RE: Kontakte an Objektiven

#1 von Dimage-Kalle , 17.08.2004 23:16

Hallo,

heute mal eine Frage zur Elektronik der Minolta Objektive.
Alle meine Objektive, ob original Minolta oder Fremdhersteller haben 5 Kontakte am Bajonett. Der Kenko Telekonverter wie der Soligor Zwischenring haben 8 Kontakte.

Wann werden diese anderen drei Kontakte benutzt.

Vielleicht bei den xi Objektiven mit Motorzoom? /unsure.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="unsure.gif" />

Wer kann diese Frage beantworten?

Gruß /good.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="good.gif" />

Dimage-Kalle



 
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RE: Kontakte an Objektiven

#2 von matthiaspaul , 18.08.2004 03:06

Zitat von Dimage-Kalle
Hallo,

heute mal eine Frage zur Elektronik der Minolta Objektive.
Alle meine Objektive, ob original Minolta oder Fremdhersteller haben 5 Kontakte am Bajonett. Der Kenko Telekonverter wie der Soligor Zwischenring haben 8 Kontakte.

Wann werden diese anderen drei Kontakte benutzt.

Vielleicht bei den xi Objektiven mit Motorzoom?

Wer kann diese Frage beantworten?

Gruß 

Dimage-Kalle


Hallo,

die zusätzlichen drei Kontakte sind gehäuseseitig mit der xi-Serie eingeführt worden, deshalb gehe ich mal davon aus, daß dort in erster Linie Informationen bzgl. des damals neuen Motorzooms übermittelt werden. Wahrscheinlich sind ein oder zwei Leitungen davon auch für die Stromversorgung der xi-Objektiv-CPU und des Zoommotors im Objektiv zuständig - das war vorher (wahrscheinlich) nicht notwendig, da ROM-Chips nun mal so gut wie keinen Strom verbrauchen und man deren Stromversorgung auch über Latch-Up-Dioden sicherstellen könnte.

Weitere mögliche "Kandidaten" sind Zustandsinformationen zur ggfs. vorhandenen Fokusstoptaste (oder gab's die schon vorher?) oder Daten für die Distanzübermittlung der neuen (D)-Objektive (ADI-Blitzfunktion der Dynax 7 und neuer).

Ich glaube nicht, daß über diese Kontakte irgendwelche für die Grundfunktion der Kamera essentielle Daten übertragen werden, so daß neuere Kameras wahrscheinlich auch Objektive mit acht Kontakten problemlos akzeptieren, wenn man die drei neuen Kontakte unterbricht. Schließlich arbeiten die neueren Objektive ja auch an den ersten beiden AF-Kameraserien.
(Ausnahme davon sind die speziellen xi-Objektive, die neben der etwas fragwürdigen Motorzoomfunktion auch sonst eher "Spar"-Optiken waren, die beim Verstellen der Brennweite auf die kontinuierliche Fokusnachführung durch den kameraseiten Motor angewiesen waren, statt dies direkt intern mechanisch zu koppeln).

Um das genauer zu untersuchen, müßte man sich die Signale mal bei laufender Kamera mit einem Oszilloskop anschauen, oder einfach mal versuchsweise verschiedene Kontakte mit Tesafilm abkleben und sehen, wie Kamera und Objektiv darauf reagieren.

Objektivseitig habe ich das noch nie gemacht, aber irgendwann vor Urzeiten habe ich auf diese Weise einmal das Kommunikationsprotokoll am Blitzschuh analysiert. Das war recht aufschlußreich und ließ einige interessante Rückschlüsse auf die interne Datenverarbeitung in der Minolta 9000 AF zu... Siehe:
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...indpost&p=50472

Das objektivseitige Datenformat sollte ähnlich einfach zu "knacken" sein...

Viele Grüße,

Matthias

PS. Mehr zu dem Thema gibt's auch hier:

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...indpost&p=70982



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RE: Kontakte an Objektiven

#3 von mts , 18.08.2004 10:28

ZITATWeitere mögliche "Kandidaten" sind Zustandsinformationen zur
ggfs. vorhandenen Fokusstoptaste (oder gab's die schon vorher?)[...][/quote]Die AF-Stopp-Taste gab es schon vorher.
ZITAT(Ausnahme davon sind die speziellen xi-Objektive, die neben
der etwas fragwürdigen Motorzoomfunktion auch sonst eher
"Spar"-Optiken waren, die beim Verstellen der Brennweite auf
die kontinuierliche Fokusnachführung durch den kameraseiten
Motor angewiesen waren, statt dies direkt intern mechanisch
zu koppeln).[/quote]Die normalen xi-Objektive sind nicht auf den Kamera-seitigen Motor angewiesen, sie haben eine eingebauten Zoommotor (für den vermutlich ein paar der neuen Kontakte notwendig sind), keinen Zoommoter hat das 35-80-Powerzoom, das die Brennweite über den AF-Motor der Kamera verstellt.



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RE: Kontakte an Objektiven

#4 von matthiaspaul , 19.08.2004 10:56

Zitat von mts
Die normalen xi-Objektive sind nicht auf den Kamera-seitigen
Motor angewiesen, sie haben eine eingebauten Zoommotor
(für den vermutlich ein paar der neuen Kontakte notwendig
sind), keinen Zoommoter hat das 35-80-Powerzoom, das die
Brennweite über den AF-Motor der Kamera verstellt.


Hm, das stimmt zumindest für die 3,5-4,5/28-105mm und 4,5-5,6/35-200mm xi-Objektive nicht ganz:

Wenn Du bei diesen Objektiven (mit eingebautem Zoom-Motor) den Autofokus mechanisch abkoppelst (oder die Objektive an einem Minolta-AF-Gehäuse der ersten beiden Generationen einsetzen wolltest), so verschiebt sich beim Verändern der Brennweite auch die Schärfeebene, da es sich dabei um sog. Variofokus-Objektive handelt, die das nicht automatisch durch ausgeklügeltes Verschieben der Linsen über Steuerkurven im Objektiv kompensieren können, wie es heutzutage (d.h. seit über 25 Jahren) alle "normalen" Zoom-Objektive machen (vielleicht von einigen HSM/USM/SSM-Zoom-Objektiven mal abgesehen, die wahrscheinlich ebenfalls solche Tricks benutzen, um einige mechanische Klimmzüge zu umgehen), sondern die dafür den Autofokus-Motor in der Kamera zweckentfremden.

Das fällt normalerweise nicht auf, weil diese Objektive (mit eingebauter CPU) *während* des motorischen Verstellens der Brennweite eben *auch* den Autofokusmotor in der Kamera anweisen, die Schärfe entsprechend intern gespeicherter "elektronischer Steuerkurven" nachzuführen. Es handelt sich hierbei zwar schon um eine Scharfeinstellung durch den kameraseitigen Motor, die eigentliche Autofokus-Elektronik der Kamera muß dafür allerdings nicht auf ein Objekt zielen, da alle notwendigen Ausgleichsparameter für jede mögliche Brennweite schon fest im Objektiv gespeichert sind. Der Benutzer bekommt von alledem in der Regel gar nichts mit, aber es sind tatsächlich beide Motoren gleichzeitig am Werk.

Bei den älteren Kameras könnte man das wahrscheinlich "simulieren", indem man diese explizit auf Nachführautofokus schaltet (sofern, wie bei der Minolta 9000 AF, vorhanden), auf ein Objekt in konstanter Entfernung zielt und den Autofokus aktiviert - sobald das Objektiv beim Zoomen aus der Schärfe läuft, korrigiert der Autofokus das wieder - ausprobiert habe ich das allerdings nicht, da ich selbst keine xi-Objektive besitze und nicht weiß, ob deren Motorzoom überhaupt an den älteren Modellen funktioniert.

Falls doch, würde das übrigens meine These widerlegen, daß einige der drei neuen Kontakte für die Stromversorgung des Zoom-Motors zuständig sein könnten, denn dann gäbe es schon bei der 5-Kontakte-Ausführung explizite Leitungen für die Stromversorgung. Vielleicht kann das ja mal jemand ausprobieren?

Vorteil von Variofokus-Objektiven mit elektronischer Schärfekompensation ist in erster Linie eine sehr viel einfachere mechanische Konstruktion und damit geringere Entwicklungskosten, für den Anwender Gewichts-, Platz- und nicht zuletzt Preiseinsparungen. Nachteil bei der Minolta-Lösung sind der /noch/ höhere Stromverbrauch und die Abhängigkeit vom Autofokus der Kamera, früher hingegen eine umständlichere Handhabung durch das ständige Nachfokussieren per Hand. Und bei den ehemals von Minolta angebotenen Objektivausführungen eine offenbar nicht wirklich überzeugende optische Leistung, obwohl Variofokus-Objektive zumindest theoretisch auch das Potential hätten, durch die einfacher beherrschbareren Optiken eine bessere Abbildungsqualität zu bringen. Jedenfalls habe ich bislang immer nur eher skeptische Stimmen zur optischen Qualität der xi-Objektive gehört...

Offensichtlich wurde hier eine gute Idee nicht ganz zuende gedacht, oder wirklich bessere optische Leistungen sind in der Praxis vielleicht doch erst möglich, wenn mehr als nur zwei komplett voneinander mechanisch entkoppelte Linsengruppen unabhängig voneinander elektrisch verschoben werden können, was dann allerdings klar in Richtung von mehreren Motoren im Objektiv, statt nur einem im Kameragehäuse (und einem im Objektiv) gehen würde - Stichwort SSM...

Viele Grüße,

Matthias

PS. Vgl. auch:

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=10390
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...st&p=169606
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...st&p=193574
http://www.dyxum.com/dforum/forum_posts.asp?TID=20332



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RE: Kontakte an Objektiven

#5 von matthiaspaul , 15.09.2004 10:30

FAQ:

Zitat von matthiaspaul

Zitat von Dimage-Kalle
Hallo,

heute mal eine Frage zur Elektronik der Minolta Objektive.
Alle meine Objektive, ob original Minolta oder Fremdhersteller haben 5 Kontakte am Bajonett. Der Kenko Telekonverter wie der Soligor Zwischenring haben 8 Kontakte.

Wann werden diese anderen drei Kontakte benutzt.

Vielleicht bei den xi Objektiven mit Motorzoom?

Wer kann diese Frage beantworten?

Gruß

Dimage-Kalle




Nachtrag zu den Objektivkontakten:

Die Kontaktpins "L1".."L8" werden im folgenden bei Aufsicht auf das Kamerabajonett im Gegenuhrzeigersinn gezählt - Kameras der ersten beiden AF-Generationen (AF und i) besitzen nur Pins "L1".."L5".

Sicht auf das Kamerabajonett von vorne (männlich):

1
2
3
 
     L6 L5 L4 L3
  L7             L2
L8                 L1
 


Siehe auch: http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=260161

Hinweis: Diese Pins wurden bei der Minolta 7000 AF noch "L1" bis "L5" genannt - die Zählrichtung ist aber offensichtlich bei einigen neueren Kameras anders herum (im Uhrzeigersinn) - deshalb Vorsicht bei Vergleichen mit anderen Plänen.


"L1": "LSIN/"MISO" Signalleitung mit unbekannter Signalrichtung, möglicherweise bidirektional.

EDIT: "SPI-SDI/MISO" Input (Lens -> Body): Slave Data Input / Master In Slave Out

Hängt bei der 9000 AF, Dynax 500si Super, Dynax 7 und Dynax 9 über einen Widerstand ohne weitere Verbindungen an einem IC.

Bei der 7000 AF wird dieser Pin über einen weiteren Widerstand auf High gezogen, hängt aber auch an einem Pin des IC4 (M51051P), sowie als Eingang an einem Pin des IC1 (M50755).

(Bei der Dynax 303si/400si/500si CN-Bl (8) "R6-407" genannt - also Numerierung der Pins genau anders herum!

Bei der DSLR-A100, DSLR-A700 und DSLR-A900 "LSIN" genannt und als reiner Eingang beschrieben.

Bei den Minolta AF Apo Telekonvertern ist dies die einzige Leitung, die über den ROM-IC (serielles Translation ROM) geführt wird. Die anderen beiden Steuerleitungen "L3" und "L4" gehen zwar auch an den ROM-IC, werden aber über einen Widerstand direkt auf die gegenüberliegende Kontaktleiste geleitet. Das bedeutet, daß es sich bei "L1" um eine Datenleitung handelt, deren Daten übersetzt werden müssen (Brennweite, effektive Blende).


"L2": "LVDD1"/"VDD1" Versorgungsspannung für AF- und xi-Objektive.

Hängt bei der 9000 AF über einen Schalttransistor an einem intern generierten Spannungslevel (Spannung unbekannt). Der Transistor wird von einem IC angesteuert. Damit ist es der Kamera möglich, die Stromversorgung gezielt ein- und auszuschalten.

Bei der 7000 AF war hier noch ein Widerstand (R20) zwischengeschaltet.

(Bei der 303si/400si/500si CN-Bl (7) "VDD1" genannt-, Numerierung also verkehrt herum!

Bei der Dynax 7 und Dynax 9, DSLR-A100, DSLR-A700 und DSLR-A900 "LVDD1" genannt.

Bei der DSLR-A100, DSLR-A700 und DSLR-A900 führt die Leitung schaltbar 3,3V oder 5,0V Pegel.

Bei der Dynax 7 hängt diese Leitung laut Schaltplan eingangsseitig über einem Widerstand an Signalleitung "L3" (Pullup für "L3" und unmittelbar vor dem Schalttransistor über eine direkte elektrische Verbindung an der inneren Zuleitung der Signalleitung "L3". Das könnte mit der Ansteuerung des DS-100 zu tun haben - möglicherweise wird "L2" hier als Datenleitung mißbraucht, solange die Kamera hier keine Versorgungsspannung anlegt? Aber warum sollte man da nicht einfach "L3" nehmen können? Gleichzeitig könnte diese Querverbindung die Kompatibilitätsprobleme mit vielen Fremdobjektiven verursacht haben.

Die Leitung wird in den Minolta AF Apo Telekonvertern direkt durchgeschleift.


"L3": "LSCK"/"SCK" Signalleitung mit unbekannter Signalrichtung, möglicherweise bidirektional.

Vermutung: Es könnte sich hierbei um eine Taktleitung für das serielle Datenprotoll handeln.
EDIT: Das ist tatsächlich so, wie die Benamung bei der Dynax 9 hergibt.

EDIT: "SPI-SCKL" Output (Body -> Lens): Serial Clock

Hängt bei der 9000 AF über einen Widerstand an einem IC.

Bei der 7000 AF hängt dieser Pin über einen Widerstand (R21) an einer Sammelleitung, die zu Pins von IC1 und IC6 (M50756) führt, sowie als Eingang jeweils an einen Pin von IC3 (MSM5271GS-K) und IC4. Außerdem wird diese Sammelleitung über einen weiteren Widerstand (R24) auf Low gezogen.

(Bei der 303si/400si/500si CN-Bl (6) "R6-408" genannt, Numerierung verkehrt herum!

Bei der Dynax 9 und DSLR-A700 "LSCK" genannt.

Bei der Dynax 7 gibt es darüber hinaus noch einen eingangsseitigen Widerstand zwischen der geschalteten Versorgung "L2" und der Signalleitung "L3" sowie eine direkte elektrische Verbindung von der zum IC gerichteten Seite des Widerstandes an Leitung "L3" und dem Signal "L2". Wenn das kein Fehler im Schaltplan ist, würde das bedeuten, daß auf der Leitung "L3" keine Daten fließen können, solange kameraseitig die Versorgung "L2" anliegt, denn dann wird "L3" einfach auf High-Pegel gezogen. Dies könnte etwas mit der Ansteuerung des DS-100 zu tun haben, sofern hier kein Fehler im Schaltplan vorliegt.

Bei den Minolta AF Apo Telekonvertern geht diese Leitung zwar genau wie "L4" an den ROM-IC, wird aber über einen Widerstand direkt auf die gegenüberliegende Kontaktleiste geleitet. Das bedeutet, daß es sich bei "L3" mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Takt- oder Richtungsleitung handelt oder zumindest um eine Datenleitung, deren Informationen sich durch das Zwischenschalten eines Telekonverter nicht ändern müssen.


"L4": "CSLNS"/"SS" bidirektionale Signalleitung

Als Ausgang Funktion als "SPI-SS" Output (Body -> Lens): Slave Select,
bei neueren Kameras (definitiv bei der xi-Generation) gleichzeitig auch Interrupt-Eingang (Lens -> Body)

Hängt bei der 9000 AF über einen Widerstand an einem unbekannten Signal.

Bei der 7000 AF hängt dieser Pin über einen Widerstand (R22) an einer Leitung, die sowohl an einen Pin von IC1 als auch als Eingang an einen Pin von IC3 führt.

(Bei der 303si/400si/500si CN-Bl (5) "R6-116" genannt, Numerierung verkehrt herum!

Bei der Dynax 7 und 9 nicht explizit benannt.

Bei der DSLR-A100, DSLR-A300, DSLR-A350, DSLR-A700, DSLR-A900 "CSLNS" genannt.

Bei der DSLR-A700 und DSLR-A900 klar als bidirektionale Leitung beschrieben, nennt sich dort auch "XCS_LENS_MOUNT".

Bei den Minolta AF Apo Telekonvertern geht diese Leitung zwar genau wie "L5" an den ROM-IC, wird aber über einen Widerstand direkt auf die gegenüberliegende Kontaktleiste geleitet. Das bedeutet, daß es sich bei "L4" mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Takt- oder Richtungsleitung handelt oder zumindest um eine Datenleitung, deren Informationen sich durch das Zwischenschalten eines Telekonverter nicht ändern müssen.


"L5": "DGND"/"EGND" Allgemeine digitale Masse ("GND"

Masse für Spannungsversorgung bei allen AF- und xi-Objektive.

Hängt bei der 9000 AF kameraseitig direkt an der Batteriemasse, wird aber offensichtlich in den Objektiven von Kontakt "L8" unterschieden.

Wird bei der Dynax 9 "DGND" genannt, bei der DSLR-A700 und DSLR-A900 "REG_GND".

Bei der Dynax 7 hängt dieser Pin am EGND-Potential.

Die Leitung wird in den Minolta AF Apo Telekonvertern direkt durchgeschleift.


"L6": "LSOUT/"MOSI" Signalleitung für xi-Objektive.

Signalrichtung unbekannt, möglicherweise bidirektional. Hängt über einen Widerstand an einem IC.

Wird diese Leitung durchtrennt, so funktioniert die "Auto-Compact"-Funktion bei xi-Objektiven nicht mehr, d.h. das Objektiv wird beim Ausschalten nicht in die Unendlich-Stellung gefahren, die Brennweite wird auf minimale Baulänge gefahren. Möglicherweise funktionieren auch andere Funktionen wie APZ nicht mehr. Die Kamera bleibt im M.FOCUS-Modus, der Autofokus ist außer Betrieb.

(Bei der 303si/400si/500si CN-Bl (3) "406" genannt, Numerierung verkehrt herum.)

Bei der Dynax 9, DSLR-A700 und DSLR-A900 "LSOUT" genannt, offenbar handelt es sich also - zumindest bei diesen und/oder den meisten nicht-xi-Kameras - um einen reinen Ausgang.

Bei der Dynax 7 wird der Pin nicht explizit benannt.

EDIT: Siehe Nachtrag zu (D)- und SSM-Objektiven weiter unten.


"L7": "LVDD0"/"VDD1"/"VDD" Extra-Versorgungsspannung für xi-Objektive.

Hängt über einen Schalttransistor am Pluspol der 6V-Lithiumbatterie ("VDD0", offensichtlich um den großen Energiehunger der xi-Objektive zu decken. Der Transistor wird von einem IC angesteuert. Damit ist es der Kamera möglich, die Spannungsversorgung gezielt ein- und auszuschalten.

Bei der Dynax 7 und 9 sowie bei der DSLR-A700 "LVDD0" genannt.

Bei der Dynax 7 wird ein FET-Transistor verwendet, der von einem PNP-Transistor angesteuert wird, bei der Dynax 9 ein herkömmlicher PNP-Bipolar-Leistungstransistor.

Bei der DSLR-A700 und DSLR-A900 kann die Leitung auf drei verschiedene Weisen die ungeregelte Versorgungsspannung zur Verfügung stellen: Entweder über "PWR_LOW" hochohmig über eine Diodenstrecken und einen 1K-Widerstand (könnte auch ein Sense sein), oder mit "PWR_ON" über eine Kette von drei Diodenstrecken. Mit "PWR_ON_SSM" werden diese Diodenstrecken durch eine parallele Sicherung nebst Diodenstrecke noch zusätzlich unterstützt, offenbar, um den besonders hohen Stromhunger der SSM-Objektive zu bedienen (die Anordnung der Sicherung auf diese Weise ergibt wenig Sinn).


"L8": "PGND" Extra-Masse für Spannungsversorgung von xi-Objektiven.

Hängt kameraseitig direkt an der Batteriemasse ("GND", wird aber offensichtlich in den Objektiven von Kontakt "L5" unterschieden.

Wird diese Leitung unterbrochen, so setzt bei xi-Objektiven die manuelle Power Zoom- bzw. Power Focus-Funktion aus.

Bei der Dynax 7, Dynax 9, DSLR-A700 und DSLR-A900 explizit "PGND" für "Power Ground" genannt.

In Schaltplan der Dynax 9 wird auch an anderen Stellen explizit zwischen AGND, DGND, EGND und PGND unterschieden, wobei GNDIN den Minuspol der Batterie repräsentiert, und sich auf EGND, PGND sowie die Minusleitung des DC/DC-Wandlers aufteilt. Dessen ADGND ist im Sinne einer sternförmig verteilten Masseführung mit den AGND und DGND Schienen der Kameraelektronik verbunden.



Speziell bei der Minolta Dynax 7 muß es - im Rahmen des Datenprotokolls - Erweiterungen geben, die die Benutzung des Data Savers DS-100 erlauben, aber aller Wahrscheinlichkeit nach auch für einen Großteil der Kompatibilitätsprobleme dieser Kamera mit Sigma-Objektiven verantwortlich sind - möglicherweise ist hier eine Form von USB implementiert und die MISO/MOSI-Datenleitungen L1 und L6 des SPI-Protokolls können alternativ auch als USB-D+/D- dienen?

Der DS-100 hat übrigens 8 Objektivkontakte und ist auf die externe Versorgungsspannung der eingeschalteten Kamera über "L8" und "L7" angewiesen:

http://www.mi-fo.de/forum/index.php?s=&...st&p=240077
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...st&p=169651
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...st&p=152049
http://www.mi-fo.de/forum/index.php?s=&...ost&p=30636



Näheres zum eigentlichen Datenprotokoll kann ich im Moment noch nicht sagen. Da ich das derzeit noch nicht selbst nachgemessen habe und die Angaben durch "zwischen den Zeilen lesen" in verschiedenen Service Manuals gewonnen habe (wo das Datenprotokoll auch nicht explizit erläutert wird), übernehme ich selbstredend keine Gewähr für Korrektheit.



Minolta verwendete zumindest in AF-Objektiven der ersten Generation serielle ROM-ICs von Toshiba, die mit ML-00[xyz] bezeichnet werden. Diese ICs werden über die Leitungen "L2" und "L5" versorgt. Je nach Objektiv hängen einige dieser Kontakte an dem sog. Distance Rotary Encoder, einem Schalter bis hin zu einer Reihe von Schleifkontakten zur Abtastung der Brennweite bei Zooms oder zur groben Abtastung des Fokusrings bei makrofähigen Objektiven. (Früher Vorläufer der (D)-Funktion! Diese Translation-ROM-Eingangspins liegen überwiegend auf der Seite 8..16, bei Objektiven, wo dies nicht benötigt wird, liegt diese Kontaktreihe häufig sogar einfach komplett in der Luft.

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
 
16  15  14  13  12  11  10   9
##  ##  ##  ##  ##  ##  ##  ##
+----------------------------+
|                            |
>         ML-00J             |
|                            |
+----------------------------+
##  ##  ##  ##  ##  ##  ##  ##
1   2   3   4   5   6   7   8
 
L2  L1' L1  L3  L4      L5
VCC                     GND
 


Siehe auch: http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=259952

Viele Grüße,

Matthias

EDIT: Wer sich für die Belegung der Objektivkontakte interessiert, findet möglicherweise auch eine (noch unvollständige) Aufstellung der Belegung der anderen Kontakte (Fernbedienung, Blitzschuh, Motorsteuerung, Rückwand) interessant:

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ost&p=74577
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ost&p=87468



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RE: Kontakte an Objektiven

#6 von matthiaspaul , 24.09.2004 00:15

Zitat von matthiaspaul
"L6" Signalleitung für xi-Objektive. Signalrichtung unbekannt, möglicherweise bidirektional. Hängt über einen Widerstand an einem IC. Wird diese Leitung durchtrennt, so funktioniert die "Auto-Compact"-Funktion bei xi-Objektiven nicht mehr, d.h. das Objektiv wird beim Ausschalten nicht in die Unendlich-Stellung gefahren, die Brennweite wird auf minimale Baulänge gefahren.
Möglicherweise funktionieren auch andere Funktionen wie APZ nicht mehr. Die Kamera bleibt im M.FOCUS-Modus, der Autofokus ist außer Betrieb. (Bei der 303si/400si/500si CN-Bl (3) "406" genannt.)


Nachtrag:

Bis jetzt hatten alle Objektive mit (D)-Funktion, die ich gesehen habe, 8 Kontakte (auch bei Objektiven von Fremdherstellern).

Das muß nichts heißen, aber es könnte darauf hindeuten, daß auch die Entfernungsinformationen dieser Objektive über die Signalleitung "L6" laufen - und das widerum würde bedeuten, daß man beim (Gebraucht)kauf von Zubehör wie Konvertern, Zwischenringen oder Balgengeräten besser darauf achten sollte, daß diese auch alle 8 Kontakte durchschleifen.
Worüber die Informationen zu SSM laufen, ist noch nicht geklärt, aber es ist recht wahrscheinlich, daß auch dafür diese Leitung herhalten muß.

Fragen:

- Kennt jemand im Umkehrschluß (D)- oder SSM-Objektive mit nur 5 Kontakten?
- Wieviele Kontakte haben nicht-(D)-und-nicht-SSM-Objektive aus der aktuellen Fertigung von Minolta?

Viele Grüße,

Matthias

EDIT: Die Frage wurde teilweise geklärt in folgendem Thread:

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ost&p=70190
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ost&p=89023
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...st&p=218084

EDIT2: Ein paar Überlegungen zu SSM gibt's hier:

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ost&p=42743
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ost&p=47452



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RE: Kontakte an Objektiven

#7 von matthiaspaul , 24.09.2004 01:11

Zitat von matthiaspaul
Bei den älteren Kameras könnte man das wahrscheinlich "simulieren", indem man diese explizit auf Nachführautofokus schaltet (sofern, wie bei der Minolta 9000 AF, vorhanden), auf ein Objekt in konstanter Entfernung zielt und den Autofokus aktiviert - sobald das Objektiv beim Zoomen aus der Schärfe läuft, korrigiert der Autofokus das wieder - ausprobiert habe ich das allerdings nicht, da ich selbst keine xi-Objektive besitze und nicht weiß, ob deren Motorzoom /überhaupt/ an den älteren Modellen funktioniert.

Falls doch, würde das übrigens meine These widerlegen, daß einige der drei neuen Kontakte für die Stromversorgung des Zoom-Motors zuständig sein könnten, denn dann gäbe es schon bei der 5-Kontakte-Ausführung explizite Leitungen für die Stromversorgung. Vielleicht kann das ja mal jemand ausprobieren?


Auf Minoltas Homepage gefunden:
ZITATHinweise zur Verwendung der AF-Zoom-xi-Objektive und den Power-Zoom-Objektiv:

Alle AF-Zoom-xi-Objektive können an den Dynax-Kameras der xi- und si-Serie mit der motorischen Brennweitenverstellung benutzt werden. Mit den Dynax-Modellen 8000i, 7000i, 5000i, 3000i und den Modellen 9000AF, 7000AF und 5000AF kann das AF-Zoom xi-Objektiv 4-5,6/28-80mm und das Power-Zoom-Objektiv 4-5,6/35-80mm nicht verwendet werden. Alle anderen AF-Zoom-xi-Objektive können an den Dynax-Modellen 8000i, 7000i, 5000i, 3000i und den Modellen 9000AF, 7000AF und 5000AF mit folgenden Einschränkungen verwendet werden:
Die motorische Brennweitenverstellung und die manuelle Scharfeinstellung sind nicht möglich.[/quote]
Siehe auch:

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ndpost&p=106602



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RE: Kontakte an Objektiven

#8 von matthiaspaul , 02.04.2005 19:16

Auch hier noch ein Nachtrag mit einer Information aus einem anderen Lager, denn auch durch Vergleich kann man u.U. viel lernen, auch wenn die Kommunikation im Detail völlig anders realisiert ist:

Im Service Manual der Nikon F4 findet sich die Belegung der sieben Kontakte des Nikon Objektivbajonetts für CPU-Objektive im Uhrzeigersinn (Aufsicht auf Kameragehäuse):

1
2
3
 
     C D E
   B       F
A           G
 


A = Vcc
B = RW1
C = CLK (near to far)
D = SI/O (far to near)
E = RW2
F = Vcc* (relative distance)
G = GND

Bei Nikon gibt es allerdings auch Objektive mit 6 Kontakten (nur F3-AF), 5 Kontakten (1986), 10 Kontakten (AF-I, VR), Gehäuse können offenbar 7 (F4), 8 (F5, F6, D200) oder 10 Kontakte (D300, D700, D3) haben.

Pinout des fünfpoligen Nikon iTTL-ISO-Blitzschuhs an Nikon AF-Kameras
(Sicht auf Kamera-Blitzschuh):

1
2
3
4
5
6
7
 
+---------+
|#   o Y #|
|#       #|
|#   X   #|<------Z
|#       #|
|#  U V  #|
+---------+
 

Z = ground (#)X = sync / fire flashU = iTTL bit clockV = iTTL dataY = iTTL byte clocko = mechanical keyhttp://www.heinrichsweikamp.net/blitz/index.htm

Hier was zur Lens-ID bei Nikon-Objektiven:

http://www.rottmerhusen.com/objektives/lensid/nikkor.html
http://www.rottmerhusen.com/objektives/len...thirdparty.html
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ndpost&p=132205
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ndpost&p=166202

Viele Grüße,

Matthias



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RE: Kontakte an Objektiven

#9 von matthiaspaul , 14.08.2005 16:52

Bezüglich Objektiv-Datenprotokoll ein weiterer Blick über den Tellerrand:

Die Kontakte der Canon EF-Objektive (EOS) von links nach rechts im Gegenuhrzeigersinn (Aufsicht auf Kameragehäuse):

1
2
3
 
A            G
  B        F
    C  D E
 


A = VBAT (Battery power for actuators etc.)
B = P-GND (Power ground for actuators etc., connected with "C" in opposite lens mount)
C = P-GND (connected with "B" in opposite lens mount)
D = VDD (Digital power for electronics?)
E = DCL (Data camera to lens? 8-bit based?)
F = DLC (Data lens to camera?, 8-bit based?)
G = LCLK (Data clock, possibly 62,5 kHz?)
H = D_GND (Digital ground for electronics?)

Das Protokoll basiert möglicherweise auf dem SPI-Protokoll von Motorola.

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...st&p=169923
http://filmprocess.ru/
http://project1.online-mex.de/Chip/pin.php?lang=en

Erstaunlicherweise ist das Auflagemaß und das elektrische Datenprotokoll des Sigma SA-Bajonetts (SA-300, SA-7, SA-9, SD-9, SD-10, SD-14) praktisch identisch mit dem Canon EF-Protokoll, wohingegen das Sigma SA-Innenbajonett dem Pentax P/K Bajonett sehr ähnlich ist:

1
2
3
4
 
X
A            G
   B        F
     C  D E
 


Es gibt allerdings (zumindest bei der SA-300 AF) einen zusätzlichen Kontakt (hier "X" genannt) mit noch unbekannter Funktion.

Die Sigma SD-14 verfügt (im Gegensatz zur SD-10) nur noch über 7 Kontakte (5+2), der Kontakt X ist weggefallen. Außerdem ist dies die erste Kamera mit SA-Bajonett, die nicht mehr über Sigmas Außenbajonett verfügt. (Mir ist allerdings auch kein Objektiv bekannt, daß dieses Außenbajonett je benutzt hat.)

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ost&p=92346 (Sigma SA)
http://www.a1.nl/phomepag/markerink/eos_prot.htm (Canon EF protocol)
http://www.photo.net/bboard/q-and-a-fetch-msg?msg_id=00Bs8p (Sigma SA, Canon EF)
http://www.d-shell.net/ (Sigma SA)
http://www.dslr-forum.de/archive/index.php/t-41110.html
http://www.birger.com/html/ef232_home.htm (Adapter für Canon EF)
http://www.birger.com/html/ef232_softintf.htm (Adapter für Canon EF)
http://www.birger.com/html/ef232_electrical.htm (Adapter für Canon EF)
http://www.mi-fo.de/forum/4homepag?image_id=15139 (Foto mit umgebautem Canon EF 1,8/50mm an Sigma SD9)
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...st&p=211453 (Zum Vergleich das neue Außenbajonett der Sony Alpha DSLR-A700)

Pinout des sechspoligen Canon ETTL-ISO-Blitzschuhs an Canon AF-Kameras
(Sicht auf Kamera-Blitzschuh):

1
2
3
4
5
6
7
 
+---------+
|#   o   #|
|#       #|
|#   X   #|<------Z
|#  U V  #|
|#  W Y  #|
+---------+
 

Z = ground (#)X = sync / fire flashU = ETTL clock inV = ETTL data inW = ETTL data outY = ETTL IDo = mechanical keyhttp://www.heinrichsweikamp.net/blitz/index.htm

Viele Grüße,

Matthias

PS. Angehängt das Foto des Bajonett einer Sigma SA-300 (aus einer eBay-Auktion):


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RE: Kontakte an Objektiven

#10 von matthiaspaul , 14.08.2005 17:15

Liebe Minoltarianer.

Darf ich bei dieser Gelegenheit noch mal auf die von mir vermutete Verwandtschaft des Yashica MA AF-Bajonetts (z.B. an der Yashica 230-AF) mit dem fünfpoligen Minolta A-Bajonett verweisen?

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=7435

Ob sich die Ähnlichkeit auch auf das Datenprotokoll bezieht, ist derzeit noch völlig unklar. Ich besitze leider (noch) kein Yashica AF-Gehäuse oder -objektiv, um das mal genauer zu untersuchen. Weiterführende Informationen sind in jedem Fall hochwillkommen...

Interessant ist auch der folgende Artikel von Herbert Keppler in PhotoReporter Vol. 13 No. 21, 2005-12-11 über Samsung:

http://photoreporter.com/article.asp?issue...p;articleID=448

Dort wird von einer Samsung 35mm MF-Gehäuse namens SR 4000 aus dem Jahre 1998 (Prototypen existierten aber bereits 1996) berichtet, deren Bajonett zwar nicht identisch, aber doch sehr stark dem Minolta-A-Bajonett ähnelt
(Tippfehler korrigiert):
ZITAT"Why are you using German machinery to manufacture a Japanese SLR in Korea?" I asked one of the chief engineers. As an invited guest about 20 years ago, I was standing in one of the giant hangar structures of Samsung Aerospace, now Aerospace Industries Ltd. or KAI. In those days, by agreement, Aerospace was producing Minolta 35mm SLRs for sale in South Korea since then only Korean-made cameras could to be sold in South Korea without a heavy import tax.
I had erroneously thought that Samsung was only importing Minolta parts for assembly. But no, much of the camera was actually being made by Aerospace and, if anything, with higher precision than was being accomplished by Minolta in Japan. Thus, the engineer explained, Samsung preferred using German equipment.
[...]
Some years later I received a letter from Samsung’s president stating that the company was about to start manufacturing 35mm cameras and asking if I could please give the engineers some suggestions on improving them. Indeed, the initial cameras had more than a few glitches, but dealers welcomed Samsung since Samsung’s dealer policy was generous and deficient cameras were immediately replaced with new and improved ones.
[...]
In 1998 Samsung surprised all of us by introducing an original design, Korean-made Samsung SR4000 35mm SLR with a lightweight, polycarbonate body and porro-mirror viewfinder. While loaded with many features, electronics and much hand wiring, it had two oddities. In an age of autofocus, it had none (maybe to avoid any autofocus licensing problems). Also the interchangeable lens mount, although nearly identical to Minolta’s (!, was unique. But the lens line contained only two Samsung-brand lenses and a 50mm f/1.4 Schneider Xenon.
Not surprisingly, the camera and lenses disappeared from the market. But why had Samsung produced and attempted to sell them? Just to test the waters for some time in the future?[/quote]
Viele Grüße,

Matthias


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RE: Kontakte an Objektiven

#11 von matthiaspaul , 05.12.2005 15:23

Bezüglich Objektivkontakten bei anderen Herstellern habe ich gerade diesen interessanten Artikel gefunden:

http://www.robertstech.com/matrix.htm

Hier beschreibt Mark Roberts, wie man bei Pentax AF-Gehäusen die Matrixmessung auch in Verbindung mit uralten MF-Objektiven aktivieren kann. Dafür muß die Kamera den Blendenbereich des Objektivs kennen, der bei den anderen Herstellern im Objektiv-ROM verankert ist.

Bei Pentax befinden sich die Objektivkontakte, die es auch schon einige Zeit vor der AF-Ära gab, ja nicht auf der Innenseite des Bajonetts, sondern im Bajonettring selbst (eine sehr pfiffige Lösung, wie ich finde). Ein Teil dieser Kontakte dient der Datenübertragung mit dem Objektiv und wird für den Autofokus benötigt.

Ein anderer Teil der Kontakte stellt aber lediglich eine Art "Jumper-Feld" dar, dessen Kontakte durch den Bajonettring des Objektivs kurzgeschlossen werden - oder auch nicht, wenn an der entsprechenden Stelle eine kleine Vertiefung bzw. ein Isolator ins Objektivbajonett eingebettet ist. Darüber wird der Blendenarbeitsbereich des Objektivs codiert, auf den die Matrixmessung angewiesen ist.

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         16       22       32       45 
     D123A45  D123A45  D123A45  D123A45
1,2   100*01   111*11    n/a      n/a
1,4   100*00   111*10    n/a      n/a
1,7   010*01   101*11   110*11    n/a
2,0   010*00   101*10   110*10    n/a
2,5   000*01   011*11   100*11   111*01
2,8   000*00   011*10   100*10   111*00
3,5    n/a     001*11   010*11   101*01
4,0    n/a     001*10   010*10   101*00
4,5    n/a        n/a   000*11   011*01
5,6    n/a        n/a   000*10   011*00
6,7    n/a        n/a    n/a     001*01
8,0    n/a        n/a    n/a     001*00
 



Der Vorteil dieser Methode ist, daß man eine solche Modifikation auch ohne größere Probleme nachträglich vornehmen kann, so daß selbst uralte Objektive (inkl. M42-Objektiven mit Adapter) mit Matrixmessung funktionieren.

Bei Minolta (und anderen) fließen deutlich mehr Informationen in die Matrixmessung mit ein, aber trotzdem finde ich Pentax' Ansatz ob seiner Einfachheit ziemlich genial. Außerdem hindert niemand Pentax daran, andere Informationen noch zusätzlich zu verwenden, wenn sie verfügbar sind, sich aber mit dem Blendenbereich zufriedenzugeben, wenn es sich eben um ein umgebautes Alt-Objektiv handelt. Ich würde mir wünschen, sowas gäbe es bei Nikon etc. auch - als Fallback-System.

Bei Pentax wird überhaupt sehr viel Wert auf Kompatibilität gelegt, auch die AF-Schärfeindikatoren im Sucher funktionieren mit alten nicht-AF-Objektiven. Mich persönlich hat es schon bei der Minolta 9000 AF immer geärgert, daß die Schärfewaage mit den beiden roten und der grünen LEDs ("Tunoscope" zwar bei ROM-Objektiven in MF-Betriebsart zur Verfügung steht, nicht aber bei ROM-losen Fremdobjektiven wie M42-, T2- etc. Objektiven. Und bei den neueren Gehäusen ist es eher noch schlimmer geworden, da das "Bremsensymbol" nun auch keine Fokussierrichtung mehr angibt, nur noch scharf/unscharf.

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ndpost&p=166323
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ndpost&p=113629

Viele Grüße,

Matthias

EDIT: http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ndpost&p=122551 (Blendenreihe)


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RE: Kontakte an Objektiven

#12 von FotoMan ( gelöscht ) , 12.02.2006 13:41

Hallo,

ich habe spasseshalber mal mein oszi an die Schnittstelle meiner alten 300si gehalten undversucht was zu messen. Es wurde bei eingeschalteter Kam im "Leerlauf" und bei halb gedrücktem Auslöser gemessen. Da mein ca. 30 Jahre altes Oszi einfach nicht viel taugt, kann ich manches nur qualitativ beschreiben.

Folgendes kam dabei heraus:

Pin 5 vs. Pin 4:
Messung:
Leerlauf: ca. 3V Gleichspannung
Halb gedrückt: eine Hi/Lo Pulsfolge zwischen 0V und ca. 5V. Die Lo-Zeit betrug ca. 15ms. Die Hi-Zeit kann ich nur schätzen, ca. 100ms.
Interpretation: sieht mir sehr nach einem Takt- bzw. Clockpuls aus, der ausgegeben wird. Dieser Anschluß ist vermutlich nur ein Ausgang.


Pin 5 vs. Pin 3:
Leerlauf: ca. 3V Gleichspannung
Halb gedrückt: eine schnelle Hi/Lo Pulsfolge zwischen 0V und ca. 5V. Die Hi-Zeiten liegen bei ca. 1 ms oder darunter. Esieht aus, als würde eine Zahlenfolge, bestehend aus 3 oder mehr Zahlen, ausgegeben, die mit 1 anfängt (ein kurzer Hi Puls). Nach der 1 scheint eine 3 zu kommen (3 kurze Hi-Pulse). Danach kommen längere Zahlen, die ich nicht mehr erkennen konnte.
Interpretation: sieht mir sehr nach einer Signal ausgabe aus. Vermutlich ist das, was ich gesehen habe eine Ini-Sequenz, die solang gesendet wird, bis auf Pin 2 oder Pin 1 eine Antwort empfangen wird. Dieser Anschluß ist vermutlich nur ein Ausgang.

Pin 5 vs. Pin 1 und Pin 2:
Leerlauf: ca. 3V Gleichspannung
Halb gedrückt: 5V Gleichspannung
Vermutung: Diese Pins werden auf 5V hochgezogen und könnten Signaleingänge sein, an denen der Objektivchip "rüttelt". Vielleicht ist Pin 1 die Signalleitung und Pin 2 die Spannungsversorgung vom Objektivchip.

Um das genauer zu beurteilen, bräuchte ich bessere Meßtechnik...

Gruß und bis dann



FotoMan

RE: Kontakte an Objektiven

#13 von matthiaspaul , 12.02.2006 14:02

Zitat von FotoMan
ich habe spasseshalber mal mein oszi an die Schnittstelle meiner alten 300si gehalten undversucht was zu messen.


Hey, super. Danke für das Feedback. Weiter so! :-)

Also: Pin "L5" und der optionale Pin "L8" sind definitiv Masse. Pin "L2" ist definitiv eine geschaltete und stabilisierte Versorgungsspannung, wahrscheinlich für den ROM-Chip im Objektiv. Der optionale Pin "L7" ist definitiv die geschaltete, unstabilisierte Batteriespannung (ca. 6V) zur Versorgung der Motoren in xi- und SSM-Objektiven. Alles andere kann letztlich Daten-, Takt- oder einfach Schalt-Ein-/Ausgang sein, da geben die paar Schaltpläne, die ich habe, leider keine definitiven Hinweise her (auch wenn gewisse Anzeichen eine bestimmte Interpretation nahelegen), wir sind also wirklich auf Messungen angewiesen.

Leider bin ich immer noch nicht dazu gekommen, das selbst mal zu messen.

Frage: Hat die 300si nicht 8 Objektivkontakte?

Viele Grüße,

Matthias



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RE: Kontakte an Objektiven

#14 von FotoMan ( gelöscht ) , 13.02.2006 09:49

Hi,

die 300si hat 8 Kontakte. Bei ihr ist die Blendenschiebermechanik defekt. Da sie sonst geht, benutze ich sie nun als Forschungsobjekt.

Die Objektive, die ich habe, haben alle 5 Kontakte. Von daher habe ich mich erstmal darauf konzentriert.

Ein 70-210 Objektiv habe ich mal zerlegt und die Elektronik angesehen. Im Tubus befinden sich Schleifer, die auf Schleifbahnen laufen, wenn man die Brennweite verdreht. Je nach Einstellung, werden die Schleifbahnen kurzgeschlossen oder geöffnet. Diese Schaltzustände wertet der Objektivchip aus.

Um das Protokoll zu analysieren, bräuchte ich einen Datenlogger bzw. Analyser. Mal sehen, ob ich was ausleihen kann. Dann mache ich mal weiter.

Andererseits müssen wir das Rad ja vielleicht nicht nochmal erfinden. Weißt Du, ob es nicht schon genauere Infos im Netz gibt?

Gruß



FotoMan

RE: Kontakte an Objektiven

#15 von matthiaspaul , 13.02.2006 10:58

Zitat von FotoMan
Ein 70-210 Objektiv habe ich mal zerlegt und die Elektronik angesehen. Im Tubus befinden sich Schleifer, die auf Schleifbahnen laufen, wenn man die Brennweite verdreht. Je nach Einstellung, werden die Schleifbahnen kurzgeschlossen oder geöffnet. Diese Schaltzustände wertet der Objektivchip aus.


Wobei es verschiedene Möglichkeiten gibt, das zu gestalten. Wenn es sich um einen kleinen Mikrocontroller handelt, kann man natürlich einfach die Schaltzustände der Schleifkontakte auswerten und darauf im Programmablauf reagieren.
Minolta bewarb anfangs aber keine CPUs, sondern "nur" ROMs. CPUs kamen erst mit der xi-Serie dazu und dann auch nur bei xi-Objektiven. Bei ROMs könnte man die Schleifkontakte wohl auch einfach als zusätzliche Adreßeingänge verwenden und damit interne Tabellen ummappen.

Bei (D)-Objektiven gibt es einen ähnlichen Schleifkontakt auch für den Entfernungsring.
ZITATUm das Protokoll zu analysieren, bräuchte ich einen Datenlogger bzw. Analyser. Mal sehen, ob ich was ausleihen kann. Dann mache ich mal weiter.[/quote]
Wir haben entsprechendes Equipment in der Firma, aber ich hab' leider einfach auf absehbare Zeit keine Zeit, mich dahinterzuklemmen. Insofern: Super, wenn jemand anders mal voranprescht! :-)
ZITATAndererseits müssen wir das Rad ja vielleicht nicht nochmal erfinden. Weißt Du, ob es nicht schon genauere Infos im Netz gibt?[/quote]
Nein, zum Minolta-Objektivprotokoll gibt es da meines Wissens noch nichts - zu anderen Systemen ist das Protokoll allerdings wohl teilweise komplett entschlüsselt (Canon, Sigma), aber mehr als einen groben Überblick darüber, was man wohl überhaupt erwarten könnte, kann man davon nicht verwenden.

Ich selbst habe früher mal das Blitzprotokoll zwischen Minolta 9000 AF und Program Flash 4000 AF untersucht - das Protokoll ist natürlich inzwischen erweitert worden, aber zumindest bei allen Gehäusen, die OTF-TTL unterstützen, gilt das im Prinzip heute wie gestern. Ich weiß nicht, ob Du diese Artikel hier schon kennst - sie dienen inzwischen als Anker-Postings zu diversen verstreuten Artikeln, die unterschiedlichste Teilaspekte beleuchten:

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ost&p=50472 (Datenprotokoll Blitz-Kamera)
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...ost&p=74577 (Übersicht Pinouts und Protokolle)

Viele Grüße,

Matthias



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