RE: Backfokus mit Sony Alpha DSLR-A700

#31 von Markus Thalmann , 08.03.2010 20:34

Mir gefällt bei SSM halt die "Lautlosigkeit" und die Möglichkeit direkt in die Fokussierung einzugreifen.

Und ich denke mit Micro-Adjust werden sie schon noch ihre Zeiss- Qualitäten ausspielen.



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RE: Backfokus mit Sony Alpha DSLR-A700

#32 von stevemark , 08.03.2010 21:53

Nun ja, die Sache ist nun mal komplex -

Hier stichwortartig nur ein paar Faktoren, die auf dei Fokussierung einwirken; und zwar NUR jene Faktoren, bei denen zu Differenzen zwischen AF-Messzelle und Sensor (Bildaufzeichnung) kommen kann:

1) Bildfeldwölbung: Die Schärfeebene des 2.8/16-35mm ist wellenförmig gewölbt, bedingt u. a. durch die asphärischen Flächen. Optimale Schärfe in der Mitte bedeutet nicht optimale Schärfe im mittleren Bildfeld! Bei der werkseitigen Kalibrierung hält man sich offenbar an einen Mittelwert; d. h. das Bildzentrum kommt leicht unscharf.

2) AA-Filter: der AA-Filter vor dem Sensor verändert die optische Weglänge; er wirkt sich auf die Fokussierung aus, wie man leicht durch praktische Experimente am MinAF 2.8/300mm APO feststellen kann: Entfernen des planparallelen Klarglasfilters aus dem Strahlengang verlagert den Fokus DEUTLICH. Je nach DSLR ist das AA-Filter verschieden dick und auch an unterschiedlichen Positionen angbracht.

3) SSM-Ansteuerung: u. a. temperaturabhängig - also je nach Temperatur andere Korrekturwerte erforderlich

4) sog. Blendenfehler beim Abblenden: Die Randstrahlen (die bei offener Blende das Bild dominieren) haben einen anderen Fokuspunkt als die Zentrums-Strahlen (die bei geschlossener Blende das Bild "machen" => beim Abblenden verlagert sich der Fokuspunkt i. a. nach hinten; Ausmass und selbst Richtung können mit Brennweite und Distanz beträchtlich variieren)

usw. usf.

Es sind also zahlreiche Werte zu kalibrieren; oft kann man dies wohl nicht bei allen Brennweiten / Entfernungseinstellungen, und dementsprechend ist die Chance da, dass bei Deiner bevorzugten "Arbeitseinstellung" (Brennweite, Blende, Entfernung ... aber auch Gehäuse und Temperatur, ) halt die Kalibrierung nicht optimal ist - selbst wenn sie unter Werksbedingungen perfekt war. SSM ist da eindeutig komplexer als der Stangen-AF.

Gr Steve

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RE: Backfokus mit Sony Alpha DSLR-A700

#33 von Markus Thalmann , 09.03.2010 08:19

Hallo Steve,

vielen Dank für Deine ausführliche und interessante Antwort.

ZITAT(stevemark @ 2010-03-08, 21:53) 1) Bildfeldwölbung: Die Schärfeebene des 2.8/16-35mm ist wellenförmig gewölbt, bedingt u. a. durch die asphärischen Flächen. Optimale Schärfe in der Mitte bedeutet nicht optimale Schärfe im mittleren Bildfeld! Bei der werkseitigen Kalibrierung hält man sich offenbar an einen Mittelwert; d. h. das Bildzentrum kommt leicht unscharf.[/quote]

Ich gehe mal davon aus, dass der Verlauf der Schärfeebene, bei f2.8, BW35 und einem Abstand von 1 Meter zum Motiv, nicht um 2cm differiert, so dass sie sich im Zentrum nur noch ganz am Rand im Schärfebereich befindet. Sondern die wellenförmige Schärfeebene befindet sich ganz im Schärfenbereich, mit eben nicht ganz optimalem Zentrum.

ZITAT(stevemark @ 2010-03-08, 21:53) 2) AA-Filter: der AA-Filter vor dem Sensor verändert die optische Weglänge; er wirkt sich auf die Fokussierung aus, wie man leicht durch praktische Experimente am MinAF 2.8/300mm APO feststellen kann: Entfernen des planparallelen Klarglasfilters aus dem Strahlengang verlagert den Fokus DEUTLICH. Je nach DSLR ist das AA-Filter verschieden dick und auch an unterschiedlichen Positionen angbracht.[/quote]

Leider habe ich kein MinAF 2.8/300mm APO und wenn, würde ich es nicht demontieren wollen. Daher glaub ich Dir das unbesehen.

ZITAT(stevemark @ 2010-03-08, 21:53) 3) SSM-Ansteuerung: u. a. temperaturabhängig - also je nach Temperatur andere Korrekturwerte erforderlich[/quote]

Das ist für mich aber wirklich interessant. Wie ist dies technisch zu erklären und warum kann dies die Kamera nicht ausgleichen?

ZITAT(stevemark @ 2010-03-08, 21:53) 4) sog. Blendenfehler beim Abblenden: Die Randstrahlen (die bei offener Blende das Bild dominieren) haben einen anderen Fokuspunkt als die Zentrums-Strahlen (die bei geschlossener Blende das Bild "machen" => beim Abblenden verlagert sich der Fokuspunkt i. a. nach hinten; Ausmass und selbst Richtung können mit Brennweite und Distanz beträchtlich variieren)[/quote]

Da meine Versuche alle bei offener Blende gemacht wurden, würde es ja bedeuten, dass der vorhandene Fehler bei Offenblende sich bei Arbeitsblende noch verschlimmern würde.
Andererseits wächst ja die Schärfentiefe bei zunehmender Distanz und kleinerer Blendenöffnung, so dass sich diese Verschiebung nicht unbedingt "zusätzlich" bemerkbar machen muss, oder?

ZITAT(stevemark @ 2010-03-08, 21:53) Es sind also zahlreiche Werte zu kalibrieren; oft kann man dies wohl nicht bei allen Brennweiten / Entfernungseinstellungen, und dementsprechend ist die Chance da, dass bei Deiner bevorzugten "Arbeitseinstellung" (Brennweite, Blende, Entfernung ... aber auch Gehäuse und Temperatur, ) halt die Kalibrierung nicht optimal ist - selbst wenn sie unter Werksbedingungen perfekt war. SSM ist da eindeutig komplexer als der Stangen-AF.[/quote]

Wer hätte gedacht, dass man sich mit dem SSM unter Umständen "noch" mehr Probleme einhandeln kann...

Dabei war ich mit meinem AF 28-75 f2.8 eigentlich ganz zufrieden, aber das ist eine andere Geschichte...



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