RE: SLRs in extremen Situationen

#16 von Giovanni , 06.09.2006 10:53

Warum nicht einfach eine Kompakte mit Unterwassergehäuse für die extremen Fälle dazunehmen? Von den fotografischen Anforderungen her gibt es sicher Situationen, in denen eine Fuji F11 oder Ähnliches eine DSLR ersetzen kann - bei nicht allzu dynamischen Motiven, wenn der Brennweitenbereich des eingebauten Zooms ausreicht, und wenn die Schärfentiefe mal etwas größer sein darf. Das dürfte in vielen Fällen der Fall sein :-)



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RE: SLRs in extremen Situationen

#17 von andbaum , 06.09.2006 11:05

ZITAt (Giovanni @ 2006-09-06, 10:53) Warum nicht einfach eine Kompakte mit Unterwassergehäuse für die extremen Fälle dazunehmen?[/quote]
Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Aber dann hätte man wieder mehr Geschleppe. Oft weiss man ja nicht, ob es im Laufe des Tages regnen wird. Da hab ich lieber gleich eine Kamera dabei, die mehr aushält.



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RE: SLRs in extremen Situationen

#18 von andbaum , 06.09.2006 11:17

ZITAt (m_lieback @ 2006-09-06, 9:35) Eine zum Glück billige 28-200 Linse brauchte dann doch 1 Tag zum trocknen, weil innen angelaufen. Funktioniert aber nach wie vor 1a.[/quote]
Davor habe ich auch Angst. Ich hatte mal ein Sigma 4-5,6 70-300 APO Makro der ersten Generation, mit dem ich eigentlich immer recht zufrieden war. Beim Herausnehmen aus dem Kofferraum (warmer Sommertag, ca 27° Umgebung) ist eine Linse im Objektiv angelaufen. Anscheinend hat die Feuchtigkeit dann die Vergütung so stark angegriffen, dass die Linse immer noch sehr trüb bleib, obwohl das Objektiv wieder trocken war. Ich habe es es damals eingeschickt, eine Reparatur wurde aber mit der Begründung "Wasserschaden - rentiert sich nicht" abgelehnt. Nachdem das Objektiv eh zu nichts mehr zu gebrauchen war und ich schon immer mal eins zerlegen wollte, habe ich einfach mal dran rumgebastelt und die betreffende Linse frei gelegt. Man kann die Trübung nicht mal mehr mit einem Tuch abwischen. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass so etwas mit einem relativ wichtigen Objektiv passiert /ninja.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ninja.gif" />



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RE: SLRs in extremen Situationen

#19 von matthiaspaul , 06.09.2006 12:25

ZITAT(andbaum @ 2006-09-05, 21:39) Wer hatte schon alles Kameraausfälle aufgrund der Umgebungsbedingungen?[/quote]
Echte Ausfälle noch nie, jedenfalls nicht bei Spiegelreflexkameras.

Ich habe sowohl die Minolta 9000 AF als auch die Minolta Dynax 9 schon in Regen (stundenlanger mäßiger Dauerregen, aber auch halbstündige schwere Wolkenbrüche) eingesetzt. Bei der 9000 gehen die Belichtungssysteme und der Autofokus an, wenn der Auslöser naß wird - aber auch wenn dort schon etwas Wasser eingedrungen ist, ist es bisher noch jedesmal wieder getrocknet (dauert dann ein, zwei Tage). Bei der Dynax 9 ist mir nur aufgefallen, daß der Bajonettzwischenraum etwas feucht wird, das ist mir erstaunlicherweise bei der 9000 noch nie aufgefallen. Offensichtlich würde da bei noch längerer Tortur langsam Wasser eindringen.

Andere Extreme:

- Kältebetrieb bis etwa -20°C ohne Probleme, aber das ist auch im Rahmen der Spezifikation bei den analogen Gehäusen. (Die DSLRs sind für nur für 0°C und höher spezifiziert.)

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=4819
http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=10389
http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=10758
http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=10952

- Wärmebetrieb: http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=6333

- Sturz: Auf meine schwarze Dynax 9, die auf meinem Schreibtisch stand, sind mir einmal von einem knapp unter der ca. drei Meter hohen Decke montierten Regelbrett zwei temporär vor den anderen Büchern "geparkte" quergestellte DIN-A4-Schuber voll mit dicken Zeitschriften direkt auf den Blitz und das Pentaprisma gefallen, also aus effektiv etwa 2 Metern Höhe zwei große "Stücke Holz" mit den Abmaßen zweier breiter Aktenordner. Ich saß daneben und bekam einen Riesenschreck und dachte: "Das war's dann wohl". Einen Trümmerhaufen erwartend mit zugekniffenen Augen vorsichtig die Kamera betrachtet und siehe da: Wie durch ein Wunder hatte die Kamera noch nicht einmal eine Schramme oder Delle abbekommen, auch keine inneren Verletzungen. Schuber und Bindungen der Zeitschriften waren allerdings hinüber und lagen weit verstreut auf dem Schreibtisch herum... (Anmerkung: Die Minolta 9000 AF hätte das mit Sicherheit nicht überlebt, denn das Pentaprisma ist bei dieser Kamera ungeschützt.)
http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=231170
http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=258845
http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=295013

- Salzwasser (bei einer Kompaktkamera damals noch mit Handaufzug): Auf einer hohen und knochentrockenen Klippe an der spanischen Biskayaküste in der weiteren Umgebung von Bilbao das Meer fotografierend, erwischte mich eine atypisch hohe Welle (die ich mir bis heute nicht wirklich erklären kann, da es nur eine einzige Welle dieser Art gab (eigentlich drei Wellen hintereinander, aber nur eine davon war so extrem) und das Meer sonst nur leicht aufgewühlt war). Die Kamera war "sofort tot", wie meine Bilderserie später zeigte: "Welle noch flach weit draußen auf dem Meer - Welle kommt näher und baut sich auf - Welle knallt mit Wucht gegen die Steilklippe - ich laufe (weiter fotografierend) rückwärts - Gischt steigt meterhoch über die obere Kante der Klippe hinaus in den Himmel - Wasser stürzt auch landeinwärts runter - man sieht nur noch brodelndes Wasser, das näher kommt - und 'begräbt' mich, inzwischen 5 bis 10 Meter landeinwärts gelaufen, regelrecht darunter - Schwarz". Aber Salzwasser würde auch jede andere Kamera zerstören.

EDIT 2012: Damals konnte ich mir keinen Reim darauf machen, was da eigentlich passiert ist, aber inzwischen habe ich erfahren, daß man sowas wohl rough wave or freak wave or sneaker wave nennt und daß es sich dabei um ein seltenes und noch nicht erforschtes Naturphänomen handelt. Meinen Aufzeichnungen zufolge fand dies am 1986-08-02 auf den Klippen von Noja statt:

http://maps.google.de/maps?hl=de&q=Noj...sa=N&tab=wl

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...st&p=137125
http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...st&p=183258
http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=34508

Allgemein zum Thema Salzwasser:

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=11710
http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=12868

Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse, außer der üblichen Stöße im Gedränge oder Gelände, aber die machen eigentlich weder der 9000 noch der 9 etwas aus.

Viele Grüße,

Matthias



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RE: SLRs in extremen Situationen

#20 von Giovanni , 08.09.2006 22:55

Am französischen Atlantik laufen kommerzielle Fotografen am Strand rum und fotografieren Leute, um ihnen die Bilder dann abends in der Stadt in ihrem Laden als schicke Schwarzweiß-Abzüge anzubieten. Was benutzen die? Billige alte Nikon-AF-SLRs, z.B. F-401. Je billiger desto besser. Wahrscheinlich kaufen sie die dutzendweise bei eBay oder aus Rückkäufen von Fotogeschäften an. Wenn eine so versalzen und versandet ist, dass sie nicht mehr geht, einfach wegschmeißen und die nächste nehmen, schätze ich mal. Es sah aber eigentlich so aus, als seien die Dinger schon länger bei den Leuten in Gebrauch.

Übrigens hab ich dort schon ausgiebig mit meiner Nikon 801s fotografiert (keine Leute, dafür die Landschaft). Diese AF-Kameras haben das ärgerliche Problem, dass die Filmkammer nicht abgedichtet ist und er Sand sehr leicht hineingeweht wird. Bei den manuellen SLRs war das noch eindeutig besser. Überhaupt ist die 801s nirgends wirklich dicht, Sand gerät fast überall ins Gehäuse. Beim abendlichen Entsanden und Entsalzen der Kamera hab ich wohl etwas zu viel des Guten mit dem Staubsauger getan - man mag's fast nicht erzählen: Ich kam zu nah an den Verschluss und die Metall (!-Lamellen des Verschlusses wurden auf einer Seite herausgesaugt ... ich dachte schon, das war's nun mit der Kamera. Aber weit gefehlt. Die ließen sich mit etwas Fingerspitzengefühl tatsächlich wieder hineinfummeln ohne dass sie beschädigt wurden und diese Kamera funktioniert seither weiterhin einwandfrei. Zur Nachahmung kann ich das nicht empfehlen.



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RE: SLRs in extremen Situationen

#21 von TOPLOOK , 11.09.2006 12:10

Hallo miteinander,

gestern hat es mich getroffen: Am Baggersee bin ich mit meiner X-700 incl. MD1 und MC 1,2/58 komplett für ca. 1 Sekunde untergetaucht - nicht absichtlich - sondern beim Rückwärtsgehen am rutschigen, abfallenden Kieshang. Blick durch den Sucher - ich hatte keine Chance zu reagieren. Ergebnis: Der MD1 versuchte laufend zu transportieren (auch nach dem Abschalten), die X-700 rührt sich überhaupt nicht mehr - aber - man glaubt es kaum das MC ist frei von "Wasserspuren" - nur etwas Sand auf der Frontlinse (ich hatte keinen Filter montiert). Ich habe das Objektiv nur etwas "ausgeschüttelt": Blende, MC-Mitnehmer und Fokussierung laufen weiterhin einwandfrei samtig und geräuschlos. Hoffentlich hat der Film keinen Schaden genommen (ca. 10 Aufnahmen hatte ich bereits belichtet).
Was wäre mit einer Digicam passiert? Vermutlich kann man zumindest die, auf der Karte gespeicherten Fotos retten?
Und - etwas ketzerisch gefragt - hätte z.B. eine Nikon FM das Manöver besser überstanden (oder wäre nur der Schaden größer /dirol.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="dirol.gif" /> ?

Gruß
TOPLOOK



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