RE: 1/300 sec Synchronzeit an der Minolta 9xi

#1 von 9000er ( gelöscht ) , 26.05.2015 16:41

Wenn ich die Bedienungsanleitung richtig interpretiere kann man die 1/300 als Syncronzeit nur mit Systemblitzen einstellen.
Tatsächlich weigert sich die Kamera die 1/300 manuell einzustellen. Von der 1/250 kommt der Sprung zur 1/350.
Die Frage an euch: Wie stellt man der Kamera eine 1/300 Sekunde, oder geht dies tatsächlich nur mit einem Systemblitz?
Danke
Matthias


9000er

RE: 1/300 sec Synchronzeit an der Minolta 9xi

#2 von mick , 26.05.2015 19:49

In der Tat lässt sich die 1/300 sec nur anwählen, wenn ein Systemblitz aufgesteckt und angeschaltet ist.

Viele Grüße
Mick


 
mick
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RE: 1/300 sec Synchronzeit an der Minolta 9xi

#3 von matthiaspaul , 27.05.2015 01:59

ZITAT(9000er @ 2015-05-26, 16:41) Tatsächlich weigert sich die Kamera die 1/300 manuell einzustellen. Von der 1/250 kommt der Sprung zur 1/350.[/quote]
Die Dynax 9xi unterstützt bei manueller Vorwahl der Zeit- und Blendenwerte nur eine 1/2 EV-Stufung. Entsprechend der Zeitenreihe ist "350" dann der korrekte Wert zwischen "250" und "500". Die Werte "320" und "400" lassen sich nur bei Kameras mit 1/3 EV-Stufung wählen.

http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=122683

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9000AF 9xi+9  9      PBS-90    LWt  Verschlußzeit
1/1    1/2   (1/3)   1/4       Tv   nominell
--------------------------------------------------
...
250    250    250    250_0    +8    1/256s
              320    250_1
       350           250_2
              400    250_3
500    500    500    500_0    +9    1/512s
...
 


Lediglich im Blitzbetrieb ist, abweichend von diesem Raster, auch noch "300" möglich.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum die "300" dann nicht immer zugelassen wird. Ich kann nur vermuten:

Entweder man empfand die Abweichung von der normalen Zeitenreihe, die ja u.U. auch für manuelle Belichtungsberechnungen verwendet wird, als so störend, daß man sie im Normalbetrieb nicht zulassen wollte, sondern nur in Betriebsarten, in denen die 1/300s gegenüber der 1/250s einen (wenn auch nur kleinen) sichtbaren Unterschied ausmachen kann, eben im Blitzbetrieb. Und den erkennt die Kamera nunmal am Vorhandensein eines Systemblitzgerätes. Mit einem "dummen" Blitzgerät findet keine Kommunikation statt, insofern weiß die Kamera auch nichts von seiner Existenz. Das gilt übrigens nicht nur für den Hotshoe, sondern auch für Blitzgeräte, die an die PC-Synchronisationsbuchse angeschlossen wurden.

Eine andere mögliche Erklärung bestünde darin, daß Minolta die Zündzeiten von Fremdblitzgeräten weder kennt noch unter Kontrolle hat und man hier einfach einen größeren Sicherheitsspielraum einplanen mußte, als in Verbindung mit systemeigenen Blitzgeräten, von denen man das Zündverhalten genau kennt und sie dementsprechend auch so im Zeitablauf zünden kann, daß der Blitz genau in den kurzen Moment fällt, in dem der Verschluß mit 1/300s gerade noch offensteht. Dafür muß die Verzögerungszeit zwischen dem Auslösen des Blitzes und dem Durchzünden bekannt sein, ebenso wie die Zeitspanne, die der Blitz braucht, um maximale Intensität zu erreichen, und die Zeitspanne, die er nachleuchtet. Normalerweise wird der Blitz ja erst gezündet, wenn der Verschluß bereits offen ist, aber möglicherweise ist der verbliebene nutzbare Zeitschlitz bei 1/300s schon so kurz, daß die Zeit dafür gar nicht mehr reicht. Bei einem Systemblitz, wo man das Timing kennt, könnte man den Blitz gezielt etwas früher auslösen, bei einem Nicht-Systemblitz dürfte ein solcher Versuch hingegen ohne Justiermöglichkeit ins Leere gehen.

Bezüglich der DSLRs habe ich gehört, daß die Kamera die Beschleunigung der Verschlußvorhänge beeinflußen kann, etwa um im Normalfall Vibrationen zu reduzieren. Ob das stimmt, und falls ja, bei welchen Kameramodellen das möglich ist, weiß ich nicht - zu Zeiten der Filmkameras habe ich jedenfalls nie von einer solchen Möglichkeit gehört, und ich glaube auch nicht, daß sie sowas tatsächlich können. Insofern nur theoretisch: Würde jetzt im Blitzbetrieb die 1/300s gefordert und diese mit dem normalen "langsamen" Verschlußablauf nicht erreicht werden können, würde der Verschluß dann "ausnahmesweise" auf einen etwas schnelleren Ablauf der Verschlußvorhänge umschalten können. Auch hier wieder: Die 1/300s werden vielleicht gerade noch im normalen Ablauftiming erreicht, nur im Blitzbetrieb ist das Zeitfenster vielleicht zu kurz für den Blitz, wenn kein alternatives Ablauftiming gefahren wird. Letztlich würde das aber wieder auf eine der obigen Begründungen hinauslaufen.

Von der möglichen Begründung ganz abgesehen stellt sich die Frage, ob man die 1/300s auch noch irgendwie ohne Systemblitzgerät erreichen kann. Meine erste Idee ging dahin, einfach mal den PCT-100 auszuprobieren, aber wenn die Bedingung ist, daß die Kamera ein Systemblitzgerät erkennen muß, ehe sie die 1/300s freischaltet, denn wird das nicht funktionieren, da der PCT-100 keine Schaltung enthält, die ein Systemblitzgerät "emuliert":

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=31845

Das gilt auch für Sonys FA-ST1AM und FA-HS1AM, denn die verfügen ebenfalls nur über die Kontakte GND und F1:

http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=232947

Wenn ein Dummy-Blitz für Dich akzeptabel wäre, gäbe es vielleicht noch die Möglichkeit, ein besonders kleines Blitzgerät zu montieren und den Reflektor abzuschatten oder die Auslösung des Blitzes zu verhindern, indem der Mittenkontakt (F1) unterbrochen wird. Vielleicht tut's auch schon ein Metz SCA-Adapter ohne montierten Blitz. Wäre sicherlich ein interessanter Versuch, um dem Verhalten der Kamera auf den Grund zu gehen. Ob der Aufwand und die Inkaufnahme der damit verbundenen Nachteile allerdings in der Praxis gerechtfertigt ist, nur um die 1/300s zu erzwingen, wage ich zu bezweifeln. ;-)

Viele Grüße,

Matthias

Vgl. auch: http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=267142


"All the important human advances that we know of since historical times began
have been due to individuals of whom the majority faced virulent public opposition."
--Bertrand Russell

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=13448 (Minolta Forum Thread Index)


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RE: 1/300 sec Synchronzeit an der Minolta 9xi

#4 von 9000er ( gelöscht ) , 27.05.2015 20:13

ZITAT(matthiaspaul @ 2015-05-27, 1:59) ZITAT(9000er @ 2015-05-26, 16:41) Tatsächlich weigert sich die Kamera die 1/300 manuell einzustellen. Von der 1/250 kommt der Sprung zur 1/350.[/quote]
Die Dynax 9xi unterstützt bei manueller Vorwahl der Zeit- und Blendenwerte nur eine 1/2 EV-Stufung. Entsprechend der Zeitenreihe ist "350" dann der korrekte Wert zwischen "250" und "500". Die Werte "320" und "400" lassen sich nur bei Kameras mit 1/3 EV-Stufung wählen.

http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=122683

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Lediglich im Blitzbetrieb ist, abweichend von diesem Raster, auch noch "300" möglich.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum die "300" dann nicht immer zugelassen wird. Ich kann nur vermuten:

Entweder man empfand die Abweichung von der normalen Zeitenreihe, die ja u.U. auch für manuelle Belichtungsberechnungen verwendet wird, als so störend, daß man sie im Normalbetrieb nicht zulassen wollte, sondern nur in Betriebsarten, in denen die 1/300s gegenüber der 1/250s einen (wenn auch nur kleinen) sichtbaren Unterschied ausmachen kann, eben im Blitzbetrieb. Und den erkennt die Kamera nunmal am Vorhandensein eines Systemblitzgerätes. Mit einem "dummen" Blitzgerät findet keine Kommunikation statt, insofern weiß die Kamera auch nichts von seiner Existenz. Das gilt übrigens nicht nur für den Hotshoe, sondern auch für Blitzgeräte, die an die PC-Synchronisationsbuchse angeschlossen wurden.

Eine andere mögliche Erklärung bestünde darin, daß Minolta die Zündzeiten von Fremdblitzgeräten weder kennt noch unter Kontrolle hat und man hier einfach einen größeren Sicherheitsspielraum einplanen mußte, als in Verbindung mit systemeigenen Blitzgeräten, von denen man das Zündverhalten genau kennt und sie dementsprechend auch so im Zeitablauf zünden kann, daß der Blitz genau in den kurzen Moment fällt, in dem der Verschluß mit 1/300s gerade noch offensteht. Dafür muß die Verzögerungszeit zwischen dem Auslösen des Blitzes und dem Durchzünden bekannt sein, ebenso wie die Zeitspanne, die der Blitz braucht, um maximale Intensität zu erreichen, und die Zeitspanne, die er nachleuchtet. Normalerweise wird der Blitz ja erst gezündet, wenn der Verschluß bereits offen ist, aber möglicherweise ist der verbliebene nutzbare Zeitschlitz bei 1/300s schon so kurz, daß die Zeit dafür gar nicht mehr reicht. Bei einem Systemblitz, wo man das Timing kennt, könnte man den Blitz gezielt etwas früher auslösen, bei einem Nicht-Systemblitz dürfte ein solcher Versuch hingegen ohne Justiermöglichkeit ins Leere gehen.

Bezüglich der DSLRs habe ich gehört, daß die Kamera die Beschleunigung der Verschlußvorhänge beeinflußen kann, etwa um im Normalfall Vibrationen zu reduzieren. Ob das stimmt, und falls ja, bei welchen Kameramodellen das möglich ist, weiß ich nicht - zu Zeiten der Filmkameras habe ich jedenfalls nie von einer solchen Möglichkeit gehört, und ich glaube auch nicht, daß sie sowas tatsächlich können. Insofern nur theoretisch: Würde jetzt im Blitzbetrieb die 1/300s gefordert und diese mit dem normalen "langsamen" Verschlußablauf nicht erreicht werden können, würde der Verschluß dann "ausnahmesweise" auf einen etwas schnelleren Ablauf der Verschlußvorhänge umschalten können. Auch hier wieder: Die 1/300s werden vielleicht gerade noch im normalen Ablauftiming erreicht, nur im Blitzbetrieb ist das Zeitfenster vielleicht zu kurz für den Blitz, wenn kein alternatives Ablauftiming gefahren wird. Letztlich würde das aber wieder auf eine der obigen Begründungen hinauslaufen.

Von der möglichen Begründung ganz abgesehen stellt sich die Frage, ob man die 1/300s auch noch irgendwie ohne Systemblitzgerät erreichen kann. Meine erste Idee ging dahin, einfach mal den PCT-100 auszuprobieren, aber wenn die Bedingung ist, daß die Kamera ein Systemblitzgerät erkennen muß, ehe sie die 1/300s freischaltet, denn wird das nicht funktionieren, da der PCT-100 keine Schaltung enthält, die ein Systemblitzgerät "emuliert":

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=31845

Das gilt auch für Sonys FA-ST1AM und FA-HS1AM, denn die verfügen ebenfalls nur über die Kontakte GND und F1:

http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=232947

Wenn ein Dummy-Blitz für Dich akzeptabel wäre, gäbe es vielleicht noch die Möglichkeit, ein besonders kleines Blitzgerät zu montieren und den Reflektor abzuschatten oder die Auslösung des Blitzes zu verhindern, indem der Mittenkontakt (F1) unterbrochen wird. Vielleicht tut's auch schon ein Metz SCA-Adapter ohne montierten Blitz. Wäre sicherlich ein interessanter Versuch, um dem Verhalten der Kamera auf den Grund zu gehen. Ob der Aufwand und die Inkaufnahme der damit verbundenen Nachteile allerdings in der Praxis gerechtfertigt ist, nur um die 1/300s zu erzwingen, wage ich zu bezweifeln. ;-)

Viele Grüße,

Matthias

Vgl. auch: http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=267142
[/quote]

Hallo Matthias.

Ich finde es interessant, was die Entwickler da an Programmierarbeit geleistet haben. Soweit ich mich erinnern kann, hat ein Metz CT 45 bei voller Leistung eine Leuchtdauer (Abbrennzeit) von einer 1/300sec. Da wird es mit der Syncronisierung bei einer 1/300sec schon etwas eng.

Dank einer sehr gut gelaufenen Ebay-Auktion habe ich mittlerweile ein passendes Blitzgerät.

Auf der Suche nach einer Anleitung bin ich über das Buch von Lars Hennings zur 9xi gestoßen.
Eine Ebay-Auktion mit folgender Beschreibung: "an Bastler mit Databag, Handbuch und Minolta Blitz sowie neuwertigen Accu. Foto und Blitz zeigen nach mehreren Jahren im Wohnzimmerschrank keinerlei Lebenszeichen mehr".
Im Grunde ging es mir um das Buch, die Augenmuschel und die Abdeckungen rechtfertigten den etwas höheren Preis für das Buch. Ich hatte tatsächlich vor die Kamera der Neugier halber zu zerlegen. Leider hat der "Foto" nach dem Einlegen einer Batterie und der Blitz nach dem Reinigen der Kontakte funktioniert. Schade, so wird wieder nichts aus dem Schlachtfest.

Kamera und Blitz funktionieren übrigens hervorragend. Gelegentlich werde ich mich mal verstärkt mit der Blitzerei beschäftigen.

Matthias


9000er

RE: 1/300 sec Synchronzeit an der Minolta 9xi

#5 von matthiaspaul , 28.05.2015 13:48

ZITAT(9000er @ 2015-05-27, 20:13) Ich finde es interessant, was die Entwickler da an Programmierarbeit geleistet haben. Soweit ich mich erinnern kann, hat ein Metz CT 45 bei voller Leistung eine Leuchtdauer (Abbrennzeit) von einer 1/300sec. Da wird es mit der Synchronisierung bei einer 1/300sec schon etwas eng.[/quote]
Zum Vergleich: Ein paar Leuchtdauern von Minolta-Systemblitzgeräten finden sich z.B. in diesem Thread:

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=11122

Wie knapp das mit dem Timing sein kann, zeigt z.B. dieser Thread, in dem es um ein ähnlich gelagertes Problem in Verbindung mit der SLT-A99 geht (allerdings bei 1/250s):

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=33053

Viele Grüße,

Matthias


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