Digitale Renaissance des Kleinbildformates - gelungen?

#1 von u. kulick , 01.12.2018 23:15

Die einst unter mi-fo.de-Label hier im Forum vielgescholtene Zeitschrift COLORFOTO hat in Ausgabe 12 2018 einen hochinformativen Text für diejenigen, die zuviel Kleingeld übrig haben oder nach etwas halbwegs professionellem im neuen Marktsegment spiegelloser digitaler Kleinbild-Systemkameras suchen. Der aktuelle Test der Canon EOS R enthält nämlich einen sehr detailreichen Vergleich des Bedienkonzeptes der Canon mit denen ihrer härtesten Konkurrenten Nikon Z7 und Sony A7 R III. Für diejenigen, die zwischen diesen Kameras eine gute Kaufentscheidung treffen wollen, ist COLORFOTO 12/18 geradezu Pflichtlektüre! Studiofotografen etwa begeistert der Blitzanlagen-Steueranschluss der Sony, aber eine gescheite Fernsteuer-App für die Kamera selbst hat wohl nur Nikon. Die Canon hat dafür einen Griff für große Hände. Kleine Details wie Position und Material von Einstellrädern als auch die komplexen Dinge wie die Menüführung und dadurch gegebene Funktionskontrolle allein durch den Sucher werden unter die Lupe genommen. Auch kritische Punkte werden benannt, etwa dass, wer auch mit adaptierten bewährten Canon-Objektiven arbeitet, einen langsameren AF hat als Sony und v.a Nikon - wurde die Canon nicht anfangs als die Kamera mit dem schnellsten AF gepriesen? Eine AF-Geschwindigkeitsteststichprobe mit neuesten Canon-Objektiven aus einem anderen Test ergab allerdings, dass die Messergebnisse bei der Canon durch die Objektivauswahl beeinträchtigt waren. Den ganzen Artikel zusammenfassen möchte ich hier nicht - er ist lesenswert, wie gesagt für diejenigen, die den nächsten Top-Kamera-Kauf wahrscheinlich zwischen einer der drei Kameras entscheiden, oder die sich generell für Profikamera-Ergonomiefragen interessieren.


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RE: Digitale Renaissance des Kleinbildformates - gelungen?

#2 von u. kulick , 02.12.2018 21:49

In dem Colorfotoartikel ist auch ein Vergleich der Bajonette, natürlich auch mit Hinweis auf die größeren Bajonett-Durchmesser bei Canon und Nikon. Das würde richtig lichtstarke Objektive ermöglichen. Sony hat aber inzwischen verlautbart,

siehe https://www.photoscala.de/2018/11/28/sony-e-mount-lichtstaerke-f-1-0-ist-moeglich/ ,

dass Lichtstärken bis 1:1,0 auf dem FE-Bajonett machbar sind. Allerdings sei selbst die Nachfrage nach 1:1,2-Objektiven schwach.

IMHO: Klar, bei SLRs diente die Lichtstärke oft eben nicht in erster Linie dem Bokeh, sondern zur perfekten rein optischen Kontrolle der Schärfeebene. Um mehr Motivschärfe zu bekommen, war eh Abblenden nötig. Wenn Nikon meint, auf seinem Bajonett wäre auch eine 1:0,65-Optik möglich, so müsste das eine der teuersten Optiken werden, wenn sie denn bei Offenblende annähernd zufriedenstellende Schärfe liefern sollte. Den Schliff dafür muss Nikon auch erst noch erfinden. Und ohne bestes Bokeh bliebe selbst diese Linse ein Ladenhüter. Also wird es spannend: Bleiben diese Überlegungen zu superlichtstarkem Glas am Ende eh nur Theorie? Hierzulande gäbe es sicher einige, die gern mit dem besten Bokeh aller Zeiten spielen würden, in Amerika wären traditionell IMHO andere technische Finessen ausschlaggebend für eine Luxusoptikanschaffung als Spielzeugkauf, während am Ende vielleicht der größte Markt China sein könnte und bestimmt was kommt und was nicht.


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RE: Digitale Renaissance des Kleinbildformates - gelungen?

#3 von Minolta2175 , 03.12.2018 21:26

Zitat von u. kulick im Beitrag #2
In dem Colorfotoartikel ist auch ein Vergleich der Bajonette, natürlich auch mit Hinweis auf die größeren Bajonett-Durchmesser bei Canon und Nikon.

Canon hat mit der AF-Kamera 1987 das 54mm Bajonett eingeführt, die Objektive haben keinen Stangenantrieb, der Motor befindet sich im Objektiv, auch Nikon hat 2018 für die DSLM jetzt ein Bajonett mit 56mm.
https://www.fotomagazin.de/technik/sony-...as-mit-hd-video
Für die kleine Kamera mit einem APS-C Sensor ist das E-Bajonett ok, aber für eine Systemkamera mit einem Vollformatsensor sind über 54mm besser.
Sony hat 2010 eine DLSM angekündigt, die A7 wurde 2013 vorgestellt für 1500€, die aktuelle A7III kostet schon 2300€.
Eine der letzten Minolta Kameras, die Dynax 5 gabe es 2002 mit Objektiv schon für 200€ als Volfomatkamera.
Gruß Ewald


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RE: Digitale Renaissance des Kleinbildformates - gelungen?

#4 von u. kulick , 03.12.2018 21:39

Sony legt nach: Ein 60-Megapixel-Kleinbildformat-Sensor: https://www.sonyalpharumors.com/sr5-anot...-off-the-shelf/


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RE: Digitale Renaissance des Kleinbildformates - gelungen?

#5 von u. kulick , 03.12.2018 22:30

Zitat von Minolta2175 im Beitrag #3
Canon hat mit der AF-Kamera 1987 das 54mm Bajonett eingeführt, die Objektive haben keinen Stangenantrieb, der Motor befindet sich im Objektiv, auch Nikon hat 2018 für die DSLM jetzt ein Bajonett mit 56mm.
https://www.fotomagazin.de/technik/sony-...as-mit-hd-video
Für die kleine Kamera mit einem APS-C Sensor ist das E-Bajonett ok, aber für eine Systemkamera mit einem Vollformatsensor sind über 54mm besser.
Sony hat 2010 eine DLSM angekündigt, die A7 wurde 2013 vorgestellt für 1500€, die aktuelle A7III kostet schon 2300€.
Eine der letzten Minolta Kameras, die Dynax 5 gabe es 2002 mit Objektiv schon für 200€ als Volfomatkamera.
Gruß Ewald

Warum mehr als 54mm Bajonettdurchmesser? Schon lange vor der A7 haben die mi-fo.de-Forenten hier großteils befunden, dass das deutlich kleinere E-Bajonett für Kleinbildformat vollkommen ausreicht - die von Sony bescheinigte mögliche Lichtstärke 1:1,0 bestätigt das vollstens. Und die A7 gibt es bisweilen, nicht gerade vor Weihnachten, aber im Rest des Jahres für viel weniger Geld. Im Übrigen ist es Frevel, eine 5er mit einer 7er zu vergleichen Eine A7 im Sonderangebot ist preislich wahrscheinlich garnicht weit weg vom einstigen Neupreis einer Dynax 7. Wer auf Dynax 5 Kit-Preisniveau zum digitalen Kleinbildformat kommen will, muss es mit ner gebrauchten Kodak DCS 14n probieren!. Wegen ihren heute nicht mehr zeitgemäßen Dynamikwerten ist richtige Belichtung damit wohl ohne Spielräume, aber für den Sensor optimale Belichtungen ergeben auch tolle Bilder. Die Kodak war noch weit weg vom Gelingen der Kleinbildformatrenaissance ...
Gruß, Uwe


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