RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#1 von matthiaspaul , 19.08.2008 00:56

http://www.hoya.co.jp/english/investor/d0h...j0000000rf6.pdf
http://www.photoscala.de/Artikel/Pentax-op...am-Markt-vorbei
ZITATAber auch die Zahlen der Geschäftseinheit Pentax geben Anlass zur Besorgnis. Pentax hat im ersten Quartal mit einem erzielten Nettoumsatz von 36,45 Mrd. Yen (ca. 224,5 Mio. &euro 28 % Umsatzanteil am Gesamtumsatz. Gleichzeitig schmilzt aber durch operative Ausgaben der gesamte Umsatz, so dass ein negativer operativer Gewinn verbleibt. Der CEO Hiroshi Suzuki der Unternehmensgruppe Hoya schätzt den Digitalkameramarkt als schrumpfend ein. Daher ist das Unternehmen bestrebt, die Profite, die Pentax bislang aufwies, zu sichern, aber gleichzeitig die Geschäftstätigkeit nicht weiter auszubauen bzw. zu reduzieren (Senkung der operativen Kosten!. Das Umsatzwachstum entwickelt sich am Digitalkamera-Markt negativ und für das zweite Geschäftsquartal 2008 (Juli bis September) rechnet Hoya für Pentax sogar mit einem Umsatz-Rückgang um 20 %. Obwohl neue Produkte eingeführt wurden, hinkt Pentax hinter den Mitbewerbern und der Marktnachfrage her und baut Lagerbestände auf. Hoya wird daher die Umstrukturierung von Pentax weiter vorantreiben. Dabei steht sowohl die Geschäftsstrategie wie die gesamte Organisation von Pentax auf dem Prüfstand. Dies geht weit über die sonst üblichen Kosteneinsparungen hinaus.[/quote]
Das hört sich gar nicht gut an. Hoffen wir mal, daß es weitergeht mit Pentax...


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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#2 von Polylux , 19.08.2008 11:42

ZITAt (matthiaspaul @ 2008-08-18, 23:56) http://www.hoya.co.jp/english/investor/d0h...j0000000rf6.pdf
http://www.photoscala.de/Artikel/Pentax-op...am-Markt-vorbei
ZITATAber auch die Zahlen der Geschäftseinheit Pentax geben Anlass zur Besorgnis. Pentax hat im ersten Quartal mit einem erzielten Nettoumsatz von 36,45 Mrd. Yen (ca. 224,5 Mio. &euro 28 % Umsatzanteil am Gesamtumsatz. Gleichzeitig schmilzt aber durch operative Ausgaben der gesamte Umsatz, so dass ein negativer operativer Gewinn verbleibt. Der CEO Hiroshi Suzuki der Unternehmensgruppe Hoya schätzt den Digitalkameramarkt als schrumpfend ein. Daher ist das Unternehmen bestrebt, die Profite, die Pentax bislang aufwies, zu sichern, aber gleichzeitig die Geschäftstätigkeit nicht weiter auszubauen bzw. zu reduzieren (Senkung der operativen Kosten!. Das Umsatzwachstum entwickelt sich am Digitalkamera-Markt negativ und für das zweite Geschäftsquartal 2008 (Juli bis September) rechnet Hoya für Pentax sogar mit einem Umsatz-Rückgang um 20 %. Obwohl neue Produkte eingeführt wurden, hinkt Pentax hinter den Mitbewerbern und der Marktnachfrage her und baut Lagerbestände auf. Hoya wird daher die Umstrukturierung von Pentax weiter vorantreiben. Dabei steht sowohl die Geschäftsstrategie wie die gesamte Organisation von Pentax auf dem Prüfstand. Dies geht weit über die sonst üblichen Kosteneinsparungen hinaus.[/quote]
Das hört sich gar nicht gut an. Hoffen wir mal, daß es weitergeht mit Pentax...
[/quote]

Wäre echt schade (wenigstens für meine sentimentale Ader) wenn noch einer der "kleinen" wegbricht ... zumal Pentax ganz interessant eDSLR auf dem Markt hat und in der Vergangenheit immer wieder mit besonderen Sachen die Fotografie bereichert hat.


 
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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#3 von halzkrause , 19.08.2008 11:49

Wie ist eigentlich die verbindung von Samsung zu Pentax?
Vieleicht hat Samsung ja ambizionen die dslr sparte weiterzuführen??

mfg Bastian


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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#4 von Giovanni , 19.08.2008 12:41

QUOTE (matthiaspaul @ 2008-08-18, 23:56) Das hört sich gar nicht gut an. Hoffen wir mal, daß es weitergeht mit Pentax...[/quote]
Um die DSLRs wäre es sehr schade. Pentax war für mich immer eine "ehrliche Haut", eine Firma, die keine faulen populistischen Kompromisse gemacht hat, um mehr zu verkaufen oder Kosten zu sparen. So wurde ein hoher Grad an Miniaturisierung erreicht, aber im Vergleich zu Mitbewerbern nicht am Sucher oder an fotografischen Funktionen gespart. Außerdem hat Pentax sehr konsequent die Rückwärtskompatibilität mit älteren Objektiven gewahrt.

Das hört sich jetzt an wie ein Nachruf, stelle ich gerade fest - ist es natürlich (noch?) nicht. Wird es hoffentlich auch nicht werden.

Meine Meinung ist, dass diese Firma sich bei Kameras auf ihre Kernkompetenz konzentrieren sollte: Kompakte, leistungsfähige Spiegelreflexkameras. Bei Kompakt-Digicams hatte Pentax dagegen nicht das glücklichste Händchen und um diesen Bereich würde ich keinesfalls trauern.

Wer betreibt eigentlich das Produktionswerk auf den Philippinen - Samsung? Macht Pentax nur die Entwicklung?

Gruß
Johannes



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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#5 von matthiaspaul , 24.03.2009 18:07

ZITAT(matthiaspaul @ 2008-08-18, 23:56) ZITAT
Hoya wird daher die Umstrukturierung von Pentax weiter vorantreiben. Dabei steht sowohl die Geschäftsstrategie wie die gesamte Organisation von Pentax auf dem Prüfstand. Dies geht weit über die sonst üblichen Kosteneinsparungen hinaus.[/quote]
[/quote]
Wie wohl diese beiden Meldungen der letzten Tage zusammenpassen?

http://www.pentax.jp/english/news/2009/200905.html "Pentax 645D Prototyp auf PIE 2009 zu sehen"
http://www.photoscala.de/Artikel/PIE-2009-...wieder-in-Sicht

http://www.photoscala.de/Artikel/Pentax-Ja...chaft-halbieren "Entlassungen bei Pentax in Japan"

Viele Grüße,

Matthias


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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#6 von Giovanni , 24.03.2009 19:49

QUOTE (matthiaspaul @ 2009-03-24, 18:07) Wie wohl diese beiden Meldungen der letzten Tage zusammenpassen?

http://www.pentax.jp/english/news/2009/200905.html "Pentax 645D Prototyp auf PIE 2009 zu sehen"
http://www.photoscala.de/Artikel/PIE-2009-...wieder-in-Sicht

http://www.photoscala.de/Artikel/Pentax-Ja...chaft-halbieren "Entlassungen bei Pentax in Japan"[/quote]
Vielleicht ist das überhaupt der beste Weg für Pentax, sich auf Mittelformat-Kameras zu konzentrieren.

Die DSLRs von Pentax sind mechanisch solide gebaut, aber unter Einsatz von sehr viel Handarbeit. Was die elektromechanischen Bauteile und die ganze Konstruktion betrifft, kann man davon ausgehen, dass die Produktionskosten selbst auf den Philippinen relativ hoch sein dürften im Vergleich zu den "großen drei". Dazu kommt, dass der elektromagnetische Stabilisator gegenüber dem Sony/Minolta System bei Wirksamkeit und Energiebedarf nicht mithalten kann. Vermutlich begrenzen nicht zuletzt Patente von KM/Sony und ggf. Olympus die Wirksamkeit. Nur mechanisch dürfte er robuster als das System von Sony sein - nahezu unkaputtbar.

Die Bauweise der Pentax DSLRs würde einer Mittelformatkamera gut stehen. Bei dieser kommt es nicht so sehr auf eine für automatische Fertigung hoher Stückzahlen optimierte Konstruktion an. Ein paar Schrauben mehr, gekapselte Schalter statt Schleifkontakten, viele kleine Platinen und handverlötete Verbindungskabel wären hier kein Nachteil.



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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#7 von tatatu , 24.03.2009 21:06

ZITAT(Giovanni @ 2009-03-24, 19:49) Vielleicht ist das überhaupt der beste Weg für Pentax, sich auf Mittelformat-Kameras zu konzentrieren.[/quote] Ich habe die Zahlen nicht parat, aber im MF-Bereich geht es um jährliche Verkäufe in Tausender-Stückzahlen, nicht Hunderttausende oder Millionen... Sich darauf zu konzentrieren dürfte das sichere Aus für Pentax bedeuten. Im Grunde bietet der Markt nur Platz für 2 Anbieter im digitalen MF.
Was dafür spricht, hier eine kleine Nische zu besetzen, ist, dass Pentax einst ein strahlender Stern am Mittelformat-Himmel war und auch noch viele die alten Systeme samt Optiken besitzen. Wie viele, keine Ahnung. Und wie viele davon dann auch tatsächlich zu einer digitalen Pentax 645 greifen würden, das sei mal dahingestellt. Grundsätzlich fischt sie im gleichen trüben Gewässer, wie die Leica S2. Aber wer weiß... vielleicht setzen sich die integrierten Systeme gegenüber den alten modularen Systemen über kurz oder lang durch. Bislang kann davon aber offenbar noch keine Rede sein.
Die Kamera ist an Häßlichkeit ja wahrlich kaum zu übertreffen :-) Aber wenn sie qualitativ an alte Zeiten anknüpft, wird man ihr Äußeres sicher großzügig verzeihen.
Nett ist das zusätzliche Stativ-Gewinde an der Seite...



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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#8 von anna_log , 24.03.2009 22:30

Pentax ist nun eine übernommene Firma, deren Wert nur noch in Zahlen gemessen wird. Ich befürchte, der Laden wird solange auf Gewinn getrimmt, bis keiner mehr da ist, der noch Verluste machen kann. Dann lassen sich die Namensrechte vielleicht noch lukrativ veräußern.


Gruß
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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#9 von Polylux , 24.03.2009 23:28

Die nicht auch noch ... bitte, bitte ... .


 
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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#10 von ebarwick , 24.03.2009 23:41

ZITAT(tatatu @ 2009-03-24, 21:06) Die Kamera ist an Häßlichkeit ja wahrlich kaum zu übertreffen :-)[/quote]

...immerhin hat sie das geneigte Display, wie man es weiland an der seligen Dynax 7000 bewundern konnte. Dort sah es doch richtig schnittig aus...

Grüße
Erhard


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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#11 von clintup , 25.03.2009 00:46

ZITAT(ebarwick @ 2009-03-24, 23:41) ...immerhin hat sie das geneigte Display, wie man es weiland an der seligen Dynax 7000 bewundern konnte. Dort sah es doch richtig schnittig aus...[/quote]

7000i vielleicht?


Gruß, clintup


 
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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#12 von matthiaspaul , 27.03.2009 13:18


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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#13 von ebarwick , 28.03.2009 10:22

ZITAT(clintup @ 2009-03-25, 0:46) ZITAT(ebarwick @ 2009-03-24, 23:41) ...immerhin hat sie das geneigte Display, wie man es weiland an der seligen Dynax 7000 bewundern konnte. Dort sah es doch richtig schnittig aus...[/quote]

7000i vielleicht?
[/quote]

Stimmt, ich vergesse immer, dass es auch mal eine 7000 ohne i gab. Als ich die 7000 AF bei Foto-Oehling das erste Mal in den Händen hatte, hab ich danach dankbar meine XD-7 wieder in die Hand genommen.
War für mich damals eine lange "Durststrecke" - nach der XD-7 bis zur 7000i hatte Minolta für mich absolut keine attraktive Kamera im Programm. Wenn ich nicht mit Häuslebauen beschäftigt gewesen wäre, hätte von da an Leica auf meinen Kameras gestanden.

Grüße
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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#14 von Ernst-Dieter aus Apelern , 28.03.2009 10:41

Mittelformat ist halt sehr teuer, die normalen DSLR Kameras werden Pentax noch hochhalten.
Die K 70 soll ja bald kommen.
Ernst-Dieter


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RE: Pentax sieht schwierigen Zeiten entgegen...

#15 von matthiaspaul , 28.03.2009 22:50

ZITAT(ebarwick @ 2009-03-28, 10:22) Stimmt, ich vergesse immer, dass es auch mal eine 7000 ohne i gab. Als ich die 7000 AF bei Foto-Oehling das erste Mal in den Händen hatte, hab ich danach dankbar meine XD-7 wieder in die Hand genommen.
War für mich damals eine lange "Durststrecke" - nach der XD-7 bis zur 7000i hatte Minolta für mich absolut keine attraktive Kamera im Programm.[/quote]
Das war bei mir etwas anders. ;-) Eigentlich war die Minolta 9000 AF die erste (und lange Zeit auch letzte) Kamera von Minolta, die mich wirklich auf Anhieb überzeugte und dies bis heute tut.

Die Minolta XD-7 und auch die Minolta X-700 fand ich damals auch ganz gut, aber es fehlten halt immer irgendwelche Funktionen. Wenn etwas technisch einfach nicht sinnvoll im Rahmen eines grundsätzlichen Konzepts und Kostenrahmens realisierbar ist, dann ist das eben so, aber wenn kleine Funktionen weggelassen werden oder die Kamera einem in bestimmten Situationen eher "im Weg" ist als zu unterstützen, und diese Dinge mit minimal mehr Nachdenken oder Einsatz leicht zu realisieren gewesen wären, dann ärgert mich sowas auf der Suche nach der kanonischen Form einer Kamera immer sehr und wertet das ganze Produkt in meinen Augen stark ab - eine verpaßte Gelegenheit mehr, etwas wirklich "Rundes" auf den Markt zu bringen. Bei den Nikon-Gehäusen sah es übrigens ähnlich aus, auch da fehlten mir immer wieder irgendwelche Funktionen. Am Besten gefielen mir damals noch verschiedene Kameras von Pentax (insbesondere die Pentax LX als - damals schon - Klassiker und die Pentax super A als durchdachte moderne Kamera).

Als dann die Minolta 7000 AF eingeführt wurde, überzeugte mich zwar nicht die Kamera, wohl aber das System. Autofokus war für mich nicht wichtig, ich hatte aber auch nichts dagegen. Aber das Prinzip des Datenaustauschs mit Objektiven, Blitzgeräten und anderen Zubehörteilen fand ich einfach nur folgerichtig und zeitgemäß, auch wenn Minolta das Potential leider nie komplett ausgereizt hat und immer wieder selbst unnötige Inkompatibilitäten geschaffen hat. Damals hoffte ich noch, daß Minolta die fehlenden Objektive im AF-Sortiment (im Vergleich zum vielfach umfangreicheren MF-Sortiment) nach und nach nachreichen würde, was leider nie wirklich passierte.
Die Minolta 7000 AF hat mich, wie gesagt, selbst nie interessiert, vermutlich da sie zu wenig nach Kamera und zu viel nach typischem Elektronik-Gadget der Achtziger Jahre aussah, definitiv aber, weil sie keine Abblendtaste und keine Spotmessung hatte. Eine fest in die Kamera eingebaute Lithium-Batterie mit zehn Jahren Lebensdauer lehnte ich damals (wie heute) ab (damals wußte ich noch nicht, daß diese Backupbatterie bei der 7000 AF relativ leicht von außen zugänglich ist und die Kamera dafür nicht zum Service eingeschickt werden muß, wie es in der Anleitung hieß. Und einen eingebauten Motor wollte ich damals auch noch nicht haben.
Aber schon sehr bald gab es die ersten Gerüchte, daß Minolta da noch ein höheres Modell in Vorbereitung hätte (das in Wahrheit zu diesem Zeitpunkt schon fertig entwickelt, aber eben noch nicht produziert worden war). Als die Minolta 9000 AF dann vorgestellt wurde, wurde sehr schnell klar, daß diese Kamera wirklich rund war und endlich mit allen Funktionen aufwartete, die ich von einer Spiegelreflexkamera erwartete, so daß man nicht immer auf irgendwelche Funktionen verzichten mußte. (Es fehlten eigentlich nur Wechselsucher, Spiegelvorauslösung, Anschluß für mechanische Drahtauslöser, T-BULB-Modus, Dauerlichtmessung während der Belichtung und zwei Funktionen, die damals allerdings noch Zukunftsmusik waren, Synchronisation auf den zweiten Verschlußvorhang und Kurzzeitblitzsynchronisation.) Die wahre konzeptionelle Reife der 9000 AF, die sie in meinen Augen bis heute herstellerübergreifend zu einer der wenigen Ausnahmekameras und Klassiker macht (auch wenn die Kamera leider auch einige konstruktive Schwachstellen wie das ungeschützte Pentaprisma hat, von den inzwischen sichtbaren Altersschwächen nicht zu reden), zeigte sich jedoch mehr in den Implementierungsdetails und wurde mir erst im Laufe der Jahre bewußt, u.a. dadurch, daß Minolta es bei späteren Kameras anders löste und damit unnötigerweise eine optimale Detaillösung nach der anderen wieder über Bord warf. Man entwickelt sich halt weiter, probiert aus und stellt dann fest, ob die Kamera einen bei den eigenen fotografischen Versuchen unterstützt oder sich in den Weg stellt. Die 9000 AF hat sich mir selbst bei manch abenteuerlichen Experimenten abseits der ausgetretenen Pfade noch nie in den Weg gestellt, wohingegen manches davon mit z.B. der Dynax 9 einfach nicht umsetzbar wäre (was ärgerlich ist, da es in den meisten Fällen keinen Grund dafür gibt). Ganz schlimm in dieser Hinsicht die Dynax 9xi, bei der meiner Ansicht nach eigentlich nur sehr wenige Dinge gut gemacht wurden.

Gerade bei der Minolta Dynax 7000i, die Dich, wie Du schreibst, überzeugt hat, fühlte ich mich von Minolta komplett vor den Kopf gestoßen. Das war nun überhaupt nicht die Marschrichtung, die ich mir wünschte - in meinen Augen völlig unförmig mit diesem protzigen "Monitor"-Display oben und einem unnötigerweise inkompatiblen Blitzschuh, aber dafür vielen Funktionsdefiziten im Detail - eine Fortentwicklung der "Plastikbomberlinie", die mit der 7000 AF begann und leider während der kommenden Jahre mit den i-, xi- und si-Serien überhaupt kein Ende mehr fand, so daß ich - komplett von Minolta enttäuscht - zwar weiter mit der 9000 AF arbeitete, dem Hersteller aber "emotional" eigentlich längst den Rücken gekehrt hatte und nicht mehr damit rechnete, daß da jemals nochmal irgendwas Substantielles aus dieser Richtung käme. Hätte ich damals (1988 - 1998) eine neue Kamera benötigt und keine 9000er mehr bekommen, hätte ich wohl eine Nikon F4 gekauft, obwohl mir auch an dieser Kamera nicht alles gefällt. Erst als ich im Herbst 1998 durch Zufall in einem Fotoladen einen Flyer der noch nicht im Handel erhältlichen, aber gerade auf der photokina vorgestellten Minolta Dynax 9 bemerkte, ging für mich diesbezüglich wieder die Sonne auf. Die Dynax 9 läßt zwar auch einige Funktionen der Minolta 9000 AF vermissen (s.o.), kann dafür aber wenigstens mit anderen Werten aufwarten, die ihr zu einer eigenen "Daseinsberechtigung" verhelfen - enorme Stabilität und Kraft, gepaart mit einem klassischen Benutzerinterface, einer tollen Ergonomie und das alles bei sehr hoher Funktionalität. Aber alles, was bei Minolta kameratechnisch zwischen der 9000 AF und der Dynax 9 kam - na gut, die Dynax 600si Classic vielleicht noch ausgenommen -, war aus meiner Sicht ein großer Irrweg, der letztlich einen signifikanten Anteil am Untergang unserer Marke gehabt haben dürfte.

Viele Grüße,

Matthias

PS. Siehe auch: http://www.mi-fo.de/forum/index.php?s=&...ost&p=92050


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