RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#16 von matthiaspaul , 25.10.2014 13:21

ZITAT(matthiaspaul @ 2014-10-14, 0:15) 1 THD Power-Transistor "CT25 8 06" (Position IT3) wurde durch nicht bestückten SMD Power-Transistor im TSSOP-8 Gehäuse ersetzt1 THD Power-Transistor "CT25 8 06" (Position IT4) wurde durch SMD Power-Transistor "91?? ????" im TSSOP-8 Gehäuse ersetzt1 THD Power-Transistor "CT25 8 03" (Position IT2) wurde durch nicht bestückten SMD Power-Transistor im TSSOP-8 Gehäuse ersetzt1 THD Power-Transistor "CT25 8 03" (Position IT1) wurde durch SMD Power-Transistor "9107? 25J8F" im TSSOP-8 Gehäuse ersetzt[/quote]
Bei diesen vier THD-Transistoren im MFC-1000 handelt es sich um N-Kanal-IGBTs (Anreicherungstyp) Renesas / Mitsubishi Electric Semiconductor / Powerex Power Semiconductor CT25AS-8, die wie die SMD-Ersatztransistoren im HVL-MT24AM (Renesas CY25BAH-8F) mit 400V und 150A spezifiziert sind. Die Ansteuerparameter sind jedoch etwas anders.

(Zum Überblick habe ich auch ein Datenblatt des ähnlichen CT25ASJ-8 angehängt, der allerdings ebenfalls eine etwas andere Ansteuerung erwartet. Fairchild empfiehlt den Fairchild SGR20N40L übrigens als "äquivalent" zum CT25ASJ-8 und Toshiba GT8G103 bzw. den Fairchild SGU20N40L als äquivalent zum Toshiba GT8G121.)

Viele Grüße,

Matthias


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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#17 von matthiaspaul , 26.10.2014 16:22

Minolta MFC-1000 "Power-Board" aka "N34B-M1" aka "BCU" aka "Board B":

Oberseite:
IT1 "CT25 8 03" -> Renesas / Mitsubishi Electric Semiconductor / Powerex Power Semiconductor CT25AS-8 / N-Channel Enhancement Mode IGBTIT2 "CT25 8 03" -> Renesas / Mitsubishi Electric Semiconductor / Powerex Power Semiconductor CT25AS-8 / N-Channel Enhancement Mode IGBTIT3 "CT25 8 06" -> Renesas / Mitsubishi Electric Semiconductor / Powerex Power Semiconductor CT25AS-8 / N-Channel Enhancement Mode IGBTIT4 "CT25 8 06" -> Renesas / Mitsubishi Electric Semiconductor / Powerex Power Semiconductor CT25AS-8 / N-Channel Enhancement Mode IGBTQ2 "JAPAN B1148 T [M] 1T" -> Panasonic / Matsushita SB1148 / PNP Power-Transistor - verklebt mit Q3 und CUT2 Q3 "JAPAN B1148 T [M] 1T" -> Panasonic / Matsushita SB1148 / PNP Power-Transistor - verklebt mit Q2 und CUT2 CUT2 (CUT2-1/CUT2-2) "UMI D3... X2... 150..."? - Temperatursicherung, verklebt mit Q2 und Q3D4 "RGP02-20 ...040" -> Vishay / General Semiconductor RGP02-20E / 2000V / 0.5AD5 "MPG06K" -> Vishay / General Semiconductor MPG06K / 800V / 1A (identisch mit D6/D23)D6 "MPG06K" -> Vishay / General Semiconductor MPG06K / 800V / 1A (identisch mit D5/D23)D10 "0H 20E 6"/DO-204AB (DO-14) oder DO-204AC (DO-15) o.ä. - (offensichtlich identisch mit D3/D4/D5/D6 "0F 20E 6" auf MFC-1000 Board C)D11 "0H 20E 6"/DO-204AB (DO-14) oder DO-204AC (DO-15) o.ä. - (offensichtlich identisch mit D3/D4/D5/D6 "0F 20E 6" auf MFC-1000 Board C)D16 "0H 20E 6"/DO-204AB (DO-14) oder DO-204AC (DO-15) o.ä. - (offensichtlich identisch mit D3/D4/D5/D6 "0F 20E 6" auf MFC-1000 Board C)D17 "0H 20E 6"/DO-204AB (DO-14) oder DO-204AC (DO-15) o.ä. - (offensichtlich identisch mit D3/D4/D5/D6 "0F 20E 6" auf MFC-1000 Board C)D23 "MPG06K" -> Vishay / General Semiconductor MPG06K / 800V / 1A (identisch mit D5/D6)C1 "220µF/16V/+85°C/[M] M 0D2K"/6.3mmx11mm / Panasonic/Matsushita M-Series ECA1CM221 / >2000h / 280mA_rms / tan_delta=0.20 / polarer Alu-Becher-Elko, radialC5 "151 1KV", blau -> 150 pF/1000V tauchgelackter Keramik-ScheibenkondensatorC6 "100µF/50V/+85°C/[M] M Japan 0N4J"/8mmx11mm / Panasonic/Matsushita M-Series ECA1HM101 / >2000h / 250mA_rms / tan_delta=0.12 / polarer Alu-Becher-Elko, radialC7 "104M P02V", blau -> 100nF/20%/350V DC / tauchgelackter Folienkondensator, radialC11 "473M A12V", blau -> 47nF/20%/350V DC / tauchgelackter Folienkondensator, radialC13 "473M A12V", blau -> 47nF/20%/350V DC / tauchgelackter Folienkondensator, radialC14 "473M A12V", blau -> 47nF/20%/350V DC / tauchgelackter Folienkondensator, radialC17 "220µF/16V/+85°C/[M] M 0D2K"/6.3mmx11mm / Panasonic/Matsushita M-Series ECA1CM221 / >2000h / 280mA_rms / tan_delta=0.20 / polarer Alu-Becher-Elko, radialR11 "br/gn/br/go" -> 150R/5%/1W/0207 / Metalloxid-Widerstand, schwer entflammbarR31 "br/gn/br/go" -> 150R/5%/1W/0207 / Metalloxid-Widerstand, schwer entflammbarR108 "br/gn/br/go" -> 150R/5%/1W/0207 / Metalloxid-Widerstand, schwer entflammbarR109 "br/gn/br/go" -> 150R/5%/1W/0207 / Metalloxid-Widerstand, schwer entflammbarR200 "br/sw/ge/go" -> 100k/5%/1W/0207 / Metalloxid-Widerstand, schwer entflammbarR201 "br/sw/ge/go" -> 100k/5%/1W/0207 / Metalloxid-Widerstand, schwer entflammbarT1 "TCE 1625 D0C" / Hochspannungs-Transformator mit Metallkern von Tai Chang ElectronicL1 "101" -> 100μH, SMD-Spule, flachliegend, mit FerritkernJP1 (JP1-1/JP1-2) - Drahtbrücke (rot isolierte Litze)DC1 - DC-Power-Buchse mit Schaltkontakt (Öffner)
Rückseite:

Siehe http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=310715

Patchplatine:
Q98 "G16" -> N-Kanal FET 60V/0.2A (Renesas/NEC 2SK1590?)Q99 "G16" -> N-Kanal FET 60V/0.2A (Renesas/NEC 2SK1590?)

Batteriehalter:
CUT1 "UMI D4 X23 130°C 3A 250V~" Temperatursicherung
Viele Grüße,

Matthias


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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#18 von ddd , 27.10.2014 01:46

moin,

ich habe oben einiges korrigiert und ergänzt, damit falsche Daten nicht stehen bleiben.

ZITAT(matthiaspaul @ 2014-10-19, 18:14) R31 "821" oder "128"?/0805
R32 "501" oder "105"?/0805
C13 populated
R01 "562" -> 5.6k/0603
C09 populated (höchstwahrscheinlich gleich C07/C08. 100nF/0603/X7R/10V sollten passen)

Die partielle Entflechtung der Schaltung (siehe angehängtes Bild) und der zugehörige Auszug aus dem rekonstruierten Schaltplan (siehe angehängte PDF-Datei) der Ringblitz-Triggerstufe und der Schaltung für das Einstellicht passen sinnvoll zusammen.[/quote]
ich habe die Bezeichnung der falsch geratene Teile C05 -> R31, C12 -> R32 und R10 -> C20 entsprechend Deiner Benennung umbenannt.

R31 ist "821" = 820R/0805, denn 12*10^8=1.2 GOhm=1200 MOhm ist völlig abwegig, da leitet die Luft drumrum besser.
R32 ist "105" = 1M/0805, denn 501 ist kein E-Reihen-Wert (bis E192=0.5%). An einen Präzisions-Messwiderstand (Wert ausserhalb der E-Reihen möglich) an der Stelle mag ich nicht glauben.

Das IC06-C5032 043 031AB: ist geklärt - NEC µPC5032 (T)QFP48 7x7mm AnalogMaster Custom-LSI. Scherz am Rande: steckt auch im aktuellen HVL-F60M, offenbar sogar dieselbe Schaltung (MaskenCode 043)
[attachment=14498:NEC_Anal...5xxx_xxx.pdf]
Auch die Dioden D01 und D02 konnte ich aufklären:
D01-fehlt: B / D68 (3.2x1.9J) MA2H736 Schottky Barrier 40V/1A
[attachment=14499iode_MA...00009AED.pdf]
D02-fehlt: V6 xx / 1F ~D50 (4.9/5.0x2.8J) D1F60 600V/1A (Shindengen Japan) (s.a. D06,D07)
[attachment=14500iode_V6...34_D1F60.pdf]
Der Einstelllicht-Kreis (Q1, Q2, D1, R04, R05) ist unkritisch, ca. 4V und ein paar mA. Ebenso die Schalter (R01, C09). Bis auf den Entprell-C C09 sind die Werte bekannt bzw. von Dir geklärt.
Der Trigger-Kreis macht mir noch etwas Kopfzerbrechen. Welchen Wert hat C20? Kondensatoren messen ist nicht so einfach, und in der Schaltung erst recht. Wie klären wir das Teil auf?

Pete Ganzel hat übrigens einen Fehler in seiner Schaltung des Ringblitz-Kopfes. Korrigierte Version folgt, allerding zeichne ich anders, dauert daher. Sobald fertig informiere ich ihn per Kommentar in seiner Galerie.
Es ist nur eine Kleinigkeit: die Schalter der Röhren-Trigger sind nicht "offen - Trigger", sondern "GND - Trigger". Sonst würden die abgeschalteten Röhren trotzdem zünden, da bei den "langen" parallel laufenden Hochspannungskabeln die kapazitive Kopplung bereits reicht, um die Röhre zu zünden, wohl nicht zuverlässig, aber manchmal.

Das C-Board schaltet mittels C3,D4,D5,D6 die beiden Blitzkondensatoren der Zwillingsköpfe für den Ringblitz zusammen. Die Luftspule (C:L1,L2) gibt es auch in Einzel-Blitzen, dort wird sie oft direkt auf den Blitz-Kondensator montiert. Ob da auch eine Diode entsprechend C1/D2 vorhanden ist, kann ich nicht sagen. Bei den kleinen Blitzen in den Kameras fehlt Spule und Diode. Diese vier Zusammenschaltungs-Dioden machen mir etwas Mühe, da passen die Daten der bisher ermittelten Kandidaten irgendwie nicht. Durch diese Dioden muss der volle Strom der beiden Elkos fließen. Abschätzung: 2x 400µF/330V entladen auf 60V Brennschluss der Xe-Röhre: ca. 42J. Brenndauer bei 1/1-Leistung vmtl. ca. 1/500s. Die Leistung des Blitzkopfes mit seinen vier Röhren liegt damit bei ca. 21kW (5kW/Röhre) und durch das Kabel fließen während dieser 2ms im Mittel unter Annahme der Maximalspannung (! ca. 63A. In Wirklichkeit fällt die Spannung und die Röhren erreichen ihre volle Leistung erst nach einigen µs, die Spitzenströme dürften noch höher liegen. Da sehe ich ein Problem mit Dioden, die mit abs.max. 20A angegeben sind, d.h. bei Überschreitung zerstört werden. Die IGBTs erlauben 150A/Stück, und der Ringblitz hat zwei davon, das passt zur o.g. groben Abschätzung. Die dicke Verzinnung der Leiterbahnen deutet auch auf "richtig" Strom hin

Ich sehe jedenfalls jetzt das Problem, warum die "großen" Systemblitze (aller Hersteller) bei Dauerfeuer zur Übertemperaturabschaltung neigen. Bei den Leistungen wird ordentlich Abwärme produziert, und das Gerät braucht Pausen, damit die Bauteile und Kabel (! abkühlen können. Von der Blitzröhre reden wir gar nicht, das Gas heizt sich im Plasmafaden auf ca. 6000°K auf. Im Dauerbetrieb würden die Wolfram-Elektroden und der Quartzglaskolben verdampfen ...

btt: ich habe angefangen, Bezugsquellen für die Teile zu suchen. Die Widerstände und Kondensatoren sind einfach, aber die IGBTs werden ein echtes Problem, da sie nicht mehr produziert werden. Der Vorgängertyp aus dem MFC1000 ist noch länger abgekündigt. Die CY25BAH-8F stecken auch z.B. in der DSLR-A100 (s. L2:ST-155/Q661). Ab der DSLR-A700 kommen an entsprechender Stelle RJP4002ASA-00-Q0 (DB s.u., s.a. L2:ST-173/Q6501) zum Einsatz, der auch abgekündigt ist. Aktuell scheint der Renesas RJP4009ANS (DB s.u.) zu sein. In Honkong bekommt man die CY25BAH noch, aber ich habe keine Verwendung für eine VE (5500 Stück ...). Mal sehn, ob die freundlichen Chinesen bereit sind, ein Stück von der Rolle abzuschneiden. Die beiden Dioden und Kleinsignaltransistoren auf dem A-Board sind ggfs. durch Vergleichstypen ersetzbar, fehlen halt noch die kritischen vier Power-Dioden auf dem C-Board.

Wer hat denn Interesse daran, seinen MT24 zu modifizieren?
Immerhin haben mittlerweile über zehn Leute die Schaltpläne runtergeladen, obwohl sie noch unvollständig und tlw. fehlerhaft sind. Aber im thread hat sich noch niemand geoutet. Matthias hat auf Dyxum schon den thread verlinkt, das könnte man ausweiten um viele Interessierten zu erreichen.

Wenn ich eine Abschätzung über die Zahl bekomme, kann ich gleich entsprechende Stückzahlen beschaffen. Die Teile selbst sind nicht so teuer, aber Aufwand und Transport läppern sich halt.
NEIN, ich werde den Mod (wenn es funktioniert) nicht für Dritte durchführen! Ich habe weder die Zeit noch kann ich die dann notwendigen Sicherheitsüberprüfungen usw. leisten.

-thomas

[attachment=14502:renesas_...02asa_ds.pdf][attachment=14503:Renesas_rjp4009ans.p
df]

ps: Matthias, seit dem Crash oder besser seit der Aktualisierung der Foren-SW sind Deine edits "hidden", d.h. es erfolgt keine "geändert von ... am ..."-Markierung.


wieder da ...

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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#19 von matthiaspaul , 27.10.2014 13:23

ZITAT(ddd @ 2014-10-27, 2:46) ich habe die Bezeichnung der falsch geratene Teile C05 -> R31, C12 -> R32 und R10 -> C20 entsprechend Deiner Benennung umbenannt.[/quote]
Okay, prima. Desweiteren hatte ich auf dem Power-Board noch Q98, Q99, R200 und R201 sowie auf dem CPU-Board R33-R44 und LD1-LD12 eingeführt, die Du z.T. ebenfalls schon "verarbeitet" hast.

ZITATR31 ist "821" = 820R/0805, denn 12*10^8=1.2 GOhm=1200 MOhm ist völlig abwegig, da leitet die Luft drumrum besser.
R32 ist "105" = 1M/0805, denn 501 ist kein E-Reihen-Wert (bis E192=0.5%). An einen Präzisions-Messwiderstand (Wert ausserhalb der E-Reihen möglich) an der Stelle mag ich nicht glauben.[/quote]
Das ist absolut plausibel, deshalb habe ich das (ohne noch ausstehende Messung) übernommen.

ZITATDas IC06-C5032 043 031AB: ist geklärt - NEC µPC5032 (T)QFP48 7x7mm AnalogMaster Custom-LSI. Scherz am Rande: steckt auch im aktuellen HVL-F60M, offenbar sogar dieselbe Schaltung (MaskenCode 043)[/quote]
Sehr interessant! Daß es sich wohl um einen konfigurierbaren Hybrid-IC handeln müßte, hatte ich schon vermutet, schließlich müssen irgendwo die A/D-Wandler für die Hochspannungssignale von CN8 sein (wobei ich die Leitungen noch nicht verfolgt habe, möglicherweise gehen sie indirekt auch zur CPU). Aber daß der IC auch noch in einem aktuellen Blitz eingesetzt wird, hätte ich nicht erwartet. Deutet darauf hin, daß die Blitze vom gleichen Vorlieferanten stammen.

ZITATDer Trigger-Kreis macht mir noch etwas Kopfzerbrechen. Welchen Wert hat C20? Kondensatoren messen ist nicht so einfach, und in der Schaltung erst recht. Wie klären wir das Teil auf?[/quote]
Schlimmstenfalls durch Ausprobieren. Das Signal ist ja vom Sicherheitsaspekt her unkritisch, so daß man hier verschiedene Werte ausprobieren kann. Möglicherweise können wir auch Vergleichsmessungen anstellen. Ist ein "lästiges Detail", aber kein ernsthaftes Problem mehr, wenn die Funktion der restlichen Schaltung erstmal überprüft ist.

Eines kann man schon mal sagen: Der Kondensator hat nicht den gleichen Wert wie C07/C08/C09, denn die Gehäusefarbe unterscheidet sich leicht, und das käme innerhalb der gleichen Bestückungscharge nicht vor. Ähnlich gefärbte Kondensatoren gleicher Abmessungen finden sich auch in der Nähe diverser ICs - sollte der Wert mit einem dieser Kondensatoren übereinstimmen, hätte er wohl den Wert eines typischen Stützkondensators, also eher etwas größer als 100nF. Aber das muß natürlich nichts heißen.
ZITATPete Ganzel hat übrigens einen Fehler in seiner Schaltung des Ringblitz-Kopfes. Korrigierte Version folgt, allerding zeichne ich anders, dauert daher. Sobald fertig informiere ich ihn per Kommentar in seiner Galerie.[/quote]

ZITATDiese vier Zusammenschaltungs-Dioden machen mir etwas Mühe, da passen die Daten der bisher ermittelten Kandidaten irgendwie nicht.[/quote]
Dieser Punkt gefällt mir auch noch nicht. Ich komme immer wieder auf die Vishay RGP02-20E zurück, die aber laut Vishay definitiv einen anderen Marking-Code und ein etwas anderes Gehäuse hat. Ich dachte, daß es die vielleicht auch mal in einem anderen Gehäuse gab, zumindest von einer Second Source oder als "Nachbau". Diese vier Dioden (D3/D4/D5/D6) tragen gegenüber den anderen kein Herstellerlogo (dieses Symbol, das zwei gedreht übereinandergelegten Ziffern "8" ähnlich sieht und für "GS" (General Semiconductor) steht). Immerhin wird diese Diode bei mehreren Distributoren (fälschlicherweise) mit DO-15-Gehäuse gelistet, obwohl sie eigentlich ein DO-41-Gehäuse hat.

Aber wie ich gestern entschlüsseln konnte, kommt eine Original-Vishay Diode dieses Typs auf dem Power-Board vor (D4) und ist dort auch tatsächlich entsprechend Vishays Dokumentation beschriftet: "RGP02-20". Unwahrscheinlich, daß dann an anderen Stellen im Blitz die gleichen Dioden aus einer anderen Charge und mit völlig anderer Beschriftung vorkommen...

Vielleicht bringt uns aber die Tatsache weiter, daß die "0F 20E 6" im MFC-1000 als "0H 20E 6" scheinbar auch viermal auf dem Power-Board vorkommt (D10/D11/D16/D17). Möglicherweise ist dort beim HVL-MT24AM ja ein anderer Diodentyp verbaut worden, dessen Herkunft wir besser nachvollziehen können. Daraus könnte man dann wieder Rückschlüsse auf die notwendigen Eckdaten der Diode auf dem Hochspannungsboard ziehen.

EDIT: Auf Gregg Lees Foto der Platine meine ich eine Dioden-Beschriftung "... 2XU 6D" oder "... 2X0 60" o.ä. lesen zu können.
ZITATDie dicke Verzinnung der Leiterbahnen deutet auch auf "richtig" Strom hin [/quote]
Definitiv! Ohne Grund werden hier auch nicht jeweils zwei Dioden parallelgeschaltet (wobei das in dieser Form eine etwas abenteuerliche Schaltung ist - da gehört normalerweise mindestens noch ein niederohmiger Ausgleichswiderstand zwischen, will man wirklich alles aus den Dioden "rausholen". Aber so ein Widerstand verbietet sich an dieser Stelle aus anderen Gründen, im Gegenteil, man muß alles daranlegen, den Widerstand so gering wie möglich zu halten.
ZITATIch sehe jedenfalls jetzt das Problem, warum die "großen" Systemblitze (aller Hersteller) bei Dauerfeuer zur Übertemperaturabschaltung neigen. Bei den Leistungen wird ordentlich Abwärme produziert, und das Gerät braucht Pausen, damit die Bauteile und Kabel (! abkühlen können.[/quote]
Dicke Kabelquerschnitte, dicke Verzinnung der Hauptstrompfade (ggfs. mit Silberlot und mit Kupferdraht verstärkt), Halbleiter mit sehr niedrigem Spannungsabfall in Durchlassrichtung (Schottky-Dioden statt normaler Dioden, noch besser Power-MOSFETs als "ideale Dioden" verschaltet statt echter Dioden) und schnellen Schaltzeiten könnten hier helfen, konstruktiv noch etwas mehr rauszuholen. Aber irgendwo sind dem Ansinnen selbst bei "bestem" Material Grenzen gesetzt. Im Dauerbetrieb viel kritischer als diese Impulsströme ist in einem Blitz jedoch die Abwärme, die durch das Laden der Blitzkondensatoren erzeugt wird, insbesondere die Transistoren des Hochspannungsgenerators und die Batterie können hier sehr heiß werden, der Trafo natürlich auch - da bleiben nur gute Kühlkörper (im MFC-1000 allerdings nicht vorhanden) und eine durchdachte Konvektionskühlung im Innern des Gerätes - Kühlschlitze verbieten sich aufgrund der Einsatzbedingungen ja von selbst.

Übrigens ist es kein Zufall, daß die verbauten Elkos erweiterte Temperaturbereiche bis +85°C haben und besonders temperaturfeste Widerstände eingesetzt wurden.

Viele Grüße,

Matthias


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#20 von matthiaspaul , 27.10.2014 13:39

ZITAT(ddd @ 2014-10-27, 2:46) ich habe oben einiges korrigiert und ergänzt, damit falsche Daten nicht stehen bleiben.[/quote]
Noch ein paar Korrekturen und Anmerkungen:

PCB A/SST: Steht bei Dir noch auf "ML?". Ist normal doppelseitig (mit zum Teil total kranker Masseführung).

PCB E/CCS: Eigentlich geht dort nur der Kabelstrang von CN5 hin. Die anderen Kabel gehen direkt auf die Buchsen, die Teil des Gehäuses sind, haben also mit der Platine "an sich" nichts zu tun.

CN4 Pin 4: Tippfehler: "XE2-A (A)" -> "XE1-A (B)"

CN4 Pin 2: "Batt-" -> besser "BATT-", da offizieller Signalname?

CN5 Pin 1: Der Signalname "T1+" stammt von Dir (durch Analogieschluß, nicht wahr?

CN5 Pin 2: "GND" -> "PGND". Dies ist nicht das normale GND, sondern PGND. Es geht direkt über das Flachbandkabel CN14 (Pin 17?) zum Powerboard und ist dort über das schwarze Kabel CN11 mit dem Minuspol der Blitzkondensatoren verbunden.

CN6 Pin 3: "(C)" für "common, also nicht (A), (B) oder (R)"?

CN7: (Nur Hinweis: Die Kabelnummern im Servicemanual sind umgekehrt wie von Pin 1 des Verbinders selbst abgeleitet.)

CN9 Pin 1: Tippfehler "F1" -> "F2"

CN10 Pin 4: Tippfehler: "ge" -> "gn"

CN13: Was ist das?

CN14 Pin 1: Dieser Pin ist zumindest im MFC-1000 nicht "nc", sondern mit dem weißen (auf Power-Board) bzw. blauen (auf CPU-Board) Patchdraht belegt. Dürfte beim HVL-MT24AM im Layout berücksichtigt sein.

CN14 Pin 9 & Pin 18: Diese Pins sind zumindest im MFC-1000 auf dem Power-Board fest mit Pin 17 (PGND) verbunden.

CN14 Pin 16: "AB1": Dieser Pin ist auf dem CPU-Board mit "GND" (òder "+"?) verbunden. (TBD)

CPU-Board:

R20 "5620": Tippfehler 5k62 -> 562R/1%/0805

Power-Board:

C5 "Tantal": Ist definitiv kein Tantalkondensator, sieht sehr nach Keramik-Scheibenkondensator o.ä. aus.

C13 "104M2V H DG30" Bist Du sicher mit dem Wert beim HVL-MT24AM? Beim MFC-1000 ist das definitiv nicht so, dort ist es ein 47nF-Kondensator.
Bei dieser Gelegenheit: Kannst Du (oder jemand anderes) sich einen Reim auf das "P0" bzw. "A1" in den folgenden Kondensator-Beschriftungen machen: "104M P02V" und "473M A12V"? Das sind "epoxy resin dipped foil capacitors" mit 100nF bzw. 47nF, einer Spannungsfestigkeit von 350V DC ("2V" und 20% Toleranz ("M". Interessant wäre aber noch zu wissen, um was für einen Typ von Folienkondensator es sich konkret handelt, also Material, Temperaturverhalten, ggfs. Besonderheiten im Aufbau etc. Das ist möglicherweise im "P0" bzw. "A1" kodiert, aber diese Kodierung ist mir nicht bekannt...

CUT2: CUT1 ist ja offensichtlich eine Temperatursicherung. Dann ist stark anzunehmen, daß auch CUT2 eine Temperatursicherung ist - würde eingeklemmt zwischen den beiden Power-Transistoren auch Sinn machen.

Viele Grüße,

Matthias


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#21 von matthiaspaul , 27.10.2014 21:17

ZITAT(matthiaspaul @ 2014-10-27, 14:39) CUT2: CUT1 ist ja offensichtlich eine Temperatursicherung. Dann ist stark anzunehmen, daß auch CUT2 eine Temperatursicherung ist - würde eingeklemmt zwischen den beiden Power-Transistoren auch Sinn machen.[/quote]
Dem ist definitiv so. Tatsächlich handelt es sich um eine Reihenschaltung des Pluspols der Versorgungsspannung von der Batterie BAT über CUT1 (am Batteriefach), JP1 und CUT2 (in unmittelbarer Nähe der Power-Transistoren Q2 und Q3). Offensichtlich sollen CUT1 bzw. CUT2 die Spannungszuführung bei Übertemperatur (temporär?) unterbrechen. Steigt die Hitze im Gerät soweit an, daß ein Brand bevorsteht und sich die rote Drahtlitze JP1 selbst entlötet, wird die Spannungszufuhr ebenfalls unterbrochen - dann in jedem Fall dauerhaft. iablo: Geschieht die Stromversorgung über DC1, ist CUT1 unwirksam. DC1 besitzt einen Schalter (im Minuspol der Versorgungsspannung), der die Verbindung zur Batterie trennt, wenn ein Stecker eingesteckt ist.

CUT2 ist im Layout des HVL-MT24AM in Bezug auf die Position zu den Transistoren Q2 und Q3 andersherum angeordnet wie beim MFC-1000, aber definitiv auch vorhanden - insofern können wir das Teil von der "roten Liste" der nachzubestückenden Teile nehmen.

Viele Grüße,

Matthias


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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#22 von matthiaspaul , 28.10.2014 00:11

ZITAT(ddd @ 2014-10-27, 2:46) Auch die Dioden D01 und D02 konnte ich aufklären:
D01-fehlt: B / D68 (3.2x1.9J) MA2H736 Schottky Barrier 40V/1A[/quote]
Das paßt schon recht gut zu den gemessenen Diodenabmessungen von ca. 3,0x1,7mm, muß aber nicht stimmen.

Jedoch: Alle Schottky-Dioden mit Marking Code "B", die ich bisher gefunden habe, hatten deutlich kleinere Gehäuse (wie SOD323 oder SOD523), können es also schon mal gar nicht sein.

ZITATD02-fehlt: V6 xx / 1F ~D50 (4.9/5.0x2.8J) D1F60 600V/1A (Shindengen Japan) (s.a. D06,D07)[/quote]
Wobei die Abmessungen ja eigentlich schon etwas zu groß sind; die verbauten Dioden "V6 ON" haben Abmessugen von 4,2x2,2x?mm, die D1F60 5,0x2,5x2,0mm.

Noch etwas größer (DO-214AA/SMB: 5,1x3,5x2,2mm), aber mit "besseren" Daten (600V/2A und "ultrafast" werfe ich noch die Fagor FES2J in die Runde.

Ansonsten habe ich noch ein gutes Dutzend andere Bauteile mit Code "V6" gefunden (überwiegend Zener- und Schottky-Dioden), die aber allesamt deutlich kleiner sind, also nicht gemeint sein können.

Viele Grüße,

Matthias


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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#23 von matthiaspaul , 30.10.2014 01:23

ZITAT(matthiaspaul @ 2014-10-27, 14:23) Vielleicht bringt uns aber die Tatsache weiter, daß die "0F 20E 6" im MFC-1000 als "0H 20E 6" scheinbar auch viermal auf dem Powerboard vorkommt (D10/D11/D16/D17). Möglicherweise ist dort beim HVL-MT24AM ja ein anderer Diodentyp verbaut worden, dessen Herkunft wir besser nachvollziehen können. Daraus könnte man dann wieder Rückschlüsse auf die notwendigen Eckdaten der Diode auf dem Hochspannungsboard ziehen.

EDIT: Auf Gregg Lees Foto der Platine meine ich eine Dioden-Beschriftung "... 2XU 6D" oder "... 2X0 60" o.ä. lesen zu können.[/quote]
Ich habe mal angefangen, den Schaltplan des Power-Boards (BCU) des MFC-1000 zu rekonstruieren. Alle Teile der Oberseite sind bereits zugeordnet, lediglich die Anschlußbelegung von CN14 steht noch aus. Das Innenleben des Transformators T1 ist auch noch nicht in allen Einzelheiten geklärt. Auf der Unterseite, die mehr SMD-Teile enthält, als erwartet, gibt es auch noch einige kleinere weiße Flecke - mal sehen, wann ich dazu komme...

Was ich aber schon mal sagen kann, ist, daß die auf dem Power-Board verbauten Dioden D10/D11 und D16/D17 jeweils paarweise parallelgeschaltet sind und vermutlich in etwa den gleichen Strom aushalten müssen, wie die vier Dioden D3/D4/D5/D6 auf der Hochspannungsplatine (FTC), denn so, wie D3/D4/D5/D6 paarweise im Pfad von jeweils einem der 330V-Blitzkondensatoren über die Luftspulen an den Anoden der Blitzröhren des Ringblitzes liegen, liegen D10/D11/D16/D17 paarweise im Hauptstrompfad von der Kathode der Blitzröhre jeweils eines der Zwillingsblitzköpfe zum IGBT Richtung PGND (was den Massepunkt der Blitzkondensatoren darstellt) - also jeweils zwei Dioden im Strompfad vom Blitzkondensator zu einem Blitzkopf mit Leitzahl 12.

Trotz der Layout- und Bauteiländerungen beim HVL-MT24AM gegenüber dem MFC-1000 kann man anhand der Schaltung des MFC-1000 und Fotos des HVL-MT24AM-Innenlebens sagen, daß die Schaltung wirklich gleichwertig geblieben ist. Die Hochspannungsgenerierung erfolgt über Q2 und Q3, die parallelgeschaltet sind und die primärseitige Spule des Hochspannungstransformators treiben. Sekundärseitig wird die Spannung von D4 gleichgerichtet und dann über D5 und D6 auf die beiden Blitzkondensatoren verteilt, die jeweils für einen der Zwillingsblitze A und B (oder eben kombiniert für den Ringblitz) zuständig sind. Die beiden Feedback-Leitungen vom Hochspannungsboard verteilen sich auf zwei komplett unabhängige Blitzröhren-Trigger-Schaltungen, zu denen (von den von oben sichtbaren Teilen) jeweils zwei der 150R- (R11/R31/R108/R109) und einer der 100k-Widerstände (R200/R201) sowie zwei 47nF/350V Kondensatoren (C11/C13/C14) gehören (einer der 47nF-Kondensatoren (C100) eines der beiden Kreise befindet sich auf der Platinenunterseite - der 100nF/350V-Kondensator C7 hat damit nichts zu tun). Zu jedem der Kreise gehört auch einer der IGBTs IT1 (Kreis "B" mit Dioden D10/D11) und IT4 (Kreis "A" mit Dioden D16/D17) mit jeweils identisch aufgebauten Gate-Ansteuerkreisen (alle Bauteile davon auf der Unterseite). Auch die beiden Blitzröhren-Trigger-Kreise sind mit einer kleinen Ausnahme identisch aufgebaut: Die Diode D23 (MPG06K), die zum Kreis um IT1 gehört, wurde im Trigger-Kreis um IT4 seltsamerweise durch eine Diode (D101) "V6 ON" auf der Unterseite ersetzt.

Die beiden IGBTs IT2 und IT3 für den Ringblitz sind bis auf die Gate-Widerstände parallelgeschaltet (handelt es sich um Non-Punch-Through (NPT)-IGBTs?). Der gemeinsame Kollektor führt direkt zu Pin 1 von CN7 (parallelgeschaltete Dioden gibt es hier, wie oben beschrieben, kathodenseitig der Blitzröhren nicht, dafür finden sie sich auf Anodenseite). Der gemeinsame Emitter hängt genauso wie bei den anderen IGBTs auf PGND. Die gemeinsame Gate-Ansteuerschaltung für IT2 und IT3 ist denen für IT1 und IT4 ähnlich, aber nicht identisch. Ich nehme an, daß hier beim HVL-MT24AM ein paar (irgendwas zwischen 8 und 14) SMD-Bauteile nicht bestückt sein werden, die diese Schaltung repräsentieren. Da ich das noch nicht komplett entflochten habe, schreibe ich dazu noch nichts Konkretes, außer, daß ich auch hier keine Show-Stopper sehe - aber ein bißchen Knobelei wird auch hier notwendig, denn es befindet sich auch mindestens ein nicht beschrifteter Chipkondensator darunter.
(Eine Blitzröhren-Trigger-Schaltung für den Ringblitz gibt es auf dem Power-Board nicht, denn der hochspannungsseitige Teil dieser Schaltung befindet sich ja - anders als für die Zwillingsblitze - im Ringblitzkopf selbst, nur die niederspannungsseitige Ansteuerschaltung ist (gerade einer der beim HVL-MT24AM nachzubestückenden Schaltungsteile) auf dem CPU-Board (SST). Die Zwillingsblitze enthalten hingegen lediglich die eigentliche Triggerspule, ein Impulstransformator in dreipoliger Sparschaltung, der einen primärseitigen Impuls sekundärseitig in einen Hochspannungsimpuls von einigen Kilovolt "übersetzt" und damit die unter Spannung stehende Blitzröhre zündet - der Rest der Trigger-Schaltung befindet sich in der Steuereinheit.)

Ein bißchen seltsam mutet an, daß hier für den Ringblitzkopf zwei IGBTs parallelgeschaltet sind, obwohl dieser auch nur Leitzahl 12 hat - wie jeweils einer der Zwillingsblitzköpfe. Es könnte also sein, daß auch der Stromfluß höher ist. Dann müßten auch die Dioden D3/D4/D5/D6 auf dem Hochspannungsboard wohl mehr Strom aushalten, als die analogen Dioden D10/D11/D16/D17 auf dem Power-Board. Es kann aber auch sein, daß Minolta bei der Schaltungsdimensionierung nicht von dem vorhandenen Ringblitzkopf 1200AF / R-1200 ausging, sondern davon, was der MFC-1000 maximal zu leisten vermag. Entsprechend gute Dioden vorausgesetzt, könnte der MFC-1000 nämlich auch einen Ringblitz mit höherer Leitzahl als 12 treiben, schließlich sind die beiden Blitzkondensatoren in diesem Falle effektiv parallelgeschaltet. Vielleicht war damals ein neuer stärkerer Ringblitzkopf geplant, der nie veröffentlicht wurde. Diese Überlegung gilt allerdings nur für den Fall, daß der Ringblitz ebenfalls mit 330V DC betrieben wird, nicht (wie von Peter Ganzel noch angegeben) mit 300V; da die Ladespannungen der Kondensatoren von der CPU-Platine überwacht werden und diese den Ladevorgang auch steuert, wäre es durchaus denkbar, daß der Ringblitz diesbezüglich anders betrieben wird als die Zwillingsblitze. Es kann aber auch daran liegen, daß vier kleine Blitzröhren anders "wirken" als eine etwas größere.

Viele Grüße,

Matthias


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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#24 von ddd , 31.10.2014 12:13

moin,

Danke für Deine weitere Aufklärung
Ich übe gerade das zerstörungsfreie Entfernen aufgeklebter "Schraubenabdeckungen" und werde bald sowohl einen PF-3600HS(D) (baugleich HVL-F36AM) und einen 1200AF-Controller und den R1200 zerlegen, und wenn das ohne Schäden geklappt hat auch den MT24-Controller öffnen. Dann kann ich effektiv am Abgleich mitarbeiten, Fotos incl. Makros der Platinen gibts dann auch.

ZITAT(matthiaspaul @ 2014-10-30, 1:23) Ein bißchen seltsam mutet an, daß hier für den Ringblitzkopf zwei IGBTs parallelgeschaltet sind, obwohl dieser auch nur Leitzahl 12 hat - wie jeweils einer der Zwillingsblitzköpfe.[/quote]
hier liegst Du ein wenig daneben

Jeder einzelne Zwillingsblitzkopf T-2400 hat LZ17 (! bei einem ausgeleuteten Feld von 45° vertikal und 60° horizontal, entspricht ca. 35mm KB-Brennweite (vgl. auch den Zoomreflektor-Post, dort mittlerweile nachgetragen). Zwei T-2400 = 2x LZ17 = LZ17 x √2 = LZ24

Der Ringblitz leuchtet ein Feld von 80° x 80° aus, also mehr als KB-equiv 24mm. Die T-2400 mit WS kommen auf LZ11/Stück bzw. LZ16 zu zweit bei ca. 24mm Ausleuchtung.

Da kann man nicht so einfach vergleichen.
Aber soweit ich schon in den AF1200 hineinlugen konnte, steckt da ein Blitzelko 330V/650µF drin (könnte auch 660µF sein, die 330V/6xx sind sicher.). D.h. ein 330V/400µF reicht für den R1200 nicht aus, zwei davon lassen Reserve. Ladespannung werde ich messen, wenn er auf ist, ich bin mir aber sicher, dass es 330V sind.

-thomas

ps: fein, mi-fo ist jetzt auf UTF-8 umgestellt. Da kann ich endlich ein echtes "alpha" nutzen und muss nicht mehr mit der Krücke arbeiten.


wieder da ...


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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#25 von matthiaspaul , 31.10.2014 16:24

ZITAT(ddd @ 2014-10-31, 13:13) Ich übe gerade das zerstörungsfreie Entfernen aufgeklebter "Schraubenabdeckungen"[/quote]
Das lohnt sich ja eigentlich nur bei einem Gerät mit Garantie oder Gewährleistung. Ansonsten kannst Du Dir den Aufwand sparen und einfach an den jeweils zwei notwendigen Stellen mit dem Schraubenzieher durch die Klebefolie stechen. Das ist ja später nicht mehr zu sehen, solange man den Blitz nicht wieder demontiert - und daß in den Gerät gebastelt wurde, wird ja später sowieso deutlich erkannbar sein.
ZITATund werde bald sowohl einen PF-3600HS(D) (baugleich HVL-F36AM) und einen 1200AF-Controller und den R1200 zerlegen, und wenn das ohne Schäden geklappt hat auch den MT24-Controller öffnen.[/quote]
Ich würde Dir direkt zum HVL-MT24AM raten - der ist sogar noch etwas einfacher zu zerlegen als der HVL-F36AM / 3600HS(D). Mit dem Öffnen mehrerer Geräte erhöhst Du eigentlich nur das Risiko, daß irgendwo doch etwas kaputt geht. Anders ist es, wenn Du die Control Unit 1200AF sowieso "schlachten" willst, etwa, um an eine möglicherweise mit Feile und Epoxyd "passend-machbare" Buchse für den Ringblitz zu kommen, oder so... ;-)

Viele Grüße,

Matthias


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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#26 von matthiaspaul , 31.10.2014 21:02

Minolta MFC-1000 "Power-Board" aka "N34B-M1" aka "BCU" aka "Board B":

Unterseite (Namen entsprechend der unten angehängten Illustration):
Q100 "MY" -> NPN-Transistor 50V/2A (Toshiba 2SC2873?)Q110 "CE QL" -> NPN?-Transistor 400V/0.1A (Rohm 2SC4505?)Q111 "CE QL" -> NPN?-Transistor 400V/0.1A (Rohm 2SC4505?)IC1/Q120? "DF RJ"Q130 "F14 / 46" -> PNP-Bias-Transistor 50V/0.5A (Rohm DTB114EK)Q131 "F14 / 46" -> PNP-Bias-Transistor 50V/0.5A (Rohm DTB114EK)Q132 "F14 / 46" -> PNP-Bias-Transistor 50V/0.5A (Rohm DTB114EK)Q140 "G16" -> N-Kanal FET 60V/0.2A (Renesas/NEC 2SK1590?)Q141 "G16" -> N-Kanal FET 60V/0.2A (Renesas/NEC 2SK1590?)Q142 "G16" -> N-Kanal FET 60V/0.2A (Renesas/NEC 2SK1590?)Q150 "BQ" -> NPN-Transistor 50V/0.15A (Rohm 2SC2412K/2SC4081?)Q160 "FR" -> PNP-Transistor 50V/0.15A (Rohm 2SA1576A/2SA1774?)D100 "V6 ON"D101 "V6 ON"D102 "V6 ON"D110 "1B"D111 "1B"D112 "1B"D120 "33" -> Zenerdiode 33VD130 "B"C100 "2V473M H 1A17" -> 47nF/20%/350V DC, Folienkondensator, abgeflacht, axial, SMDC110 populated -> ?/0805C111 populated -> ?/0805C112 populated -> ?/0805 (vermutlich identisch mit C113/C114)C113 populated -> ?/0805 (vermutlich identisch mit C112/C114)C114 populated -> ?/0805 (vermutlich identisch mit C112/C113)C120 populated -> ?/0603C121 populated -> ?/0603R300 "br/sw/ge" -> 100k/20%/1W/0207 MELFR301 "br/sw/ge" -> 100k/20%/1W/0207 MELFR310 "155" -> 1.5M/1206R311 "155" -> 1.5M/1206R320 "101" -> 100R/0805R321 "101" -> 100R/0805R322 "101" -> 100R/0805R323 "220" -> 22R/0805R324 "220" -> 22R/0805R325 "220" -> 22R/0805R326 "220" -> 22R/0805R327 "221" -> 220R/0805R328 "821" -> 820R/0805R330 "100" -> 10R/0603R331 "100" -> 10R/0603R332 "100" -> 10R/0603R333 "102" -> 1.0k/0603R334 "102" -> 1.0k/0603R335 "103" -> 10k/0603R336 "103" -> 10k/0603R337 "103" -> 10k/0603R338 "104" -> 100k/0603R339 "104" -> 100k/0603R340 "104" -> 100k/0603R341 "562" -> 5.6k/0603R342 "562" -> 5.6k/0603R343 "562" -> 5.6k/0603
(Rot markiert sind die beim HVL-MT24AM vermutlich fehlenden Teile, die die Gate-Ansteuerschaltung für IT2 und IT3 darstellen.)

Bzgl. der Bauteile auf der Oberseite siehe:

http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=309532

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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#27 von matthiaspaul , 02.11.2014 11:58

Damit wir ein bißchen Material für weitere Überlegungen haben, hänge ich mal den rekonstruierten und vermutlich noch fehlerbehafteten Schaltplan des Power Boards des MFC-1000 an:

[attachment=14570:MFC_1000..._diagram.pdf]
Wie man unschwer sieht, gibt es noch einige ungeklärte Bauteile. Insbesondere die Funktion von "DF RJ" (IC1/Q120) ist noch unklar (Spannungsregler? Reset-Controller? Spannungsmonitor? Temperaturfühler?), bei T1 sind die Orientierungen der Windungen noch unbekannt und bei "CE QL" (Q110 und Q111) steht die Polarität der Transistoren noch nicht über alle Zweifel hinaus fest. Das herauszufinden ist aber reiner Forscherehrgeiz, die für dieses Projekt relevanten Schaltungsteile sind bereits vollständig entschlüsselt.

Seltsam ist die partielle Verschaltung der Gate-Ansteuerungen - der Kreis B kann nur gemeinsam mit Kreis R gezündet werden (über Q130 und Q132), der Kreis A hingegen davon unabhängig (über Q131). Das gleiche gilt auch für das Löschen für die Kreise A und R (über Q140 und Q142) und Kreis B (über Q141) - entgegen der Beschriftung an der Buchsenfront des MFC-1000 entspricht der Ringblitz also eigentlich eher "B" als "A". Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, die Kreise A und B gleichzeitig und zwar unabhängig vom Kreis R zu "löschen" (über Q98 und Q99, die beiden Transistoren auf der Patchplatine, die vermutlich erst später ins Design eingeflossen sind) - dieser Schaltungsteil wirkt irgendwie "doppelt gemoppelt" - die einzige Erklärung, die ich dafür habe, ist, daß es in der Ansteuerung vielleicht zu geringfügigen zeitlichen Differenzen durch den Hybrid-IC auf der CPU-Platine kam, es aus fotografischen Gründen jedoch wichtig war, daß beide Blitzröhren des Zwillingsblitzes exakt synchron arbeiten können - möglicherweise gibt es hier einen Unterschied zwischen dem Betrieb als Modellicht und als Blitz.

Wie man sieht, wird die Vorspannung für die Transistoren Q130, Q131 und Q132 separat über Q150 aufgeschaltet. Unter der Annahme, daß es sich bei Q150 um einen NPN-Transistor handelt, handelt es sich um eine Spannungsstabilisierungsschaltung für eine Hilfsspannung, die im Trafo T1 generiert und mit Diode D111 gleichgerichtet wird. Mit einer 33V-Zenerdiode (D120) würde dieser Schaltungteil eine Ausgangsspannung von etwa 31,5V liefern, von denen am Gate der IGBTs noch etwa 30V übrig bleiben - was dem Maximum entspricht, was diese als Gate-Emitter-Spannung vertragen.

Interessant an diesem Schaltungsdetail ist auf jeden Fall, daß der Elko C6 dazugehört, von dem wir wissen, daß er im HVL-MT24AM fehlt. Vermutlich ist dieser kleine Schaltungsteil beim HVL-MT24AM wirklich anders gelöst (Bauteile in der Teileliste blau markiert). Das würde sich auch daraus erklären, daß beim HVL-MT24AM bekanntlich andere IGBTs zum Einsatz kommen (CT25AS-8 im MFC-1000, CY25BAH-8F im HVL-MT24AM), die sich in Bezug auf die Ansteuerung unterscheiden.
Die Gate-Emitter-Spannung im MFC-1000 von ca. 30V wäre für die IGBTs des HVL-MT24AM viel zu hoch, denn diese vertragen maximal 4V. Für die dort notwendige, viel kleinere Vorspannung bräuchte man keine Spannungsvervielfachungsschaltung, u.U. noch nichtmal eine Stabilisierungsschaltung mehr. Das würde erklären, warum C6 beim HVL-MT24AM fehlt.

Für unser Unterfangen der Nachrüstung der Ringblitzfunktion wäre das aber trotzdem nicht tragisch, denn die beiden fehlenden IGBTs (IT2 und IT3) sind ja im Layout des HVL-MT24AM definitiv vorgesehen. Wie auch immer dort die Generierung der Vorspannung vonstatten geht, sie ist für alle vier IGBTs gleich. Egal, wie sie konkret realisiert ist, eine für die dort verwendeten Transistoren passende Spannungsgenerierung muß auch im HVL-MT24AM vorhanden sein, so daß auch im HVL-MT24AM vermutlich nur die Gate-Ansteuerung (um Q132 und Q142) nicht bestückt sein dürfte. Die Nachbestückung der beiden IGBTs dürfte unkritisch sein, solange man nur die gleichen Typen wie die verwendet, die schon für IT1 und IT4 verbaut wurden.

Was man anhand des Schaltplans auch schon sagen kann: Wer seinen MFC-1000 oder HVL-MT24AM längere Zeit nicht benutzt, sollte die Batterien aus dem Batteriefach nehmen. Das Gerät besitzt bekanntlich keinen echten Ein-/Ausschalter, und da "hängt" soviel "Gedöns" dran, daß der Ruhestromverbrauch im Auszustand zwar gering ist, aber nicht vernachlässigt werden sollte, will man tiefentladene und damit leckanfällige Batterien sicher vermeiden. Wer hingegen mit einem externen Netzteil arbeitet (Nachrüstung beim HVL-MT24AM siehe hier: http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=35771), braucht nichts zu befürchten - es reicht sogar ein Blindstecker in der DC-Buchse.

Was mir nicht gefällt, ist der weitestgehend fehlende Verpolungsschutz - einen solchen würde ich in einem Gerät dieser Preisklasse in jedem Fall erwarten, schließlich ist das Gerät für Endkunden gedacht. Da kommt es einfach schon mal vor, daß man ein falsches Netzteil (mit umgedrehter Polarität) einsteckt, u.U. schafft es jemand sogar, die Batterien verkehrt herum einzulegen. Zwar besitzt das Gerät eine Schutzdiode (D104) für die CPU-Platine, aber die Leistungselektronik auf dem Power Board und der Elko C1 würde ungeschützt einer negativen Spannung ausgesetzt werden - mit ungewissen Folgen...

Viele Grüße,

Matthias


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#28 von ddd , 04.11.2014 01:49

moin, ZITAT(matthiaspaul @ 2014-10-31, 16:24) Ansonsten kannst Du Dir den Aufwand sparen und einfach an den jeweils zwei notwendigen Stellen mit dem Schraubenzieher durch die Klebefolie stechen.[/quote]
ich meinte keine Siegel, sondern z.B. beim R1200 das filigrane Klebeschild um die vier Röhrenschalter, hinter dem sich die Schraube versteckt, oder die Kopf-Seitenteile bem 3600HS(D)/MT24-Controller.
Ähnliches vermutete ich beim 1200AF-Controller und habe mit viel Mühe vorn das "MINOLTA"-Schild und hinten die "Computerscheibe" heile abgefummelt. Keine Schrauben ... vorne gar nix, hinten zwei Prüfbohrungen und ein Trimm-Poti.
Egal, mit einigem Gefrickel habe ich den geklipsten (! 1200AF-Controller zerstörungsfrei öffnen können. Bilder und Anleitung (Gehäuse ist bau"gleich" zum 2800AF) folgen, insbesondere auch vom Anschlussterminal.

Ich werde wohl dieses Anschlussterminal aus dem 1200AF-Controller heraussägen müssen (wenn man es an der geprägten Ziernut mit feinem Sägeblatt=Laubsäge macht, wäre es mit leichten Einschränkungen "reversibel", da ich einem 3D-Druck nicht traue: Spannungsfestigkeit und Temperaturbeständigkeit der verwendeten Kunststoffe?, mechanische Festigkeit?, Verriegelungmechanismus? Alternative wäre ein Sägen/Fräsen/Schnitzen aus dem Vollen, wenn ich passende Vollmaterialblöcke finde. Die Klemmen selbst sind Gabelfedern, die lassen sich auftreiben. Ideal wären Orginalteile vom MFC1000, wenn der zuliefernde Fertiger irgendwo noch ne Kiste rumliegen hat. Das wäre aber ein völlig irrsinniger Glücksfall.

Innen im 1200AF-Controller sieht es wüst aus, dagegen sind MFC1000/MT24-C aufgeräumt und übersichtlich. Der Blitzelko des 1200AF hat jedenfalls 350V und 650µF edit: falsch, 650µF+100µF=750µF!:
[attachment=14546SC05082...beitet_2.jpg]
Spannung messe ich noch. Das Teil ist so verbaut, dass man nicht gefahrlos an die Klemmen herankommt und die Mess-/Entladeterminals konnte ich noch nicht sicher identifizieren. Service-Manuals dieser Teile konnte ich nicht auftreiben.

Sollten die 350V ausgenutzt werden, wären das ca. 37.7 44.5 J (bei 60V Brennschluss) im Vergleich zu 2x21=42 J beim MFC1000/MT24-C. Das klingt schon recht plausibel. Wenn 330V genutzt werden, wären es 34.2 39.4 J und bei 300V (Petes Messwert) dann "nur" 28 32.4 J. Auch in diesem Fall würde ein 330V/400µF-Elko für den 4-Röhren-"Ring"blitz nicht reichen.

Für Deine weitere Arbeit bedanke ich mich noch mal. Leider komme ich nicht so schnell hinterher, wie ich gern möchte ... bin aber parallel dabei. Ich möchte die Schaltung auch verstehen, selbst wenn das für den geplanten Umbau nicht zwingend ist.

-thomas

edit: erstes Bild nachgetragen, edit2: Korrektur Blitzelko s.u.


wieder da ...

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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#29 von ddd , 09.11.2014 03:19

moin, ZITAT(ddd @ 2014-10-27, 1:46) Pete Ganzel hat übrigens einen Fehler in seiner Schaltung des Ringblitz-Kopfes. Korrigierte Version folgt, allerding zeichne ich anders, dauert daher. Sobald fertig informiere ich ihn per Kommentar in seiner Galerie.[/quote]
die Schaltung ist "völlig falsch" und kann so wie von ihm gezeichnet nicht funktionieren. Ich konnte sie daher nicht "verstehen". Es fehlt die Hochspannungseinspeisung für die Zündstufe (hat er mit Masse verbunden) und die Kathode des Thyristors geht auf einen Elko statt auf GND, zudem sind die Werte dreier Bauteile falsch. Seine "Skizze" mit Korrekturen in blau:
[attachment=14559:R1200_2_korr.jpg]

Übrigens sind im R1200 "D"GND und XE-K verbunden, mittels 680k, also nicht galvanisch getrennt.
Die sauber dargestellte Schaltung hier als pdf:
[attachment=14560:R1200_schematic.pdf]

-thomas


wieder da ...

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RE: Erweiterung Sony HVL-MT24AM für Ringblitz 1200AF

#30 von matthiaspaul , 09.11.2014 13:20

ZITAT(ddd @ 2014-11-09, 3:19) die Schaltung ist "völlig falsch" und kann so wie von ihm gezeichnet nicht funktionieren. Ich konnte sie daher nicht "verstehen". Es fehlt die Hochspannungseinspeisung für die Zündstufe (hat er mit Masse verbunden) und die Kathode des Thyristors geht auf einen Elko statt auf GND, zudem sind die Werte dreier Bauteile falsch.[/quote]
Klasse! Ich gebe zu, den Trigger-Teil seiner Schaltung habe ich auch nie verstanden, aber da ich selbst keine Anwendung für seine Schaltung hatte, habe ich das immer sofort beiseite gelegt und angenommen, daß ich mir seine Skizze einfach nur nicht genau genug angeschaut habe (ist ja nicht gerade übersichtlich gezeichnet)...

Man sollte meinen, daß einem das mit dem falsch angeschlossenen Impulstrafo für die Generierung des Zündimpulses für die Blitzröhre(n) sofort auffallen müßte, aber so richtig sticht das erst ins Auge, wenn man sich das mal vernünftig aufgezeichnet hat, zumal es ja auch Trigger-Schaltungen gibt, die deutlich vom üblichen abweichen.

Ich hoffe jedenfalls, daß es weniger als acht Jahre dauert, bis jemand unsere Fehler findet und korrigiert...

Die Trigger-Schaltung des Minolta 1200AF / R-1200 allerdings ist "klassisch" aufgebaut. Der 47nF-Kondensator (C901) wird über den 680k-Widerstand (R901), die 1N4004-Diode (D901) und die primärseitige Spule des Impulstransformators (T901) nahezu bis auf die Spannung des Blitzkondensators geladen. Schaltet dann später der Thyristor 03P4M (D903) durch, wird über die 1N4006-Diode (D902) ein Pol des Kondensators auf GND gezogen. Dadurch wird der Kondensator über T901 schlagartig entladen, was auf der offenen Sekundärseite des Transformators für einen kurzen Moment eine Spannung von einigen Kilovolt (gedämpft) oszillieren läßt. Das wird über die Trigger-Elektrode von außen kapazitiv in die Blitzröhre eingekoppelt, wodurch das darin enthaltene Xenon- oder Krypton-Gas ionisiert und die unter Spannung stehende Röhre gezündet wird. Im Prinzip könnte man die Blitzröhre auch direkt (also ohne Trigger-Elektrode) zünden, allerdings bräuchte man dafür eine wesentliche höhere Spannung als die zwischen Anode und Kathode anliegenden 330V des Blitzkondensators.

Interessant finde ich die hier vorhandene, aber nicht zwingend notwendige Schaltung um den 68nF-Kondensator (C902) und 33R-Widerstand (R903). Auch dieser Kondensator wird zunächst über den Spannungsteiler bis nahe zur Spannung des Blitzkondensators geladen. Auch hier wird beim Auslösen über den Thyristor ein Pol des Kondensators blitzartig auf Massepotential gezogen, wodurch das Potential der Kathode der Blitzröhre, das zu diesem Zeitpunkt bereits auf Massepotential liegt, für einige Millisekunden (bis sich der Kondensator entladen hat) um ebendiese Spannung ins Negative gedrückt wird. Das ist möglich, da die beiden kathodenseitigen IGBTs (IT2 und IT3 auf dem Power-Board) für negative Spannungen wie eine sperrende Diode wirken. Die Schaltung bewirkt also, daß im Zündmoment nicht nur 330V an der Blitzröhre anliegen, sondern eine wesentlich höhere Spannung (im Idealfall nahezu die doppelte Spannung). Durch die temporär höhere Spannung zündet die Röhre zuverlässiger.

Lustig finde ich übrigens, daß Minolta hier offenbar zwischen der 1N4004 (D901) und 1N4006 (D902) unterschieden hat. Da beide Dioden fast das Gleiche kosten und sich im wesentlichen lediglich in der Spannungsfestigkeit unterscheiden (1N4004 = 400V, 1N4006 = 800V), hätte es eigentlich günstiger in der Fertigung sein sollen, beide Male die 1N4006 zu verwenden...

Viele Grüße,

Matthias


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--Bertrand Russell

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=13448 (Minolta Forum Thread Index)

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