RE: Tiefenschärfe Digicams

#1 von Daniel Kuhne ( gelöscht ) , 02.02.2004 15:34

Hi @all!

Noah11027 hat bei meinem Crush-Ice-Bild dazugeschrieben, daß es mit einer analogen Cam wahrscheinlich schwierig geworden wäre, eine solche Tiefenschärfe zu bekommen.
Der Grund dafür: der kleine (nicht vollformatige, äqiv. KB) Chip + dessen Crop-Faktor.
Jetzt weiß ich aber nicht so Recht... ich hatte die EOS 300D testweise zur Verfügung. Die hat ja auch keinen Vollformatchip; die Tiefenschärfe war aber vergleichbar mit analogen SLR... ist das nicht auch eine Sache der Optik?

Ich meine, die Dimage deckt einen ziemlich großen Brennweitenbereich ab. Spielen da nicht die Anzahl der Linsen und die deren Abstände eine Rolle?
Eine SLR-Optik hat ja schon eine gewisse Größe, ergo haben die Linsen auch mehr Abstand zwischen einander, oder?

@mark:
Ich hab das Thema mal public gemacht, weil ich denke, daß es für den ein oder anderen ganz interessant sein könnte.



Daniel Kuhne

RE: Tiefenschärfe Digicams

#2 von Mark , 02.02.2004 15:41

Ja, ich denke das war schonmal ein Thema. Mein Problem ist, das ich es nicht genau erklären kann, ich aber weiß das es so ist.
Die Bilder zum Beispiel bei der 7Hi haben eine Hammer Tiefenschärfe. Die sich leider auch nicht so richtig "vernichten" ließ für Porttraitaufnahmen.

Ähnliches habe ich auch bei der 10D beobachtet, bzw. bei Vergleichsaufnahmen die ich mit ihr und meiner 7 gemacht habe.

Das ist eher ein Thema für Manfred, der hat da sicher auch noch ein physikalisches Patent am Start. /smile.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="smile.gif" />

Mark



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RE: Tiefenschärfe Digicams

#3 von Daniel Kuhne ( gelöscht ) , 02.02.2004 15:46

Hmmm...
das mit dem krassen Schärfebereich ist teilweise ein echtes Digicam-Problem.
Bleibt wohl nur, die Blende voll aufzureissen, vom Objekt Abstand zu nehmen und den 7fach bemühen. Dann ist es (für Portraits) einigermaßen annehmbar.
Halt Schärfenkontrastverstärkung nach Art des Hauses /biggrin.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="biggrin.gif" />

Grrr... ich sehe es schon kommen:
eine kompakte für immerscharfe Aufnahmen und eine DSLR für schöne Unschärfe-Effekte /rolleyes.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="rolleyes.gif" />



Daniel Kuhne

RE: Tiefenschärfe Digicams

#4 von ingobohn , 02.02.2004 16:08

In einer "NaturFoto" vor einem dreiviertel Jahr stand mal ein Bericht bzgl. Tiefenschärfe analog/digital. Leider bekomme ich da nicht mehr ganz zusammen, wie es sich im Detail verhält. 2 Dinge blieben mir jedoch hängen:
1) Wegen des Crop-Faktors muss man bei digitalen Kameras ja immer kürzere Brennweiten benutzen als bei analogen. Kürzere Brennweiten haben aber per se eine grössere Tiefenschärfe. Für Makro gut - für Portrait schlecht.
2) Selbst bei vergleichbarer Brennweite hat die digitale Kamera trotzdem mehr Tiefenschärfe.

Ich hatte das schon mal im direkten Vergleich zwischen meiner Dynax 9 und einer Canon EOS 10D festgestellt und hier in "irgendeinem" Thread gepostet. Aber man hat mir damals nicht so recht geglaubt... /biggrin.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="biggrin.gif" />



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RE: Tiefenschärfe Digicams

#5 von Mark , 02.02.2004 16:14

ZITATAber man hat mir damals nicht so recht geglaubt...[/quote]

Diese eine Mal will ich dir mal glauben /biggrin.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="biggrin.gif" />. Ich habe dasselbe bei der Dynax und der 10D mit gleichen Brennweiten und beobachtet. War sogar recht augenscheinlich...

Da ist dann so ein Objektiv wie das STF135 ein prima Sache. Minolta müsste danur noch etwas mit dem Preis machen.

Mark



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RE: Tiefenschärfe Digicams

#6 von ingobohn , 02.02.2004 16:21

Zitat von noah11027
Diese eine Mal will ich dir mal glauben /biggrin.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="biggrin.gif" />.


Dann sind's jetzt schon 2. Manfredm hat mir nämlich sofort geglaubt. Meine Weissbier-Bestechung war echt klasse... /laugh.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="laugh.gif" />



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RE: Tiefenschärfe Digicams

#7 von MikeB ( gelöscht ) , 02.02.2004 16:49

Dieser Effekt tritt auf weil der Chip kleiner ist als der Kleinbild Film, also 24 x 36 mm. Ein ähnlicher Effekt habe ich bei meiner Minox, Neg Format 9 x 11 mm, Objektiv 15mm Brennweite, was bei diesem Format "Normal" ist, also etwa 50 mm bei Kleinbild entspricht.
Schärfentiefe bei entsprechender Einstellung und offener Blende 3,5 (Blende ist immer offen) von 2 Meter bis Unendlich! Genial! Das Teil macht hervorragende Fotos. Ist übrigens die Erfindung von einem Letten, ich finds besser als aller digitale Kram. Ist halt meine pers. Meinung, nicht böse sein.



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RE: Tiefenschärfe Digicams

#8 von WinSoft , 02.02.2004 17:56

Die Schärfentiefe hängt von etlichen Faktoren ab (Gegenstandsweite, Blendenöffnung, Brennweite, zulässiger Zerstreuungskreisdurchmesser). Bei den Consumer- und Prosumer-Digicams mit ihren gegenüber dem Kleinbild-Format kleineren Chips benötigt man bei den Objektiven auch vergleichsweise kürzere Brennweiten mit kleineren Blendenöffnungen.

Daher ist die Schärfentiefe hier von vornherein größer als bei gleicher Blende im Kleinbild-Vollformat. Allerdings hat sich im Digitalbereich wegen der sehr unterschiedlichen Chipabmessungen noch kein allgemein anerkannter Zerstreuungskreisdurchmesser durchgesetzt. Daher versagen hier auch die Schärfentiefe-Rechner.

Weiterhin macht es keinen Sinn, kleinere Blenden als etwa 8 bis 11 vorzusehen, da dann der immer vorhandene und unvermeidliche Einfluss der Beugung sichtbar und bildverschlechternd in Erscheinung tritt: Das Bild wird mit engerer Blende immer unschärfer! Hier muss man im Nahbereich einen Kompromiss finden zwischen einer möglichst großen Schärfentiefe und noch nicht so starkem Einfluss der Beugung. Diese Blende nennt man "förderliche Blende".

Die meisten Objektive erreichen ihre beste Abbildungsleistung etwa 2 Blenden unter der offenen Blende. Diese Blende nennt man "optimale Blende". Nur ganz wenige Objektive des Marktes besitzen bereits bei voller Öffnung ihre optimale Blende. Eine Steigerung der Abbildungsqualität ist also hier durch Abblenden nicht mehr gegeben (einige Leica Apo-Tele-Objektive).

Zurück zum Thema: Wer eine sehr geringe Schärfentiefe wünscht, greift entweder zur Analogkamera bis zum Großbildformat (Blenden 64 bis 128 möglich! oder zum digitalen Vollformat oder bei den Digiknipsen zur offenen Blende im Telebereich.



 
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RE: Tiefenschärfe Digicams

#9 von steffens , 02.02.2004 18:20

ZITATWer eine sehr geringe Schärfentiefe wünscht, greift entweder zur Analogkamera bis zum Großbildformat (Blenden 64 bis 128 möglich![/quote]

Na, da meinst du sicher das Gegenteil /smile.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="smile.gif" />. Man kriegt durch die grosse Blende ja gerade eine grosse Tiefenschärfe. Bei der Grossformat kommen noch die unterschiedlichen Verstellmöglichkeiten der Filmebene/Objektiv hinzu, sodass man hier Sachen machen kann, bzw eine Tiefenschärfe erreichen kann, wie sie woanders wohl nur schwer zu erreichen ist... von der Bildqualität mal ganz abgesehen /smile.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="smile.gif" />.



 
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RE: Tiefenschärfe Digicams

#10 von fresch , 02.02.2004 19:17

Zitat von steffens
ZITAT Wer eine sehr geringe Schärfentiefe wünscht, greift entweder zur Analogkamera bis zum Großbildformat (Blenden 64 bis 128 möglich!



Man kriegt durch die grosse Blende ja gerade eine grosse Tiefenschärfe. [/quote]
Jetzt wirds richtig unübersichtlich. /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" /> Eine große Blendenzahl heißt natürlich nicht eine große Blendenöffnung, sondern natürlich eine kleinere Blendenöffnung. Und dann gibts auch die große Schärfentiefe. Kneift mal ein wenig die Augen zu, dann wirds schärfer. /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" />



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RE: Tiefenschärfe Digicams

#11 von WinSoft , 02.02.2004 19:18

Hallo steffens,
Missverständnis? Große Blende nicht verwechseln mit großer Blendenzahl. Große Blende heißt weit geöffnete Blende! Also geringe Schärfentiefe!
Das mit der Verstellbarkeit der Objektivstandarte bei Mittel- und Großformat hat zunächst mit Schärfentiefe auf Grund der Blende nicht viel zu tun. Sie meinem vermutlich die Schärfedehnung nach der "Scheimpflug-Bedingung".



 
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RE: Tiefenschärfe Digicams

#12 von Kanja ( gelöscht ) , 02.02.2004 23:49

Hi,
Winsoft hat vollkommen recht, man muß die Brennweite einer Digicam sich
nur einmal anschauen, wie z.B. bei der Dimage 7i: 7.2- 50.8 !
Das ist optisch gesehen ein Extremweitwinkelzoom das bis zur Normaloptik
reicht. Und im Weitwinkelbereich hat man schon mit kleinen Blendenwerten
eine sehr große Schärfentiefe, die dann im Normalbrennweitenbereich wieder
etwas "telemäßiger" wird. Aber es ist eben kein Teleobjektiv, sondern die
Normalbrennweite! Abbildungsmäßig verhält sich dieses Zoom wieder wie
für Kleinbildner gewohnt (Dieses hat dann etwas mit der Bilddiagonalen zu tun,
Größe des Chips! /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" />


Gruß

Achim



Kanja

RE: Tiefenschärfe Digicams

#13 von Daniel Kuhne ( gelöscht ) , 03.02.2004 17:53

Yo... zum Thema möchte ich noch auf mein jüngstes Tiefenschärfe-Experiment hinweisen.
Hier kann man sehr schön erkennen, wie sich, gerade im Makromodus, eine kleine und eine große Blendenzahl verhalten /biggrin.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="biggrin.gif" />



Daniel Kuhne

   

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