RE: Kurzbericht DSLR-Einsatz

#1 von kjebo02 , 12.08.2005 20:22

Nach dem ersten "Großeinsatz" (2. Wo. Urlaub) meiner Dynax 7D, hier ein kurzer Erfahrungsbericht, nicht nur auf die Kamera bezogen, sondern auch auf das Drumherum.

Da ich es von früheren Auto-Sommerreisen her gewohnt war, das vollständige Equipment mitzunehmen, galt dieses Mal umzudenken und abzuspecken. Die Ausrüstung sollte zusammen mit anderem Krimskrams ins Flug-Handgepäck, da bleibt bei der 6-kg-Grenze und den Abmaßen nicht viel Spielraum! Also konnte nur das Wesentliche mit: Meine Lowepro Off Trail mit der Kamera und dem 24-105, im linken Köcher das Telezoom und rechts Reinigungsutensilien, Reserveakkus und weitere CF-Karten. Dann zusätzlich der 3600er Blitz, das Ladegerät, eine mobile Festplatte, Kartenlesegerät und Polfilter (Gut das der dabei war, den hatte ich mir in den letzten Sommerferien in Norwegen schon fast abgewöhnt! Das musste reichen!

Es reichte auch, nur manchmal fehlte etwas Weitwinkel. Für Touren, wo man meist zu Fuß unterwegs ist, hat sich die kleine Fototasche mit dem extrabreiten Hüftgurt schon oft bewehrt. Die Kam ist immer griffbereit, die Hände sind frei. Wo die Dynax 7 noch bequem reinpasste, ist für die etwas voluminösere digitale Schwester der Platz ziemlich knirsch. Aber es geht!

Kamera raus, meine Grundeinstellungen reingedreht (A, RAW+, ISO200), und los ging es.

Von der Kamerabedienung her gab es als ehemaliger Dynax 7 Benutzer keine Überraschungen. (Sie steht noch zum Verkauf) An die Eigenheiten der Belichtungseinstellungen im Zusammenhang mit dem kleineren Dynamikumfang von Digicams war ich schon einigermaßen vertraut.

Wenn auch das Ablesen der auf "große Ziffern" geschalteten und etwas heller gestellten Statusanzeige gerade so möglich war, ein Beurteilen der Bildqualität ist bei knalliger Sonne auch im körpereigenen Schatten eher nicht möglich.

Da bei Digital noch mehr Einstellungen da sind, die man vergessen kann zurückzustellen, habe ich mir zur Angewohnheit gemacht, einen der drei Einstellungsspeicher generell zu nutzen. Durch Weg- und wieder Reindrehen der "1" ein Reset zu den persönlichen Defaultwerten zu bekommen, ist in meinen Augen sehr praktisch.

Einfach Klasse, wenn man in Museen, Höhlen oder dergleichen auf höhere ISO und AS schalten kann, um auch ohne daheim gelassenes 1,4/50 dort ohne Blitz foten kann.

Wieder gestolpert bin ich auf die m. E. ausbaufähige Akkurestkapazitätsanzeige. Mit dem Wissen darum kaufte ich mir noch einen 3. Akku. Dann tappt man nicht gleich in die Falle, wenn nach "erschöpft" ziemlich schnell "leer" kommt, und man mit leeren Händen (Akkus) dasteht!

Einziger Kritikpunkt dem ich hilflos gegenüberstand: Bei einem Gruppenfoto in voller Sonne wollte ich mit dem Blitz (3600) aufhellen. Dies ist mir irgendwie nicht gelungen. (Überbelichtung, selbst bei P) Ob ich irgendetwas falsch gemacht habe, oder das im Zusammenhang mit den wenigen Restproblemen steht, die es geben soll, wenn man Kamera + Blitz nicht zusammen nach Bremen schickt, weiß ich noch nicht. Das werde ich analysieren.

Um auch digital meine üblichen 10 bis 15 Filme durchspulen zu können, kaufte ich mir eine mobile Festplatte, mit der ich auch auf CF-Karte zurück schreiben kann. Denn das mulmige Gefühl, alle Bilder nur auf HD zu belassen, veranlasste mich eine Rückfallebene zu schaffen, falls die Festplatte schlapp macht. Ich zog von jeder vollen Karte (1x 512MB – 40 Bilder, 1x 1024MB – 80 Bilder) abends im Hotel ein Backup auf die Platte, und kopierte alle JPG’s von der Platte zurück auf eine zusätzliche 1-GB-CF-Karte. So hätte ich im Ernstfall zumindest auf diese Bilddateien zugreifen können. Positiver Nebeneffekt: Alle geschossenen Aufnahmen ließen sich während der gesamten Reisezeit betrachten, in dem ich diese Sicherheitskarte in die Kamera schob. Als es am Ende mit dem Platz darauf knapp wurde, habe ich die bisherige Ausbeute einfach etwas ausgedünnt, d.h. weniger wichtige (schöne) Bilder weg. Am Ende des Urlaubes blieben einen dann noch die anderen beiden CF-Karten automatisch als Sicherheitskopie.

Ich weiß nicht, ob ich diesbezüglich vielleicht zu empfindlich bin, aber was man an windigen Sandstränden für Leichtsinn entdeckt ist haarsträubend. Es knirscht einen der Sand bereits zwischen den Zähnen, und relativ hochwertige Fototechnik wird ungeschützt zur Schau gestellt! Da verschwand meine Kam mit samt der "Off Trail" in den Rucksack, wenn möglich sogar noch zusätzlich in einer Plastiktüte.


Mit aufgenommenen 550 und 440 verbliebenen Bildern habe ich selbst für die Aufarbeitung für die erste 10x15 Ausbelichtung (ca. 200 Stck.) doch erst mal das eine oder andere Weilchen vorm PC gehockt. Vielleicht fehlt mir auch nur eine routinierte strukturierte Vorgehensweise bei so vielen Bildern (  Einlesen in den PC, Einordnen in die Dateiverwaltung, ggf. Ausschnittkorrektur, ggf. Tonwertkorektur, ggf. Retusche, Verkleinern, Nachschärfen, Upload zum Labor). Das ist schon ein wenig mehr Zeitaufwand, verglichen mit dem Absenden der Filme bei analoger Arbeitsweise.

Dann kommt irgendwann noch das Sichten noch möglichen Kandidaten für Posterausdrucke o. ä. und die damit verbundene Feinarbeit am Bild, entsprechend der früheren Dunkelkammerarbeit.

Ich persönlich möchte die erweiterten Möglichkeiten der Digitalfotografie auf keinen Fall missen, auch wenn das "Filmewegschicken" nach einem Sommerurlaub etwas länger dauert.



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RE: Kurzbericht DSLR-Einsatz

#2 von S?nke Henning , 13.08.2005 11:01

Auch meine Erfahrungen mit der 7D auf 4wöchiger Georgien-Reise sind durchweg positiv.

1. Handling: Ich komme von der 600si, darum liegen die Knöpfe und Einstellrädchen großenteils schon "an der richtigen Stelle". Für mich ganz wichtig: Ich muss mich nicht erst durchs Menü hangeln bzw. es auch nur aufrufen, um an die wichtigen Einstellungen zu kommen. (Das war, neben den bereits vorhandenen Objektiven, die wichtigste Grundlage für meine Kaufentscheidung zugunsten der 7D.)
Besonders positiv ist in meinen Augen die Möglichkeit die Belichtungsspeicherungstaste mit der Spotmessung zu verbinden. Bei der 600si musste ich noch von Hand auf Spotmessung umschalten, danach den Messpunkt anvisieren und den Daumen auf "AEL" halten. Jetzt entfällt der erste Schritt, so dass ich die Kamera nicht mehr vom Auge nehmen muss.
Dass die 7D kein Status-Display auf der Kamera-Oberseite besitzt, empfinde ich als logisch und konsequent. Wozu auch? Ich sehe die wichtigsten Einstellungen ja auf der Rückseite der Kamera - oder im Sucher.
Da ich stets im RAW-Format fotografiere, bräuchte ich den Weißabgleich-Regler nicht auf der Kamera-Oberseite. Wichtiger wäre aus meiner Sicht der Sofort-Zugriff auf die verschiedenen Einstellungen zur Blitzsteuerung (ADI, Vorblitz-TTL). Da ich aber bislang kein externes Blitzgerät zur 7D besitze, kann ich hier nur Mutmaßungen anstellen.
Zum RAW-Format gibt es nicht viel zu sagen, es ist ein wunderbares Werkzeug. Die Bilderausbeute ist am Ende erheblich höher, weil man weniger falsch belichtete Bilder aussortieren muss. Dazu trägt jedoch auch das praktische Histogramm bei, das ich sehr schätzen gelernt habe. Der Monitor ist an meiner Kamera so konfiguriert, dass er nach der Aufnahme das Bild mitsamt Histogramm zeigt. Es bietet erheblich mehr Aussagekraft als ein etwas größeres Bild ohne Histogramm und lässt sich auch in hellem Sonnenlicht noch ganz passabel ablesen. Vermissen tue ich allerdings die Möglichkeit die RAW-Bilder zu vergrößern, um die Schärfe kontrollieren zu können. (Abends, bei der Durchsicht der Bilder - beim Shooting selbst bräuchte das viel zu viel Zeit.) Na, ich hoffe auf das nächste Firmware-Update; die Option RAW+JPEG, die das Vergrößern heute schon möglich macht, taugt aus meiner Sicht nicht für den Job, denn das kostet extra Speicherplatz, der beim RAW-Fotografieren eh schon knapp ist. Außerdem lässt sich kameraseitig nur beides gleichzeitig, nicht das JPEG allein löschen. Ich weiß nicht, ob es überhaupt technisch möglich wäre das RAW am Kameramonitor zu vergrößern, aber die nachträgliche Trennung des JPEG vom RAW sollte wohl möglich sein.
Das Gewicht der 7D ist noch erträglich. Sicher, sie liegt auch deswegen sehr gut in der Hand. Aber das Gewicht zusammen mit dem 28-135 (mein "Brot-und-Butter-Objektiv an der 600si) war mir doch zu groß für meine Wanderungen.

2. Objektiv-Kompatibilität und "Crop-Faktor": Mit dabei hatte ich mein geliebtes 35er, das 50er 1.4, das Sigma 18-35 sowie das 100-300 APO (nicht "D". Alle Objektive funktionierten tadellos, doch besonderen Nutzen hatten die beiden "kleinen" Festbrennweiten. (Vielleicht hängt es mit meinen Fotografiergewohnheiten zusammen, dass ich nämlich Leute anspreche, ob sie zu einem Foto bereit wären, dass ich immer öfter Zeit für einen Objektivwechsel hatte. Aber dazu unten mehr.) Auch wenn die "Bildbreite" des 35ers jetzt dem eines 50ers entspricht, es fühlt sich doch anders an und bleibt doch immer noch ein kleines Weitwinkel. Das 50er ist als Portrait-Objektiv wunderbar, sofern man nicht den kleinen Ausschnitt bevorzugt, sondern noch ein wenig "drumherum". Beide liefern knackscharfe Bilder, das 50er muss man dafür allerdings ein wenig abblenden; das 35er liefert dagegen auch bei Offenblende schon Ergebnisse, die erst im direkten Vergleich hinter die Leistungen kleinerer Blenden zurückfallen.
Sehr skeptisch war ich im Hinblick auf den fehlenden Weitwinkelbereich (18mm ergibt ja 27mm, wenn man diese Rechnung akzeptiert). Und das in den Bergen! Aber zu meinem großen Erstaunen habe ich das gewisse mehr nur sehr, sehr selten vermisst. Und selbst bei 18 (27)mm habe ich viel seltener fotografiert als mit dem 35er, das ich als Standard-Objektiv benutzt habe. Wahrscheinlich stimmts auch hier, dass die Beschränkung auf weniger der Kreativität eher nützt.

3. Akkulaufzeit und Speicherkarten: Ich hatte neben dem Originalakku noch einen von Assmann dabei, ein recht teures Ding für 35 Euro. Vor Reiseantritt war ich zugegebenermaßen recht skeptisch, wusste ich doch, dass ich unterwegs (in den Bergen) oft auf Strom würde verzichten müssen. War jedoch kein Problem. Ein Akku hält so lange, dass man ruhig am Abend noch die überflüssigen Bilder am internen Monitor aussortieren und dennoch am nächsten und übernächsten Tag noch weiter fotografieren kann. Drei Tage Laufzeit pro Akku macht also etwa eine Woche Laufzeit mit zwei Akkus, bevor man wieder eine Steckdose braucht.
Zum Speichern hatte ich eine 2 GB Kingston Elite (40x) und eine Lexar Ultra 512 oder wie immer das Ding heißt, also 80x. Die Geschwindigkeit der Karten spielte in der Praxis überhaupt keine Rolle. Wenn man sich was Gutes tun will für unterwegs, dann nimmt man einen CF-Reader mit USB 2.0 mit...

4. Das A und O bei einer Reise (Wandern, Reiten etc.) ist ein guter Fotorucksack. Ich hab mal bei ebay ein wunderbares Schnäppchen gemacht. Unten gibts das Fotodepartment für Kamera plus drei bis vier Objektive, oben einen kleineren Teil für eine Jacke etc. Das Ding ist wasserfest und - das Beste - besitzt nur einen Träger, so dass es sich blitzschnell vom Rücken auf den Bauch drehen lässt. Ich frag mich immer, wie das Leute mit so einem dicken Loewepro-etc.-Rucksack machen, wenn das Ding zwei Träger hat... Müssen die den Rucksack etwa immer absetzen, wenn sie mal die Kamera herausholen oder das Objektiv wechseln wollen? Auch wichtig: Eine Kameratasche bzw. ein Kamerarucksack sollte nicht als solcher erkennbar sein...

HGvH



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RE: Kurzbericht DSLR-Einsatz

#3 von das Auge , 23.01.2006 11:09

Dann erzaehle ich auch von meinen Erfahrungen bei -25 Grad.

Gestern hatte ich ein Treffen mit unseren polnischen Kollegen in Warschau. Es waren durchweg -25 Grad. Draussen hielt ich mich von 9 bis 17 Uhr auf. Normalerweise kein Thema, wenn man richtige Kleidung hat. Auf jeden Fall hatte ich die X500, 700si und Dynax 7D dabei. Nach einer Stunde packte ich die X500 in den Rucksack, da ich mit den beiden anderen fotografieren wollte. Also raus mit den beiden. Die 700si um die Schulter, Dynax 7D um den Hals. Anfangs hatte ich sie unter der Jacke, nach einer gewissen Zeit wurde es mir laestig, die Jacke auf und zu zumachen. Also hielt ich die Dynax 7D dann Aussen. In meinem VC befanden sich 2 Noname Akkus. Wie sich spaeter herausstellte, konnte ich den VC nicht vertikal nutzen, was ich schon mal vor Tagen schrieb, weil er auf Lock stand, also mein Fehler /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" />
Die 7D funktionierte ohne Probleme. Akkus hatten kaum Verlust an Saft, habe sie gerade eben aufgeladen. Beide benoetigten nicht einmal 15 Minuten.
Mein Image Tank, hatte ich an meinem Guertel angebracht und da meine Jacke sie gerade so bedeckte, bekam er ziemlich viel Kaelte ab. Trotz all dieser Kalte funktionierte alles ohne Probleme.
Fuer die 700si gab es ueberhaupt keine Probleme. Das einzig negative war, dass das 28-70G etwas schwergaengiger wurde, doch das wunderte mich nicht bei diesen Temperaturen.
Ein anderer Teilnehmer hatte auch die 7D und die funzte genauso ohne Probleme. Die D9 eines anderen Kollegen, na ja was soll ich sagen, "lachte", klar keine Probleme. Bei ihm machte nur das 28-135 das, was mein 28-70, es wurde schwergaengig.

Die Anzeige im Sucher hatte nur etwas Muehe, aber das war klar. Mehr Probleme machte dann nur mein Siemens-Handy, das im Rucksack sich befand. Die Anzeige spinnte nur /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" />

Ich kann nur sagen, dass die 7D klasse ist, da ich dachte, dass sie irgendwann wirklich die Akkus zumindest sich schwach zeigen, doch nichts von dem ist eingetretten.

Gruesse

Thomas



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RE: Kurzbericht DSLR-Einsatz

#4 von dino the pizzaman ( gelöscht ) , 23.01.2006 17:41

Mir ist ebenfalls aufgefallen, dass es schwierig ist im körpereigenen SChatten das Display zur Bildbeurteilung abzulesen. ES gibt allerdings drei Lösungen dazu:

- Kamera kurz unters T-shirt und Kopf darin versenken, dann geht's. Aber eher unpraktisch, diese Lösung.
- Displayschutz wegnehmen: für all die es noch nicht getan haben, bei der Bildbeurteilung im Sonnenlicht ist es ohne Displayschutz im Halbschatten schon wesentlich einfacher... weniger Spiegelungen
- einfach gute Bilder machen, dann weiss man, dass es nichts zu kontrollieren gibt.

Ansosten kann ich meinen Vorrednern spontan nichts hinzufügen. Sie haben alles wichtige schon geschrieben. /good.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="good.gif" />



dino the pizzaman

   


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