RE: Proprietäre Dateiformate...

#16 von Goodspeed , 22.06.2005 15:15

Jetzt mal weg von der Diskussion, ob ein "Knacken" der verschlüsselung strafbar ist/wäre:

Was verspricht sich Nikon denn eigentlich von der Maßnahme, die Rohdaten des Bildes zu verschlüsseln, dass sie nur von "eigenen" Programmen gelesen werden können? Wollen die mit der Software Geld verdienen? Nikon hat doch gar kein kommerzielles Softwareangebot in dem Sinne, dass sie damit Geld verdienen könn (t)en.

Bei vielen Firman hatte ich bislang eher den Eindruck, man hat schnell ein Programm zur Hardware dazu gestrickt, weil man dem Kunden ja ein funktionsfähiges Gesamtpaket verkaufen muss - und dazu gehört eben auch ein Programm, mit dem man die Rohdaten der Aufnahmen aus der Kamera auslesen und weiterverarbeiten kann. Wenn sich die Daten auch durch Programme anderer Hersteller lesen lassen - um so besser, dann hat man die (Weiter-)Entwicklung und Verbesserung nicht selber an der Backe.

Die ganze Sache kann doch für Nikon zum Bumerang werden. Wer kauft denn eine "Produktionsanlage" (als solches muss man das bei Profis ja ansehen), die etwas produziert, was man mit eigenen Mitteln nicht mehr weiterverarbeiten kann? Gerade, wenn man sich überlegt, dass Nikon ja bestimmt gerne Kunden von einem anderen Hersteller (Canon) zum eigenen Produkt locken will. Wer aber Profi ist (und sein Geld mit Fotos verdient) hat doch ein großes Interesse daran, dass zum einen alle Kunden mit den Bilddaten etwas anfangen können (jeder von denen müsste ja Lizenzgebühren zahlen) und dass er selbst auch in zehn Jahren noch uneingeschränkten Zugriff auf seine eigenen Bilder hat. Außerdem müsste Nikon ein RAW-Programm anbieten, das es mit allen am Markt befindlichen Konkurrenzprodukten aufnehmen kann.

Blauäugig, wie ich anscheinend bin, war ich bislang der Ansicht, dass die Änderung der Formate von Modell zu Modell mehr eine Folge von Kurzsichtigkeit war. Weil man es versäumt hat, sich einmal zusammen zu setzen und einen bestimmten Standard gemeinsam festzulegen, der alle Anforderungen abdeckt.

Auch mit einem von Adobe entwickelten "Standard"-Format wäre ich vorsichtig. Das ist auch nicht der reine Idealismus, der dahinter steckt. Wer sagt denn, dass dafür nicht auch irgendwann Lizenzgebühren gefordert werden, wenn es sich durchgesetzt hat. Ich denke nur an PDF. Das ist, von ein paar "Bastellösungen" mal abgesehen, auch alles andere als kostenlos.

Christian



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RE: Proprietäre Dateiformate...

#17 von Mark , 22.06.2005 15:44

ZITATDas ist, von ein paar "Bastellösungen" mal abgesehen, auch alles andere als kostenlos.[/quote]

Das Format ist frei nutzbar, nur für Windows hat Adobe die Schraube ganz schön angezogen. Für MacOS ist *.pdf aber auch ohne Acrobat fest ins OS integriert. Unter LINUX/UNIX gibt es mehrere Lösungen die frei Dokumente ins *.pdf konvertieren.

Der Hintergrund für das *.dng ist wohl eher nicht primär auf Geld ausgerichtet. Sekundär aber wohl in vollem Umfang. Alleine deshalb weil Adobe die Spezifikation frei definieren konnte und damit auch optimal in die eigene Produktpalette integrieren. Alleine das hat schon die Kosten enorm minimiert denke ich. Alle anderen EBV Softwarehäuser werden das Adobe Plugin verwenden müssen (wo ja deutlich zu lesen Adobe steht) oder den Code in eigene Lösungen integrieren müssen.

Der Vorteil liegt hier eher darin das die den Ton angeben und den Weg diktieren, weniger darin später Geld zu verlangen, das wäre eher kontraproduktiv.

Trotzdem halte ich das *.dng genauso wie *.pdf's für den richtigen Weg. Sicherheit ist bei digitalen Formaten so wie so nur eine Illusion, aber so wir diese Illusion wenigsten ein wenig realistischer /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" />.

ZITATAußerdem müsste Nikon ein RAW-Programm anbieten, das es mit allen am Markt befindlichen Konkurrenzprodukten aufnehmen kann.[/quote]

Eine Konkurenz zu PS ist es wohl nicht, aber das was ich an der D2X gesehen habe ist es als "Kamerasteuerungsprogramm" gehobener Durchschnitt. Ich finde die Umsetzung ziemlich gut gelungen und schnell ist es auch. Nur die 179€ sind natürlich fett.

Mark



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RE: Proprietäre Dateiformate...

#18 von Daniel Kuhne ( gelöscht ) , 22.06.2005 22:14

Hallo.

Ist dieser Beitrag hier nicht ebenso überflüssig, wie der Bericht des Spiegel?
Sicherlich: eingefleischte Analogies und vehemente "Freiheitskämpfer" laben sich an solchen Berichten.

Selber Schuld, wer sich als Anwender solche Fesseln anlegen läßt!
Laßt Nikon ruhig verschlüsseln... es wird immer eine Konkurrenz geben, dessen RAW man auch in Photoshop öffnen kann.

Und ansonsten:
Die Hersteller packen ihren Kameras doch immer so tolle Bilder-Viewer/-Konverter bei.
Dann ist halt etwas batching angesagt... in ein genormtes Format, das sich auch noch in 20 Jahren bearbeiten läßt (wenn der gesamte Datenstamm, den man bis dahin angehäuft hat, auf einem einzigen Medium Platz findet und bereits automatisch mit jedem Öffnen in ein bearbeitungsfähiges Format gewandelt wird... Mir persönlich würde diesbezüglich die Frage nach der Legalität eines entsprechenden Konverters am Hintern vorbeigehen).



Daniel Kuhne

RE: Proprietäre Dateiformate...

#19 von AlexDragon ( Gast ) , 22.06.2005 22:22

@Daniel,

Du sprichst mir aus der Seele - finde auch die Ganze Sache so interessant wie eine Fliege an der Wand und bin Deiner Meinung, dass es immer einen Weg geben wird!

LG

Alex /smile.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="smile.gif" />



AlexDragon

RE: Proprietäre Dateiformate...

#20 von capy60 ( gelöscht ) , 25.06.2005 15:55

Ganz einfach - egal ob man das hacken kann oder nicht - aus Prinzip Nikon boykottieren!

Stellt Euch vor, der Hersteller einer Textverarbeitung würde sein Programm so verschlüsseln, daß die damit erstellten Texte nur mit diesem Programm lesbar wären. Die wären ruckzuck pleite, weil Niemand das kaufen würde (Ausnahme MS, die dürfen alles)

Warum soll man sich das von Nikon bieten lassen!?



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