RE: Push/Pull-Entwicklungszeiten und ISO ausrechnen

#1 von kzk , 03.04.2007 14:05

Glücklicherweise gibt es im Internet einen Entwicklungszeitenrechner, so daß man sich nicht alles selbst ausrechnen muß.
Leider habe ich keine Ahnung, welche ISO ich danach tatsächlich habe...

http://www.phototec.de/infomag_erechner.php

Folgendes Beispiel:

Ich benutze einen Ilford FP5 (ISO 400) und will ihn mit Ilfosol 1+9 entwickeln (alles bei 20°C).
Bleibe ich bei ISO400, rechnet mir der Entwicklungszeitenrechner 7 Minuten aus - das kommt meiner Erfahrung nach auch so hin...

Interessant wird es, wenn ich den Film pushen will. Ich klicke also "Push1" (G 0.70) an und es erscheint eine Entwicklungszeit von 9:19
Auf welche ISO wird der Film hier gepusht? ISO 800?

bei Push 2 (G 0.85) erscheint die Zeit 15:24 - ISO 1600?

bei Push 3 (G 1.0) dürfte (25:54) der Film - wenn meine Vermutung stimmt - auf ISO3200 (! gepusht werden.


Dementsprechend würde man einen (echten) ISO1600 Film auf folgende ISO pushen:

Push 1: ISO3200
Push 2: ISO6400
Push 3: ISO12800 /ninja.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ninja.gif" />

liege ich damit richtig, oder habe ich das alles einfach nicht kapiert?
kann mir jemand erklären, wie ich die G-Werte auf die ISO anwenden kann?


schöne Grüße,
Krystian


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RE: Push/Pull-Entwicklungszeiten und ISO ausrechnen

#2 von 01af , 03.04.2007 14:31

Du hast das schon richtig verstanden. Jede Push-Stufe verdoppelt die (genutzte) Empfindlichkeit -- verdoppelt also den ASA-Wert bzw. erhöht den DIN-Wert um drei.

Aber ... ganz so glatt läuft das im wirklichen Leben leider nicht. Die durch die Pusherei "erhöhte" Empfindlichkeit bezieht sich nur auf die Mitteltöne. Insgesamt erhöht sich die wahre Empfindlichkeit für die Schatten nur geringfügig, und die für die Lichter sogar noch mehr -- was auch durch den erhöhten Kontrast zum Ausdruck kommt. Je stärker also gepusht wird, desto mehr läuft die gesamte Tonwertdarstellung aus dem Ruder, und desto ungenauer werden die Extrapolationen eines Entwicklungszeitenrechners. Verlasse dich also nicht zu sehr auf deren Richtigkeit! Deswegen sollte man, wenn möglich, nur um eine bis maximal zwei Stufen pushen. Ein Push um drei Stufen ist sozusagen schon eine Verzweiflungstat. Vor wichtigen Aufnahmen sollte man die angepeilte Push-Stufe mit dem zu verwendenden Filmmaterial unbedingt einmal ausprobiert haben ... vor allem, wenn man um mehr als eine Stufe pushen will.

-- Olaf


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RE: Push/Pull-Entwicklungszeiten und ISO ausrechnen

#3 von kzk , 03.04.2007 15:34

Ich weiß, zu viel pushen darf man auch wieder nicht, sonst leidet die Bildqualität.


schöne Grüße,
Krystian


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RE: Push/Pull-Entwicklungszeiten und ISO ausrechnen

#4 von ingobohn , 03.04.2007 15:38

G ist der sog. Gamma-Wert und gibt also an, wie hart oder weich der Kontrast des Negativs ausfällt.


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