RE: Systementscheidung

#1 von kurt-oder-horst , 26.05.2006 19:25

Hallo zusammen,

ich möchte kurz meine Systementscheidung schildern.

Ausganglage: Ich besitze eine Dynax 5 sowie eine halbwegs funktionierende 9xi mit zwei sehr günstig gebraucht erworbenen Objektiven.

Nach der Übernahme der Marke durch Sony und angesichts meiner Entscheidung, nun endgültig in die Digitalfotografie einzusteigen, stellte sich - wie für einige von euch auch - die Frage: Bei Minolta/Sony bleiben oder das System wechseln?

Ich wäre vorerst bei Minolta geblieben, wenn ich im März das Angebot eines lokalen Händlers hätte wahrnehmen können: 7D mit 17-35 und VC-7D für EUR 699,-. Die 7D hat mich absolut überzeugt. Leider hatte ich zu der Zeit kein Geld.

Nun hatte ich ein Budget von EUR 1200 (damit fiel leider die Nikon D200 heraus), die 7D ist nicht mehr zu haben und die 5D ist wieder im Preis angezogen. Ich wollte unbedingt ein Neugerät haben, ein Gebrauchtkauf wäre nur für Zubehör wie nicht allzu teure Objektive in Frage gekommen. Mir behagt die Marke Sony eher nicht und was da kommen wird, weiß bis heute keiner so genau. Da ich die Anschaffung unbedingt von meinem Urlaub im Juli tätigen wollte, kam ein Sony-Modell ohnehin nicht in Frage und die 5D überzeugt mich nicht so sehr von der Robustheit.

Blieben also folgende Alternativen:

1. Canon 20D:
Das Ding hätte ich bei meinem Budget nur mit dem 18-55er (für EUR 1000,-) bekommen. Ein Graus von Objektiv! Ausserdem mag ich die Marke nicht.
2. Nikon D70s/Fuji S3 Pro:
Das Objektiv 18-70DX hat eine starke Verzeichnung im Weitwinkelbereich. Das hätte mir keine dauerhafte Freude bereitet. Ich habe daher in Erwägung gezogen, mit zwei gebraucht erworbenen Festbrennweiten Vorlieb zu nehmen: Dem 2,8/24 und dem 2,8/60 Micro. Jedoch besitzen beide Kameras keine Spiegelvorauslösung - für mich ein KO-Kriterium. Die Kamera ist sicherlich nicht schlecht, aber es bleibt beim Benutzen einfach ein Plastik-Feeling (D70s). Gegenüber der F-801, die ich einige Zeit benutzt habe dahingehend ein echter Rückschritt. Mit der S3 Pro hätte ich mich zunächst mit ausschließlich dem 1,8/50 begnügen müssen - was ich ggf. aber noch in Kauf genommen hätte.
3. Pentax, Samsung:
Trotz guter Ausstattung störten mich die Haptik und das Vertrauen in ausreichende Robustheit auf Reisen. Und letztlich: Welches Objektiv nehmen? Keines hat mich da überzeugt.
4. Olympus E-300, E-500, E-330:
Insgesamt gut ausgestattet aber viel zu kleiner Sucher, mit keiner der Kameras konnte ich mich anfreunden, obwohl ein meinen Erwartungen entsprechendes Objektiv existiert: Das 2,8-3,5/14-54er.
5. Olympus E-1. Zuerst hatte ich Vorbehalte wegen der "nur" 5 MP und des kleinen Sensors. Als ich im Rahmen einer Olympus Haus-Messe bei Foto Sauter in München das Gerät ausprobiert habe, kam erstmalig ein Gefühl von Begeisterung auf. Subjektiv hohe Wertigkeit, angenehm dezenter Spiegelschlag und das tolle 14-54 als Standardoptik. Die Kamera wird nicht mehr produziert und ist daher sehr günstig zu haben. Sie passte mit Standardoptik, Hochformatauslöser und Hochleistungsakku in mein Budget.

Nach einigen weiteren Überlegungen hinsichtlich des FT-Standards und meinen bevorzugten Einsatzbereichen (Reisen, Makro) kam ich zu dem Schluss: Die E-1 wird mein neues Spielzeug.

Hier die für mich entscheidenden Punkte:
Spritzwassergeschütztes Gehäuse, Spiegelvorauslösung, Sensorreinigung, kleinere und trotzdem lichtstarke Objektive wegen kleinerem Sensor und damit verbunden auch Sicherheit hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen (->VF vs. APS-C-Diskussion), vergleichsweise ordentlicher Sucher. Die Hälfte des Betrages meiner Inverstition dürfte auf das Objektiv entfallen, welches ich sicherlich bei einem späteren Wechsel auf ein Nachfolgemodell (kurz bevor seine Produktion eingestellt wird 8) ) weiterverwenden kann. Leben muss ich dann vorerst mit einem recht hohen Rauschen ab ISO 400 aber irgendwo sind halt Kompromisse einzugehen.

Die Kamera produziert ca. 10 MB große RAW-Dateien. Die kann mein recht alter PC noch einigermassen gut verarbeiten, was ich bereits ausprobiert habe.

Ich hoffe, einen für meine Zwecke guten Kauf (auch aus pekuniärer Sicht - /smile.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="smile.gif" /> Danke Dynax 79, matthiaspaul und ingobohn ) gemacht zu haben, mit dem ich in geeigneter Weise das Fotografieren "in Digital" erlernen kann und mit dem ich in der Folge auch in Zukunft zufrieden sein kann.

Ich freue mich auf die Lieferung, die ich für die kommende Woche erwarte.

KOH



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RE: Systementscheidung

#2 von Dirk ( gelöscht ) , 26.05.2006 20:26

Ich denke, dass Du eine sehr gute Entscheidung getroffen hast. Ich habe die E-1 oft in der Hand gehabt, überzeugt haben mich vor allem das professionell verarbeitete Gehäuse, die Sensorreinigung und die excellenten Objektive.
Zur Photokino kommt der Nachfolger raus, ich bin sehr gespannt. Dann werden Nikon und Canon ordentliche Konkurrenz bekommen. Macht es doch wieder spannend, drei so excellente Anbieter zu haben.



Dirk

RE: Systementscheidung

#3 von Dynax 79 , 27.05.2006 15:10

Die Entscheidung welches System du wählst kann dir niemand abnehmen.
Ich kann aber deine Entscheidung für Olympus durchaus nachvollziehen. Mitte 2004 war auch ich vor dieser Entscheidung gestanden, hätte Minolta damals die Dynax 7D nicht angekündigt würde ich heute die E-1 zuhause haben. Die Olympus-Linsen sind sehr gut und es zeichnet sich ja ab, daß immer mehr Hersteller auf den 4/3-Zug aufspringen. Somit dürfte die Zukunft des Systems gesichert sein.
Ich wünsche dir viel Spaß mit der neuen Kamera. /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" />
Ein kleiner Bericht über die neue Kamera wäre für uns interessant. /biggrin.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="biggrin.gif" />



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RE: Systementscheidung

#4 von kurt-oder-horst , 03.08.2006 23:02

Auf mehrfachen Wunsch hier ein kleiner Bericht über die ersten Erfahrungen mit der neuen Kamera:

Beginn Exkurs Erwerb
- Zunächst bestellt bei einem Internet-Billigheimer, in Ermangelung einer Lieferfähigkeit dann nach drei Wochen wieder abbestellt.

- Erneut bestellt bei einem bekannten Laden- und Versandhaus in Düsseldorf: Ich bekam ca. 12 Tage nach (geschätztem) Zahlungseingang die Kamera zugeschickt - Zu meinem Entsetzen jedoch unvollständig, verschmutzt, benutzt (mehr als 4000 Auslösungen) und verkratzt. Sofort zurückgeschickt, das Geld jedoch erst nach mehreren Telefonaten und sehr vielen (! E-mails zurückerstattet - und das unvollständig! Nach ganz deutlichen Drohungen gegen das Unternehmen wurde mir dann eine Woche später schließlich auch noch der Restbetrag überwiesen.

- Wieder bestellt bei einer norddeutschen Elektronik-Kette, über die in einschlägigen Foren sehr positive Erfahrungen geschildert wurden. Schnelle Lieferung - alles OK.
Ende Exkurs Erwerb

Ich habe mich zwischenzeitlich dafür entschieden, nicht das ursprünglich favorisierte 2,8-3,5/14-54 zu bestellen, sondern zunächst das preiswerte 3,5-5,6/14-45 als Übergangslösung und zusätzlich das 2/50 Macro.

Wenn die Finanzen wieder stimmen, so meine Überlegung, kann ich mich dann zwischen dem Olympus 2,8-3,5/11-22, dem Leica 2,8-3,5/14-50 und dem Olympus 2,8-3,5/14-54 als Standard-Optik entscheiden.

Leider reichte dann unerwarteter Weise das Geld auch nicht mehr für das Makro-Objektiv, das 3,5-4,5/40-150 von Olympus habe ich dann aber noch dazu kaufen können.

Da die E-1 keinen eingebauten Blitz hat, erwarb ich noch den kleinen 28 AF-3 von Metz, der für Familienfotos und zum Aufhellen trotz Größe (Zigarettenschachtel) und Preis (EUR 60) mit einer LZ von 22 bei 25mm etwas mehr als nur ein Notbehelf ist.

Inzwischen habe ich ca. 1000 Bilder gemacht und möchte zunächst etwas zur Ausstattung und Bedienung schreiben.

Positiv:

- Blitzsynchronkabelanschluss
- Fernauslöserkabelanschluss
- Okularverschluss
- USB 2.0 und FireWire-Anschluss
- Fernbedienung der Kamera per PC und optionaler Software (EUR 100,-)
- Fernbedienung per IR-Auslöser mit den Einstellungen "sofort" und "2 s Verzögerung"
- Blitzbelichtungskorrektur an der Kamera einstellbar
- Auslösepriorität und Schärfepriorität unabhängig von den AF-Betriebsarten C-AF und S-AF einstellbar
- Menükonfiguration in vier benutzerdefinierten Speicherplätzen abrufbar
- Sofort-Weissabgleich in vier benutzerdefinierten Speicherplätzen abrufbar
- Spiegelvorauslösung ("Anti-Shock" frei von 0 bis 30 s und unabhängig von "Selbstauslöser", Fernsteuerung etc. einstellbar
- Vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten für Belichtungsspeichertaste in Verbindung mit AF-Modus
- Effektive Rauschminderungsfunktion bei Langzeitbelichtungen
- Sucher: Natürlich kleiner als bei KB-Kameras, aber zeigt 100% des Bildes und ist um Welten besser, als bei der E-300/E-500/E-330
- Sehr praxisgerechte Anordnung der Bedienungselemente
- Sehr robust anmutendes Gehäuse
- Netzanschluss
- Super Handhabung (und angeblich Akkuleistung bei 2500 bis 3500 Auslösungen) mit dem optionalen Batteriegriff HLD-2
- Größer als die (mir zu kleine) Minolta 5D und kleiner als die (mir zu grosse) Canon 1D... oder Nikon D1/2...

Negativ:

- Auslösebereitschaft nach Einschalten und "Aufwecken" etwas langsam (ca. 1,5 s)
- Maximal 4-fache Vergrößerung der Ansicht auf dem Monitor
- Netzteil extrem überteuert (EUR 180)
- Einstellung der Blitzbelichtungskorrektur etwas im Menü versteckt, 4 Tastendrucke erforderlich
- Die Belichtungssteuerung beim Blitzen ist nicht sehr gut vorhersehbar, ggf. muss ich da auch einfach noch etwas üben /smile.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="smile.gif" />
- Die Akkustand-Anzeige ist praktisch unbrauchbar. Mit Standard-Akku geht nach ca. 5 Bildern ab Warnung die Kamera aus. Mit Hochleistungsakku lassen sich noch ca. 100 Bilder ab Warnung belichten [Edit/01.10.2006]
- Die Plastikabdeckung des Displays neigt bereits bei normalem Einsatz zum Herunterfallen [Edit/01.10.2006]

Falls ich was vergessen haben sollte, werde ich es per EDIT noch nachreichen.

Was mich zunächst erschreckt hat, war die manuelle Fokussierung: Der dreh am Fokusserring wird nicht direkt mechanisch auf das Linsensystem übertragen, sondern setzt einen Motor in Betrieb, welcher seinerseits das Linsensystem bewegt. Nach einigem Hantieren erwies sich das in dieser Realisierung als sehr gut nutzbar, selbst mit der lichtschwachen (f5,6) Endbrennweite (45mm) des Standard-Zooms "springt" die Schärfe förmlich in die Mattscheibe. Gewöhnungsbedürftig für Umsteiger eines MF- oder hybriden Systems, aber gut gelöst.

Aus ergonomischer Sicht ein Highlight (hat aber wahrscheinlich nicht Olympus erfunden):
Auf das hintere Einstellrad kann die Belichtungskorrektur gelegt werden. Damit ist diese von mir häufig benutzte Funktion per Einhandbedienung und ohne zusätzlichen Tastendruck (wie bei der 9xi) erreichbar, ohne dass andere Funktionen dadurch schlechter zu bedienen wären. Das vordere Einstellrad übernimmt dann die Blendeneinstellung bei Zeitautomatik und umgekehrt sowie den Programm-Shift. Bei der M-Einstellung wird die Belichtungskorrektur nicht benötigt, da die Abweichung von Soll-Wert ohnehin angezeigt wird. Hinten wird dann die Blende und vorne die Verschlusszeit eingestellt. Das kann man leider nicht umkonfigurieren, aber ich werde mich sicher daran gewöhnen.

Das relativ kleine Display ist auch in heller Umgebung gut zu gebrauchen und verleiht mir das Gefühl einer höheren Stabilität gegenüber einem riesen-Display, wie es etwa die Minolta 5D oder Olympus E-500 haben.

Das Standard-Zoom Zuiko Digital 3,5-5,6/14-45 ist mechanisch besser als das Minolta 18-70 und wesentlich besser als das Canon 18-55. Es bewegt sich auf dem Niveau der jeweils höherwertigen Ausführung (z. B. Minolta 2,8/28-75). Ein solides Metallbajonett, mit dem es ohne Spiel an der E-1 sitzt, ein solider und weich laufender, hochwertig gummierter Zoomring und ein beim Fokussieren nicht mitdrehendes Filtergewinde unterstreichen dies. Nachteilig ist die geringe Lichtstärke bei 45 mm, so dass mit diesem Objektiv ein deutliches Freistellen eines Motivs leider nicht möglich ist.

Zu den optischen Eigenschaften des Objektives kann ich bislang nur sagen, dass in der kürzesten Brennweite eine deutliche Verzeichnung auftritt, wie sie bei Kit-Objektiven üblich ist.

Das Zuiko Digital 3,5-4,5/40-150 ist ähnlich gut verarbeitet wie das 14-45er. Für mich bislang deutlichste optische Schwäche ist die Vignettierung bei Offenblende, die bei Vogelaufnahmen vor blauem Himmel sehr deutlich zu sehen war. Der AF der E-1 ist bei den vorbeifliegenden Möwen und dem Tele-Zoom bei 150mm übrigens erstaunlich gut mitgekommen. Ein Freistellen im mittleren Brennweitenbereich und Offenblende ist sehr gut möglich. Der reguläre Preis für die Linse beträgt ca. EUR 200

Weitere Erkenntnisse hinsichtlich der Bildqualität kann ich noch nicht schildern. Wenn es soweit ist, werde ich meinen Bericht dahingehend vervollständigen und einige Beispielbilder einstellen.

Mein vorläufiges Fazit: Die E-1 ist angesichts des derzeitigen Preises (ab EUR 550 mit 3,5-5,6/14-45) eine absolute Top-Empfehlung, wenn es weniger auf extrem niedriges Rauschen oder extrem hohe Auflösung ankommt, sondern eher auf Robustheit, professionelle Ausstattungsmerkmale, ausgewogene Größe und ausgewogenes Gewicht.

Ich freue mich auf den Nachfolger der E-1, auch wenn ich ihn mir vorläufig nicht kaufen werde, denn die jetzige E-1 ist ein rundum stimmiges Gerät. Eigentlich wünsche ich mir aus genau diesem Grunde für die E-1 kein echtes Nachfolgemodell, sondern eher eine Überarbeitung der jetzigen E-1 in einigen Details. Mal sehen was kommt, in jedem Falle darf man gespannt sein, ob Olympianer oder nicht...

KOH



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RE: Systementscheidung

#5 von ingobohn , 04.08.2006 08:13

Interessanter Bericht! /good.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="good.gif" />

Als lange nicht klar war, wie es mit KoMi/Sony weitergeht, habe ich mir auch schon (theoretisch) die Frage gestellt, was ein - für mich - anderes System wäre, welches meine Bedürfnisse am besten abdeckt. Dabei bin ich in Gedanken auch immer wieder beim 4/3-System gelandet (auch wenn ich eher die kommende Panasonic L1 im Kopf hatte samt dem Leica 14-50er).
Ein Bekannter von mir hat kürzlich die E-500 samt 14-50er und 50-150er für 650,- erstanden. Ich hatte an einem WE mal kurz die Gelegenheit, Kamera und Objektiv (e) zu "befühlen" und bin eigentlich auch sehr angetan von Qualität und Bedienbarkeit des Systems. Da der Bekannte in unserer Island-Reisegruppe (3 Personen) dabei ist, habe ich die nächsten Wochen mal mehr Zeit, mich intensiver mit der Kamera und dem System zu beschäftigen.

(Da Sony mit der alpha-Schiene weitermacht, hat sich die Sacher erst mal für mich erledigt. Ich werde in Ruhe schauen, wohin es bei Sony in Zukunft gehen wird.)



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RE: Systementscheidung

#6 von mts , 04.08.2006 11:57

ZITAt (kurt-oder-horst @ 3.08.2006 - 23:02) Was mich zunächst erschreckt hat, war die manuelle Fokussierung: Der dreh am Fokusserring wird nicht direkt mechanisch auf das Linsensystem übertragen, sondern setzt einen Motor in Betrieb, welcher seinerseits das Linsensystem bewegt. Nach einigem Hantieren erwies sich das in dieser Realisierung als sehr gut nutzbar, selbst mit der lichtschwachen (f5,6) Endbrennweite (45mm) des Standard-Zooms "springt" die Schärfe förmlich in die Mattscheibe. Gewöhnungsbedürftig für Umsteiger eines MF- oder hybriden Systems, aber gut gelöst.[...]
Der AF der E-1 ist bei den vorbeifliegenden Möwen und dem Tele-Zoom bei 150mm übrigens erstaunlich gut mitgekommen.[/quote]Das AF-System der Dynax- und Alpha-Kameras sowie der passenden Objektive sorgt hier im Forum immer wieder für Gesprächsstoff. Im Vergleich mit Canon und Nikon wird gerne auf die Notwendigkeit von Ultraschallantrieben im Objektiv verwiesen. Kannst du mal erläutern, welchen Weg Olympus, Panasonic und Leica gewählt haben? Sitzt der AF-Antriebsmotor in der Kamera oder im Objektiv? Wie laut ist er im Vergleich zu deiner Dynax 5 und 9xi? Wie lässt sich die Geschwindigkeit deines Testobjektivs vergleichen? Drehen sich die AF-Ringe beim Fokussieren mit oder darfst du das Objektiv auch am Fokusring festhalten, kannst du jederzeit in die Fokussierung eingreifen und korrigieren? Wie erfolgt die Umschaltung zwischen AF- und MF-Betrieb, gibt es eine mit Minoltas DMF vergleichbare Funktion? Verändert sich die Scharfstellung beim Umschalten zwischen dem AF- und MF-Betrieb?
AF-Stopp-Tasten finde ich lediglich bei vier Teleobjektiven in der Preisklasse ab 2500 Euro, sind die sonst nicht erforderlich?



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RE: Systementscheidung

#7 von kurt-oder-horst , 05.08.2006 23:21

Testobjekte: Dynax 5 und 9xi jeweils mit 3,5-4,5/28-85 (2. Version) und 4,5/100-200. Der Vergleich basiert auf die Fokussierung auf sich nicht bewegende Objekte.

ZITATKannst du mal erläutern, welchen Weg Olympus, Panasonic und Leica gewählt haben? Sitzt der AF-Antriebsmotor in der Kamera oder im Objektiv?[/quote]
Der Motor sitzt im Objektiv, es gibt keine machanische Übertragungswelle.

ZITATWie laut ist er im Vergleich zu deiner Dynax 5 und 9xi?[/quote]
Dies ist der deutlichste Unterschied der Testgeräte! Ich würde es wie folgt charakterisieren:
E-1 mit beiden Objektiven leise bis sehr leise (aber aus der Nähe immer hörbar), 5 und 9xi mit 28-85 laut, mit 100-200 ebenfalls laut (geringfügig lauter als mit 28-85), aber noch nicht sehr laut. Neben der Lautstärke erzeugt die Fokussierung bei den Monoltas starke Vibrationen, insbesondere wenn der Schärfepunkt nicht auf Anhieb gefunden wird, sondern der AF sich "heranruckelt". Hier ist evtl. das etwas höhere Alter der Geräte und ein sich damit verstärktes Spiel der Fassungen, also nachlassende Präzision aus Alters- und Verschleißgründen mitverantwortlich.

ZITATWie lässt sich die Geschwindigkeit deines Testobjektivs vergleichen?[/quote]
Der Geschwindigkeitsunterschied existiert. Die E-1 fokussiert durchweg schneller, wobei zu differenzieren ist:

E-1 m. 14-45 vs. Dynax 5/9xi m. 28-85: geringe Unterschiede, wobei die Unterschiede zwischen der 5 und der 9xi bei Verwendung des zentralen Sensors minimal sind (die 5 scheint mir sehr geringfügig schneller zu sein), bei Verwendung aller Messfelder fällt die 5 gegenüber der 9xi etwas zurück, da die Elektronik in der Wahl des entscheidenden Sensors wohl nicht so entscheidungsfreudig ist. Hier wird dann vergleichsweise viel hin- und her geruckelt, bis der grüne Schärfepunkt erscheint. Bei 42,5 mm (entspricht der Endbrennweite des Minolta-Zooms) hat das Olympus 14-45 eine Lichtstärke von 5,4 gegenüber einer Öffnung von 4,5 beim Minolta und 85 mm. In diesem Vergleich sind beide Systeme etwa gleichauf, auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Leichte Vorteile für Olympus sind insbesondere in den kürzeren Brennweiten zu verzeichnen.

E-1 m. 40-150 vs. Dynax 5/9xi m. 100-200: Ich habe nur die Brennweite 100 mm Olympus mit 200 mm Minolta verglichen und hier ist Olympus ganz klar schneller.

Die Unterschiede werden wohl hauptsächlich auf die geringeren Verstellwege bzw. die höhere Schärfentiefe beim 4/3 System zurückzuführen sein. Bei den Tele-Zooms wird die niedrigere Lichtstärke bei Minolta zusätzlich ihren Beitrag leisten.

Insgesamt findet die Olympus die Schärfe praktisch immer in 1-2 Schritten, während die Minoltas dafür 1-3 (Dynax 5, nur zentraler Sensor und 9xi, mit 28-85) bzw. 1-5 (Dynax 5, alle AF-Sensoren mit 100-200) Schritte benotigen.

ZITATDrehen sich die AF-Ringe beim Fokussieren mit...[/quote]
Alle Objektive: Nein
Für das Mitdrehen des Filtergewindes gilt:
3,5-5,6/14-45: Nein
3,5-4,5/40-150: Ja

ZITAT...oder darfst du das Objektiv auch am Fokusring festhalten,...[/quote]
Alle Objektive: Der Fokussiering für die manuelle Fokussierung dreht sich während der automatischen Fokussierung grundsätzlich nicht mit und kann daher festgehalten werden.

ZITAT...kannst du jederzeit in die Fokussierung eingreifen und korrigieren?[/quote]
Betriebsart "AF": Der Dreh am Fokusring hat zu keiner Zeit Auswirkungen auf die Scharfstellung.
Betriebsart "AF+MF": Ja. Der Dreh am Fokussierring in den Betriebsaten "S" und "C" hat ein sofortiges Umschalten auf MF zur Folge, auch in Einstellung "Schärfepriorität" und wenn die Schärfe vom AF noch nicht gefunden wurde. Sobald in die automatische Fokussierung eingegriffen wurde, wird der AF deaktiviert. Im Gegensatz zur Dynax 7D, wo die Antriebswelle ausgekoppelt werden muss, erfolgt die Umstellung bei der E-1 ohne zeitliche Verzögerung. In dieser Variante (Betriebsarten "AF+MF" in Verbindung mit "S" oder "C" muss auch zur manuellen Fokussierung der Auslöser halb gedrückt sein. Ein Loslassen und erneutes Drücken des Auslösers führt wieder zur automatischen Scharfstellung.
Wird der AF-Betriebsarten-Wähler von "S" oder "C" auf "MF" umgelegt, kann die manuelle Scharfstellung unabhängig vom Druck auf den Auslöser erfolgen.

ZITATWie erfolgt die Umschaltung zwischen AF- und MF-Betrieb,...[/quote]
Hier alle Einstellmöglichkeit im Zusammenhang mit der Fokussierung:
1. Hebel mit den Einstellungen S, C und MF rechts unten am Objektiv
2. Wahl zwischen Auslösepriorität und Schärfepriorität unabhängig für beide AF-Betriebsarten "S" und "C" über das Menü einstellbar
3. Funktionen "AF" oder alternativ "AF+MF" über das Menü einstellbar

ZITAT...gibt es eine mit Minoltas DMF vergleichbare Funktion?[/quote]
Wenn damit die manuelle Nachkorrektur der automatischen Scharfstellung gemeint ist, siehe oben. Oder bedeutet DMF etwas anderes?

ZITATVerändert sich die Scharfstellung beim Umschalten zwischen dem AF- und MF-Betrieb?[/quote]
Nein.

Über das Menü ist konfigurierbar, ob beim Ausschalten der Kamera das Objektiv den Focus auf unendlich legt, oder ob die eingestellte Entfernung beibehalten werden soll.

ZITATAF-Stopp-Tasten finde ich lediglich bei vier Teleobjektiven in der Preisklasse ab 2500 Euro, sind die sonst nicht erforderlich?[/quote]
Ich habe diese Funktion noch nie gebraucht bzw. vermisst. Es gibt eine AEL-Taste an der E-1, die mit der Funktion "AF-Speicherung" belegt werden kann. Ob das mit einer AF-Stopp-Taste gleichzusetzen ist, weiß ich nicht.

Inwieweit sich die von mir beobachteten Ergebnisse auf bewegte Objekte übertragbar sind, vermag ich nicht zu sagen.

Beide sich in meinem Besitz befindliche Olympus-Objektive gehören übrigens - wie das 3,5-5,6/17,5-45 und das 3,5/35 Macro nicht zur "Pro" bzw. "Super Pro" Serie und besitzen daher weder Entfernungsanzeige noch Spritzwasser-/Staubschutz.

Das ZD 3,5-5,6/14-45 ist deutlich leichter und geringfügig kürzer als das Minolta 3,5-4,5/28-85.
Das ZD 3,5-4,5/40-150 ist etwas schwerer, geringfügig (! länger und deutlich dicker als das Minolta 4,5/100-200.

Beide ZDs haben ein Filtergewinde 58mm.

Alternativ zu den beiden Objektiven werden das ZD 2,8-3,5/14-54 für ca. EUR 500 und das 2,8-3,5/50-200 für ca. EUR 1000 (beide "Pro"-Serie, Filtergewinde 67 mm) angeboten. Hinzu kommen bald als weitere Alternativen die "Super Pro"-Objektive 2/14-35 und 2/35-100 für - wenn ich es richtig in Erinnerung habe - je EUR 2000.

Ist nix für meinen Geldbeutel, aber was zum träumen, wenn man mal nichts besseres zu tun hat;-)

KOH



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RE: Systementscheidung

#8 von mts , 06.08.2006 08:45

Danke für die ausführlichen Erläuterungen. ZITAt (kurt-oder-horst @ 5.08.2006 - 23:21) Wenn damit die manuelle Nachkorrektur der automatischen Scharfstellung gemeint ist, siehe oben. Oder bedeutet DMF etwas anderes?[/quote]Nein.
DMF=Direct Manual Focus (Manuelles Nachfokussieren nach erfolgter Fokussierung und Schärfespeicherung möglich)



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RE: Systementscheidung

#9 von Bumble Bee , 06.08.2006 12:51

Hallo,
wie schaut es mit dem Spiegelkasten der E-1 im Vergleich zur E-300 und E-500 aus?
Ich träume immer noch davon ein paar interessante MD/MCs adaptieren zu können, mit dem passenden Adapter bleibt in der E-300/500 der Blendenübertragungshebel hängen.

Gruß
Simon



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RE: Systementscheidung

#10 von kurt-oder-horst , 06.08.2006 17:40

ZITATwie schaut es mit dem Spiegelkasten der E-1 im Vergleich zur E-300 und E-500 aus? Ich träume immer noch davon ein paar interessante MD/MCs adaptieren zu können, mit dem passenden Adapter bleibt in der E-300/500 der Blendenübertragungshebel hängen.[/quote]
Du hast doch bereits hier selbst Links mit den relevanten Informationen bekannt gegeben. Der Seite des ersten Links ist zu entnehmen:
Zitat:
IMPORTANT: The lens adapter works normally with the Olympus E-1 camera. Other E bodies require modification of the light chamber or lens aperture lever, but not both.
Zitatende.

KOH



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RE: Systementscheidung

#11 von Bumble Bee , 06.08.2006 17:52

Hallo KOH,
sorry für meine Bequemlichkeit, aber nachdem jemand gerade den E1 Body in der Hand hält, könnte ein kurzer Blick darauf mehr sagen als die Links?

Gruß
Simon



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RE: Systementscheidung

#12 von kurt-oder-horst , 06.08.2006 18:06

ZITAT...nachdem jemand gerade den E1 Body in der Hand hält, könnte ein kurzer Blick darauf mehr sagen als die Links?[/quote]
Sorry, verstehe dich irgendwie nicht /pardon.gif" style="vertical-align:middle" emoid="ardon:" border="0" alt="pardon.gif" /> . Ich kann zwar den E-1-Spiegelkasten betrachten und erzählen, wie der aussieht, da ich aber weder andere Olympus 4/3 Kameras, noch den MD-Adapter besitze, kann ich keine verlässlichere Aussage treffen, als die aus der von dir angegebenen Internet-Seite.

KOH



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RE: Systementscheidung

#13 von Bumble Bee , 06.08.2006 20:54

Hallo KOH,
klaro, zwei digitale Spiegelreflexen der gleichen Baureihe besitzen hoffentlich nur die Wenigsten!
Aber vielleicht wäre aufgrund des Bildes der "präparierten" E-300 von:
http://www.rokkorfiles.com/photos/olympus/mount.jpg
eine ungefähre Abschätzung möglich.
Vielleicht schaut der Spiegelkasten genau gleich aus, vielleicht ist offensichtlich mehr Raum auf der Seite des Blendenhebels? Natürlich ist das alles spekulativ, denn es entscheidet auch die zur Verfügung stehende Tiefe für die Beweglichkeit des Hebels.

Gruß
Simon



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