RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#1 von minimax , 08.11.2005 11:50

Kurze Frage: Macht es irgendeinen Unterschied, ob ich meine Sandisk ULTRA2 als FAT16 oder FAT32 formatiere? Beide Varianten scheinen mit meiner Dynax 5D einwandfrei zu funktionieren, einen Geschwindigkeitsunterschied habe ich auch nicht feststellen können!


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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#2 von Goodspeed , 08.11.2005 12:50

Exakt sechs Zeilen weiter unten findest Du folgenden Thread: Speicherkarte formatieren. Da ist der theoretische Unterschied beschrieben und erläutert worden.

Und ansonsten hast Du Dir Deine Frage

Zitat von minimax
Kurze Frage: Macht es irgendeinen Unterschied, ob ich meine Sandisk ULTRA2 als FAT16 oder FAT32 formatiere?


im gleichen Post doch schon selbst beantwortet:
ZITATBeide Varianten scheinen mit meiner Dynax 5D einwandfrei zu funktionieren, einen Geschwindigkeitsunterschied habe ich auch nicht feststellen können![/quote]
/wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" />

Christian



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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#3 von matthiaspaul , 08.11.2005 12:58

Zitat von minimax
Kurze Frage: Macht es irgendeinen Unterschied, ob ich meine Sandisk ULTRA2 als FAT16 oder FAT32 formatiere? Beide Varianten scheinen mit meiner Dynax 5D einwandfrei zu funktionieren, einen Geschwindigkeitsunterschied habe ich auch nicht feststellen können!


Umso besser, wenn beides funktioniert. :-)

Meine technischen Überlegungen dazu habe ich in diesem Thread schon
mal ausführlich vorgestellt:

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=5986

Daraus ergibt sich meine klare Empfehlung, für Foto-Anwendungen (d.h.
vergleichsweise wenige große Dateien) solange FAT16B zu verwenden,
wie irgend möglich (d.h. bis zu einer Partitionsgröße von 2 GB - theoretisch
ginge auch bis 4 GB, aber damit kommen viele etwas ältere Betriebssysteme
nicht klar).

Es kann natürlich sein, daß Du den Unterschied auf Deiner Kamera nicht
spürst, aber u.U. würde sich der Unterschied bemerkbar machen, wenn
Du eine schnelle Serie schießt. In jedem Fall ist FAT16B deutlich effizienter,
Du kannst mehr Bilder auf der Karte speichern, als bei FAT32, und Du
wirst die Karte notfalls selbst mit Rechnern Baujahr 1987 lesen können,
FAT32 gibt es hingegen erst seit 1997. Und wenn Du mal Probleme mit
der Karte bekommen solltest, so sind die Daten von einem FAT16B-Medium
auch viel einfacher zu retten, als von einem FAT32-Medium.

Viele Grüße,

Matthias

EDIT: Vgl. auch:

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...st&p=188795



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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#4 von minimax , 08.11.2005 13:14

@matthiaspaul :

...entschuldige meine Unwissenheit aber was zum Geier ist FAT16B ? Ich dachte es gibt nur FAT16 und FAT32. Wenn ich unter WinXP formatiere habe ich nur die Wahl zwischen FAT und FAT32. ...oder wird die Karte mit FAT16B formatiert, wenn ich sie direkt in der Kamera formatiere?


thx



 
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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#5 von matthiaspaul , 08.11.2005 14:17

Zitat von minimax
...entschuldige meine Unwissenheit aber was zum Geier ist FAT16B ? Ich dachte es gibt nur FAT16 und FAT32. Wenn ich unter WinXP formatiere habe ich nur die Wahl zwischen FAT und FAT32. ...oder wird die Karte mit FAT16B formatiert, wenn ich sie direkt in der Kamera formatiere?


Wie in dem angesprochenen Thread ausführlich erklärt, handelt es sich bei
"FAT16B" um ein 16-bittiges Dateisystem mit 32 Bit breiten Sektoreinträgen.
Dieses Dateisystem wird seit DOS 3.31 (1987) unterstützt und firmiert unter
dem Partitionstyp 06h. Das "B" steht für "big", dieses Dateisystem heißt
nämlich in Entwicklerkreisen "BIGDOS".

Man kann es daran erkennen, daß der Bootsektor des Mediums einen OS/2 1.x
EBPB (Enhanced BIOS Parameter Block - Signature-Byte 28h an Offset +26h)
oder einen DOS 3.31+ XBPB (Extended BIOS Parameter Block - Signature-
Byte 29h an Offset +26h) enthält - nur dann sind die Sektoreinträge 32 Bit breit.

Das ganz alte "FAT16" gibt es faktisch nicht mehr und wird eigentlich nur noch
auf Superfloppies verwendet. Das war ein Dateisystem mit 16 bit breiten FAT-
Einträgen und nur 16 Bit breiten Sektoreinträgen. Da ein Sektor in der Regel
(d.h. auf IBM-kompatiblen Maschinen) 512 Bytes groß ist, lassen sich damit
eigentlich nur Medien mit maximal 32 MB ansprechen - das reichte selbst für
damalige Festplatten nicht mehr aus. Bevor dann mit DOS 3.31 FAT16B
eingeführt wurde, gab es deshalb diverse Tricks, um dennoch größere Platten
ansprechen zu können:

Man veränderte das Verhältnis physikalischer Sektoren zu logischen Sektoren,
das bei kompatiblen Rechnern (zumindest bei Festplatten) vorher immer bei
1:1 lag (bei Floppies und Virtual Disks nicht, ebensowenig wie bei manchen
schrägen OEM-Rechnern). Durch eine logische Sektorgröße von 1024, 2048,
4096 oder 8192 Bytes konnte man dann wieder größere Medien ansprechen
(64 MB, 128 MB, 256 MB, 512 MB), aber da die mittleren Treiberschichten im
Betriebssystem auf der Basis von logischen Sektoren arbeiten und diese immer
komplett im Speicher vorgehalten werden müssen (wegen einiger DMA-Probleme
teilweise auch zweimal), wuchsen die Datenstrukturen des Betriebssystems
schnell ins - für DOS-Verhältnisse - Unermeßliche. Wollte man also ein Medium
ansprechen, das 512 MB groß war, so blähte sich der DOS-Kern direkt mal um
mindestens 7,5 KB auf - wenn man bedenkt, daß der ganze Kern damals noch
fast in 64 KB paßte, war das extrem viel.
OEM-Hersteller bastelten an proprietären Systemen, bei denen auf einer Festplatte
bis zu 16 kleinere primäre Partitionen angelegt werden konnten, wohingegen das
"normale" MS-DOS auf 4 primäre Partitionen beschränkt blieb (so wie es auch
heute wieder ist).

Also mußte man sich etwas Besseres einfallen lassen und entwickelte eben
FAT16B (*), wodurch das Verhältnis physikalische zu logische Sektoren wieder
auf 1:1 sinken konnte, d.h. für interne Pufferzwecke (ohne Caches) braucht
das Betriebssystem gerade mal 512 Bytes, solange im System keine Sonder-
laufwerke mit physikalischen Sektorgrößen größer als 512 Bytes vorhanden
sind. Mit zunehmender Größe stieg dann einfach das Verhältnis Sektoren:Cluster,
aber das Schöne ist, daß der eigentliche High-Level-Dateisystemtreiber zwar
auf der Basis von "abstrahierten" Clustern arbeitet, die darunterliegenden
hardwarenäheren Schichten aber trotzdem nur sektorweise puffern müssen.

"FAT" (im technisch unsauberen Microsoft-Jargon) steht für FAT12, FAT16 oder
FAT16B, wobei je nach Mediengröße entschieden wird, welches System am
effizientesten ist. In der Regel bedeutet das bei heutigen Medien FAT16B.
Wenn Du eine klassische Floppy formatierst, kommt FAT12 zum Einsatz. Das
/alte/ FAT16 wird eigentlich nur bei Superfloppies und winzig kleinen Festplatten
verwendet, aber selbst da wird häufig FAT16B statt FAT16 verwendet, da es
keinerlei Nachteile hat, außer daß DOS-Versionen vor DOS 3.31 (1987) es eben
nicht verstehen - aber wer arbeitet heute noch mit DOS 2.xx oder 3.xx? ;-)

Überblick:FAT12 - Dateisystem mit 12-bittiger File Allocation Table (FAT) und 16-bittigen SektoreinträgenFAT16 - Dateisystem mit 16-bittiger FAT und 16-bittigen SektoreinträgenFAT16B - Dateisystem mit 16-bittiger FAT und 28/32-bittigen SektoreinträgenFAT32 - Dateisystem mit 28-bittiger FAT und 28/32-bittigen SektoreinträgenFAT32B - Dateisystem mit 32-bittiger FAT und 32-bittigen Sektoreinträgen (gibt's nur bei DR-DOS)Die Breite der FAT gibt den Ausschlag für die Anzahl der Cluster, die auf einer
Partition gespeichert werden kann. Jede Datei verbraucht mindestens einen
Cluster. Verzeichnisse sind auch Dateien. Ein paar FAT-Einträge werden für
interne Zwecke reserviert, so daß man in der Praxis nicht ganz auf diese
Zahlen kommt.

Eckwerte:

1
2
3
4
5
6
7
 
Dateisystem   max. Anzahl Cluster   max. Partitionsgröße   max. Dateigröße
 
FAT12         2^12 =         4096   32 MB (512 MB)         32 MB (512 MB)
FAT16         2^16 =        65536   32 MB (512 MB)         32 MB (512 MB)
FAT16B        2^16 =        65536   2 GB (4 GB)            2 GB (4 GB)
FAT32         2^28 =    268435456   128 GB (2 bzw. 8 TB)   2 GB (4 GB)
FAT32B        2^32 =   4294967296   2 TB (256 TB)          2 GB (4 GB)
 


Ausführlicher habe ich das alles, wie gesagt, in dem anderen Thread erklärt.

Viele Grüße,

Matthias

PS. (*) Entwickelt wurde FAT16B übrigens von den zwei OEMs IBM und Compaq,
nicht von Microsoft selbst. Deshalb war Compaq MS-DOS 3.31 auch lange Zeit
das einzige MS-DOS-basierte System, das FAT16B unterstütze, aber eben auf
Compaq-Rechner beschränkt. Das reguläre MS-DOS 4.xx ließ auf sich warten
und war dann noch extrem buggy. Digital Research brachte damals wenige
Monate nach Compaq ein DOS auf den Markt, das ebenfalls dieses neue Modell
unterstützte (DR DOS 3.31, das eine single-user single-tasking Variante von
DR Concurrent DOS mit neuem PC-kompatiblen DOS-BIOS war, und in
dessen Inneren immer noch ein Concurrent CP/M-86 Kern mit einer DOS-
Emulationsschicht werkelte) - in schneller Folge kamen dann DR DOS 3.32,
3.33, 3.34, 3.35, 3.40, in Deutschland wurde insbesondere DR DOS 3.41 über
große Computerketten wie Vobis am Markt etabliert.



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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#6 von minimax , 08.11.2005 16:58

Sehr interessanter und informativer Beitrag (hab auch den anderen Thread gelesen)! ...mir leider etwas zu hoch /unsure.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="unsure.gif" /> bin wahrscheinlich zu dumm! /sad.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="sad.gif" />

...was mich nun kurz und knapp interessiert ist:

Ich habe eine ULTRA2 2GB Karte, soll ich diese als FAT unter WinXP am PC formatieren oder lieber direkt in der Kamera? ...oder ist das Ergebnis dasselbe?

bin jetzt wirr-warr im Kopf /unsure.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="unsure.gif" /> /blink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="blink.gif" /> /unsure.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="unsure.gif" />



 
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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#7 von matthiaspaul , 09.11.2005 03:41

ZITAT...was mich nun kurz und knapp interessiert ist:

Ich habe eine ULTRA2 2GB Karte, soll ich diese als FAT unter WinXP am PC formatieren oder lieber direkt in der Kamera? ...oder ist das Ergebnis dasselbe?[/quote]
Du solltest versuchen, sie als FAT16B zu formatieren. Da die FAT-Implementation
in Windows so ihre Eigentümlichkeiten hat (sie kommt nur mit einer kleinen
Untermenge der möglichen logischen "Geometrien" eines FAT-Dateisystems
klar), und da die Entwickler des Embedded Systems, das in der Kamera läuft,
wahrscheinlich (trotz allem) Windows als Referenzplattform angenommen
haben und mit darunter formatierten Medien klarkommen, empfehle ich Dir die
Formatierung unter Windows. Dann hast Du zumindest keine Probleme beim
Zurücklesen der Daten. Andere Betriebssysteme sind da oft deutlich flexibler,
so daß Du darauf keine Rücksicht zu nehmen brauchst.

Ich bin kein Experte für Windows XP, aber meines Wissens bietet Dir das System
im Formatierdialog an, als "FAT" oder "FAT32" zu formatieren. Wenn Du dann
"FAT" wählst, muß auf einem ca. 2 GB großen Medium zwangsläufig FAT16B
zum Einsatz kommen.

Sollte das wider Erwarten zu Problemen führen, laß(t) es mich bitte wissen -
ich habe weder eine Dynax 7 D zum Testen, noch setze ich Windows XP ein.

Viele Grüße,

Matthias



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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#8 von Astronuss ( gelöscht ) , 22.11.2005 17:05

Da ich nocht eine ältere Digikam besitze, durfte ich die Wichtigkeit dieser Frage selbst spüren. Meine alte S404 kann nehmlich nur FAT16. Somit muss ich FAT16 benutzen, wenn ich die Karten in beiden Kameras benutzen möchte.

Wenn dies nicht der Fall ist, wähle ich besonders bei größeren CF FAT32, da es mit dem vorhandenen Speicherplatz etwas sparsamer umgeht. Die Quantisierung der Datenmengen ist etwas besser. Bei 2GB solltest du auf jeden Fall FAT32 benutzen.

Ein Beispiel für nicht Techniker:

Du hast 200Euro stellvertretend für 2GB Speicherplatz.
Wenn du Platz für Bilder Kaufst, bekommst Du von der Speicherkarte kein Restgeld zurück.
Im FAT16-Format hast Du die 200Euro in 2Euro Münzen. (100 x 2Euro)
Im FAT32-Format hast Du die 200Euro in 20Cents. (1000 x 20Cents)

Wenn Du nun für Dein Bild Speicherplatz für z.B. 2,38Euro kaufen musst, sparst Du, wenn Du FAT32 benutzt. Es kommt hier also auf die Stückelung an.

Ich hoffe das Beispiel konnte dir den Unterschied zwischen FAT16 und FAT32 zeigen. Einen Geschwindigkeitsunterschied wirst Du natürlich nicht erfahren.

Gruß, Astronuss



Astronuss

RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#9 von Zirkon , 22.11.2005 17:12

Zitat von minimax
Ich habe eine ULTRA2 2GB Karte, soll ich diese als FAT unter WinXP am PC formatieren oder lieber direkt in der Kamera? ...oder ist das Ergebnis dasselbe?


Hatte bisher immer nur in der Kamera formatiert und noch nie irgendwelche Probleme...



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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#10 von 01af , 22.11.2005 17:55

Zitat von "Astronuss"
Wenn dies nicht der Fall ist, wähle ich besonders bei größeren CF-Karten FAT32, da es mit dem vorhandenen Speicherplatz etwas sparsamer umgeht. Die Quantisierung der Datenmengen ist etwas besser. Bei 2 GB solltest du auf jeden Fall FAT32 benutzen.


Das ist ein ganz schlechter Rat, dem ich entschieden widerspreche! Bei Speicherkarten bis 2 GB sollte man auf jeden Fall mit FAT16 bzw. FAT formatieren, weil das in den meisten Fällen einen erheblich schnelleren Datenzugriff erlaubt. Wer keinen Geschwindigkeitsunterschied feststellen kann, hat vermutlich bloß nicht richtig gemessen.

Es ist zwar richtig, daß FAT32 wegen der feineren "Stückelung" eine effizientere Ausnutzung des Speicherplatzes erlaubt -- doch der Verlust nutzbaren Speicherplatzes bei FAT16 bzw. FAT ist so gering, daß es in der Praxis überhaupt keine Rolle spielt. Der Geschwindigkeitsgewinn hingegen ist enorm! Mit der Dynax 7D ist die Datenspeicherung auf SanDisk CF Extreme III 1 GB, Lexar CF Professional 80× WA 1 GB und Pretec CF Cheetah 80× 2 GB jeweils glatt doppelt so schnell, wenn ich sie mit FAT formatiere statt mit FAT32. Die Zahl der speicherbaren JPEG-Bilder ist bei beiden Formaten gleich groß oder um grad mal ein Bild geringer, je nach Karte ... der Verlust beträgt also nur wenige Promille.

Die Formatierung in der Kamera ist hinsichtlich der Formatart sinnlos, weil sie nur eine Schnellformatierung durchführt. Um die Formatierung von FAT32 auf FAT zu ändern (oder umgekehrt), muß die Karte in einem Kartenleser am Computer formatiert werden, und zwar nicht per "Quickformat"! Danach noch einmal in der Kamera drüberformatieren. Die Kamera hält sich beim Schnellformatieren stets an das durch die Grundformatierung vorgegebene Format und kann dieses nicht ändern.

-- Olaf



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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#11 von matthiaspaul , 22.11.2005 23:46

Zitat von Astronuss
Wenn dies nicht der Fall ist, wähle ich besonders bei größeren CF FAT32, da es mit dem vorhandenen Speicherplatz etwas sparsamer umgeht. Die Quantisierung der Datenmengen ist etwas besser. Bei 2GB solltest du auf jeden Fall FAT32 benutzen.

Ein Beispiel für nicht Techniker:

Du hast 200Euro stellvertretend für 2GB Speicherplatz.
Wenn du Platz für Bilder Kaufst, bekommst Du von der Speicherkarte kein Restgeld zurück.
Im FAT16-Format hast Du die 200Euro in 2Euro Münzen. (100 x 2Euro)
Im FAT32-Format hast Du die 200Euro in 20Cents. (1000 x 20Cents)

Wenn Du nun für Dein Bild Speicherplatz für z.B. 2,38Euro kaufen musst, sparst Du, wenn Du FAT32 benutzt. Es kommt hier also auf die Stückelung an.

Ich hoffe das Beispiel konnte dir den Unterschied zwischen FAT16 und FAT32 zeigen. Einen Geschwindigkeitsunterschied wirst Du natürlich nicht erfahren.


Hallo Astronuss.

Es ist schon ein wenig frustrierend für mich, wenn ich lang und breit versuche,
die Zusammenhänge der die Geometrie bestimmenden Größen verschiedener
FAT-Dateisysteme mehr oder weniger allgemeinverständlich darzustellen,
und dann jemand das exakte Gegenteil von dem empfiehlt, was ich "hergeleitet"
habe... :-( Hast Du denn den oben zitierten Thread:

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=5986

nicht gelesen?!? Bitte versteh' mich nicht falsch, wenn Du dazu Fragen hast,
beantworte ich die gerne, aber wenn Du die Sache noch nicht verinnerlicht hast
(verlangt niemand), solltest Du vielleicht besser nicht solch knackige Aussagen
treffen, die eben leider faktisch falsch sind und andere damit nur in die falsche
Richtung leiten. Wir wollen hier doch aufklären, statt Verwirrung zu stiften, oder?

Nochmal meine Kernaussage:

Auf Medien kleiner oder gleich 2 GB sollte man für den Anwendungsfall "Fotografie"
wann immer möglich FAT16 benutzen, da FAT32 hier nur Nachteile hat. Erst auf
Medien, die größer als 2 GB sind, muß man zwangsläufig auf FAT32 ausweichen,
da dies die Grenze von FAT16 übersteigt. (Eigentlich liegt die Grenze bei 4 GB,
aber ältere Betriebssysteme kommen nicht mit FAT16-Medien klar, die größer als
2 GB sind, insofern sollte man in diesem Bereich besser darauf verzichten.)

Warum?

Der signifikante Unterschied zwischen einem FAT16- und einem FAT32-Laufwerk
besteht in der Anzahl der allozierbaren Einheiten (Cluster). Bei einem FAT16-
Laufwerk sind das ca. 2^16 Zuordnungseinheiten, bei einem FAT32-Laufwerk
ca. 2^28 - eine um Größenordnungen größere Zahl. (Bei FAT32B sogar 2^32,
aber das gibt's nur bei DR-DOS.) In der Praxis sind die Zahlen noch etwas
kleiner, da bestimmte Bitmuster und bestimmte Cluster-Nummern für interne
Zwecke reserviert sind (das betrifft die Cluster 0 und 1, sowie Cluster am
oberen Ende des jeweiligen Bereichs). Fällt aber nicht ins Gewicht.
Die File Allocation Table (FAT), eine große Datenstruktur recht nah am Anfang
eines FAT-formatierten Mediums, enthält nun für jeden Cluster einen Eintrag.
Um 2^16 Cluster zu adressieren braucht man 16 Bit, also 2 Byte pro Eintrag.
2^28 passen bei einer Byte-Granularität von 8 Bit nur in 32 Bits, also 4 Bytes
pro Eintrag. Daraus ergibt sich, daß die maximale Größe der FAT bei einem
FAT16-Laufwerk 128 KB groß wird, bei einem FAT32-Laufwerk jedoch bis zu
1 GB (bei FAT32B sogar 16 GB)! Wohlgemerkt, es handelt sich bei der FAT
um eine semi-statische Verwaltungsstruktur. Ob Du jetzt keine, eine, oder
die je nach Größe unterschiedlich hohe Maximalzahl von Dateien auf dem
Medium speicherst, die FAT bleibt nach der Formatierung immer gleich groß.
Natürlich ist die FAT bei einem nur 2 GB großen FAT32-Medium noch nicht /so/
unglaublich riesig, aber je nach konkret gewählter Clustergröße immerhin
schon um Größenordnungen ausnehmender als die geradezu winzigen 128 KB
(der maximalen Größe der FAT bei FAT16). Das hat zwei Effekte:
Erstens steht der Speicherplatz, der durch die FAT belegt ist, nicht mehr für
Daten zur Verfügung. Auf ein 2 GB-FAT32-Laufwerk passen also weniger
Nutzdaten als auf ein 2 GB-FAT16-Laufwerk! (Um diesen Effekt zu relativieren,
braucht man schon ziemlich pathologische Fälle - mehr dazu siehe unten.)
Zweitens wird diese zentrale Datenstruktur ja auch bei jedem Dateizugriff
gelesen oder geschrieben. Damit man nicht ständig auf weit voneinander
entfernte Orte des Mediums zugreifen muß, wird die FAT vom Betriebsystem
in der Regel 'gecacht', d.h. im Arbeitsspeicher vorgehalten und nur bei Bedarf
auf dem Medium aktualisiert (als Hintergrundprozess) bzw. bei Speicher-
engpässen 'geflusht' (Änderungen ausgeschrieben). 128 KB im Speicher zu
halten sind selbst für ein Betriebssystem wie DOS kein Problem, im Extremfall
bis zu 1 GB nur für die FAT im Speicher zu halten ist hingegen illusorisch -
selbst für ein Desktop-System wie Windows. Also werden bei FAT32 nur Teile
der FAT im Arbeitsspeicher gepuffert werden können, bei einem System mit
begrenzten Ressourcen wie einem Kamerabetriebssystem dürfte sich der
FAT-Cache auf wenige 100 KB beschränken (im Vergleich zu einigen Megabyte
bei Windows) schließlich braucht die Kamera ihren Hauptspeicher für Bilder!
Das bedeutet, daß jeder Medienzugriff auf einem FAT32-Laufwerk umfang-
reiche Leseaktionen an weit voneinander entfernten Stellen des Mediums
anstößt. Da die geforderten Bereiche nicht hintereinanderliegen, kann
man auch nicht mit Blockadressiermechanismen längere Sequenzen in
einem Rutsch in den Speicher befördern (Burst), sondern muß sich Stück
für Stück vorarbeiten.
Zwar treten auf einer CF-Karte keine zeitraubenden Kopfbewegungen wie
bei einer Festplatte mehr auf, aber dafür gibt es andere Faktoren, die einen
solchen Zugriff überproportional verlangsamen. Z.B. sind Flash-Medien intern
in Pages organisiert, die nur komplett gelesen oder geschrieben werden können -
auch wenn Du nur ein einziges Byte brauchst. Diese Pages sind deutlich größer
(üblich 2 KB) als die Sektoren einer Festplatte (üblicherweise 512 Bytes), das
kostet also Zeit, inbesonderen wenn man viele kleine weitverteilte Bereiche
lesen oder schreiben muß.
Hinzu kommt noch, daß Flash-Medien nur eine begrenzte Anzahl Schreibzugriffe
erlauben. Früher hat man deshalb spezielle Abwandlungen des FAT-Dateisystems
für Flash-Speichermedien benutzt (z.B. FFS), bei CF ist das jedoch transparent
in der "Hardware" gekapselt - nichtsdestotrotz verteilt die Firmware der CF-Karte
selbst logisch relativ dicht beieinanderliegende Zugriffe möglichst gleichmäßig
über die Chipfläche, so daß die Ausbildung von weak spots möglichst lange
hinausgezögert wird. Das kostet alles Zeit - und eben bei FAT32 deutlich mehr
als bei FAT16.

Und zu allem Überfluß gibt es noch den sog. cluster overhang, also den Verschnitt,
der sich ergibt, wenn Du eine beliebig große Datei in Zuordnungseinheiten
aufstückeln mußt - denn auf dem Medium können nur Zuordnungsheiten
gespeichert werden. Eine 1 Byte große Datei kostet eine Zuordnungseinheit,
genauso wie eine Datei, die exakt so groß ist, wie die Zuordnungseinheit.
Ist die Datei größer, wiederholt sich das Ganze - in der letzten Zuordnungs-
einheit der Kette gibt es Verschnitt. Je kleiner die Zuordungseinheiten, desto
weniger Verschnitt (Vorteil für FAT32: Da es mehr Zuordnungseinheiten gibt,
können diese auch kleiner sein). Aber das Ganze relativiert sich, wenn die
Dateien, die Du speichern willst, groß gegenüber der Größe der Zuordnungs-
einheit sind. Denn alle Zuordnungseinheiten außer der jeweils letzten sind
vollbelegt, also fällt dort auch kein Verschnitt an. Und wenn der Prozentsatz
der gefüllten Cluster gegenüber den nur halbgefüllten Clustern groß wird, ist
der Verlust in der Praxis nicht mehr relevant. Die Cluster werden maximal
64 KB groß (in der Regel eher 32 KB und kleiner, und bei FAT32 tendenziell
kleiner als bei FAT16). Wenn Du lauter 1 Byte große Dateien speicherst, und
jedesmal 64 KB opfern mußt, dann tut das natürlich weh. Aber wenn Du 1 MB
große Dateien speicherst, dann gibt es insgesamt nur einige hundert Clusterketten,
bis das Medium voll ist. Und wenn ein paar hundert Mal ein paar KB wegfallen,
kann man das bezogen auf die Größe des Mediums guten Gewissens
vernachlässigen - insbesondere, wenn der Unterschied in der Größe der
Cluster zwischen FAT32 und FAT16 im Bereich bis 2 GB nur wenige KB beträgt.
Bilddateien sind - bezogen auf die Clustergröße - geradezu riesig, insofern fällt
der etwas höhere Verschnitt bei FAT16 hier nicht signifikant ins Gewicht, erst
recht nicht gegenüber dem Verlust durch die sehr viel größere FAT, die ein
FAT32 Laufwerks bedingt.

Um die Fehler in Deinem Beispielbild aufzuzeigen:

Wenn Du erstmal 100 Euro "Pfand" ausgeben mußt (für FAT32), damit Du mit
20 Cent Münzen zahlen darfst, relativiert sich der Vorteil der kleineren Stückelung
der kleinen Münzen gegenüber 2 Euro-Münzen ganz schnell. Faktisch lohnt sich
das Ganze nur dann, wenn Du extrem viele kleine Beträge zahlen möchtest -
da machst Du dann jedensmal maximal 19 Cent Verlust (bei Gleichverteilung im
Mittel 10 Cent), gegenüber maximal 1,99 Euro sonst (bei Gleichverteilung im
Mittel 1 Euro). Aber dafür dauert es auch länger, die ganzen 20 Cent Münzen
zusammenzusuchen. Und wenn Du sowieso nur wenige große Beträge zahlst,
kannst Du die paar Mal auch den höheren Verlust verschmerzen. Das ist immer
noch billiger, als erstmal 100 Euro Pfand auszugeben. (Und wenn Du die 100 Euro
Einsatz evtl. noch gar nicht hast, kommst Du nie in den Genuß, mit kleinerer
Stückelung etwas zu sparen - ganz wie im realen Leben. ;-)

Es hängt also immer von den zu speichernden Daten, also dem Anwendungsfall ab,
welches Dateisystem effizienter ist. Auf einem Desktop-System kann FAT32 Sinn
machen (muß es aber auch nicht immer), auf einem älteren System, auf einem
Embedded System mit begrenzten Ressourcen, oder auf einem System, das
praktisch nur sehr große Dateien verarbeiten muß, macht es keinen Sinn, solange
die Daten nicht die grundsätzliche Kapazitätsgrenze von 2 GB sprengen.

Viele Grüße,

Matthias



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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#12 von Goodspeed , 23.11.2005 10:19

Zitat von matthiaspaul
Es ist schon ein wenig frustrierend für mich, wenn ich lang und breit versuche,
die Zusammenhänge der die Geometrie bestimmenden Größen verschiedener
FAT-Dateisysteme mehr oder weniger allgemeinverständlich darzustellen,
und dann jemand das exakte Gegenteil von dem empfiehlt, was ich "hergeleitet"
habe... :-(

(...)


Aus den von Matthias aufgeführten Gründen kann es bei Windows-Betriebssystemen auch sinnvoll sein, für die Auslagerungsdatei eine eigene Partition anzulegen und diese mit FAT16 zu formatieren. Das erhöht die Zugriffsgeschwindigkeit und die Auslagerungsdatei liegt auf der Systempartition nicht ständig im Weg...

Ich hab das bei meiner letzten Neuinstallation vor drei Jahren gemacht und fahre ganz gut damit (habe ihre Größe jedoch auf die doppelte RAM-Größe, also auf 1 GB begrenzt).

Christian



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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#13 von minimax , 23.11.2005 10:44

Was Matthias hier geschrieben hat kann ich bestätigen, der Unterschied ist zwar minimal, dennoch passen auf meiner mit FAT16B formatierten Karte 1-2 Bilder mehr drauf, als wenn ich sie mit FAT32 formatiere. Auch die Geschwindigkeit bei Serienaufnahmen ist bei FAT16B etwas höher, aber die Unterschiede sind eigentlich nicht der Rede wert!

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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#14 von Zirkon , 23.11.2005 10:44

Zitat von Goodspeed
Aus den von Matthias aufgeführten Gründen kann es bei Windows-Betriebssystemen auch sinnvoll sein, für die Auslagerungsdatei eine eigene Partition anzulegen und diese mit FAT16 zu formatieren. Das erhöht die Zugriffsgeschwindigkeit und die Auslagerungsdatei liegt auf der Systempartition nicht ständig im Weg...


Wenn schon auf eine eigene Platte, dann behindern sich Auslagerungs- und sonstige Zugriffe nicht gegenseitig. Laut c't Test ist allerdings der Effekt auch dieser Maßnahme kaum meßbar.



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RE: Dynax 5D - Speicherkarte FAT16 oder FAT32

#15 von berlac , 23.11.2005 11:11

Hallo Matthias,

ist recht interessant was hier über die verschiedenen FAT Versionen schreibst. Vielleicht solltest du das mal bei Wikipedia in den FAT Artikel einbringen, der würde dadurch wohl besser werden und in Zukunft könnte man hier aus dem Forum darauf verlinken. /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" />



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