RE: Erfahrungen eines Canonianers mit der Dynax 7D

#1 von Roland_Deschain ( gelöscht ) , 13.02.2006 22:51

Hallo zusammen,

da sich John Doe im D7userforum die Mühe gemacht hat, von seinen Erfahrungen beim Umstieg von der Dynax 7D auf die Eos 20D zu berichten, möchte ich euch auch meine Erfahrungen mitteilen, die ich beim Umstieg von der Eos 10D auf die Dynax 7D gemacht habe.

Meine analogen Wurzeln lagen bei Minolta, aber als Canon mit der Eos 300D die DSLRs unter 1000 EUR gedrückt hat und von Minolta noch nicht mal eine DSLR in Sicht war, kam doch erstmal Canon ins Haus. Die 300D hat schnell nicht gereicht und ich konnte sie während des allgemeinen 20D Hypes gegen eine 10D tauschen.

Dann kam die Photokina 2004 und ich hatte zum ersten Mal die Dynax 7D in der Hand und war direkt sehr angetan. Die Möglichkeiten des AS waren natürlich reizvoll, aber einen Umstieg wollte ich nicht wieder machen, zumal die Dynax 7D zu der Zeit noch recht teuer war und es ein verlustreiches Unterfangen gewesen wäre.

Im Frühjahr 2005 konnte ich die Dynax 7D dann etwas intensiver testen, da der örtliche Fotohändler an einer Verleihaktion teilnahm. Das Haben-Will-Gefühl wurde dadurch schon verstärkt. Die zunächst unaufgeräumt wirkende Dynax 7D konnte sehr schnell durch ein geniales Bedienkonzept überzeugen, auch das Display war sehr ansprechend. Aber immer noch war da das liebe Geld und der Verstand hat erneut über den Bauch gesiegt.

Als jetzt aber der Preis der Dynax 7D extrem eingeknickt ist, habe ich wieder den Taschenrechner ausgepackt und kam zu dem Schluss, dass der Wechsel nicht nur finanzierbar wäre, sondern sogar eine Verbesserung im Objektivpark möglich wäre.
Die Entscheidung war noch keine sichere, aber ich habe mir die Dynax 7D mit 28-75 erstmal von amazon kommen lassen und habe sie dann intensiv gegen die 10D getestet und auch die potentiellen Objektive (28-75/2.8, Sigma 70-200/2.8 ) gegen meine Eos-Optiken (17-85 IS USM, 70-200/4L, 50/1.8 ) ausprobiert, soweit es möglich war.

Die Entscheidung war dann schnell klar, gegenüber der 10D konnte die Dynax kräftig punkten. Auch wenn die 10D sehr gut in der Hand liegt, war die Dynax doch direkt etwas griffiger. Nur das große Rad an der Rückseite der 10D werde ich vermissen, das kleine Blendenwahlrad der 7D ist schon eine Umstellung.
Nach dem Einschalten ist die 7D auch fixer einsatzbereit und ich sehe alle wichtigen Einstellungen (inkl. ISO) auf dem Statusdisplay. Manche Einstellungen an der 10D konnte man nur per Tastendruck einsehen. Auch die Position des Displays liegt mir mehr, das oben auf der Kamera liegende Statusdisplay der 10D ist v.a. bei Stativeinsatz nur sehr schlecht einsehbar. Richtig mitgedacht wurde bei Minolta offensichtlich hinsichtlich des drehenden Displays, das ist zwar nur ein kleines Detail, aber äußerst praktisch.
Der Blick durch den Sucher war mal wieder eine Offenbahrung, so schön groß und hell. Der erste Minuspunkt für die 7D kam dann bei der Wahl des Autofokusfeldes. Dies geschieht bei der 10D über zwei Räder recht präzise, die Auswahl über das Tastenrad an der D7 ist für meine Finger doch ziemlich problematisch.
Vom Autofokus selbst scheinen sich die beiden Kameras nicht sonderlich zu unterscheiden, beide scheinen mir gleich treffsicher und schnell zu sein. Gut, das 28-75 ist kein USM-Objektiv, aber die Fokussierung geht dennoch recht flott und zum Glück nicht so laut wie befürchtet, ich habe da mit ein paar Sigmas an der 10D üble Erfahrungen gemacht.

Ein paar Kleinlichkeiten, die mir bisher bei der Bedienung noch positiv aufgefallen sind:
Die AF-MF-Taste ist eine super Sache. OK, bei den USM-Objektiven kann man auch in den laufenden AF eingreifen, aber wenn man dabei nicht die Auslösetaste angedrückt hält, übernimmt dennoch der AF wieder. Dagegen ist die Taste an der 7D eine feine Sache.
Ein weiterer kleiner Glücklichmacher ist die AEL-Taste direkt daneben. Dafür gibt es zwar an der Eos ein Äquivalent, aber das Gleiche ist es trotzdem nicht. Und das liegt am Blitzsystem. Bei der EOS wird der Blitz im Blendewahlmodus grundsätzlich NUR als Aufhellblitz verwendet und es wird trotzdem so lange belichtet, wie es die Lichtverhältnisse ohne Blitz verlangen. Bei der Dynax habe ich endlich die Wahl. Entweder Blitz als Hauptlichtquelle auch bei Blendenvorwahl oder ein Druck auf die AEL-Taste und der Blitz wird nur als Vordergrundaufheller benutzt. Genial!

Von der Bildqualität her glaube ich, mit der 7D einen kleinen Schritt nach vorne gemacht zu haben. In schwierigen Lichtsituationen scheint mir die Dynax etwas sicherer bei der Wahl der Belichtung zu sein. Auch das Bildrauschen scheint etwas besser unterdrückt, wobei ich teilweise das Gefühl habe, dass die Bilder dadurch auch weicher werden als bei der Eos.
Einen Nachteil sehe ich allerdings bei Langzeitbelichtungen. Ohne Rauschunterdrückung habe ich schon ab 6 Sekunden viele bunte Pixel (hab jetzt die zweite 7D getestet und scheinbar ist das einfach so) und mit Rauschunterdrückung habe ich stattdessen schwarze Pixel, das ist echt Käse und v.a. sollte es doch softwareseitig kein Problem sein, die "Ersatzpixel" nicht schwarz zu machen, sondern den umgebenden Pixeln anzupassen.

Fazit: Den Wechsel habe ich definitiv nicht bereut. Die Dynax 7D ist eine tolle Kamera und auch meine neuen Objektive machen sehr viel Spass. So günstig wie gedacht waren sie zwar nicht in der Anschaffung (hat wohl noch der eine oder andere außer mir gewechselt…, aber ich bin trotzdem in meinem gesetzten Budget geblieben und konnte mich von der Lichtstärke her in allen Brennweitenbereichen verbessern.
Die neue Kamera liegt gut in der Hand, macht Spass bei der Bedienung und überzeugt bei der Bildqualität. Nur bei Nachtaufnahmen werde ich demnächst wohl etwas länger brauchen als die Kollegen mit der Eos (doppelte Belichtungszeit durch Rauschunterdrückung) und danach noch ein wenig den Photoshop-Stempel ansetzen müssen. Damit kann ich leben.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass Sony auch noch ne Weile weitermacht. Die Gerüchte und die Dynax 9D klingen ja gut, aber auch neue Objektive müssen her, denn damit wird wahrscheinlich mehr Umsatz gemacht. Und Umsatz muss gemacht werden, denn sonst wird auch Sony schnell den Spass am DSLR-Markt verlieren.

Viele Grüße,
Roland

P.S.: Hierbei handelt es sich um einen völlig subjektiven Bericht ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Nachvollziehbarkeit /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" /> . Es sind einfach nur die Dinge, die mir persönlich aufgefallen sind.



Roland_Deschain

RE: Erfahrungen eines Canonianers mit der Dynax 7D

#2 von *mb* , 13.02.2006 23:37

Da kann ich nur sagen: Besten Dank für diesen interessanten Erfahrungsbericht!



*mb*  
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RE: Erfahrungen eines Canonianers mit der Dynax 7D

#3 von Lenni , 14.02.2006 00:22

ZITATRoland_Deschain

P.S.: Hierbei handelt es sich um einen völlig subjektiven Bericht ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit oder Nachvollziehbarkeit /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" /> . Es sind einfach nur die Dinge, die mir persönlich aufgefallen sind.[/quote]

Danke und Welcome (das smilie funzt noch nicht richtig)

... danke für den Text, der meine Erfahrungen indirekt ausgedrückt hat. Nur habe ich nach dem Test einer 300D von meinem Kollegen gewartet und zwischenzeitlich eine A1 genutzt.

Viel spaß mit der 7



 
Lenni
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RE: Erfahrungen eines Canonianers mit der Dynax 7D

#4 von u. kulick , 20.10.2018 12:02

Hier hole ich nochmal einen historischen Artikel herfür: Was waren das damals noch Zeiten, 2006, als auch hier im minolta-forum.de (heute SO-FO.de) Canonianer und Minoltaner ihre ideologischen Auseinandersetzungen heftig ausfochten, oder sich ungeduldige Zeitgenossen sich wegen nur drei CCD-Kameras, den guten, jedoch Error58-geplagten KonicaMinolta 5D und 7D sowie der auflösungstärkeren, aber eher mäßigen 5D-Nachfolgerin Sony ASA100, vom Minolta-AF/Sony-Alpha-System demonstrativ verabschiedeten wie beleidigte Leberwürste. Und just da - Canon hatte vorerst gesiegt, KonicaMinolta als Film-, DSC- und Systemkamerahersteller war Geschichte, abgesehen von der bis heute anhaltenden Konkurrenz mit Canon im Kopierermarkt - just da kam dieser Beitrag: Ein Canonianer wechselte von seiner 10D zur KonicaMinolta 7D. Ganz abgesehen davon, was für ein irrsiniger Aufwand ein Systemwechsel ist, wenn auch ein ganzer Objektivpark ausgetauscht werden muss, und Wechsel in beide Richtungen, ob zu Sony oder zu Canon, von daher eher mit größter Zurückhaltung , und v.a. sachlich statt ideologisch erwogen werden sollten.

Für die 7D sprechen die vielen herzlichen Empfehlungen, die sie von langjährigen Forenten hier bekommen hat. Ihre technischen Bildergebnisse wichen aber nur marginal von denen der anderthalb Jahre älteren Canon 10D ab. Ganz abgesehen davon, dass sie mit der Canon 20D konkurrierte, also einer Hammerkamera, von der ich 10 Jahre später für nen Appel und ein Ei ein gebrauchtes Exemplar erwarb und immer noch - mit Yongnuo 50mm 1:1.8 - gerne benutze. Hier der technische Vergleich:

https://www.dxomark.com/Cameras/Compare/...D___437_281_215

Nach einem Jahr ungeduldigen Abwanderns einiger ins Canon-System bekam 2007 auch die 7D mit der A700 von Sony eine Nachfolgerin spendiert, lange Jahre Sonys einziger Amateur-Spiegelreflexkamera im APS-Format, mit der Sony technisch erst Anschluss fand an Canon durch Wechsel zur CMOS-Sensortechnologie. Erst weitere sechseinhalb Jahre später bekam die A700 mit der A77 II eine halbwegs würdige Nachfolgerin spendiert, über die man niemand meckern hört, im Gegensatz zu früheren "SLT" genannten, mit Spiegelreflex-Phasendetektions-AF bestückten A-Bajonett-Kameras, etwa den flugschauuntauglichen Spiegeleibratpfannen A33 und A55. Laut jüngsten Ankündigungen will nun Sony doch nochmal was für diese APS-C-Produktlinie liefern. Die verbliebenen Alpha-Fans haben ja vielleicht mehr Geduld als frühere Generationen


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zuletzt bearbeitet 20.10.2018 | Top

   


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