RE: Analog versus digital

#1 von MinoltafanMartin ( gelöscht ) , 23.10.2009 12:07

Hallo Minolta-Freunde!

Auch ich bin ein Analog-Fan mit MINOLTA X-700 und der Dynax 7 & 9, gleichwohl habe ich auch eine Fuji S5 und Nikon S710.

Alles was ich bisher an Vergleichen zur Abbildungsleistung von analog und digital national wie international gelesen habe, hat mich nicht davon überzeugt, daß Digital
grundsätzlich bessere Abbildungsleistungen bringt. Ich habe zwei Hauptgründe:
a) Der im Fotomagazin 04/2009 dankenswerter Weise veröffentlichte Vergleich zwischen digitalem Bild und dem neuen Ektar 100 bringt m.E. ein "unentschieden". Zudem
ist der Ektar nach meiner Beurteilung auch deswegen nicht überzeugender aus dem Wettbewerb gekommen, weil das Ektar-Negativbild gescannt wurde und das gescannte
Bild zum Vergleich herangezogen wurde. Gescannte Bilder, auch die sehr guten, verlieren aber immer an Details. Fotogeschäfte, die selbst entwickeln, bringen meist sehr gute
Abzüge. So ein Bild hätte man zum Vergleich heranziehen müssen. Fotomagazin argumentiert damit, daß der Herstellungsprozess der Vergleichsbilder gleich sein sollte. Ich
denke dagegen, das Bild sollte entscheidend sein, nicht der Herstellungsprozess.
b) Ich kenne keine DSLR mit Laptop und Beamer, die über Beamer ein 6x4 Meter grosses Bild so gut darstellen kann wie ein analoges, ungescanntes Dia.
Im übrigen gibt es Verlage, die von den Fotographen Dias verlangen, weil bei digital zu oft gemauschelt bzw. betrogen wurde.

Ich bringe meine analogen Filme durchwegs zu einem Fotohändler, der selbst entwickelt. Er nimmt bei analog die digitale Helligkeit heraus und entwickelt Super-Negativbilder.
Voraussetzung sind neben Kamera und Objektiv die Top-Filme wie Ektar, Farbwelt 100/200 oder Fuji Superia 100/200 bzw. Reala.

Digital hat unbestreitbar Vorteile, neben der schnellen Verfügbarkeit. Digitalbilder sind oft zu hell und und in der Farbdarstellung zu plakativ. Da muss man dann wieder
manuell nachsteuern. Andererseits haben wir oft das deutsche Schmuddelwetter in Grau, Grau. Da ist die helle Abbildung von Vorteil. Auch ein Blitz wird nicht so schnell
gebraucht. Die Tageshelligkeit wird in solchen Situationen von Digital so abgebildet, wie wir es mit den Augen empfinden. Analoge Bilder werden sind in solchen Situationen oft flau.

Eine Dunkelkammer im Bad oder eigenen Zimmer war und ist aufwendig. Einen PC hat fast jeder und die Leute sitzen mit Begeisterung Stunden vor dem PC um ein Bild zu
überarbeiten. Color Photo stützt das alles mit seitenlangen Berichten über Bildmanipulationen, erstellt mit einem Programm, das sich Otto Normalverbraucher nicht leisten kann.

Schade. dass es uns im Deutsch sprachigen Raum nicht gelingt, analog und digital als gleichberechtigt anzusehen. Der Zwist wird gefördert das durch eine oft mangelhafte Bildqualität
analoger Bildentwicklungen, wie sie die Kaufhäuser, Drogerien usw. bieten. Dazu kommt, dass man für 5-15 ct einfach nicht ein vernünftiges Bild erwarten kann.

MinFanMartin


MinoltafanMartin

RE: Analog versus digital

#2 von fwiesenberg , 23.10.2009 12:28

Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber diese Diskussion ist nicht ganz neu.

ZITAT(MinoltafanMartin @ 2009-10-23, 12:07) Einen PC hat fast jeder und die Leute sitzen mit Begeisterung Stunden vor dem PC um ein Bild zu überarbeiten.[/quote]
Echt?!? Kann ich nicht nachvollziehen. Wenn überhaupt, dann ist die Nacharbeit am PC für mich lästige Notwendigkeit. Aber Jedem das Seine.

ZITATSchade. dass es uns im Deutsch sprachigen Raum nicht gelingt, analog und digital als gleichberechtigt anzusehen.[/quote]
Wer sieht analog und digital als nicht oder doch gleichberechtigt an?
Und was hat das mit dem deutschrachigen Raum zu tun?

Beides hat seine Existenzberechtigung.
Aber der Umsatz an Filmmaterial und der Umsatz an Digitalkameras oder der Stückzahl-Vergleich von Analogabzügen und Digitalprints spicht eine deutliche Sprache: Die analoge Fotografie ist auf dem Rückzug und wurde in den letzten Jahren sowohl im Profi- als auch im Hobby-Bereich, aber auch von den "Gelegenheits- und Familienknipsern" zugunsten der Digitalfotografie zurückgefahren. Das läßt sich nicht wegdiskutieren oder ignorieren. Also vom Umsatz und von den Absatzzahlen sind die Analog- und Digitalfotografie nicht gleichberechtigt.

Aber ich bin überzeugt, daß sich die analoge Fotografie noch eine gute Weile halten wird. Zum Einen ist es ganz schön, ein "richtiges" Bild in der Hand zu halten - Digitalbilder drucke ich dagegen fast nie aus. Bei mir ist die Einteilung ganz klar: Digitalfotografie ist Job - Analogfotografie Hobby & Erholung. (Leider bin ich in diesem Jahr kaum zu letzterem gekommen...) Da gibt es keinen Zwist. ardon: Aber gleichberechtigt sind sie auch bei mir nicht, da ich (wie ja eben angeklungen) beiden Genres aufgrund ihres Zwecks unterschiedliche Prioritäten einräume.

ZITATDer Zwist wird gefördert das durch eine oft mangelhafte Bildqualität analoger Bildentwicklungen, wie sie die Kaufhäuser, Drogerien usw. bieten. Dazu kommt, dass man für 5-15 ct einfach nicht ein vernünftiges Bild erwarten kann.[/quote]
Das ist klar. Aber fördert das einen Zwist?!?


Grüße aus dem Westen der Republik!
Frank.


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RE: Analog versus digital

#3 von clintup , 23.10.2009 13:04

ZITAT(fwiesenberg @ 2009-10-23, 12:28) ...[/quote]

Ohne Dich dafür zitieren zu müssen: Ich stimme Dir in jedem Punkte zu. Leider auch in puncto Zeit fürs analoge Photographieren; da hatte ich eigentlich im Sommer sehr viel mehr geplant.


Gruß, clintup


 
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RE: Analog versus digital

#4 von wus , 08.11.2009 18:59

ZITAT(fwiesenberg @ 2009-10-23, 11:28) ...
der Umsatz an Filmmaterial und der Umsatz an Digitalkameras oder der Stückzahl-Vergleich von Analogabzügen und Digitalprints spicht eine deutliche Sprache:[/quote]

Stimmt, und die lautet: Die Massen erliegen dem Marketing-Hype der Industrie. Otto Normalverbraucher, der nicht in Foren unterwegs ist, aber die größten Teile der Umsätze erzeugt, glaubt nach 7 Jahren massiver Gehirnwäsche dann eben irgendwann doch, dass Digitaltechnik besser ist.

Inzwischen ist sie ja auch ganz gut geworden, aber leider noch nicht ganz in jeder Hinsicht.

Ich bleib auch lieber erst mal noch beim Film. Allerdings (fast) nur weil es eben keine digitalen Diaprojektoren gibt.


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RE: Analog versus digital

#5 von stevemark , 08.11.2009 21:43

ZITAT(MinoltafanMartin @ 2009-10-23, 11:07) Hallo Minolta-Freunde!

Auch ich bin ein Analog-Fan mit MINOLTA X-700 und der Dynax 7 & 9, gleichwohl habe ich auch eine Fuji S5 und Nikon S710.

Alles was ich bisher an Vergleichen zur Abbildungsleistung von analog und digital national wie international gelesen habe, hat mich nicht davon überzeugt, daß Digital grundsätzlich bessere Abbildungsleistungen bringt.[/quote]
Nun ja - lesen ist das Eine, selbst fotografieren und veröffentlcihen das andere. Ich habe gerade wieder die grossformatigen Proofs für den nächsten Sony-Fotospiegel neben mir liegen, drei Aufnahmen im Format 30x40 cm. Die Qualität, die da mit der Alpha 900 erreichbar ist, wäre mit keiner Kleinbild-Film/Kamera-Kombination auch nur annähernd machbar - Farbe, Dynamikumfang, und vor allem: Detailauflösung sind digital besser oder sogar viel besser.

Wenn Du aber eine A900 mit Grossformat-Dias vergleichst, so bringt "analog" mehr Auflösung. Bei 6x7 Dias haben wir etwa Gelichstand zwischen A900 und analog.


ZITAT(MinoltafanMartin @ 2009-10-23, 11:07) Ich habe zwei Hauptgründe:
a) Der im Fotomagazin 04/2009 dankenswerter Weise veröffentlichte Vergleich zwischen digitalem Bild und dem neuen Ektar 100 bringt m.E. ein "unentschieden". Zudem ist der Ektar nach meiner Beurteilung auch deswegen nicht überzeugender aus dem Wettbewerb gekommen, weil das Ektar-Negativbild gescannt wurde und das gescannte Bild zum Vergleich herangezogen wurde. Gescannte Bilder, auch die sehr guten, verlieren aber immer an Details. Fotogeschäfte, die selbst entwickeln, bringen meist sehr gute Abzüge. So ein Bild hätte man zum Vergleich heranziehen müssen. Fotomagazin argumentiert damit, daß der Herstellungsprozess der Vergleichsbilder gleich sein sollte. Ich denke dagegen, das Bild sollte entscheidend sein, nicht der Herstellungsprozess.[/quote]
Siehe oben.


ZITAT(MinoltafanMartin @ 2009-10-23, 11:07) b) Ich kenne keine DSLR mit Laptop und Beamer, die über Beamer ein 6x4 Meter grosses Bild so gut darstellen kann wie ein analoges, ungescanntes Dia.
Im übrigen gibt es Verlage, die von den Fotographen Dias verlangen, weil bei digital zu oft gemauschelt bzw. betrogen wurde.[/quote]
Ja - für diesen (aus meiner SIcht: Spezial-)Fall gebe ich Dir Recht.


ZITAT(MinoltafanMartin @ 2009-10-23, 11:07) ...
Schade. dass es uns im Deutsch sprachigen Raum nicht gelingt, analog und digital als gleichberechtigt anzusehen. Der Zwist wird gefördert das durch eine oft mangelhafte Bildqualität analoger Bildentwicklungen, wie sie die Kaufhäuser, Drogerien usw. bieten. Dazu kommt, dass man für 5-15 ct einfach nicht ein vernünftiges Bild erwarten kann.

MinFanMartin[/quote]

Obwohl ich "analog" schätze und gelegentlich auch benutze - "gleichberechtigt" ist analog schon lange nicht mehr. Wenn ich in der Praxis zu bestmöglichen Druckresultaten oder Abzügen kommen will, ist die A900 meiner Dynax 9 um Längen voraus. Bei jedem Wetter und bei jedem Licht ...

Nur in Bezug auf die Projektion hat das Dia noch die Nase vorne - und das ist nun wirklcih eine Nische geworden.

Ein wichtiger Punkt, den Du nicht ansprichst, und dessentwegen ich gelegentlich Portraits auf s/w-Negativfilm aufnehme, ist die Archivsicherheit. Will man sicherstellen, dass wichtige Aufnahmen auch nach 100 oder 200 Jahren noch existieren, ohne dass jemand alle paar Jahre "umkopiert", so führt kein Weg am Silbernegativ vorbei.

Gr Steve


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RE: Analog versus digital

#6 von ebarwick , 08.11.2009 22:20

ZITAT(stevemark @ 2009-11-08, 21:43) Die Qualität, die da mit der Alpha 900 erreichbar ist, wäre mit keiner Kleinbild-Film/Kamera-Kombination auch nur annähernd machbar - Farbe, Dynamikumfang, und vor allem: Detailauflösung sind digital besser oder sogar viel besser. Gr Steve[/quote]

Neulich habe ich eine Diskussion über zwei Portraitbilder mitverfolgt.
Zur Debatte stand eine Aufnahme mit einem 2,8/100 APO-Macro und eine mit einem 1,4/80. Auflösung und Detailschärfe seien beim Macro einfach besser, ergo die Aufnahmen auch.
Das Portraitfoto mit dem 1,4/80 war weicher, die Bildränder unschärfer, der Unschärfeverlauf als solcher aber wunderschön homogen, keine "Abrisskante" zwischen scharf/unscharf. Das Foto hatte Schmelz...
Kein Lager konnte das andere überzeugen, die Standpunkte waren verschieden.
Mein Resumee - wer die jeweiligen Vorteile der Objektive (oder Systeme ) für sich nutzt, hat den wirklichen Nutzen.

Grüße
Erhard


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RE: Analog versus digital

#7 von wus , 08.11.2009 23:12

ZITAT(stevemark @ 2009-11-08, 21:43) Nun ja - lesen ist das Eine, selbst fotografieren und veröffentlcihen das andere. Ich habe gerade wieder die grossformatigen Proofs für den nächsten Sony-Fotospiegel neben mir liegen, drei Aufnahmen im Format 30x40 cm. Die Qualität, die da mit der Alpha 900 erreichbar ist, wäre mit keiner Kleinbild-Film/Kamera-Kombination auch nur annähernd machbar - Farbe, Dynamikumfang, und vor allem: Detailauflösung sind digital besser oder sogar viel besser.

Gr Steve[/quote]

Hallo Steve, glaubst Du wirklich den Dynamikumfang anhand von Prints beurteilen zu können? Das wäre mir neu.

Mag ja sein dass man mit Hilfe der EBV die Kontraste so steuern kann, dass man mehr vom zur Verfügung stehenden Ausgangs-Dynamikumfang auf's Papier bringt.

Davon angesehen halte ich aber den Dynamikumfang für einen der letzten verbleibenden Schwachpunkte der Digitalfotografie.

Die einzige Ausnahme bildet hier die S5pro, die ingesamt zwar technologisch überholt ist, beim Dynamikumfang aber immer noch unerreicht. Ich hoffe ja immer noch, dass jemand eine Vollformatkamera mit der Sensortechnologie der S5pro rausbringt...

Liebe Grüße in die Schweiz,
Wolfgang


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RE: Analog versus digital

#8 von stevemark , 09.11.2009 00:12

ZITAT(wus @ 2009-11-08, 23:12) ZITAT(stevemark @ 2009-11-08, 21:43) Nun ja - lesen ist das Eine, selbst fotografieren und veröffentlcihen das andere. Ich habe gerade wieder die grossformatigen Proofs für den nächsten Sony-Fotospiegel neben mir liegen, drei Aufnahmen im Format 30x40 cm. Die Qualität, die da mit der Alpha 900 erreichbar ist, wäre mit keiner Kleinbild-Film/Kamera-Kombination auch nur annähernd machbar - Farbe, Dynamikumfang, und vor allem: Detailauflösung sind digital besser oder sogar viel besser.

Gr Steve[/quote]

Hallo Steve, glaubst Du wirklich den Dynamikumfang anhand von Prints beurteilen zu können? Das wäre mir neu. [/quote]
Ja - wieso nicht? Ich sehe doch, dass ich in einer gegebenen Situation mit "Dia & Trommelscan" schlechter dran bin als mit "A900 & DRO" oder "A900 & RAW-Konvertierung" ...


ZITAT(wus @ 2009-11-08, 23:12) ...
Davon angesehen halte ich aber den Dynamikumfang für einen der letzten verbleibenden Schwachpunkte der Digitalfotografie.

Die einzige Ausnahme bildet hier die S5pro, die ingesamt zwar technologisch überholt ist, beim Dynamikumfang aber immer noch unerreicht. Ich hoffe ja immer noch, dass jemand eine Vollformatkamera mit der Sensortechnologie der S5pro rausbringt...
...[/quote]

dpreview (ob das nun der letzte Schluss der Weisheit ist, sei dahingestellt - aber als Anhaltspunkt sicher nützlich):

Nikon D700, JPG, usable range (ISO 200): 7.8 EV
EOS 1Ds MkIII, JPG, usable range (ISO 100): 8.6 EV
Sony A900, JPG, usable range (ISO 200): 9.4 EV
Fuji S5 pro, JPG, usable range (ISO 200): 11.8 EV

Da sieht die Fuji S5 pro in der Tat besser aus (2.4 EV Differenz zur A900 bzw 5x mehr Licht bevor's "clippt"; sogar 4 EV Differenz zur Nikon D700 bzw. 16fach mehr Licht).

Nun kommt aber bei dpreview der Nachsatz, der sich mit meinen Praxis-Beobachtungen deckt:

"[Adobe Camera RAW conversion] Adobe's 'auto' setting increased dynamic range by just under 1.5 stops in the highlight region and just under a stop in the shadows. By flattening out the curve we were able to squeeze a total of 12.6 stops out of the sensor ... it does show the potential for digital exposure compensation when shooting RAW with the A900 ... All the lab results tied in with our observations when using the A900 in the field; JPEG dynamic range (and particularly highlight range in the region over 'mid gray' is excellent, and there's even more in the raw files if you need it. Impressive stuff."

Was in diesen Messwerten noch nicht berücksichtigt ist, ist die DRO-Funktion (die man freilich nur bei bis ca. 400 ISO voll ausnutzen sollte): Hier habe ich in Praxistests gesehen, dass DR+5 die Schatten um ca. 3 EV aufhellt, ohne die Lichter zu "clippen" - was dann in etwa den Beobachtungen von dpreview nahekommt (9.4 EV => 12.6 EV).

Manchmal wäre es gut, wenn die Leute in den Foren zuerst ausprobieren und dann schreiben würden ... *seufz*.

Gr Steve


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RE: Analog versus digital

#9 von ebarwick , 09.11.2009 09:03

ZITAT(stevemark @ 2009-11-09, 0:12) *seufz*.

Gr Steve[/quote]

Das "seufz" drängt sich mir bei diesen Diskussionen auch öfter auf...

Zum einen kann ich den Satz bei dpreview, diesmal in Bezug auf die S5pro, bestätigen. Enorm, welchen Dynamikumfang man doch durch gezielte RAW-Entwicklung aus den Dateien herausholen kann. Dabei ist die Fuji-Software nochmals einen Tick besser, nur so quälend langsam, dass ich mir das nicht antue.

Aber: Bei den beliebten digital-/analog-Vergleichen wird - auch besonders hier im Forum - immer gerne ein Scan eines ursprünglich analogen Bildes mit einem digitalen Bild verglichen, genau das hat fotomagazin auch gemacht. Mangels Anbieter ist ein echter Vergleich digital entstandenes gegen ausbelichtetes Foto gar nicht mehr möglich.
Das wäre dasselbe, wenn ich eine digitale Datei als Dia abziehen lasse und gegen ein echtes Dia in der Projektion gegenüberstellen würde - Äpel und Birnen
Rat mal, wer dann die Nase vorne hat.

Es gibt aber trotzdem noch Firmen, die nach wie vor als Basis für hochwertige Drucke auf das Dia setzen, vor allen Dingen, wenn sie eine hervorragende Grafikabteilung haben. Ich fotografiere für solch eine Firma und ich habe dieses Jahr tatsächlich mehr für den Druck fotografiert, als für die Projektion...
Auflösung ist halt nicht alles.

Für meinen persönlichen Bedarf kombiniere ich beides und fahre richtig gut damit. Schwarzweiß und Dias für meine Projektionen mache ich analog, wenn ich jetzt die Vorteile aufzählen sollte, würde der Platz hier nicht reichen...
Wobei ich bei SW sowohl mit Negativfilm wie auch noch mit Scala arbeite.

Trotzdem habe ich auch noch meinen Spaß mit der S5pro. Für das, was ich vorrangig für den Bildschirm und gelegentliche Ausdrucke - egal wie groß - mache, ist die Kamera in jedem Fall ganz hervorragend. Mittlerweile habe ich ein paar Diaporamen damit erstellt, bis auf die Projektion per Beamer (das ist immer noch eine Katastrophe...) waren die Ergebnisse klasse und ich hab mir die endlos lange Zeit am Scanner erspart.

Grüße
Erhard


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RE: Analog versus digital

#10 von binbald , 09.11.2009 19:55

QUOTE (wus @ 2009-11-08, 19:59) Otto Normalverbraucher, [...] glaubt nach 7 Jahren massiver Gehirnwäsche dann eben irgendwann doch, dass Digitaltechnik besser ist.[/quote]
Dazu braucht es keine Gehirnwäsche und keinen Marketinghype. Das ist auch kein Glaube oder Einbildung, sondern ein Fakt und absolut zutreffend. Gerade für Otto Normalverbraucher ist die Digitaltechnik so unendlich viel besser als die analoge Schiene. Gerade die Einfachheit des Knipsens, die Schnelligkeit, mit der die Ergebnisse zur Verfügung gestellt werden, die deutliche Kostenreduktion, die vereinfachte Weiterverbreitung, und und und. Die Vorteile sind Legion. Selbst meine betagte Mutter traut sich jetzt sogar ein wenig zu fotografieren, weil erst die digitale Technik es ihr möglich macht angstfrei damit umzugehen.

Will heißen: Was wir hier an Einzelheitchen hervorkramen zur Unterscheidung von analog und digital, sind für fast alle Menschen absolut irrelevante Nebensächlichkeiten. Und die haben so unendlich viel Spaß dabei, das gerade deswegen die fast schon im Absterben begriffene Fotofamilie (aus Vereinen, Clubs, Herstellern, Verkäufern, etc.) wieder richtig Leben eingehaucht bekommen hat. Insofern halte ich es auch durchaus für legitim, analog und digital nicht als gleichberechtigt ansehen zu müssen. Sicherlich sind sie es für uns in der wissenden Minderheit (und ich weiß nicht, wo im ernsthaften Fotobereich analog und digital wirklich gegeneinander ausgespielt werden; das ist wohl eine Mär), aber zu Recht nicht bei der breiten Masse.

Edit: ich mache übrigens auch noch analog...


--- Gruß, Michael ---


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RE: Analog versus digital

#11 von XJVolker , 09.11.2009 21:32

ZITAT...Das ist auch kein Glaube oder Einbildung, sondern ein Fakt und absolut zutreffend. Gerade für Otto Normalverbraucher ist die Digitaltechnik so unendlich viel besser als die analoge Schiene...[/quote]


dann frag sie doch mal in 10 Jahren, wo ihre Dateien sind. Die meisten gehen sehr sorglos damit um , das wird noch oft ein böses Erwachen geben. Außerdem: man kann digital sehr schöne Ausdrucke/Ausbelichtungen machen, aber es sind nur sehr wenige, die das wirklich können. Die meisten, die ich bisher gesehen habe, sind eher auf niedrigem Qualitätsniveau, da sind z. B. die analog/gescannten Prints von farbglanz oder anderen Anbietern oft um Längen besser (auch in größeren Formaten). Also Vorsicht mit Behauptungen wie "Fakt" und "viel besser" - man muss das auch können, das setzt digital sehr viel know how voraus.
Ich fotografiere sowohl analog als auch digital, ich sehe keine Überlegenheit einer Technik, sondern Vor- u. Nachteile auf beiden Seiten

Viele Grüße Volker


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RE: Analog versus digital

#12 von binbald , 09.11.2009 21:47

QUOTE (XJVolker @ 2009-11-09, 22:32) dann frag sie doch mal in 10 Jahren, wo ihre Dateien sind.
[...]
man kann digital sehr schöne Ausdrucke/Ausbelichtungen machen, aber es sind nur sehr wenige, die das wirklich können.[/quote]
Ich kenne diese Einwände und finde sie auch völlig richtig und gerechtfertigt. Allerdings erlebe ich das ein wenig anders. Manche/Viele Bilder auf dem Computern sind in ein paar Jahren eben weg. Das tut den meisten Leuten vielleicht mal kurz weh, aber höchstwahrscheinlich nicht allzu sehr. Denn ich sehe eher, dass von den paar wenigen schönen Bildern immer noch Ausdrucke angefertigt werden. Zwar nicht überragend in der Qualität, aber locker auf einem halbwegs vernünftigen Niveau. Was meine alte Mutter von DM zurückbekommt, ist auch nicht wesentlich miserabler als früher. In 20 Jahren sind die auch nicht viel schlechter als die heutigen Polaroidbildchen vom damaligen Mauerfall. (Nachtrag: mit "besser" meine ich nicht unbedingt hinsichtlich der Bildqualität, das ist nur ein Teilaspekt (den zudem manche Normalverbraucher noch gar nicht mal erkennen oder benennen können); sondern eher das Gesamtpaket unter Berücksichtigung und Gewichtung aller Auswirkungen)
Und welcher Otto Normalverbraucher hat sich denn jemals seine Negative aufgehoben? Die flogen doch spätestens nach einem Jahr in den Abfall, wenn nicht sofort.
Du hast völlig Recht, und ich stimme Dir auch zu - aber letztlich glaube ich dennoch, dass der Umstieg auf Digitalfotografie durchaus ein Segen für die überwiegende Mehrheit darstellt.

Ich halte den analog-digital-Streit vergleichbar mit dem um SW-Farbfotografie. Gegen so eine richtig schön ausgearbeitete, nuancierte Grauabstufung auf Baryt kommt auch kein Farbfoto an. Der Vergleich ist doch genauso eigentümlich, oder?

Und was unsere gehobenen Ansprüche angeht (also weg von der Masse): Da kann ich den Ton des Eingangspostings nicht verstehen. Spielt man heutzutage wirklich noch analog gegen digital aus, ohne die jeweiligen individuellen Vorzüge anzuerkennen? Ich glaube, da wird etwas konstruiert (oder ich bin doch etwas zu blauäugig ardon: )


--- Gruß, Michael ---


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RE: Analog versus digital

#13 von Eugene ( gelöscht ) , 09.11.2009 22:12

ZITAT(binbald @ 2009-11-09, 19:55) ZITAT(wus @ 2009-11-08, 19:59) Otto Normalverbraucher, [...] glaubt nach 7 Jahren massiver Gehirnwäsche dann eben irgendwann doch, dass Digitaltechnik besser ist.[/quote]
Dazu braucht es keine Gehirnwäsche und keinen Marketinghype. Das ist auch kein Glaube oder Einbildung, sondern ein Fakt und absolut zutreffend. Gerade für Otto Normalverbraucher ist die Digitaltechnik so unendlich viel besser als die analoge Schiene. Gerade die Einfachheit des Knipsens, die Schnelligkeit, mit der die Ergebnisse zur Verfügung gestellt werden, die deutliche Kostenreduktion, die vereinfachte Weiterverbreitung, und und und. Die Vorteile sind Legion. Selbst meine betagte Mutter traut sich jetzt sogar ein wenig zu fotografieren, weil erst die digitale Technik es ihr möglich macht angstfrei damit umzugehen.

Will heißen: Was wir hier an Einzelheitchen hervorkramen zur Unterscheidung von analog und digital, sind für fast alle Menschen absolut irrelevante Nebensächlichkeiten. Und die haben so unendlich viel Spaß dabei, das gerade deswegen die fast schon im Absterben begriffene Fotofamilie (aus Vereinen, Clubs, Herstellern, Verkäufern, etc.) wieder richtig Leben eingehaucht bekommen hat. Insofern halte ich es auch durchaus für legitim, analog und digital nicht als gleichberechtigt ansehen zu müssen. Sicherlich sind sie es für uns in der wissenden Minderheit (und ich weiß nicht, wo im ernsthaften Fotobereich analog und digital wirklich gegeneinander ausgespielt werden; das ist wohl eine Mär), aber zu Recht nicht bei der breiten Masse.

Edit: ich mache übrigens auch noch analog...
[/quote]

Ich mache nicht mehr in analog, weil viele der von Dir genannten Vorteile zutreffen und weil das Neue der schärfste Feind des Alten ist.

Aber ein grosses ABER.
Völlig isoliert voneinander betrachtet, einmal Analogfotografie so wie früher als es noch keine DSLRs gab und ein anderes mal Digitalfotografie, war ich bestens zufrieden mit dem analog Fotografieren an sich und dem equipment das ich hatte.
Zufriedener als jetzt, wo man automatisch nach neuen Produkten Ausschau hält, nicht nur Kameras, sondern auch Objektive und Software. Das Rad dreht sich weiter und man ist unbewusstes Opfer des Marketings und schielt nach neuem besserem, der ein oder andere kämpft mit Front-/Back Focus seiner Objektive und freut sich über die Korrekturfunktion einer Alpha 900.

Ich muss feststellen, dass meine analoge Minolta Ausrüstung zusammen war, Dynax 7, die guten Festbrennweiten von 20 bis 200, schönes Dialeuchtpult, tolle Dialupe, Projektur mit gutem Objektiv, Stativ und Kabelauslöser. Ich hatte eigentlich keinerlei Bedürfnis, noch etwas dazukaufen zu müssen, hatte nicht das Gefühl, dass das 20mm Objektiv zu kontrastarm sei, sogar das 1,4/50 habe ich gerne genutzt;-)

Dann fings an mit Dynax 7D. Fehlfokusse, wenn ich mir jetzt die Bilder anschaue, hui, was da alles daneben lag. Bildwinkel aller Objektive verändert, erratische Blitzbelichtungsmessung, Bedarf nach neuem stärkerem Weitwinkel, aber nur ein Zoom 11-18 verfügbar, Bildbearbeitungsaufwand komplexer (Scanner war schon zu analogen Zeiten da), Fragen der digitalen Anfangszeit schlüssig klären - wie funktioniert der AS, ist er mit manuellem Fokus schlechter, muss man für die beste Qualität RAW verwenden oder reicht jpg usw.
Eine neue Kamera musste her. A100 war da. Leider viel weniger Kameragefühl als die Dynax 7. Dafür schärfer und fokussicherer als die 7D. Schade, da ein gewisser Rückschritt. Neue Objektive braucht das Land, die digital optimiert sind. Ja es zeigen sich Qualitätsunterschiede. Weitwinkelzoom gekauft und später wieder verkauft.
Super, die A700 ist da! Endlich wieder etwas mehr Kamera in der Hand. Huch sie rauscht aber. ;-) Alle sagen es, es macht mich ein wenig unzufrieden. Aber die SW xy hilft. Oder schafft SW ab doch bessere Ergebnisse? Probiert und probiert. Ja, jetzt hatte ich das Optimum, dachte ich. Glücklicherweise verbessert ein firmware update die Kamera.
Neue Objektive treffen ein. Zeisse sollen alles alte an Digitalkameras in den Schatten stellen. Eins gekauft. Stimmt, sehr sehr gut. Schlepp, schlepp. Digitale Objektive dieser Klasse müssen einfach grösser sein. Fehlte nicht noch was? Genau, der Weitwinkelbereich. Zeiss lockt mit 16-80 mm. Gekauft. Klapper, klapper. Das Objektiv rappelt. Service sagt, das stimmt so. Mehrmals. Damit muss man leben. Früher wusste ich, eine Festbrennweite hat Vorteile! 400mm wollte ich schon immer. Wo bleibt die Sony Festbrennweite? Warten, warten. ok, das ist ein neues G Zoom. Gut, ich machs. Gekauft. Schön silbern. Säuft auch gerne den Akku leer.

Endlich ist sie da, eine Vollformatkamera. Gut, das ich jahrelang den quälenden Systemwechselgedanken wiederstanden habe. Aber nee, die kauf ich nicht, was mach ich dann mit meinem Zeiss-Zoom? Und dem G Zoom? Sind dann ja doch keine stolzen 600mm Bildwinkel mehr. Ausserdem sagen alle, die rauscht wie wild. Diesmal bin ich schlauer. Ich sage mir: Jetzt warte ich, bis der Nachfolger des Nachfolgers kommt, der keine Wünsche mehr offen lässt...

Ach, wie war das schön, als ich von Digitalkamera noch nichts wusste. Meine schlanke Dynax 7 mit Handgriff, ein Stativ, der Fernauslöser mit Kabel, die Objektive die ich wollte waren da. Keine Bildqualitätsgedanken. Nur Beschäftigung mit dem Motiv. Spannungsvolle Erwartung auf die Urlaubsdias, sortieren auf dem Leuchtpult mit der tollen Lupe und beeindruckende Präsentation im Grossformat.

Ich wär echt nicht unglücklich, wenn die Digitalfotografie nie erfunden worden wäre. ;-)
Und sag mir nochmal einer, das wär billiger. Was ich dadurch an Zusatzkosten hatte, dafür hätte ich bis an mein Lebensende Filme kaufen können. Mindestens.
Und besser wurden die Bilder auch nicht.
Im Gegenteil. Was jetzt an Bildermassen aufläuft, reduziert die Wertschätzung für das einzelne Bild, die beim Diafotografieren in weit höherem Maße da war.

PS
Etwas pointiert beschrieben, aber durchaus wahr. Ich hoffe, ich bin nicht der einzige, der diese Erfahrungen gemacht hat.


Eugene

RE: Analog versus digital

#14 von clintup , 09.11.2009 22:26

ZITAT(Eugene @ 2009-11-09, 22:12) Ich wär echt nicht unglücklich, wenn die Digitalfotografie nie erfunden worden wäre. ;-) Und sag mir nochmal einer, das wär billiger. Was ich dadurch an Zusatzkosten hatte, dafür hätte ich bis an mein Lebensende Filme kaufen können. Mindestens. Und besser wurden die Bilder auch nicht. Im Gegenteil. Was jetzt an Bildermassen aufläuft, reduziert die Wertschätzung für das einzelne Bild, die beim Diafotografieren in weit höherem Maße da war.[/quote]

Genau so geht's mir. Sogar ohne AF war ich glücklich, mit X-500 mit MD, XD-5 mit Winder, XE-1 und SR-T 101b, mit meinen geliebten Objektiven 1,2/50, 2/85 und 2,5/100, dazu noch ein 50er Makro, das RF 250, die beiden Zooms 24-35 und 35-70, mit der Zeit noch ein 28, 35 und 135 und einiges Zubehör, zB. den Metz CT45-4: Wow, das war's. Teilweise gebraucht beim Händler (vorher anschauen und testen).

Und heute? Dynax 7D: Die ist doch schon 4 oder 5 Jahre alt! Geht ja wohl gar nicht. (Klar geht es! Und jede Menge Objektive. Und immer noch bessere möglich. Ich investiere deutlich mehr ins Equipment als vorher in Filme und Drumherum.


Gruß, clintup


 
clintup
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RE: Analog versus digital

#15 von Eugene ( gelöscht ) , 09.11.2009 22:48

Sowas geht natürlich nur digital:

HP - video sehenswert


Eugene

   

Aufnahmen mit dem Impossible PX 100 (Polaroid)
Entwicklungsdauer APS bei dm

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