RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#1 von woeffe , 31.01.2009 13:15

Von Zeit zu Zeit versagt mein MD1 seinen Dienst, d.h. er bleibt beim Aufziehen auf halbem Weg stehen. Das rote Signallicht leuchtet und erlischt erst, wenn man den restlichen Aufzug von Hand erledigt. Das könnte dahingehend gedeutet werden, dass beim Aufziehen ein zu grosser Widerstand vorhanden ist. Das kann aber kaum stimmen, weil dieses Phänomen auch zu beobachten ist, wenn gar kein Film in der Kamera ist. Und was besonders seltsam anmutet, ist die Tatsache, dass der MD1 vollkommen normal funktioniert, wenn man die Kamera "auf den Rücken" legt. Beim langsamen Aufrichten in die Senkrechte (sowohl im Breit- wie im Hochformat) funktioniert alles normal, aber sobald die Kamera in "Normalposition" ist, geht es wieder los mit dieser Macke.

Ich vermutete den Fehler im MD1, weil er in Verbindung mit verschiedenen Bodies (X700, X500, X370s) auftritt. Andrerseits, beim Auslösen des MD1 ohne Kameraanschluss (durch Kurzschliessen eines der drei Kontaktstifte mit der Masse) kann man das Phänomen nicht beobachten. Ein interner Wackelkontakt, der nur in einer bestimmten Lage Kontakt macht, kann als Ursache also ausgeschlossen werden. Auch an den Batterien kann es nicht liegen. Was also nun? Wenn der Fehler weder in der Kameras noch im Winder lokalisiert werden kann, so kann es ja eigentlich nur noch an der Verbindung zwischen diesen Teilen liegen. Selbstverständlich habe ich alle Kontakte überprüft und gereinigt, jedoch ohne Erfolg.

Hat jemand eine Erklärung für das seltsame Verhalten? Und vor allem, kann mir jemand sagen, ob und wie ich das reparieren könnte? Für Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Grüsse, Peter


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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#2 von matthiaspaul , 31.01.2009 14:51

ZITAT(woeffe @ 2009-01-31, 13:15) Von Zeit zu Zeit versagt mein MD1 seinen Dienst, d.h. er bleibt beim Aufziehen auf halbem Weg stehen. Das rote Signallicht leuchtet und erlischt erst, wenn man den restlichen Aufzug von Hand erledigt. Das könnte dahingehend gedeutet werden, dass beim Aufziehen ein zu grosser Widerstand vorhanden ist.[/quote]
Ich kenne ein ähnliches Problem - nicht vom Minolta Motor Drive MD-1 - sondern vom Minolta Motor Drive MD-90 für die Minolta 9000 AF. Auch da bleibt der Motor immer wieder mal mit leuchtender Kontroll-LED stehen. Das Signal bedeutet, daß der Motor die Kamera nicht vollständig aufziehen konnte, und es verschwindet erst, wenn man den Filmspannhebel dann manuell betätigt - meist ist nur noch ein kleines Stückchen notwendig.

In meinem Fall konnte ich diesen Effekt in drei Situationen beobachten:
Schlechte Kontaktgabe zwischen Motor und Kamera (ein bekanntes Problem bei der Minolta 9000 AF - hier hilft es nur, die Kontakte sehr sauber zu halten bzw. richtig zu reinigen)Filmende erreicht (dann ist dies kein Fehlerzustand, sondern das gewünschte Verhalten des Motors)Verbrauchte Batterien (dann ist dies kein Fehlerzustand, sondern notgedrungen das normale Verhalten des Motors)
Natürlich könnte der Effekt auch durch einen schwer transportierbaren Film ausgelöst werden oder durch einen defekten oder dejustierten Zugsensor - wobei ich im Moment keine Ahnung habe, auf welche Weise das bei den beiden Motor Drives gelöst ist.

Viele Grüße,

Matthias


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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#3 von stevemark , 31.01.2009 19:13

ZITAT(matthiaspaul @ 2009-01-31, 14:51) ...
[*]Schlechte Kontaktgabe zwischen Motor und Kamera (ein bekanntes Problem bei der Minolta 9000 AF - hier hilft es nur, die Kontakte sehr sauber zu halten bzw. richtig zu reinigen)
...
Viele Grüße,

Matthias[/quote]

Wie reinigst Du die "weiblichen" Kontakte beim MD-90?? Mein MD-90 hat vor geraumer Zeit den Geist aufgegeben, und nich vermute das Problem entweder bei den eingebauten NC-Akkus oder den Kontakten ...

Gr Steve


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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#4 von matthiaspaul , 31.01.2009 20:37

ZITAT(stevemark @ 2009-01-31, 19:13) Wie reinigst Du die "weiblichen" Kontakte beim MD-90?? Mein MD-90 hat vor geraumer Zeit den Geist aufgegeben, und nich vermute das Problem entweder bei den eingebauten NC-Akkus oder den Kontakten ...[/quote]
Normalerweise reinige ich Kontakte ja mit einem Lederläppchen (auf Holzspatel geklebt, wie es das früher zum Reinigen von Relaiskontakten gab), aber diese Spatel sind zu groß für die kleinen Vertiefungen. Deshalb nehme ich dafür Zahnstocher (ggfs. abgebrochen und glattgefeilt), Watte und einen winzigen Schuß Kontaktspray Gold 2000. Ist gerade kein Zahnstocher in Reichweite, nehme ich einen sehr feinen Uhrmacherschraubendreher (wobei man dann aufpassen muß, daß nie Metall auf Metall kratzt).

Viele Grüße,

Matthias


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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#5 von mick , 01.02.2009 12:10

Hallo zusammen

Das Phänomen klingt wirklich ungewöhnlich. Ich kann mir im Moment nur zwei Dinge vorstellen:

1. Es liegt ein mechanischer Fehler in der Art vor, dass im Inneren des MD-1 irgend eine Kraft übertragende Komponente lose/locker ist, die durch die Kippbewegung in eine abnorme Lage gerät und dadurch verkantet. Leider habe ich das Innenleben des MD-1 nicht vor Augen, um sagen zu können, was es ist.

2. Die Kontakte zwischen Batterieeinsatz und MD-1 sind stark korrodiert. Durch die Kippbewegung "verdreht" sich der relativ schwere Batterieeinsatz ein wenig im MD-1 und der Kontakt verschlechtert sich, sprich der Übergangswiderstand wird sehr hoch, so dass der über ihn entstehende Spannungsabfall zu hoch wird. Der Antrieb wird dadurch kraftlos.
Wie sieht es aus - läßt sich der Batterieeinsatz in Deinem MD-1 verdrehen (ausgeleiert...)?

Das ganze sind natürlich zwei Theorien - man müßte sich an die Sache herantasten.

Beste Grüße

Mick


 
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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#6 von woeffe , 01.02.2009 15:37

Hallo zusammen

Besten Dank schon mal für die Antworten. Ich habe sämtliche Kontakte nochmals gereinigt und die Akkus neu geladen. Leider hat sich aber nichts geändert.

ZITAT(mick @ 2009-02-01, 12:10) ...
Das Phänomen klingt wirklich ungewöhnlich. Ich kann mir im Moment nur zwei Dinge vorstellen:

1. Es liegt ein mechanischer Fehler in der Art vor, dass im Inneren des MD-1 irgend eine Kraft übertragende Komponente lose/locker ist, die durch die Kippbewegung in eine abnorme Lage gerät und dadurch verkantet. Leider habe ich das Innenleben des MD-1 nicht vor Augen, um sagen zu können, was es ist.[/quote]

An einen Fehler dieser Art habe ich auch gedacht. Nur müsste er in der Kamera, d.h. in allen drei Kameras vorliegen, denn ohne Kamera kann das Gerät in allen Lagen ausgelöst werden.

ZITAT(mick @ 2009-02-01, 12:10) 2. Die Kontakte zwischen Batterieeinsatz und MD-1 sind stark korrodiert. Durch die Kippbewegung "verdreht" sich der relativ schwere Batterieeinsatz ein wenig im MD-1 und der Kontakt verschlechtert sich, sprich der Übergangswiderstand wird sehr hoch, so dass der über ihn entstehende Spannungsabfall zu hoch wird. Der Antrieb wird dadurch kraftlos.
Wie sieht es aus - läßt sich der Batterieeinsatz in Deinem MD-1 verdrehen (ausgeleiert...)?[/quote]

Ja, etwas verwinden lässt sich der Batterieeinsatz schon. Aber auch das kann nicht erklären, weshalb sich das Gerät ohne Kamera anders verhält als mit.

ZITAT(mick @ 2009-02-01, 12:10) Das ganze sind natürlich zwei Theorien - man müßte sich an die Sache herantasten.[/quote]

Ich hoffe, dass wir nahe daran sind und dass es sich um eine Angelegenheit handelt, die gemeistert werden kann. Ich bin allerdings nicht mehr so optimistisch und strecke schon mal die Fühler aus nach einem Ersatzgerät. Also, bitte lasst in den nächsten Tagen/Wochen die Finger von entsprechenden eBay-Angeboten!

Grüsse, Peter


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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#7 von mick , 01.02.2009 15:56

Hallo Peter,

es wäre durchaus möglich, dass beide beschriebenen Fehler im MD-1 vorliegen und sich dieser ohne Kamera scheinbar einwandfrei betätigen läßt, während er mit angesetzter Kamera die ordnungsgemäße Funktion einstellt.

Die Mechanik der Kamera (um es mal vereinfacht auszudrücken) setzt dem MD-1 ja einen ganz ordentlichen Widerstand entgegen. Versuch mal die Winderkupplung im Kameraboden mit dem Fingernagel zu drehen
Meine Überlegung ist, dass der MD-1 in beiden beschriebenen Fehlerfällen keine Kraft mehr entwickelt.
Probier doch mal, den nackten MD-1 auszulösen (in allen Lagen) und dabei den Mitnehmer festzuhalten; er dürfte sich nicht so leicht festhalten lassen. Ansonsten ist der Fehler mit Sicherheit im Inneren des MD-1 zu suchen.

Viele Grüße

Mick


 
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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#8 von ktmdriver , 01.02.2009 22:12

Hallo Peter

das der MD-1 zeitweise den Film nicht mehr ganz transportiert hat, ist bei mir auch öfters aufgetreten. Ob es Lage abhängig war kann ich jetzt nicht mehr genau sagen.
Jedenfalls konnte ich keinen Fehler finden. Erst als der Transport völlig ausfiel war die Ursache schnell gefunden. Im Griff des MD-1 war das Klicken eines Relais zu Hören.
Nach dem reinigen der Kontakte hat er dann wieder fehlerfrei funktioniert.

Kann sein dass der Spannungsabfall an den Relaiskontakten so gross ist, dass es nicht mehr reicht um den Film zu transportieren und die rote LED leuchtet.

Wenn ich mich recht erinnere musst du den Deckel mit dem Auslöser demontieren. Darunter ist die transparente Schutzhaube des Relais zu sehen.
Haube mit Pinzette abheben und die Kontakte mit feinem Schmiergeltuch reinigen.

Unterseite des Auslösers: http://www.twid.de/x700/md1_4.jpg
Im Griff ist die Schutzhaube zu sehen: http://www.twid.de/x700/md1_1.jpg

Edit: Die rot markierten Schrauben müssen nicht alle gelöst werden, nur die 2 obersten direckt hinter dem Auslöser-Deckel.

Viel Erfolg
Gruss Thomas


ktmdriver  
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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#9 von woeffe , 05.02.2009 16:14

ZITAT(ktmdriver @ 2009-02-01, 22:12) Wenn ich mich recht erinnere musst du den Deckel mit dem Auslöser demontieren. Darunter ist die transparente Schutzhaube des Relais zu sehen.
Haube mit Pinzette abheben und die Kontakte mit feinem Schmiergeltuch reinigen.[/quote]

Ok, habe mich mal bis zum Relais vorgearbeitet. Wie man hier die Kontakte reinigen kann, ist mir zwar nicht ganz klar ... ist ja auch egal, denn an den Kontakten scheint es wirklich nicht zu hapern. Mit einem leichten Antippen des Relais wird der MD problemlos in Gang gesetzt ... aber nur in liegender oder schräger Position, wenn eine Kamera dran ist. Also, die alte Geschichte!

Nun wäre es eigentlich an der Zeit, an das weitere Innenleben dieses Teils ranzugehen, um herauszufinden, ob eine Situation vorliegt, wie mick sie vermutet. Aber ich kann das Ding gar nicht öffnen (der vordere Gummi lässt sich nicht entfernen ohne Beschädigung), und ich habe die Hoffnung eigentlich aufgegeben, da noch etwas dauerhaft wieder in Ordnung bringen zu können. Ich lasse es also vorläufig damit bewenden.

Danke an alle für die interessanten Hinweise. Auch wenn die Beiträge nicht direkt zum gewünschten Erfolg geführt haben, waren sie doch sehr aufschlussreich. Auch die Erkenntnis, dass es sich nicht um ein altbekanntes Problem handelt, ist etwas wert. Und ausserdem ist es immer wieder gut zu erfahren, dass es da draussen noch Leute gibt, die sich mit denselben Spielzeugen abgeben.

Grüsse, Peter


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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#10 von mick , 05.02.2009 20:39

Hi Peter,

um die "Belederung" zu entfernen, kann ein Fön ganz hilfreich sein - das Ganze schön aufwärmen und laaangsam abziehen.

Mit der Methode habe ich mal einen ganzen Gitarrenverstärker gestrippt - man wird zwar fast wahnsinnig dabei, aber es klappt.

Viele Grüße

Mick


 
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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#11 von woeffe , 06.02.2009 15:37

ZITAT(mick @ 2009-02-05, 20:39) um die "Belederung" zu entfernen, kann ein Fön ganz hilfreich sein - das Ganze schön aufwärmen und laaangsam abziehen.[/quote]

Hallo Mick

Danke für den Hinweis. Damit lasse ich mir aber noch etwas Zeit. Ich habe mir nämlich soeben ein Ersatzexemplar erstanden aus der Bucht (...für einen Betrag hart an der Deppengrenze. Ich wollte es halt unbedingt haben, nachdem mir eine Anzahl früherer Angebote aus verschiedenen Gründen durch die Lappen gegangen sind.)

Sollte sich der Neue als tauglich erweisen, könnte ich es ja riskieren, das Sorgenkind mal auseinanderzubeineln. Mal sehen, ob ich dann überhaupt noch motiviert bin dazu. Vielleicht wäre es jedoch gescheiter, das fragliche Stück für 1 EUR als "defekt" in der Bucht anzubieten. Ein guter Bastler (wozu ich mich nicht unbedingt zähle) könnte das Ding vielleicht wieder in Ordnung bringen.

Oder was meinst Du? Hättest Du etwa Interesse daran? Du hättest natürlich Vorrang.

Aber vorerst müssen wir mal abwarten. Das schlimmste Szenario wäre, wenn mit dem Neuen das gleiche Phänomen zu beobachten wäre. Dann wäre klar, dass das Problem gar nicht im Motordrive sondern halt eben doch in den Kameras läge und zwar in allen dreien, die ich zum Testen einsetzen konnte. Das ist zwar nicht sehr wahrscheinlich. Aber der Fehler tritt mit absoluter Zuverlässigkeit immer nur dann auf, wenn eine Kamera angeschlossen ist, sodass es etwas fahrlässig wäre, diese Möglichkeit einfach so auszuschliessen.

Gugge ma ma'! (ist nicht Schweizerdeutsch; so sagen meine schwäbischen Freunde.)

Grüsse aus der Schweiz, Peter

Gruss, Peter


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RE: Seltsames Verhalten mit Minolta Motor Drive MD-1

#12 von mick , 07.02.2009 18:36

Hallo Peter,

dann drücke ich Dir mal die Daumen für das neue Exemplar. Ich gehe davon aus, dass der besschriebene Fehler im MD-1 selbst lag.


ZITATOder was meinst Du? Hättest Du etwa Interesse daran? Du hättest natürlich Vorrang.[/quote]

Vielen Dank für Dein Angebot - aber den MD-1 habe ich schon.


Viele Grüße

Mick


 
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