RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#46 von poessi , 03.07.2006 23:32

ZITAt (ingobohn @ 3.07.2006 - 22:13) Hm, irgendwo (urban legend?) habe ich mal gelesen, daß ein Mensch kein Tennis spielen kann, weil seine Reaktionsfähigkeit dazu eigentlich zu langsam sei. Warum es doch klappt, liegt an der Antizipationsfähigkeit, also an der Fähigkeit/Erfahrung der Tennisspieler, schon (in etwa) anhand der Schlägerhaltung des Gegners und anderen "Randbedingungen" zu ahnen, wohin der Ball wohl fliegen wird, und daraus schon mit der Reaktion zu beginnen, bevor der Gegner überhaupt auf die Filzkugel haut.
Vielleicht hat die (D)-Funktionalität ja eine ähnliche Bewandtnis für den AS: daß nämlich - gerade im Nahbereich - die ungefähre Auslenkung (sstärke) von der AS-Einheit mittels der Entfernungsinformation schon in etwa abgeschätzt und der CCD daher schon "rechtzeitig" in Stellung gebracht werden kann.
Nur so 'ne Idee... /unsure.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="unsure.gif" />[/quote]

Ich denke da ist was dran, steht das nicht in irgendeiner AS Beschreibung sogar so drin, das der
AS aus der bisherigen Zitterbewegungen versucht zu erahnen in welche richtung die nächste
auslenkung durch zittern gehen wird? Darum braucht er auch eine gewisse "lernzeit" um
wirklich ausgleichen zu können...

Und eben deshalb denke ich das es durch zu gleichmässiges Vibrieren an seine Grenzen stößt,
weil das Fotografenzittern dadurch überlagert wird.

Wahrscheinlich liegt in der Eigenfrequenz eines Stativs bzw. des Untergrunds auf dem es steht Begründet
das der AS bei Stativaufnahmen ausgeschaltet werden sollte, weil er mehr Kaputtmacht als er nützt.

Ist ein kompliziertes Thema, wir hatten da bei einigen unserer Maschinen schon ziemliche Probleme
die unsere Meßsensorik (Schwingungsaufnehmer) gehörig durcheinanderbringen konnte, es sind oft Kleinigkeiten die in sachen Eigenfrequenz, Resonanz und co. das ganze System gehörig durcheinanderwirbeln können.

Ein "großes Antishake" ;o) das ich mir auf der Hannovermesse 2004 am Stand der TU Darmstadt
angesehen habe war für uns zur aktiven Vermeidung von Störeinflüssen auf unsere Maschinen
von interesse, allerdings war auch das noch nicht perfekt und dahinter steckt
einiges mehr an Rechenleistung als der Controller der Dynax zu leisten im Stande ist.
Hier ist ein Link zum PDF

Der AS ist sicher gut, aber auch er kann weder die Physik den Kopf stellen noch mit seinen
begrenzten mitteln jede noch so unberechenbare Bewegung ausgleichen.


Gruß,
Reinhard



 
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RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#47 von 01af , 03.07.2006 23:43

ZITAt (Ingo @ 3. 7. 2006 - 22.13 h) Hm, irgendwo habe ich mal gelesen, daß ein Mensch kein Tennis spielen kann, weil seine Reaktionsfähigkeit dazu eigentlich zu langsam sei.[/quote]
Hmmhmm. Oder gar Tischtennis ...


ZITAt (Peter Lehner @ 3. 7. 2006 - 19.54 h) Da wird wirklich was verwechselt. Der AS braucht keine Entfernungs-Information, sondern die Information, welche Brennweite an der Kamera ist.[/quote]
Hier wird gar nichts verwechselt. Wie ich bereits sagte: der AS muß sowohl die Brennweite als auch die Entfernung wissen.


ZITAt (Peter Lehner @ 3. 7. 2006 - 19.54 h) Darum funktioniert der AS bei Manuellfokus genauso zuverlässig wie beim AF.[/quote]
Das tut er (normalerweise) tatsächlich, aber nicht weil die Entfernung keine Rolle spielte. Sondern weil die Kamera auch bei manueller Fokussierung die Entfernung kennt. Es sei denn, man benutzt ein Nicht-(D)-Objektiv und kuppelt entweder die AF-Welle komplett aus ("smooth manual focus" oder benutzt einen Entfernungsbegrenzer.


ZITAt ("tatatu @ 3. 7. 2006 - 20.03 h) Bislang hatte ich es so verstanden, dass der AS natürlich auch ohne Entfernungsdaten funktioniert ...[/quote]
Nein, das tut er nicht ... bzw. nur seehr ungenau. Ich nehme an, bei Fehlen jeglicher Entfernungsinformation wird wohl irgend eine Standard-Entfernung unterstellt ... vielleicht unendlich, oder vielleicht die (mittlere) Entfernung, auf die die Kamera das betreffende Objektiv beim Einschalten vorfokussieren würde -- sofern die Kamera zumindest die Brennweite kennt.


ZITAt ("japro @ 3. 7. 2006 - 21.35 h) Ich habe auch nie verstanden, was der AS davon haben soll, die Entfernung zu kennen. Soviel ich weiß, hat die kamera ja nur Gyrosensoren, um die Ausrichtungsänderung zu bestimmen.[/quote]
Ja, die Beschleunigungssensoren der Kamera erfassen nur Winkelbeschleunigungen, also Rotationen, und keine translatorischen Verschiebungen. Doch der Schluß, die Entfernung spiele keine Rolle, kommt zu früh. Überlege dir doch einmal, wie ein Objektiv funktioniert ... also was zwischen Objektiv und Sensor passiert, wenn auf immer kürzere Entfernungen fokussiert wird. Richtig, die Bildweite wird größer! Bei großen Entfernungen macht das noch kaum einen Unterschied, doch je näher fokussiert wird, desto wichtiger wird die Kenntnis der genauen Distanz. Wenn du dir außerdem überlegst, wie denn eigentlich der Sensor die Rotationen ausgleicht -- nämlich vermittels Translationen -- dann sollte dir augenblicklich klar werden, warum die Entfernung essentiell ist für die korrekte Funktion des Anti-Shake.


ZITAt ("tatatu @ 3. 7. 2006 - 22.12 h) Also ... mal auf meinem Niveau :-) -- wenn ich im Zug sitze und rausgucke, ist die Landschaft vorne schneller als am Horizont.[/quote]
Sehr guter Vergleich! Genau das ist der Punkt (auch wenn "japro" noch einen Moment braucht, um das einzusehen). Allerdings mußt du noch Motiv und antigeschäkten Sensor miteinander vertauschen, damit der Vergleich stimmt. Der Sensor fährt -- wie der Zug -- translatorisch hin und her, um Rotationen auszugleichen. Und je näher das Motiv ist, desto größer sind Bildweite und Abbildungsmaßstab, und desto schneller muß er flitzen.


ZITAt ("japro @ 3. 7. 2006 - 22.45 h) Für die Korrektur dieser Drehung ist die Distanz also von keiner Bedeutung.[/quote]
Über diese Behauptung solltest du noch einmal meditieren.

-- Olaf



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RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#48 von poessi , 03.07.2006 23:46

ZITAt (japro @ 3.07.2006 - 22:45) Hmm, stell dir mal vor, du spannst das Gewehr in einem Schlitten (oder auf deinem Zug) in eine halterung und verschiebst es nur seitlich. Wenn du den Schlitten um 2cm nach links fährst, dann ist der Schuss genau 2cm weiter links auf der Scheibe, egal wie weit die Scheibe entfernt ist. Wenn du das Gewehr aber drehst, dann hast du auf 1m Abstand vielleicht ein Abweichung 2cm, aber auf 100m schon 2m. Die erste Art der Abweichung (Translation) korrigiert der AS meiner Meinung nach nicht, die zweite (Rotation) aber schon.
Betrachtest du nun zwei Scheiben, eine bei 1m und eine bei 100m dann scheinen die sich genau auf die von dir beschriebene Art zu verschieben, wenn du deine Position veränderst (einen Schritt zur seite gehen oder so).
Wenn du aber stehen bleibst und dich einfach drehst, dann bleibt die lage der Scheiben zueinander gleich, nur der "Bildausschnitt" den du siehst ist anders. Für die Korrektur dieser Drehung ist die Distanz also von keiner Bedeutung.[/quote]

Hmmm... ist es nicht genau umgekehrt?

Der AS verschiebt den Sensor aber doch nur Axial in X und Y Richtung, bzw in beide gleichzeitig
also Diagonal auf diesen Achsen...
Der Sensor kann nicht auf der X oder Y Achse gedreht werden (was natürlich auch schlecht wäre
weil dabei ein Teil des Sensors aus der Fokusebene gedreht würde)
Dann ist es doch so das der Sensor nur Horizontales und Vertikales Zittern ausgleichen
kann (eben die Translation), nicht aber beim Zittern des Fotografen auch
vorhandene "verdrehen" der Kamera auf einer der beiden Achsen, also die Rotation.
Gegen verdrehen auf der Z-Achse ist er ebenso machtlos, was aber auch wohl eher
seltener vorkommt, fürs verschieben auf der Z achse ist dann eher der AF zuständig... ;o)

Oder habe ich da was massiv falsch verstanden?

Gruß,
Reinhard



 
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RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#49 von japro , 03.07.2006 23:56

ZITAt (poessi @ 3.07.2006 - 23:46) Hmmm... ist es nicht genau umgekehrt?

Der AS verschiebt den Sensor aber doch nur Axial in X und Y Richtung, bzw in beide gleichzeitig
also Diagonal auf diesen Achsen...
Der Sensor kann nicht auf der X oder Y Achse gedreht werden (was natürlich auch schlecht wäre
weil dabei ein Teil des Sensors aus der Fokusebene gedreht würde)
Dann ist es doch so das der Sensor nur Horizontales und Vertikales Zittern ausgleichen
kann (eben die Translation), nicht aber beim Zittern des Fotografen auch
vorhandene "verdrehen" der Kamera auf einer der beiden Achsen, also die Rotation.
Gegen verdrehen auf der Z-Achse ist er ebenso machtlos, was aber auch wohl eher
seltener vorkommt, fürs verschieben auf der Z achse ist dann eher der AF zuständig... ;o)[/quote]
Jetzt wirds aber echt kompliziert /wacko.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wacko.gif" /> . Nur weil der Sensor verschoben wird, heisst das noch lange nicht, dass damit nur eine Translation kompensiert wird. Und mal im Ernst. Wenn es nur darum ginge, dann könnte der AS nur etwa 10mm seitliche Verschiebung kompensieren... damit käme man nirgendwo hin. Wenn ich natürlich die Rotation der Kamera durch Verschieben des Sensor kompensiere ist das nicht 100% korrekt (Eigentlich ist das ein Shift, der also Einfluss auf die Perspektive hat /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" /> ) Aber der Fehler ist ziemlich klein. Eine Rotation um die optische Achse kann er denke ich nicht Kompensieren, aber diese Art des Verzitterns ist wahrscheinlich auch zu vernachlässigen.
Wenn ich morgen Zeit finde versuche ich das mal etwas besesr zu illustrieren.



 
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RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#50 von poessi , 04.07.2006 00:12

ZITAt (japro @ 3.07.2006 - 23:56) Jetzt wirds aber echt kompliziert /wacko.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wacko.gif" /> . Nur weil der Sensor verschoben wird, heisst das noch lange nicht, dass damit nur eine Translation kompensiert wird. Und mal im Ernst. Wenn es nur darum ginge, dann könnte der AS nur etwa 10mm seitliche Verschiebung kompensieren... damit käme man nirgendwo hin. Wenn ich natürlich die Rotation der Kamera durch Verschieben des Sensor kompensiere ist das nicht 100% korrekt (Eigentlich ist das ein Shift, der also Einfluss auf die Perspektive hat /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" /> ) Aber der Fehler ist ziemlich klein. Eine Rotation um die optische Achse kann er denke ich nicht Kompensieren, aber diese Art des Verzitterns ist wahrscheinlich auch zu vernachlässigen.
Wenn ich morgen Zeit finde versuche ich das mal etwas besesr zu illustrieren.[/quote]


Wir kommen auch immer mehr vom Thema ab... ;o)
Du hast die Optik vernachlässigt, daher sind es "mehr" als nur 10 mm... Oder kannst du mit deiner
Dynax 7D etwa nur 22,7 x 15,1 mm große gegenstände abbilden weil der Sensor nicht größer ist.
Ebenso haben 10 mm verschiebung des Sensors eine mehr oder weniger gewaltige
auswirkung auf das Bild.
Wenn es soooo einfach wäre hätte das sicher schon jemand vor KoMi gemacht... ;o)
Ich bin mir inzwischen noch nichtmal mehr sicher ob da wirklich Gyrosensoren drin sitzen,
ich vermute eher das es Beschleunigungssensoren sind, aber genau wissen das wohl nur KoMi
und Sony.

Gruß,
Reinhard



 
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RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#51 von Ralphino ( gelöscht ) , 04.07.2006 11:26

Nochmals hallo an ALLLE

und VIELEN DANK für EURE heftige Diskussion über diese Problem.

Konnte noch nicht auf alle Fragen/Bemerkungen antworten und versuche nun alles zusammenzu fassen:

- durch die Scheibe:
also es wurde NICHT durch die Scheibe fotografiert, denn die Schiebetür der B3 war offen und ich bin mit meinem Partner am Boden gesessen mit den Beinen auf den Kufen!
Bezüglich Profi-Luftaufnahmen: ich/wir machen im Jahre einige hunder Aufnahmen und das schon seit ein paar Jahren, ich denke wir haben in der Zwischenzeit unsere Erfahrungen gesammelt.
Bei diesem Flug hatte ich zum erstem Mal die Dynax 7D dabei, bis dato hatte ich alles auf KB-Dia gemacht und dann mit Trommelsacanner gescannt.

- Vibartion vom Heli:
also da die B3 nicht gerade ein Speilzeugheli (habe etwas gegen Robinson Modelle) ist und unser Pilot recht erfahren ist, beschränken sich die Vibratione im Flug auf ein Minimum zum Vergleich wenn das Ding am Boden steht.

- Verschlußzeit:
bis heute hatte ich noch nie Problem mit Verschlußzeiten. Mit der D9 kamen sogar Zeit um die 125 noch kanckscharf aufs Dia und das bei 100ASA.


- Offenblende:
auch noch nie Probleme, nur komisch, wenn man sich das Bild genau ansieht, ist die Unschärfe speziell im untern Bereich, noch oben (in der Landschaft nach hinten) ist es um einiges besser.

- Bildqualität:
also hier habe ich euch einen 100%tigen Ausschnitt eines A3 Scanns eine Dias reingestellt:
Ausschnitt
von mir aus um Welten besser als die digitale Version.

- Tests
hatte noch keine Zeit die von euch empfohlen Tests mit und ohne AS zu machen, kommt aber bestimmt noch.


Hoffe auf alle Fragen/Bemerkungen eine Antwort gegeben zu haben, ansosnten bitte nachhacken.



Grüße und nochmals DANKE

Ralph



Ralphino

RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#52 von 01af , 04.07.2006 12:23

ZITAt (Ralph @ 4. 7. 2006 - 11.26 h) ... also, es wurde NICHT durch die Scheibe fotografiert, denn die Schiebetür der B3 war offen und ich bin mit meinem Partner am Boden gesessen mit den Beinen auf den Kufen!
... da die B3 nicht gerade ein Spielzeugheli [...] und unser Pilot recht erfahren ist, beschränken sich die Vibrationen im Flug auf ein Minimum ...[/quote]
Ja, wenn das so ist, dann sind wohl die meisten unserer Vermutungen über die mögliche Fehlerursache hinfällig. Dann vermute ich, daß dein Objektiv einen Treffer hat. In einwandfreiem Zustand ist das AF 24-105 (D) eigentlich ein gutes bis sehr gutes Objektiv, vor allem im mittleren Brennweitenbereich, und auch bei voller Öffnung gut einsetzbar. Aber wenn es einmal heruntergefallen ist oder so, dann können Mängel auftreten, die genau diese Unschärfen und Überstrahlungen erzeugen würden, wie sie in deinem Beispielbild zu sehen sind. Auch ein billiges, minderwertiges Filter vor dem Objektiv kann ähnliche Unschärfen erzeugen.

Daß der AS die Ursache der Probleme bildet, ist zwar nicht ausgeschlossen (wenn er defekt ist), doch das halte ich für unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher liegt's am Objektiv. Was kostet dich denn eine Flugstunde? Kannst du's dir erlauben, mal eben nur für ein paar Testaufnahmen aufzusteigen? Wie sehen die Bilder aus, wenn du mit derselben Kamera und demselben Objektiv mit und ohne AS am Boden fotografierst?

-- Olaf



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RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#53 von japro , 04.07.2006 15:51

ZITAt (poessi @ 4.07.2006 - 0:12) Wir kommen auch immer mehr vom Thema ab... ;o)
Du hast die Optik vernachlässigt, daher sind es "mehr" als nur 10 mm... Oder kannst du mit deiner
Dynax 7D etwa nur 22,7 x 15,1 mm große gegenstände abbilden weil der Sensor nicht größer ist.
Ebenso haben 10 mm verschiebung des Sensors eine mehr oder weniger gewaltige
auswirkung auf das Bild.[/quote]
Jo, das ist mir nachdem ich den Computer ausgeschaltet hatte auch aufgefallen. Würde man nur Translationene damit Kompensieren würde man sogar ganz gewaltige Wackler ausgleichen können. bei einem 10m weit enfernten Objekt und einem 100mm Objektiv müsste man etwa einen halben Meter weit Wackeln um den AS an den Anschlag zu bringen (5mm kommen etwa hin, oder?). Da aber realistisches Wackeln im Milimeterbereich stattfindet, müsste der Sensor zum ausgleichen eines seitlichen Wacklers von 1mm (wieder 10m Abstand und 100mm Brennweite) etwa um 10 mikrometer verschoben werden. Das ist knapp mehr als eine Pixlebreite.
Btw. wenn diese "Translationswackler" einen relevanten Einfluss auf das generelle Verwackeln von Fotos hätten, dann wäre es kaum möglich Bilder von sehr weit entfernten Objekten zu verwackeln.
Das mit den Beschleunigungssensoren halte ich für unwahrscheinlich, da der Kamera dann noch ganze zwei Integrationskonstanten fehlen, um die effektive Position rauszufinden.



 
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RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#54 von 01af , 04.07.2006 17:03

ZITAt ("japro @ 4. 7. 2006 - 15.51 h) Würde man nur Translationen damit kompensieren, würde man sogar ganz gewaltige Wackler ausgleichen können. Bei einem 10 m weit enfernten Objekt und einem 100-mm-Objektiv müsste man etwa einen halben Meter weit wackeln, um den AS an den Anschlag zu bringen.[/quote]
Falsch. Man müßte (ausgehend von der Mittelposition) ca. 5 mm weit wackeln, um den Sensor bzw. seine Verschiebemechanik an den Anschlag zu bringen.

Die Kamera erfaßt aber keine Translationen. Sie erfaßt Rotationen, und zwar nur deren Beschleunigungen -- also Winkelbeschleunigungen. Und um deren Effekt auf die Bildlage auszugleichen, bedient sie sich translatorischer Ausgleichsbewegungen.


ZITAt ("japro @ 4. 7. 2006 - 15.51 h) Das mit den Beschleunigungssensoren halte ich für unwahrscheinlich ...[/quote]
Und doch ist es so. Denn etwas anderes als horizontale und vertikale Winkelbeschleunigungen interessiert überhaupt nicht.


ZITAt ("japro @ 4. 7. 2006 - 15.51 h) ... da der Kamera dann noch ganze zwei Integrationskonstanten fehlen, um die effektive Position rauszufinden.[/quote]
Was würde sie deiner Meinung nach mit der Kenntnis um ihre Position anfangen?

-- Olaf



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RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#55 von japro , 04.07.2006 17:11

Äh 01af du hast schon gelesen, worauf ich hinauswollte? Ich habe doch von Anfang an behauptet, dass sich die Kamera nur für Rotationen interessiert und die von mir erwähnten Gyrosensoren sind ja genau die von dir erwähnten Sensoren um Winkelbeschleunigung zu messen. Ok sind auch Beschleunigungssensoren ;D aber ich habe gehofft es sei klar, was ich meine.
ZITAt (01af @ 4.07.2006 - 17:03) Falsch. Man müßte (ausgehend von der Mittelposition) ca. 5 mm weit wackeln, um den Sensor bzw. seine Verschiebemechanik an den Anschlag zu bringen.[/quote]
Interessant. Also ist die benötigte Auslenkung unabhängig davon, wie gross die Brennweite des Objektives ist? Wohl kaum, oder? Hier ist bitte der Strahlensatz zu verwenden...
Oder anders herum. Wenn du die Kamera 5mm auf die Seite stellst, dann würde das die Position weit entferter Objekte auf dem Bild so ziemlich unbeeinflusst lassen. Wenn man aber zudem noch den Sensor um 5mm verschiebt, hätte man einen anderen Bildausschnitt.
ZITATDie Kamera erfaßt aber keine Translationen. Sie erfaßt Rotationen, und zwar nur deren Beschleunigungen -- also Winkelbeschleunigungen. Und um deren Effekt auf die Bildlage auszugleichen, bedient sie sich translatorischer Ausgleichsbewegungen.[/quote]
Genau das behaupte ich doch schon die ganze Zeit?
ZITATWas würde sie deiner Meinung nach mit der Kenntnis um ihre Position anfangen?[/quote]
Man könnte damit Wackler im Makrobereich ausgleichen, nur warum das nicht wirklich funktioniert habe ich ja schon versucht zu erklären.

Edit: Da stand zeimlich häufig das Wort zeimlich. Deshalb habe ich es an ziemlich allen Stellen entfernt...



 
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RE: Anti-Shake und kurze Verschlußzeiten

#56 von 01af , 04.07.2006 19:04

ZITAt ("japro @ 4. 7. 2006 - 17.11 h) Ich habe doch von Anfang an behauptet, dass sich die Kamera nur für Rotationen interessiert ...[/quote]
Ja, das hattest du, und das ist ja auch richtig.


ZITAt ("japro @ 4. 7. 2006 - 17.11 h) ... und die von mir erwähnten Gyrosensoren sind ja genau die von dir erwähnten Sensoren, um Winkelbeschleunigung zu messen.[/quote]
Nach meinem Verständnis sind Gyrosensoren solche, welche (Winkel-)Beschleunigungen und (Winkel-)Geschwindigkeiten erfassen können. Und so etwas haben die Dynax 7D/Dynax 5D/Sony A100 nicht an Bord. Sie messen nur Winkelbeschleunigungen. Also nix "Gyro". So etwas wäre auch viel zu groß, zu schwer und zu teuer, um es in eine Kamera einbauen zu können.


ZITAt ("japro @ 4. 7. 2006 - 17.11 h) ZITAt ("01af @ 4. 7. 2006 - 17.03 h) ZITATWürde man nur Translationen damit kompensieren, würde man sogar ganz gewaltige Wackler ausgleichen können. Bei einem 10 m weit enfernten Objekt und einem 100-mm-Objektiv müsste man etwa einen halben Meter weit wackeln, um den AS an den Anschlag zu bringen.[/quote]Falsch. Man müßte (ausgehend von der Mittelposition) ca. 5 mm weit wackeln, um den Sensor bzw. seine Verschiebemechanik an den Anschlag zu bringen.[/quote]Interessant. Also ist die benötigte Auslenkung unabhängig davon, wie groß die Brennweite des Objektives ist? Wohl kaum, oder? Hier ist bitte der Strahlensatz zu verwenden ...[/quote]
Äh, ja. Stimmt. Ich hatte da einen gedanklichen Kurzschluß und ziehe meinen Einwand zurück.


ZITAt ("japro @ 4. 7. 2006 - 17.11 h) Wenn diese "Translationswackler" einen relevanten Einfluss auf das generelle Verwackeln von Fotos hätten, dann wäre es kaum möglich, Bilder von sehr weit entfernten Objekten zu verwackeln.[/quote]
Du meinst wohl: Wenn es nur translatorische Verwacklungen gäbe, so könnte man Aufnahmen weit entfernter Objekte kaum verwackeln? Stimmt. Im Fernbereich sind es vorwiegend die rotatorischen Anteile der Wackelbewegungen, die die Bildschärfe kompromittieren, im (extremen) Nahbereich vorwiegend die translatorischen.

Und weil in der allgemeinen bildmäßigen Fotografie der Fernbereich wichtig und der (extreme) Nahbereich eine Besonderheit ist und weil der AS in erster Linie der allgemeinen Fotografie von Nutzen sein soll, mißt er nur rotatorische Wackler und ignoriert die translatorischen. Es ist natürlich auch eine Frage des (technischen und finanziellen) Aufwandes ... um zusätzlich translatorische Verwackelungen auszugleichen, müßten noch zwei weitere (Linear-)Beschleunigungssensoren eingebaut werden und dazu ein Prozessor, der deren Daten mit denen der Winkelbeschleunigungssensoren verrechnet. Ein Riesen-Aufwand für einen (im Fernbereich) verschwindend kleinen Nutzen.


ZITAt ("japro @ 4. 7. 2006 - 17.11 h) ZITATDie Kamera erfaßt aber keine Translationen. Sie erfaßt Rotationen, und zwar nur deren Beschleunigungen -- also Winkelbeschleunigungen. Und um deren Effekt auf die Bildlage auszugleichen, bedient sie sich translatorischer Ausgleichsbewegungen.[/quote]Genau das behaupte ich doch schon die ganze Zeit?[/quote]
Nicht ganz. Erstens hattest du angedeutet, die Sensoren erfaßten nicht nur Winkelbeschleunigungen, sondern auch Winkelgeschwindigkeiten (siehe oben, Stichwort: "Gyro". Und zweitens hattest du den Aspekt außer acht gelassen, daß der Ausgleich der Verwacklung durch translatorische Bewegungen erfolgt, indem du die Abhängigkeit von der Entfernung negiert hattest. Die Entfernung -- und auch die Brennweite -- wären egal, wenn die Verwacklung durch eine rotatorische Ausgleichsbewegung kompensiert werden würde (und zwar mit der Austrittspupille des Objektivs bzw. deren Schnittpunkt mit der optischen Achse als Drehpunkt).

Also noch einmal: der entscheidende Punkt, den ich gern 'rüberbringen würde, ist der folgende. Um unter den gegebenen Umständen korrekt und präzise arbeiten zu können, braucht der AS die Kenntnis über 1) die Objektivbrennweite, 2) die Entfernung und außerdem -- bislang noch gar nicht erwähnt -- 3) die Bauart des Objektivs, also Dinge wie Lage der Austrittspupille bei verschiedenen Brennweiten und Entfernungen, Fokussiermethode (z. B. auszugs- oder innenfokussiert) usw. Die Punkte 1 und 2 teilen alle Minolta-AF-Objektive der Kamera mit, den Punkt 3 decken nur AF-(D)-Objektive voll ab; Nicht-(D)-Objektive tun das nicht oder unvollständig oder nur indirekt.

-- Olaf



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