RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#1 von kzk , 15.09.2006 19:24

Gerade habe ich einen Film entwickelt (Ilford HP5 ISO400). Dabei habe ich etwas festgestellt, daß mich ins Grübeln bringt:

zum einen ist der Film nach der Entwicklung recht "lila" geblieben, zum anderen sehen die einzelnen Fotos auf dem Film etwas ungewöhnlich aus. Vom einem Negativ erwarte ich, daß die Farben "umgekehrt" sind, bzw. schwarz ist auf dem Negativ weiß und weiß ist auf dem Negativ schwarz. Bei einigen Fotos ist das tatsächlich so, manche anderen Fotos sehen auf dem Negativ eher aus wie ein "Positiv", d.h.:
Wenn jemand ein weißes T-Shirt angehabt hat, ist es auf dem Film auch hell /blink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="blink.gif" />

Was kann das bedeuten?

Ich wäre euch für eine schnell Diagnose sehr dankbar...


Edit:

Ich hab mit dem Agfa Rodinal entwickelt, dann ein Stoppbad, anschließend mit Tetenal fixiert. Die Temperatur und die Zeiten müssten eigentlich richtig gewesen sein...



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RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#2 von toomuchpix ( gelöscht ) , 15.09.2006 21:33

Würde im ersten Anlauf vermuten daß der Film stellenweise nicht ganz durchfixiert ist.
Bade ihn nochmal in frischem Fixierbad und dann natürlich wieder wässern.



toomuchpix

RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#3 von fwiesenberg , 15.09.2006 21:47

ZITAt (kzk @ 2006-09-15, 19:24) ... zum anderen sehen die einzelnen Fotos auf dem Film etwas ungewöhnlich aus. Vom einem Negativ erwarte ich, daß die Farben "umgekehrt" sind, bzw. schwarz ist auf dem Negativ weiß und weiß ist auf dem Negativ schwarz. Bei einigen Fotos ist das tatsächlich so, manche anderen Fotos sehen auf dem Negativ eher aus wie ein "Positiv", d.h.:
Wenn jemand ein weißes T-Shirt angehabt hat, ist es auf dem Film auch hell /blink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="blink.gif" />

Was kann das bedeuten?[/quote]

Paß vielleicht das Stichwort "Solarisation" bzw. "Sabattier-Effekt"?
http://de.wikipedia.org/wiki/Solarisation_%28Fotografie%29



 
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RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#4 von kzk , 16.09.2006 07:11

Danke für eure Mühen, aber das Problem hat sich erledigt.
Ich habe jetzt folgendes feststellen können (ich will euch NICHT vera*schen, ist tatsächlich so):

wenn ich das Negativ direkt gegen das Licht halte, sind schwarz und weiß wie auf einem Abzug zu sehen (d.h., wenn einer ein weißes T-Shirt an hat, ist es auf dem Negativ auch weiß.
Wenn ich das Licht (in meinem Fall eine Lampe) im Rücken habe, sind schwarz und weiß vertauscht, wie es sich für ein Negativ gehört (das weiße T-Shirt ist dann auf dem Negativ schwarz).

Ich habe die Negative Mal am Vergrößerer angesehen (erstmal ohne Fotopapier, Abzüge mache ich heute Nachmittaf), da sind schwarz und weiß auch wieder vertauscht (müßte ja richtig sein).

Also scheinen meine Negative doch in Ordnung zu sein. Als ich mein Problem vorhin geschildert habe, war der Film noch nicht trocken. kann es evtl. daran liegen?

Durchfixiert hab ich eigentlich reichlich, ich habe mich genau an die Angaben gehalten.

Vieleicht habt ihr das ja auch schon mal beobachtet (oder ihr schaut mal bei euren Negativen nach) und könnt mir das erklären. Ich bin ja noch Anfänger, was das Entwickeln angeht...



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RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#5 von Tetrapak ( gelöscht ) , 16.09.2006 18:56

War vielleicht der Fixierer nicht ganz neu? Bei mir waren nämlich auch schon öfters lila Farbstiche auf dem Filmen und die konnte ich sämtlich durch erneutes Fixieren und Wässern beseitigen. Warum die Negative bei Licht von vorne und hinten verschieden aussehen kann ich dir auch nicht erklären aber es ist ja auch egal solang sie im Vergrößerer richtig aussehen! /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" />



Tetrapak

RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#6 von kzk , 16.09.2006 19:09

Alle Chemikalien die ich habe, sind nicht neu. Ich habe meine Laborausrüstung gebraucht gekauft, die Chemikalien (Flaschen waren alle ungeöffnet), waren schon dabei. natürlich kann ich jetzt nicht sagen, wie alt sie sind...



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RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#7 von 01af , 17.09.2006 09:39

Daß silberhaltige (also konventionelle) S/W-Negative im Auflicht bei einer bestimmten Lichtrichtung wie Positive aussehen, ist ganz normal. Das liegt an den Reflexeigenschaften des Silbers. In der Durchsicht ist's schwarz, im Auflicht silbern. Entscheidend ist, wie die Negative im Durchlicht aussehen -- und da sind sie negativ, wie sich das gehört.

Der lila Farbstich des Filmträgers stört beim Anfertigen von Abzügen überhaupt nicht und könnte im Prinzip ignoriert werden. Leider ist er aber oftmals ein Indiz für mangelhafte Fixierung und/oder Wässerung ... d. h. die Lagerbeständigkeit der Negative könnte kompromittiert sein. Ich würde dem hier schon mehrfach gegebenen Rat folgen und die Negative noch einmal nachfixieren und anschließend sehr gründlich auswässern -- auch wenn's Arbeit macht (vor allem, wenn der Film bereits geschnitten ist). Wenn du ganz sicher bist, daß die Fixierzeit wirklich ausreichend war, dann dürfte es genügen, die Negative noch einmal gründlich zu wässern.

Zur Bestimmung der Fixierung: Fixierzeit ist doppelte Klärzeit, bei Flachkristall-Filmen (Ilford Delta, Kodak T-Max) dreifache Klärzeit. Wenn allein schon die Klärzeit ebenso lang ist wie die im Beipackzettel empfohlene Gesamtfixierzeit (oder gar länger), dann ist der Fixierer als verbraucht anzusehen und sollte nicht mehr verwendet werden.

Zur Bestimmung der Klärzeit appliziere man ein Tröpfchen Fixierlösung auf ein Stückchen unentwickelten Films (Schnipsel vom Filmanfang) und lasse dieses 30 Sekunden lang einwirken. Dann werfe man den Schnipsel in den Fixierer. Wo der Tropfen war, wird sehr bald ein Loch in der Schicht erscheinen. Die Klärzeit ist um, wenn der Rest der Schicht so klar ist, daß die Stelle, wo der Tropfen war, nicht mehr zu erkennen ist.

-- Olaf



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RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#8 von marksman ( gelöscht ) , 17.09.2006 11:42

Hmmm ... nach ordentlich durchlaufenem Prozess mit ausreichender Fixierung (3-fache Klärzeit) sind die Träger meiner bevorzugt verwendeten FUJI Acros auch noch gerne ziemlich lila. Die Farbe verschwindet dann bei ausreichernder Wässerung im fliessenden (wichtig! Wasser und etwas augedehnterem Schlussbad in Mirarol-Lösung.

Wenn wirklich ausreichend fixiert wurde mit 2- oder dreifacher Klärzeit, würde ich jetzt nachträglich nur nochmal ordentlich wässern. Die lila Farbe sollte dann verschwinden. Ich sehe keinen Grund, hier nochmals zu fixieren.

Ist aber meiner Meinung nach wirklich nur Kosmetik. Beim Vergrössern stört die Farbe wirklich nicht. Ich habe auch schon gelesen (ich glaube im Phototec-Forum), dass die Farbe unter Tageslicht-Einwirkung schnell ausbleicht, ganz ohne Chemikalien.

Gruss, Christian



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RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#9 von Mark , 17.09.2006 19:58

ZITAt (marksman @ 2006-09-17, 11:42) Ich habe auch schon gelesen (ich glaube im Phototec-Forum), dass die Farbe unter Tageslicht-Einwirkung schnell ausbleicht, ganz ohne Chemikalien.[/quote]

Was mich hier faszimiert, ist der Film der betroffen ist. Die lila Färbung ist ja bekannt von den Kodak TMax Filmen. der TMax100 und TMax400 muss wirklich sehr ausreichend fixiert und gewässert werden. Aber beim HP5 habe ich das noch nie gehabt, weder als 135er noch als 120er.
Wie auch immer, das Tageslicht ist ein sehr guter Rat. Wenn du ausreichend fixiert hast (min 2x Klärzeit) und auch ausreichend gewässert hast (fliessendes Wasser! nicht strömend, aber fliessend) lass den Film noch mindestens 24h hängen. Ich weiß Staub kann da ein Problem sein, aber das ist der sicherste Weg die lila Färbung los zu werden.
BTW, diese stört eigentlich nur beim Scannen, solltest du also nur vergrößern, ist die Färbung kein Problem.

Mark



 
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RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#10 von kzk , 18.09.2006 07:23

Sorry, Leute, ich hab mich leider vertan.

Ich hab mir nochmal die Negative angesehen und mich doch recht stark gewundert, als ich erkannte, daß ich keinen HP5, sondern einen XP2 Super entwickelt habe (war ein Versehen... /glare.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="glare.gif" /> )

Ich habe den Film 4 Minuten lang fixiert, eigentlich sollte das reichen, oder? Wenn ich neue Chemikalien habe (unter anderem auch Netzmittel), dann kommt der Film noch mal ins Wasser (außer, 4 Minuten Fixierzeit sind definitiv zu wenig, dann muß der XP2 noch mal dran glauben).



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RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#11 von marksman ( gelöscht ) , 18.09.2006 08:26

ZITAt (kzk @ 2006-09-18, 7:23) Ich habe den Film 4 Minuten lang fixiert, eigentlich sollte das reichen, oder? Wenn ich neue Chemikalien habe (unter anderem auch Netzmittel), dann kommt der Film noch mal ins Wasser (außer, 4 Minuten Fixierzeit sind definitiv zu wenig, ...[/quote]
Ähh ... das kann man so pauschal nicht sagen. Meist reichen 4 Minuten. Das hängt aber stark vom Fixierertyp, Alter und Erschöpfungszustand ab! Deshalb messe ich jedesmal beim Fixieren die Klärzeit und bestimme damit die Gesamtzeit für den Fixiervorgang. Hier würde ich mich grundsätzlich nicht auf Pauschalangaben verlassen. Dafür ist mir die Gefahr ungenügend fixierter Negative einfach zu gross!

Gruss, Christian



marksman

RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#12 von 01af , 18.09.2006 11:32

Moment mal -- du hast einen Ilford XP2 in Rodinal entwickelt? /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> Und hinterher in einfachem Fixierer gebadet? /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> Und dabei ist etwas brauchbares herausgekommen!? /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> Unglaublich ... na, jedenfalls braucht sich nun niemand mehr zu wundern, warum die Negative "etwas ungewöhnlich" aussehen; ich fürchte, mit den von mir weiter oben erwähnten Reflexeigenschaften des Silbers hat das nichts bzw. nur in zweiter Linie zu tun.

Besorge dir einen C-41-Chemiesatz und bleichfixiere die Negative, wie es sich gehört. Und den nächsten XP2 entwickelst du dann bitte auch im C-41-Entwickler ...


ZITAt ("kzk @ 16. 9. 2006, 7.11 h) ... ich habe mich genau an die Angaben gehalten.[/quote] /rofl.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="rofl.gif" />

-- Olaf



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RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#13 von toomuchpix ( gelöscht ) , 18.09.2006 12:24

ZITAt (01af @ 2006-09-18, 11:32) Besorge dir einen C-41-Chemiesatz und bleichfixiere die Negative, wie es sich gehört. Und den nächsten XP2 entwickelst du dann bitte auch im C-41-Entwickler ...

-- Olaf[/quote]

Hör bloß nicht auf den Olaf. wenn du den derart mißhandelten XP2 nun in Bleichfix badest sind die Negative anschließend blank, da das Rodinal wohl kein Farbstoffbild aufgebaut hat, das beim XP2 eigentlich übrig bleiben sollte.



toomuchpix

RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#14 von 01af , 18.09.2006 12:52

ZITAt ("toomuchpix @ 18. 9. 2006, 12.24 h) ZITAt ("01af @ 18. 9. 2006, 11.32 h) ... bleichfixiere die Negative, wie es sich gehört.[/quote]Hör bloß nicht auf den Olaf. Wenn du den derart mißhandelten XP2 nun in Bleichfix badest, sind die Negative anschließend blank, da das Rodinal wohl kein Farbstoffbild aufgebaut hat ...[/quote]
Au verflixt ... ja, da könnte "toomuchpix" recht haben. Ich weiß nicht, wie die chemischen Abläufe beim Entwickeln eines chromogenen S/W-Filmes aussehen und ob für den Aufbau des Farbstoffbildes der Entwickler, die Schicht oder alle beide verantworlich sind. Soll heißen, ich halte es für möglich, daß sich auch in Rodinal ein Farbstoffbild aufbaut, wenn die Schicht entsprechend "konstruiert" ist ... doch sicher bin ich nicht (weiß das jemand genauer?). Gut möglich, daß nur ein minderwertiges oder gar kein Farbstoffbild entstanden ist. Dann wäre nachträgliches Bleichfixieren allerdings eine schlechte Idee, da hat "toomuchpix" völlig recht.

Laß die vermurksten Negative also am besten, wie sie sind ... oder wenn, dann probiere das Bleichfixierbad vorher an einem Negativ aus, um dessen Verlust es ggf. nicht schade wäre.

-- Olaf



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RE: Filmentwicklung - irgendwas schief gegangen?

#15 von Mark , 18.09.2006 13:30

ZITAt (01af @ 2006-09-18, 11:32) Moment mal -- du hast einen Ilford XP2 in Rodinal entwickelt? /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> Und hinterher in einfachem Fixierer gebadet? /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> Und dabei ist etwas brauchbares herausgekommen!? /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> /ohmy.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ohmy.gif" /> Unglaublich ... na, jedenfalls braucht sich nun niemand mehr zu wundern, warum die Negative "etwas ungewöhnlich" aussehen...[/quote]
Das man übrhaupt etwas sieht finde ich schon äußerst faszinierend. Da kommt einem die lila Färbung auch nicht mehr so eigenartig vor. Hatte der XP nicht einen leicht lila bläulichen Träger?
Abzüge von diesem Film würden mich ja mal brennend interessieren. Das ist mal "Crossen" ganz anders.

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