Alpha 6400 - Elchtest bestanden

#1 von u. kulick , 19.04.2019 12:23

"Neue flotte Sony-A-Klasse" übertitelt FOTOHITS sein ausführliches Review der Sony Alpha 6400 - wie kommen die auf "A-Klasse"? Schließlich hat sie kein A- sondern ein E-Bajonett, ist also keine ILCA, sonder eine ILCE !!! A jetzt ja: die Kamera zählt Fotohits zur "Kompaktklasse" von Sonys Spiegellosen, assoziiert damit also die Kompaktklasse von Mercedes Benz - die mit dem Elchtest! Also ist die spannende Frage:

Hat Sonys neueste CSC am Markt den Elchtest bestanden?

Zur Erinnerung: Beim Elchtest, einer Slalom-Teststrecke schwedischer Autotester, kippte einst das erste Mercedes A-Klasse-Modell einfach um. Eine smarte Fahrgestellsteuerung wurde daraufhin erfunden, die solcherlei Unbill verhindern soll. Und genau da ist die Schwäche des Fotohits-Testes: Im Fazit wird das Fehlen eines sensorbasierten Bildstabilisators bejammert, weil man deshalb unbedingt Objektive mit optischem Stabilisator bräuchte. Dieser Fehlschluss ist natürlich die reinste Ammenmär! Gute Objektive sollte man nutzen, um die 24 Megapixel zu nutzen, aber zwanghaftes Aufpreiszahlen für stabilisierte Optik ist für gutes Fotografieren mit der Kamera wirklich unnötig! Schließlich hat die Kamera auch laut Test ein exzellentes Rauschverhalten und liefert bei ISO 1600 noch 11 Blendenstufen Dynamik! Für eine APS-C-Kamera also exzellente Werte, um ohne Bildstabilisator auszukommen - schon mit alten NEXen, die höchstens halb so gute Werte erreichen, ist Available Light Fotografie kein Problem, mit der A6400 wird, mit diesen Test-Messergebnissen, den alten NEXen gegenüber die Bild-Ausschussrate in dem Anwendungsbereich erfreulich minimiert.

Wo die Sony am ehesten aus der Kurve fliegt, ist, dass laut Test es Sony mit seiner traditionell ausgezeichneten Farbbrillanz vielleicht etwas übertreibt - Magentastich hie, Rotstich da - sollte das in der Bildpraxis tatsächlich eine Rolle spielen, wird IMHO der Foto-Amateur wohl individuelle Weißabgleich- und sonstige Farbfeineinstellungen der Kamera öfter bemühen müssen. Der coole RAW-Fotograf wird darüber nur milde lächeln. Die Farbstiche sind nicht dramatisch, denn im Fotohits-Fazit steht trotz Allem: hohe Bildqualität, hohe Bildschärfe, sehr gute Farbdarstellung.

Bei Stiwatest muss immer die Handhabung stimmen, und diesbezüglich fand auch Fotohits tatsächlich eine Schwäche: Die Fernsteuer-App ermöglicht nicht die komplette Kontrolle über die Kamera-Einstellungen. Deutlich zeigt sich auch, dass die APS-C-E-Bajonett-Kameras von Sony eindeutig maximal fürs Amateurlager konzipiert sind. Nachrüstbarkeit eines Vertikalgriffes mit Zusatz-Auslöser - Pustekuchen.

Ansonsten brilliert die Kamera nur so im Test. Auch für manuelles Fokussieren, das mit verbessertem Fokus-Peaking unterstützt wird. Dass der Autofokus der Kamera sagenhaft ist, hat sich ja schon rumgesprochen. Dass das Testergebnis "Sehr Gut" statt "exzellent" lautet ist wohl der Tatsache geschuldet, dass wohl der Fotohits-Redaktion die 1050-Euro-Kamera nicht professionell genug ist.

Amateure, denen klein und leicht recht ist, bekommen eine Top-Kamera für ihre Bedürfnisse, selbst Serienbildfetischisten kommen auf ihre Kosten. Damit könnte auch stevemark auf die Flugschau gehen.


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zuletzt bearbeitet 19.04.2019 | Top

   

A6400 bildqualitativ zwischen A6000 und A6500

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