RE: Das "Subjektiv" für Experimentierfreudige

#1 von matthiaspaul , 24.01.2009 18:50

Hallo zusammen,

offenbar als Alternative zu den neuen modularen Lensbaby-Varianten konzipiert, gibt es seit einigen Monaten ein seltsames Objektiv namens "Subjektiv" aus deutschen Landen:

http://www.subjektiv.de
http://www.monochrom.com/cc/monoc/shop/mai...1&text=XX46

Ähnlich wie beim Lensbaby stehen für das Subjektiv vier optische Einsätze zur Verfügung:

- Acryllinse (F5,6)
- Glaslinse (F5,6/F8)
- Lochblende (F180)
- Zonenplatte (F32)

Daneben gibt es (für die Subjektiv-Ausführung ab 2009) auch noch einen Dreilinser aus Glas namens Subjektar 5,6/65mm (#32203).

Das Subjektiv ist (bis auf die Linsen) offenbar komplett aus Metall gefertigt, verfügt über einen serienmäßigen T2-Anschluß und wird zusammen mit Adaptern für alle gängigen Anschlüsse angeboten, darunter auch für das Minolta/Konica Minolta/Sony A-Bajonett (#28215), das Minolta SR-Bajonett (#28217), den M42-Schraubanschluß (#28219) und das Leica R-Bajonett (#28220). Anders als bei den Lensbabies ist ein Verschwenken nicht vorgesehen (aber wer weiß schon, wann das auch noch kommt).

Der Hersteller schreibt dazu:
ZITATDas Subjektiv – Loch, Zone, Plastik, Glas: Das wunderbare Spiel mit der Unschärfe

Wenn ein Subjektiv einfach nur ein Objektiv wäre, dann würde es auch so heißen. Und wenn Sie nur fotografieren wollen, wie sonst immer und wie alle anderen auch, dann könnten Sie auch ein Objektiv auf Ihre Kamera setzen.

http://www.subjektiv.de

Das Subjektiv steht nicht nur für eine ebensolche Sicht auf die Welt, es will auch zeigen, dass nichts immer so bleiben muss, wie es war. Manches geht voran, manches entwickelt sich weiter und anderes nicht. Seit die Menschen das Licht einfangen wollen, haben sie verschiedene Wege dazu gewählt. Manche, weil sie es nicht besser wussten, manche, weil nicht mehr Platz da war, manche, weil sie es nicht anders bezahlen konnten, manche, weil sie das Ergebnis einfach nur schön fanden. Und so bietet unser kleiner Optikbaukasten die Möglichkeit, diese verschiedenen Wege mit nur einem einzigen Korpus, in den verschiedene Optikmodule eingelegt werden können, nachzuvollziehen, nachzuspielen, nachzuerleben. Jede Art der Abbildung steht schließlich für eine eigene, spezifische Bildsprache. Mit dem Subjektiv können Sie schnell und einfach probieren, welche zu Ihrer Art die Welt zu sehen und zu fotografieren oder vielleicht gerade zu Ihrem aktuellen Projekt am besten passt. Im Gegensatz zu vielem, was in der Fotografie in erster Linie Spaß macht, ist beim Subjektiv nur die Acryllinse aus Plastik. Alles andere ist grundsolide deutsche Wertarbeit von Novoflex aus Memmingen. Vorne befindet sich ein 52mm-Filtergewinde, zum Beispiel für Infrarotaufnahmen. Da keinerlei elektronische Übertragung stattfindet (wovon auch?), arbeiten die meisten Kameras zwar ohne Autofokus, aber doch mit Zeitautomatik (Canon, Pentax, Sigma, Olympus, Nikon ab D200 aufwärts). Lediglich bei Nikon-Digital-Amateurmodellen ist keine Belichtungsmessung möglich. Bei Minolta/Sony empfehlen wir einen Blick in die Bedienungsanleitung. Notfalls hilft immer schätzen oder extern messen. Mit einer dezenten Überarbeitung haben wir den Wechsel der Optikmodule nun noch etwas leichter gemacht. Erst sehen, dann drehen. Aber immer subjektiv statt objektiv. Folgende Module – alle mit Brennweite 65mm – werden mitgeliefert:

Die Lochblende

Die Lochblende mit der Blendenzahl 180. Einfacher geht es nicht und langsamer auch nicht. Hier maximieren Sie Ihre Belichtungszeiten. Und schon haben Sie Zeit. Zeit, die Sie auch abbilden können. Belebte Plätze leeren sich, Wasser wird samtig. Löcher sorgten für die ersten Abbildungen, die Menschen gesehen, erlebt und verstanden haben und diese Poesie der Ewigkeit atmen diese Bilder auch heute noch.

Die Zonenplatte

Im Vergleich zum Loch ist die Zonenplatte mit Blende 32 geradezu lichtstark. Und lernen kann man hier wie bei kaum einem anderen Modul. Schließlich breitet sich Licht nicht nur geometrisch, sondern auch wellenförmig aus. Eine Zonenplatte – faktisch ein auf ein Filmstück belichtetes Kringelmuster – beugt das Licht in einem Brennpunkt. Durch den kräftigen Farbfehler und die kontrastarme Darstellung ergibt sich eine eigene, sehr impressionistische Bildwirkung, die merklich unschärfer ist als beim Loch.

Die Acryllinse

Plastik brilliert nicht nur in der Holga, sondern zeigt auch im Subjektiv, was es kann. Zum Rand lässt die Schärfe zwar nach, aber insgesamt ist die so hoch, dass wir es hier im Gegensatz zur Werksangabe wohl doch mit einer Verkittung zu tun haben. Die Lichtstärke beträgt 5,6. Mit dem eigentlich nicht dafür gemachten, aber passenden Blendentopf der Glaslinse lässt sich auch hier die Abbildungsleistung noch einmal steigern.

Die Meniskus-Glaslinse

Selbst mit Glas kann man abbilden. Eine solche Meniskuslinse hat schon in der Agfa Box Großvater das Fotografieren beigebracht. Und schon damals war erstaunlich scharf, was auch heute am Sensor zeigt, wie wenig Glas man für ein Bild braucht. Nicht nur Kitobjektive erzeugen chromatische Aberrationen. Sie können die Meniskuslinse natürlich auch verkehrt herum einlegen oder die Leistung mit dem mitgelieferten Blendentopf verbessern (dann Blende 8 statt 5).[/quote]
Ob der recht hohe Preis von ca. 190 Euro für das Komplettset (ohne den Subjektar-Dreilinser) gerechtfertigt ist, mag jeder selbst entscheiden.

Leider erlauben die neuen Sony Alpha Gehäuse DSLR-A200, DSLR-A300, DSLR-A350 und DSLR-A900 die Verwendung von ROM-losen Objektiven wie dem Subjektiv nur noch im manuellen Modus (M), d.h., die Benutzung der hilfreichen Zeitautomatik (A) ist nicht mehr möglich. Mit der Sony Alpha DSLR-A700 und DSLR-A100 war das noch problemlos möglich, ebenso wie mit allen AF-Modellen von Konica Minolta und Minolta (einzige Ausnahme davon sind die Minolta Dynax/Maxxum/Alpha 2xi, 3xi und SPxi, bei denen die Auslösesperre zum Fotografieren "ohne Objektiv" nicht deaktiviert werden kann):

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=21458

Viele Grüße,

Matthias


"All the important human advances that we know of since historical times began
have been due to individuals of whom the majority faced virulent public opposition."
--Bertrand Russell

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=13448 (Minolta Forum Thread Index)

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