der Explosion stand, z.B. eine initiale Wasserdampfexplosion ausgelöst hat. Eine Kernexplosion fand dort sicher nicht statt.[/quote]
Genau so hatte ich das auch gemeint - wir haben wahrscheinlich aneinander vorbeigeredet (siehe oben). Ich möchte aber nochmals betonen, dass all die Energie, die bei diesen Explosionen (speziell der von Reaktor 3) frei wurde, ursprünglich aus nuklearen Reaktionen kommt - ob sie nun direkt freigesetzt wurde oder den Umweg via Wasserstoff / Wasserdampf genommen hat, ist eigentlich unerheblich.

ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 0:17) Es wurden in den Folgetagen wiederholt Neutronen"blitze" dort gemessen, dies deutet auf ein andauerndes Kritikalitätsproblem im spent fuel pool hin. Aber dann wäre es geradezu Wahnsinn, Wasser draufzukippen, welches als Moderator die schnellen Neutronen bremst und die Kettenreaktion verstärkt. Bor und trockener Quarzsand wäre besser geeignet,[/quote]


ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 0:17) ...
Die Explosion dürfte auch nicht den Reaktordruckbehälter oder das Containment zerstört haben,[/quote]
Speziell bei Reaktor 3 bin ich mir nicht sicher, ob der Reaktordruckbehälter oder "nur" das Abklingbecken explodiert ist. Das Beton-Containment scheint jedenfalls oben weggesprengt worden zu sein - zumindest deuten die im Trümmerhaufen bei Reaktor 3 immer wieder sichtbaren gelben Brocken darauf hin. Zudem: gefundene Beton (! Trümmerteils bei Reaktor 3, die mit 1000mSv/100 Rem/h strahlen, kommen wohl eher nicht aus der Gebäude-Aussenwand ...

ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 0:17) denn dann sähe die Ruine anders aus, insbesondere würden sich in einigen km Umkreis keine Menschen mehr aufhalten.[/quote]
Die Ruine von Reaktor 3 sieht anders aus.

Hier speziell das dritte Bild: über dem Abklingbecken ein Krater und schwarzer Rauch ...
Bild
Hier viertes und fünftes Bild- Kran in der Mitte, schwarze Trümmerteile links im Bild.

Klar ja auch die Abfolge des Nebels / Rauches, der aus dem Gebiet von Reaktor 3 kam - zunächst weiss (Wasserdampf), dann grau (Zirkonium), dann schwarz (Uran/Plutonium-Oxide). Ein Ölbrand läuft nicht so ab. Ach ja, nachdem man dann wieder so richtig pumpen konnte, war der "Rauch" ab Ende März wieder weiss ... immer an der selben Stelle aufsteigend: Dort, wo der Reaktordruckbehälter ist. Wenn er dicht wäre, würde wohl kein Dampf ausfeigen ...

Nun, ich gehe natürlich nicht davon aus, dass die ganze MOX-Masse "losgegangen" ist. Wahrscheinlcih wäre eher, dass sich lokal ein (relativ begrenzter) überkritischer Bereich gebildet haben könnte und dass der dann losgegangen ist.

ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 0:17) Schon allein die chemische Toxizität des Plutoniums der in Block 3 eingesetzten MOX-Brennelemente würde dies wirksam verhindern. Immerhin steht das Containment auch Wochen später immer noch unter Druck,[/quote]

Das was eine der grössten Merkwürdigkeiten an der ganzen Sache. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich es zunächst nicht für möglich hielt, dass eine Firma wie TEPCO demassen dreist lügt. Die Bilder waren jedoch von Beginn weg eindeutig: Es dampfte überall raus, obwohl der Reaktordruckbehälter "unter Druck war". Die beiden Aussagen schliessen sich gegenseitig aus. Mittlerweile hat ja auch TEPCO eingesehen, dass die Bilder der Wahrheit entsprechen. -


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RE: Sony und das Erdbeben

#35 von u. kulick , 01.07.2011 21:52

Ausgerechnet Hollywood hat der Produktionsausfall bei Sony in Atem gehalten: Für Profivideobänder einer bestimmten von Sony gelieferten Qualität entstand ein Lieferengpass durch beteiligte Werke in Sendai. Ab diesem Monat soll die Produktion wieder beginnen. Derweil "diskutierte man in Hollywod bereits bandlosen Workflow oder gar den Rückgriff auf Zelluloidfilm."

Quelle: http://www.hollywoodreporter.com/news/sony...s-resume-194890

Der Restart anderer ausgefallener Sony-Produktionen wurde weitestgehend bereits im April und im Mai gemeldet.


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RE: Sony und das Erdbeben

#36 von u. kulick , 05.07.2011 11:33

Sony hat auch schon "Erdbeben" verursacht, siehe Sony PSN Breach: Fukushima of Privacy

Bekannt war die Erdbeben-Region übrigens durch Sonys Lithium-Ionen-Akkumulatoren-Fabrik "Sony Fukushima", die übrigens auch nach dem Erdbeben vorläufig geschlossen werden musste.


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RE: Sony und das Erdbeben

#37 von stevemark , 05.07.2011 18:19

ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 1:17) ...

Die Explosion dürfte auch nicht den Reaktordruckbehälter oder das Containment zerstört haben, denn dann sähe die Ruine anders aus,[/quote]
Ich habe zwei recht gut aufgelöste Bilder von Reaktor 3 angehängt, die im März im Web kursierten. Weitere Kommentare dazu etwas weiter unten.


ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 1:17) insbesondere würden sich in einigen km Umkreis keine Menschen mehr aufhalten. Schon allein die chemische Toxizität des Plutoniums der in Block 3 eingesetzten MOX-Brennelemente würde dies wirksam verhindern.[/quote]
Die Plutonium-Konzentrationen in MOX-Brennstoff sind in etwa doppelt so gross wie bei "normalen" abgebrannten Brennelementen. Die ersten Feuerwehrleute, in Tschernobyl starben, wurden nicht vom Plutonium getötet, sondern von der extrem hohen Strahlung der kurzlebigen Isotope, u. a. Jod-131.


ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 1:17) Immerhin steht das Containment auch Wochen später immer noch unter Druck, was mit einem "weggeflogenen Deckel" (Johannes/Giovanni) unvereinbar ist.[/quote]
Dass das Containment "immer noch unter Druck" ist, hat sich ja - im besten Falle - längst als Fehlinterpretation von TEPCO herausgestellt.

EDIT: Areva hat die folgenden Daten ins Netz gestellt:
"Depressurization of the Containment -
Unit 1: 12. 3., 04:00
Unit 2: 13. 3., 00:00
Unit 3: 13. 3. 08:41
EDIT ENDE


Die Videos im Netz hatten zuvor schon klar gezeigt, dass es überall rausdampft.

* Im ersten der angehängten Bilder die Reaktor-Oberseite.

* Im nächsten Bild dann - oval eingkreist - die über dem Reaktor durchgetrennten Stahlträger. Welche Kraft hat die da so zerschnitten? Sicher nicht gase, sondern wohl hochgeschleuderte schwere Teile - "debris" auf Neudeutsch.

* Im dritten angehängten Bild dann der komplett weggeschleuderte 12 m grosse Reaktordeckel, der halb aufrecht irgendwo im Trümmerhaufen steckt.

Jeder denke sich selbst dazu, was er will. TEPCO hat in so vielen Fällen vor und nach der Katastrophe klar gelogen, dass die Aussagen von den "unbeschädigten Containments" schlicht nix Wert sind. Mittlerweile ist ja auch offiziell, dass die Reaktorcontainments allesamt nach ca. 2 Tagen "durch" waren. Wichtig und zu klären bleibt nun noch die Frage, ob eine "nukleare Leistungsexursion" (d. h. eine "schmutzige Bombe" unvorstellbaren Ausmasses) oder eine Wasserstoffexplosion den Reaktor 3 zerstört hat.

Gr Steve

Ach ja - Quellenangabe für die Bilder


http://www.artaphot.ch

Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
 f22t29258p277105n1.jpg   f22t29258p277105n2.jpg   f22t29258p277105n3.jpg 

 
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RE: Sony und das Erdbeben

#38 von stevemark , 07.07.2011 16:00

Hier noch zwei Artikel zum Thema:

David Farkas im Leica-Forum: Try buying a Nikon D3x or a Canon 5DmkII right now. You can't. The website doesn't even say "Out of Stock". It says "Temporarily Unavailable". Not encouraging.
(Farkas ist ein renommierter und gut informierter Händler von Luxuskameras in Hollywood)

Mark Dubovoy in Luminous Landscapes über seinen vergeblichen Versuch, eine D3x, eine Canon 1Ds MKIII, oder irgendeine "grosse Tüte" zu finden.

Gr Steve


http://www.artaphot.ch


 
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RE: Sony und das Erdbeben

#39 von Schneup , 07.07.2011 16:21

ZITAt (stevemark @ 2011-07-07, 23:00) David Farkas im Leica-Forum: Try buying a Nikon D3x or a Canon 5DmkII right now. You can't. The website doesn't even say "Out of Stock". It says "Temporarily Unavailable". Not encouraging.
Mark Dubovoy in Luminous Landscapes über seinen vergeblichen Versuch, eine D3x, eine Canon 1Ds MKIII, oder irgendeine "grosse Tüte" zu finden.[/quote]
Bei uns in Japan sind alle oben genannten Kameras erhaeltlich. Scheinbar nicht in berauschenden Stueckzahlen, aber ohne Wartezeit. Da einige Ankuendigungen (speziell bei Nikon) allerdings nach hinten geschoben wurden koennte es auch sein, dass hier viele warten was in den naechsten Wochen kommen wird bevor sie etwas kaufen.

Gruß
Fritz



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RE: Sony und das Erdbeben

#40 von u. kulick , 07.07.2011 16:44

QUOTE (stevemark @ 2011-07-07, 16:00) Try buying a Nikon D3x or a Canon 5DmkII right now. You can't. The website doesn't even say "Out of Stock". It says "Temporarily Unavailable". Not encouraging.
(Farkas ist ein renommierter und gut informierter Händler von Luxuskameras in Hollywood)[/quote]

Nicht nur die Nachfrage nach Luxuskameras ist zur Zeit groß: In diesem Jahr haben viele Arbeitnehmer zum ersten Male seit vielen Jahren wieder mehr in der Tasche dank temporären Aufschwungs, den bisher weder Fukushima noch Griechenlandpleite ausgebremst haben. Zum ersten Male seit langem wird also bei sehr vielen Leuten offenbar für den Sommerurlaub auch gleich eine verbesserte Ausrüstung fürs Hobby mit eingeplant.

Schnäppchen wie eine klassische DSLR für 99 Euro sind auch bei ebay selten geworden, die neu für 259 € neulich bei einem Internethändler angebotene A290 war schnell ausverkauft, ob neu oder gebraucht, die Nachfrage ist so groß, dass einige Händler gleich auch die Ladenhüter mit stolzem Preis in die Schaufensterauslage gemischt haben.

Im Kamerabereich ist Sony also trotz Erdbeben-Produktionsausfällen fein raus, weil sich die Lagerbestände z.Zt. offenbar gut verkaufen. Fürs Weihnachtsgeschäft werden von den Händlern dann die neuen Modelle bestellt. Ob der mittlere Erdbebenschaden durch die Datenpanne auf die Bilanz drückt und dadurch globalistisch-modernistisch Manager dem Unternehmen unnötige Sparmaßnahmen (Personal) aufdrücken, das kann natürlich den Elan bremsen, den Sony klugerweise im Moment im Kamerabereich nicht rausnehmen sollte.


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RE: Sony und das Erdbeben

#41 von u. kulick , 07.07.2011 23:17

QUOTE (u. kulick @ 2011-07-07, 16:44) Ob der mittlere Erdbebenschaden durch die Datenpanne auf die Bilanz drückt und dadurch globalistisch-modernistisch Manager dem Unternehmen unnötige Sparmaßnahmen (Personal) aufdrücken ...[/quote]


Die Schadensbegrenzung ist zumindest schon mal abgeschlossen: http://www.sony.net/SonyInfo/News/Press/20...704E/index.html


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RE: Sony und das Erdbeben

#42 von MargarettUstinowich471 ( Gast ) , 08.07.2011 11:48

ZITAt (u. kulick @ 2011-07-07, 16:44) Ob der mittlere Erdbebenschaden durch die Datenpanne auf die Bilanz drückt und dadurch globalistisch-modernistisch Manager dem Unternehmen unnötige Sparmaßnahmen (Personal) aufdrücken, das kann natürlich den Elan bremsen, den Sony klugerweise im Moment im Kamerabereich nicht rausnehmen sollte.[/quote]

"unnötige Sparmaßnahmen" wenn man keine ahnung hat, dann weißte Bescheid ne?
So ein unsinniges Sozialistengefasel...


MargarettUstinowich471

RE: Sony und das Erdbeben

#43 von stevemark , 08.07.2011 18:32

ZITAt (MargarettUstinowich471 @ 2011-07-08, 11:48) ...
So ein unsinniges Sozialistengefasel...[/quote]

Danke für den Hinweis

Gr Steve


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RE: Sony und das Erdbeben

#44 von u. kulick , 08.07.2011 19:20

QUOTE (stevemark @ 2011-07-08, 18:32) QUOTE (MargarettUstinowich471 @ 2011-07-08, 11:48) ...
So ein unsinniges Sozialistengefasel...[/quote]

Danke für den Hinweis

[/quote]
.. für den unsinnigen Hinweis!

Sony wartet z.Zt. im Kamerabereich mit besten Produkten auf, A580, A35, und demnächst auch A77 und evtl. A65, da sollte die für Sony relativ kleine Erdbeben-Krise und die viel härtere gleichzeitige Kundendatenkrise kein Grund sein, gerade jetzt modische Managementwerkzeuge anzusetzen weil die Krise eine schöne Ausrede liefert, sondern gemeinsam mit allen verfügbaren Kräften sich umsichtig und optimistisch aus dem doppelten Krisenszenario herauszuwirtschaften. Sony kann das ohne weiteres selbstständig schaffen, im Gegensatz etwa zum Unglückskonzern Tepco, der nun nach Doppelkatastrophe und Dreifach-GAU auch noch vom Staat gerettet werden muss.

Social responsibility wird heutzutage für fernöstliche Produkte oft von Stiftung Warentest bewertet. Solche Bewertungen haben nichts mit Sozialismus zu tun.


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RE: Sony und das Erdbeben

#45 von stevemark , 16.07.2011 21:47

ZITAt (ddd @ 2011-05-02, 0:17) ...
Das schließt nicht aus, dass es in Reaktor 3 ein Kritikalitätsproblem gab,
...
Die Explosion dürfte auch nicht den Reaktordruckbehälter oder das Containment zerstört haben, ...[/quote]

Inzwischen hat auch TEPCO gemerkt, dass der Reaktordruckbehälter bei Reaktor 3 keinen Druck mehr hält:

"Tokyo Electric Power Company has injected more than 200 cubic meters of nitrogen into the reactor's containment vessel since Thursday evening. But it says the interior air pressure has increased very little.

TEPCO says gas may be leaking from a damaged part of the container."


Ich gehe inzwischen davon aus, dass alle drei Explosionen in allen drei Reaktoren in dem Moment stattfanden, als der geschmolzene Reaktorkern den Reaktordruckbehälter durchbrach und auf die darunter angesammelten Wassermassen traf - was dann eine kombinierte Dampf/Wasserstoff-Explosion und - im Falle von Reaktor 3 - wohl eben auch ein kleines "Kritikalitätsproblem" gegeben haben könnte ...

Wo genau das jeweilige Reaktor-Containment barst, war wohl ein Stück weit "zufallsbedingt" - Reaktor 1 & 3 gingen "nach oben" los, Reaktor 2 "nach unten". Letzteres hatte dann unmittelbar stark erhöhte Strahlenwerte im Kontrollraum (und dessen Evakuation) zur Folge. Da wir nun zweifelsfrei und hochoffiziell wissen, dass Reaktorgefäss 3 keinen Druck mehr hält, und da es bereits unmittelbar nach der Explosion von Reaktor 3 viel Dampf aus dem Zentrum des Gebäudes aufstieg (also nicht über dem "Spent Fuel Pool"!, verdichten sich die Anzeichen, dass das Offensichtliche bereits am 14. März geschah ...

Gruss, Steve


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