RE: Vergleich von Telekonvertern

#1 von Reisefoto , 25.03.2007 22:31

Ich habe mir zu Testzwecken einen Olympus Vorsatztelekonverter TCON17 und einen zwischen Objektiv und Kamera zu "schraubenden" Kenko MCDG 1,5 zugelegt. Der Kenko hat im Vergleichstest bei
http://www.traumflieger.de/desktop/telekon...vertertest2.php
ziemlich gut abgeschnitten und ist im Vergleich zu vielen seiner Konkurrenten mit einem Preis ab 90 Euro ziemlich günstig.

Hauptziel des Konvertereinsatzes bei mir ist, die Brennweite meines Minolta 100-300 APO noch etwas zu verlängern (Einsatz an der Dynax 5D). Mein Test war darauf ausgerichtet, ob ich mit dem Konverter aus gleicher Entfernung ein detaillierteres Bild eines kleinen Objektes bekomme.

Versuchsaufbau: Kamera auf Stativ, Motiv Buchdeckel in ca. 20m Entfernung.
Verwendete Objektivkombinationen:
Minolta 2,0/28 solo; +MCDG1,5; +TCON17; +MCDG1,5 und TCON17
Gleiche Kombination mit Minolta 4,5-5,6/100-300APO @100mm, 200mm, 300mm
Vergleichsreihen mit offener Blende und f16.

Zum Vergleich habe ich aus dem Bild mit der Doppelkonverterkombination das Buch ausgeschnitten. Aus allen anderen Bildern habe ich das Buch ebenfalls ausgeschnitten und mit IrfanView auf die gleiche Pixelbreite hochvergrößert. Dann habe ich verglichen, wie gut und scharf die Details erkennbar waren.

Abgesehen von der 300mm Brennweite waren die Unterschiede beachtlich. Folgende Qualitätsreihenfolge hinsichtlich des aufgeführten Kriteriums ergab sich:

Beim 2,0/28 und beim 100-300APO @100mm (1.=beste Kombination):
1. MCDG1,5+TCON17
2. TCON17
3. MCDG1,5
4. Objektiv solo

Beim 100-300APO @200mm:
1. TCON17
2. MCDG1,5+TCON17
3. MCDG1,5
4. Objektiv solo

Beim 100-300APO @300mm:
1. MCDG1,5
2. Objektiv solo
3. MCDG1,5+TCON17
4. TCON17

Ausgerechnet bei der für mich wichtigsten Kombination (300mm) war nur der Kenko dem auf gleiche Größe hochskalierten Ausschnitt aus dem Bild mit Konverter geringfügig überlegen. Die TCON17-Varianten waren sogar schlechter. Bei allen anderen Brennweiten brachten die Konverter an den verwendeten Objektiven eine deutliche Verbesserung in Hinblick auf das beschriebene Ziel.

In der 300mm Einstellung funktionierte der Autofokus auch nicht mehr richtig (war bei Offenblende 5,6 auch zu erwarten). Er stoppte zwar an einem Punkt, aber der war falsch. Also war manuelle Fokussierung angesagt. Um mögliche Fokussierungenauigkeiten auszugleichen, habe neben der Offenblendreihe zusätzlich die Reihe mit Blende 16 gemacht. Die Tendenz war immer die gleiche.

Es sei noch angemerkt, daß das 100-300 mit den beiden Konvertern, insbesondere mit dem schweren, kopflastigen TCON17 ein ziemlich langes Ungetüm wird. Da das Objektiv keine eigene Stativschelle hat, neigen die Konstruktionen mit dem TCON17 zum Schwingen. Mein Stativ ist dafür nicht gut genug. Nach der ersten Versuchsreihe mit Stativ habe ich Kamera samt Objektiv auf einen Projektionstisch mit geeigneten Auflagepunkten für das Objektiv montiert. Erst dann ergaben sich bei der Kombinatin 300mm + Konverter plausible Ergegbnisse. Alle Aufnahmen bei Sonnenschein und ISO800 (zusätzliche Verwacklungssicherheit durch möglichst kurze Verschlußzeit).

Fazit: Abgesehen von der Kombination mit dem 100-300APO bei 300mm bringen die verglichenen Konverter ein sehr ordentliches Ergebnis in Hinblick auf das von mir genannte Ziel. Bei der Objektiv-Brennweitenkombination, in der ich den Konverter eigentlich einsetzen wollte (100-300 bei 300mm), kann man ihn sich eher sparen. Ich habe daher demnächst mindestens einen Telekonverter abzugeben.

P.S. Auslösung manuell mit Selbstauslöser 2Sek. mit Spiegelvorauslösung.

Edit: An der Sony Alpha 700 komme ich zu einer besseren Bewertung des Kenko bei 300mm (siehe Beitrag #4).


www.reiseundbild.de


 
Reisefoto
Beiträge: 4.602
Registriert am: 04.03.2006


RE: Vergleich von Telekonvertern

#2 von 01af , 26.03.2007 12:17

Und warum vermeidest du bei deinen Tests so sorgfältig die optimale Blende? Ich würde an deiner Stelle versuchen, die maximal mögliche Schärfe herauszuholen, bevor ich mir ein Urteil erlaube.

Im übrigen harmoniert ein mäßig lichtstarkes Zoom sowieso sehr schlecht mit Konvertern ... und ein 28er Weitwinkel erst recht. Du setzt also die Konverter in der schlechtestmöglichen Weise ein, so daß die ihre Qualitäten gar nicht ausspielen können. Immerhin bestätigst du trotzdem die alte Weisheit: größer ist besser. Selbst ein schwacher Konverter ist in der Regel immer noch besser als eine Ausschnittvergrößerung.

-- Olaf


Politische Korrektheit und Vernunft sind nicht miteinander vereinbar, Am-Stock-Gehen ist eine Sportart, und Minolta baut keine Kameras mehr.


01af  
01af
Beiträge: 2.871
Registriert am: 05.03.2005


RE: Vergleich von Telekonvertern

#3 von Reisefoto , 26.03.2007 21:05

ZITAt (01af @ 2007-03-26, 12:17) Und warum vermeidest du bei deinen Tests so sorgfältig die optimale Blende?[/quote]

Ursprünglich war als Ersttest nur der Vergleich mit Offenblende geplant, da die Kombination lange Brennweite, geringe Lichtstärke und Lichtverlust durch den Konverter in der Praxis häufig das Fotografieren mit Offenblende erzwingt, wenn die Verschlußzeit einigermaßen kurz sein soll.

Da die ersten Fotos unerwartet unscharf waren, habe ich neben einer kürzeren Verschlußzeit auch eine kleinere Blende (f16) eingestellt, um eventuelle Ungenauigkeiten bei der manuellen Fokussierung oder sonstige Fokusfehler unbekannter Natur kompensieren zu können. Bei Blende 8 wäre die optische Leistung vielleicht besser gewesen, aber der Gewinn an Schärfentiefe nicht sehr groß.

ZITAt (01af @ 2007-03-26, 12:17) Im übrigen harmoniert ein mäßig lichtstarkes Zoom sowieso sehr schlecht mit Konvertern ... und ein 28er Weitwinkel erst recht. Du setzt also die Konverter in der schlechtestmöglichen Weise ein, so daß die ihre Qualitäten gar nicht ausspielen können.[/quote]

Das 28er habe ich genommen, weil es meine einzige Festbrennweite mit 55mm Filtergewinde ist (wie das Anschlußgewinde des TCON17) und ich von der Kombination mit dem Telezoom etwas enttäuscht war. Die Resultate der Kombination mit dem 28er fand ich übrigens ziemlich gut! Ich überlege sogar, den Kenko zu behalten, um in Kombination mit dem 1,7/50 ein lichtstarkes Objektiv im leichten Telebereich zu haben. Der TCON17 ist zwar besser und hat weniger Lichtverlust, aber verdammt klobig. Auf die Dauer möchte ich das den Objektiven nicht antun. Außerdem paßt er nicht mehr in meine Fototasche.

ZITAt (01af @ 2007-03-26, 12:17) Im übrigen harmoniert ein mäßig lichtstarkes Zoom sowieso sehr schlecht mit Konvertern ...[/quote]

Das hatte ich auch befürchtet, aber ich wollte es wenigstens mal ausprobieren. Bei 100mm ist das Ergebnis mit dem Zoom auch noch recht erfreulich, bei 200mm geht es noch so, aber bei 300mm lohnt sich das Schleppen des zusätzlichen Gewichts kaum. Diesen starken Abfall hatte ich nicht erwartet.

ZITAt (01af @ 2007-03-26, 12:17) Du setzt also die Konverter in der schlechtestmöglichen Weise ein, so daß die ihre Qualitäten gar nicht ausspielen können.[/quote]

Im Prinzip ja, aber wie oben erwähnt, haben sie in einigen Kombinationen durchaus gute Ergebnisse gebracht, nur nicht dort, wo ich es gebraucht hätte. Andere Objektive hatte ich leider nicht zur Verfügung. Für mich persönlich war aber vor allem wichtig zu wissen, ob das 100-300 @300 sinnvoll durch einen Konverter zu ergänzen ist. Die anderen Brennweiten habe ich nur interessehalber ausprobiert.


www.reiseundbild.de


 
Reisefoto
Beiträge: 4.602
Registriert am: 04.03.2006


RE: Vergleich von Telekonvertern

#4 von Reisefoto , 16.01.2008 12:02

Mit dem Erscheinen der A700 wird es Zeit für eine Ergänzung: An der A700 erlebt der Kenko 1,5er Konverter bei mir eine Renaissance. Der AF funktioniert (wenn auch eher langsam) jetzt am Minolta 4,5-5,6 / 100-300 APO sogar bei 300mm (Offenblende 5,6) und Freihandfotos gelingen meist gut. Der SSS dürfte also wirklich noch etwas besser geworden sein.

Auch bei 300mm bringt der Konverter deutlich mehr als eine Ausschnittsvergrößerung, er lohnt sich also wirklich. Einbußen sind bei den Farben zu verzeichnen. Die Bilder sind kälter als ohne Konverter. Ich bin jetzt rundum zufrieden

Von TCON 17 habe ich mich vor einiger Zeit getrennt, da er mir zu groß war.


www.reiseundbild.de


 
Reisefoto
Beiträge: 4.602
Registriert am: 04.03.2006


RE: Vergleich von Telekonvertern

#5 von gschri ( gelöscht ) , 17.01.2008 10:06

Sorry, aber jetzt bin ich total verwirrt. Meine bisherige Überlegung war, dass Telekonverter mit zunehmenden Pixelzahlen immer unnötiger werden.

Warum? Ein Objektiv braucht für eine bestimmte Ausflösung (oder anders ausgedrückt: für einen bestimmten Pixelabstand) ein bestimmtes Auflösungsvermögen. Die Alpha 700 hat entspricht mit ihrem Crop-Faktor von 1,5 und 12,2 MPixel einer FF-Kamera mit 27,5 MP. Ich habe mal gelesen, dass die hochwertigsten KB-Festbrennweiten ca. 30-40 MPixel auflösen können. Mit dem 1,4fach Konverter müßte das Objektiv dann idealerweise ca. 55 MP auflösen können, jedenfalls aber deutlich mehr als 30 MP. Und das hätte ich vom guten, aber sicher nicht herausragenden 100-300 APO nicht erwartet!

Allerdings glaube ich dir, Reisefoto, natürlich die gemachten Erfahrungen. Vielleicht müssen gewisse "Gesetze" doch neu geschrieben werden.

@Reisefoto: Hast du den Vergleich in der Bildmitte durchgeführt? Wenn ja, wäre es dir möglich, einen Vergleich auch am Bildrand durchzuführen?


gschri

RE: Vergleich von Telekonvertern

#6 von Reisefoto , 18.01.2008 16:33

ZITAt (gschri @ 2008-01-17, 10:06) @Reisefoto: Hast du den Vergleich in der Bildmitte durchgeführt? Wenn ja, wäre es dir möglich, einen Vergleich auch am Bildrand durchzuführen?[/quote]
Ich habe heute mal ein paar Vergleichsfotos gemacht. Anordnung / Einstellungen: A700 auf mäßigem Stativ, Selbstauslöser mit 2 Sek. Spiegelvorauslösung (besser als mit Fernbedienung), ISO 400, JPG X-fine, Foto eines Prospektes doppelseitig A4 aus ca. 20m Entfernung, Objektiv Minolta AF 4,5-5,6 / 100-300mm APO bei 200mm und bei 300mm mit und ohne Telekonverter Kenko Mx-AF 1.5X Teleplus MC DG. Vor dem Objektiv saß noch ein B&W Fpro UV-Filter (hatte ich vergessen abzunehmen). Ich habe den Prospekt dann einmal in der Bildmitte und einmal in der linken unteren Bildecke angeordnet. Für die Bewertung habe sich die in den beiden Übersichtsbildern rosa markierten Ausschnitte benutzt. Die Bilder ohne Konverter wurden in IrfanView auf gleiche Höhe wie die Bilder mit Konverter hochskaliert.
[attachment=3669:Uebersic...te200_80.jpg] [attachment=3670:Uebersic...nd200_80.jpg]

Vergleich bei 200mm (linkes / erstes Bild Mitte, rechtes Bild Rand)
[attachment=3665:Vergleic...mMitte85.jpg] [attachment=3666:Vergleic...mmRand85.jpg]

Vergleich bei 300mm (linkes Bild Mitte, rechtes Bild Rand)
[attachment=3667:Vergleic...0Mitte85.jpg] [attachment=3668:Vergleic...mmRand85.jpg]

Trotz nicht perfekter Bedingungen (z.B. Belichtungsunterschiede, mäßiges Stativ) würde ich schon sagen, daß der Konverter durchaus etwas bringt.

Edit: Da ich einen Ausschnitt am linken Rand des Prospektes gewählt habe, sind die Ausschnitte aus der Bildmitte links der Mitte, was sich besonders bei 300mm auswirkt. Exakt im Zentrum könnte das Objektiv also noch einen Tick mehr leisten.


www.reiseundbild.de

Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
 f39t16597p221126n1.jpg   f39t16597p221126n2.jpg   f39t16597p221126n3.jpg   f39t16597p221126n4.jpg   f39t16597p221126n5.jpg   f39t16597p221126n6.jpg 

 
Reisefoto
Beiträge: 4.602
Registriert am: 04.03.2006


   


  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
| 2002- © so-fo.de | minolta-forum.de |
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz