RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#1 von stevemark , 17.11.2015 00:57

Bislang galt für mich immer: Spiegel-Optiken interessieren mich nicht - punkt.

Das Bokeh der Bilder, die ich gesehen hatte, machten mir einfach jegliche Lust auf die zahreichen Minolta-RF-Objektive zu nichte - ganz zu schweigen vom Preis, den man für ein 250er RF zahlen muss. Kurz und gut, ich ignorierte die MF- und AF-Spiegeloptiken komplett. Bis mir ausgerechnet am Tag vor der Abreise zu einem einwöchigen Gebirgs-Fotoworkshop ein bestens erhaltenes MD 500mm RF über den Weg lief, für CHF 60.-- notabene. Da vergass ich dann all meine Vorurteile und erwarb das Ding schnellstens

Auch wenn man eigentlich weiss, dass Spiegellinsen-Objektive klein und leicht sind, ist man dann doch überrascht: Das Minolta 500er RF ist praktisch gleich schwer (600g vs 535 g) wie ein MD 2.8/135mm, und kaum länger (98mm vs 88mm). Wenn man sich das AF 2.8/300 gewöhnt ist, ist sowas schon ein Ansage. Ich packte also besagte Neu-Erwerbung in den Rucksack - und los gings.

Erste Versuch waren frustrierend. Der Fokusring ist zwar leichtgängig, aber auch zu steil übersetzt. Wenn man zur punkt-genauen Fokussierung die A7-Sucherlupe nutzt, zittert das Sucherbild unkontrollierbar, trotz Antishake. Und dies Sucherlupe ist nötig, will man halbwegs präzise fokussieren (man arbeitet ja prinzipiell bei Offenblende).

Hat man einmal einigermassen richtig scharfgestellt, muss man mit grösster Vorsicht den Fokusring loslassen - sonst verstellt sich die Schärfe umgehend wieder...

Luftunruhen und Schlierenbildung sind bei 500mm Brennweite ein grösseres Problem als man denkt. Meine ersten Testaufnahmen mit dem MD 400mm APO waren dermassen "schräg", dass ich das einfach nicht glauben konnte. Später realisierte ich dann - bei voll "gezoomter" Sucherlupe an der A7 II - wie dramatisch die Wirkung von "Luftlinsen" (Luftunruhen) sein kann: Ganze Dächer wölbten sich, wie Trolle kullerten Luftwirbel den gegenüberliegen Hang hinab, und die Regenrinne in 2 km Entfernung hatte Wallungen ohne Ende. Es ist klar, dass unter solchen (durchaus üblichen) Bedingungen weder ein 400 APO noch ein 500 RF wirklich ausgereizt werden können.

Einfacher geht es in der Regel auf kürzere Distanzen. Nähert man sich mit dem 500er einem Wildtier an, so spielen Luftunruhen kaum mehr eine Rolle - für eine formatfüllende Abbildung muss man ja auf 15m an das Tier ran kommen. Umso anspruchsvoller ist die (manuelle) Fokussierung - zumindest anfangs lag ich in >80% der Fälle daneben. Auch hier hilft Übung - also ja nicht vorzeitig aufgeben ...

Ich habe mal einige Bilder aus jener Septemberwoche auf 50% (3000 x 2000 px) verkleinert und werde sie mit einigen Kommentare versehen in den nächsten Beiträgen einstellen.

Gr Steve


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#2 von stevemark , 17.11.2015 01:09

Hier ist das Bild einer Steinbock-Dame, die recht belustigt schien über meine Annäherungsversuche (Details ins späterem Post). Hier war ich auf etwa 12m an sie herangekommen - im Schutz eines kleinen Felsens, auf gegen 2800 müM. Im Gegensatz zu einem Bock, den ich letztes Jahr fotografiert hatte und der kaum Berührungsängste zeigte, hatte diese Dame ihre klar definierte Grenze; "näher ran" ging also nicht! Das 500er tat hier gute Dienste, auch wenn ich in nebligem Umfeld und bei leichtem, einsetzenden Schneefall arbeiten musste (ja, das Gelände wird rutschig dann ...).

Das kleine Supertele und die ungünstige Haptik der A7-Serie machen die Sache schon recht anfällig für Verwackelungen. Ich ging deshalb - trotz eingeschaltetem Bildstabilisator - auf 400 ISO, was bei f8 zu 1/800s Belichtungszeit führte.


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#3 von stevemark , 17.11.2015 01:32

Hier ein weitere Bild, dem man die "Spiegelherkunft" kaum ansieht - allenfalls die starke Vignettierung deutet auf eine Aufnahme bei Offenblende hin.

Es handelt sich um einen kleinen Ausschnitt aus dem Basòdino-Gletscher im Tessin, den ich aus knapp 10km Distanz aufgenommen habe. Da cih bei der Aufnahme schon auf >2500müM war, ist die Sicht natürlich recht klar. Das erste Morgenlicht ist stark orange-gelb, und der offene Himmel auf dieser Höhe natürlich dunkelblau - was dann zu den gezeigten Farb-Effekten im Eis und in den Felsen führt.

Dieses Bild ist geeignet, die im Idealfall erreichbare Qualität des MD 500mm RF aufzuzeigen.

Die Ecken (Vollformat, wohlgemerkt! sind genau so scharf wie die zentralen Bilddteile, Farbsäume gibt es praktisch keine (sie wurden also nicht etwa nachträglcih herausgerechnet!!. Die Schärfe, die bei dieser auf 50% verkleinerten Aufnahme absolut makellos aussieht, scheint im Originalbild zunächst etwas zu fehlen. Macht man die Rohdaten-Umwandlung aber zB mit RawTherapee, so kommen die Details nach einigen Optimierungen doch recht gut. Das von RawTherapee ausgegebene TIFF wurde danach mit Photoshop nochmals geschärft (Radius 0.8, Stärke 100).


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#4 von Neki , 17.11.2015 05:06

ZITAT(stevemark @ 2015-11-17, 1:57) Der Fokusring ist zwar leichtgängig, aber auch zu steil übersetzt. Wenn man zur punkt-genauen Fokussierung die A7-Sucherlupe nutzt, zittert das Sucherbild unkontrollierbar, trotz Antishake. [...] Hat man einmal einigermassen richtig scharfgestellt, muss man mit grösster Vorsicht den Fokusring loslassen - sonst verstellt sich die Schärfe umgehend wieder...[/quote]Bei meinem Exemplar (ROKKOR-X) ist der Fokusring nicht zu leichtgängig, er verstellt sich nicht ungewollt (könnte für meinen Geschmack fast ein bisschen leichter laufen). Was die "Übersetzung" angeht.. vielleicht Geschmackssache. Von Naheinstellgrenze bis Endanschlag sind es (bei meinem) etwa 180°/halbe Umdrehung, wenn es mehr wäre, müsste man wohl öfter umgreifen (das habe ich vom MD-III 300mm so in Erinnerung, kann mich aber irren).

Übrigens benutze ich das RF ROKKOR auch ganz gern an der A900. Mit einem einfachen (linsenlosen) SR->AF - Adapter kann man bis etwa 100m scharfstellen (grob geschätzt), damit kann man schon was anfangen (Sucherlupe gibt's ja auch "analog", also optisch ;-) ).

Gruß
Neki


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#5 von stevemark , 17.11.2015 14:11

ZITAT(Neki @ 2015-11-17, 5:06) Übrigens benutze ich das RF ROKKOR auch ganz gern an der A900. Mit einem einfachen (linsenlosen) SR->AF - Adapter kann man bis etwa 100m scharfstellen (grob geschätzt), damit kann man schon was anfangen (Sucherlupe gibt's ja auch "analog", also optisch ;-) ).

Gruß
Neki[/quote]

Gute Idee - danke Werde ich ausprobieren - obwohl ich vom Sucherbild des 500 RF an der XD-7 nicht gerade begeistert war. Das 500 RF ist sicher einer jener Spezialfälle, bei denen der EVF gegenüber dem optischen SLR-Sucher klar von Vorteil ist.

Gr Steve


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#6 von Neki , 17.11.2015 16:40

ZITAT(stevemark @ 2015-11-17, 15:11) Das 500 RF ist sicher einer jener Spezialfälle, bei denen der EVF gegenüber dem optischen SLR-Sucher klar von Vorteil ist.[/quote]Das stimmt natürlich (obwohl ich noch andere Vorteile beim EVF sehe, anderes Thema)! Aber die A900 mit 500RF liegt unglaublich gut in der Hand, das ist auch nicht zu verachten. Ich habe auch noch eine Schnittbildmattscheibe, bin aber noch nicht dazu gekommen sie einzusetzen. Wenn das Motiv günstig ist (und mein Auge gut drauf), habe ich mit der Standard-Mattscheibe auch ohne Sucherlupe eine akzeptable Quote.

Eine Frage zur Verwendung an ILCE-7 II: Wie funktioniert das denn mit dem Stabilisator/AntiShake/IBIS: Kann man da eine Brennweite vorgeben? Auch so lange? Und muss man das bei jedem Ansetzen neu einstellen oder bleibt das als "Preset" erhalten (immer, wenn man ein nicht-erkanntes Objektiv ansetzt, wieder die gleiche Vorgabe wie beim letzten Mal)?

Gruß
Neki

*OT: Das einzige andere SR-Objektiv, dass ich an der A900 nutze - von Macro-Anwendungen abgesehen - ist übrigens das MD-ROKKOR 135/2.8 (ich glaube, es ist ein MD-II 5L), das geht bis ca. 2m, geht für Kopfportraits.


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#7 von Mentat , 18.11.2015 18:57

ZITAT(stevemark @ 2015-11-17, 0:57) Hat man einmal einigermassen richtig scharfgestellt, muss man mit grösster Vorsicht den Fokusring loslassen - sonst verstellt sich die Schärfe umgehend wieder...[/quote]

Meine beiden Exemplare zeigen zuweilen auch ein unterschiedliches Verhalten bei der "Strammheit" des Fokus, von einer leichten Verstellung kann bei beiden aber nicht die Rede sein. Steve, hast Du da evtl. ein häufig benutztes Stück getestet?

Übrigens kann ich am digitalen Sensor (mFT Format) keinen Unterschied in der Bildqualität feststellen, wenn kein rückwärtiger Filter installiert ist, oder der originale Filter oder ein Ersatzfilter von Rodenstock. Hat das jmd. bereits überprüft?

Grüße

Jan


Grüße!

Jan


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#8 von starbuck ( gelöscht ) , 18.11.2015 19:28

ZITAT(Neki @ 2015-11-17, 16:40) Eine Frage zur Verwendung an ILCE-7 II: Wie funktioniert das denn mit dem Stabilisator/AntiShake/IBIS: Kann man da eine Brennweite vorgeben? Auch so lange? Und muss man das bei jedem Ansetzen neu einstellen oder bleibt das als "Preset" erhalten (immer, wenn man ein nicht-erkanntes Objektiv ansetzt, wieder die gleiche Vorgabe wie beim letzten Mal)?

.[/quote]

Man muss bei jeden Objektivwechsel die Brennweite neu einstellen. außer man benutzt die gleiche Brennweite verschiedener Marken. Preset gibt es nicht. Bei meiner A7II habe ich deshalb C2 als Schnelltaste für die Stabilisatoreinstellung gesetzt.


starbuck

RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#9 von stevemark , 18.11.2015 20:54

ZITAT(JanW @ 2015-11-18, 18:57) ZITAT(stevemark @ 2015-11-17, 0:57) Hat man einmal einigermassen richtig scharfgestellt, muss man mit grösster Vorsicht den Fokusring loslassen - sonst verstellt sich die Schärfe umgehend wieder...[/quote]

Meine beiden Exemplare zeigen zuweilen auch ein unterschiedliches Verhalten bei der "Strammheit" des Fokus, von einer leichten Verstellung kann bei beiden aber nicht die Rede sein. Steve, hast Du da evtl. ein häufig benutztes Stück getestet?
...
[/quote]
Nein, das Ding ist neuwertig! die Fokussierung geht auch keineswegs "lasch"; dennoch muss man aufpassen, dass man bei Loslassen des Fokus-Ringes nicht auch eine minime Drebewegung mit drinnen hat, was dann sofort unweigerlich zu leicht unscharfen Bildern führt ...

Gr Steve


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#10 von Neki , 18.11.2015 22:20

@starbuck: Danke!


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#11 von rschroed , 19.11.2015 23:23

ZITAT(JanW @ 2015-11-18, 18:57) Übrigens kann ich am digitalen Sensor (mFT Format) keinen Unterschied in der Bildqualität feststellen, wenn kein rückwärtiger Filter installiert ist, oder der originale Filter oder ein Ersatzfilter von Rodenstock. Hat das jmd. bereits überprüft?[/quote]
Ich hab das neulich mit einem RMC Tokina 500mm f/8 mit Canon-Anschluss an Micro Four Thirds untersucht und bin zu demselben Ergebnis gekommen. Ich hatte so ein kleines Bisschen die Hoffnung, dass die Wegnahme des Glases die vom dicken Sensor-Glasstapel verursachten Bildfehler vielleicht ein wenig mildern würde, aber ich konnte auch keinen Unterschied feststellen.

("Analoge" Objektive kommen bei mir von Ausnahmen abgesehen nur noch mit Speed Booster ans MFT-Gehäuse – auch wenn das im Telebereich natürlich die Hälfte des MFT-Reichweitenbonus kostet, den man ja eigentlich gerne ganz mitnehmen würde... Das Tokina hatte ich herkömmlich adaptiert; Canon-Objektive hab ich zu wenige, als dass ich neben dem Minolta-Speed-Booster da noch das Geld in einen weiteren investieren wollte. Eher mal ein EF-Adapter mit AF...)


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#12 von stevemark , 19.11.2015 23:47

ZITAT(Rob. S. @ 2015-11-19, 23:23) ZITAT(JanW @ 2015-11-18, 18:57) Übrigens kann ich am digitalen Sensor (mFT Format) keinen Unterschied in der Bildqualität feststellen, wenn kein rückwärtiger Filter installiert ist, oder der originale Filter oder ein Ersatzfilter von Rodenstock. Hat das jmd. bereits überprüft?[/quote]
Ich hab das neulich mit einem RMC Tokina 500mm f/8 mit Canon-Anschluss an Micro Four Thirds untersucht und bin zu demselben Ergebnis gekommen. Ich hatte so ein kleines Bisschen die Hoffnung, dass die Wegnahme des Glases die vom dicken Sensor-Glasstapel verursachten Bildfehler vielleicht ein wenig mildern würde, aber ich konnte auch keinen Unterschied feststellen.
...
[/quote]

Der Sensorstapel ist nur bei Objektiven problematisch, die eine sehr nahe am Sensor liegende Austrittspupille haben. Hohe Lichtstärke verstärkt die Probleme noch.
Schon ein übliches, manuelles SLR 1.2/50mm zeigt aber an der A7 die gleiche Leistung wie an der Leica M240, Teleobjektive sind diesbezüglich eh unproblematisch. Wenn Du also beim Tamron eine ungenügende Leistung gesehen hast, kann das am Objektiv oder an Luftunruhen liegen - nicht aber am Sensor-Filterpack. Die sehr kleinen Sensoren des mFT sind da natürlich überaus anspruchsvoll ...

Gruß Steve


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#13 von hatu , 20.11.2015 11:30

ZITAT(Neki @ 2015-11-17, 16:40) ...
Eine Frage zur Verwendung an ILCE-7 II: Wie funktioniert das denn mit dem Stabilisator/AntiShake/IBIS: Kann man da eine Brennweite vorgeben? Auch so lange? Und muss man das bei jedem Ansetzen neu einstellen oder bleibt das als "Preset" erhalten (immer, wenn man ein nicht-erkanntes Objektiv ansetzt, wieder die gleiche Vorgabe wie beim letzten Mal)?
...[/quote]
Ja, bis 1000mm können vorgegeben werden. Die Einstellung bleibt nach Aus-/Einschalten erhalten.
Allerdings ist es bei meiner A7II so, dass sie wenn man direkt nach dem Einschalten die Brennweitenangabe nachschauen sill (programmierte Custom-Taste) die Kamera bei 8mm wieder anfängt. Wenn man nach dem Einschalten ein paar Sekunden vergehen lässt, steht das dort was letztes Mal eingestellt war.


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#14 von rschroed , 02.12.2015 20:30

ZITAT(stevemark @ 2015-11-19, 23:47) ZITAT(Rob. S. @ 2015-11-19, 23:23) ZITAT(JanW @ 2015-11-18, 18:57) Übrigens kann ich am digitalen Sensor (mFT Format) keinen Unterschied in der Bildqualität feststellen, wenn kein rückwärtiger Filter installiert ist, oder der originale Filter oder ein Ersatzfilter von Rodenstock. Hat das jmd. bereits überprüft?[/quote]
Ich hab das neulich mit einem RMC Tokina 500mm f/8 mit Canon-Anschluss an Micro Four Thirds untersucht und bin zu demselben Ergebnis gekommen. Ich hatte so ein kleines Bisschen die Hoffnung, dass die Wegnahme des Glases die vom dicken Sensor-Glasstapel verursachten Bildfehler vielleicht ein wenig mildern würde, aber ich konnte auch keinen Unterschied feststellen.
...
[/quote]

Der Sensorstapel ist nur bei Objektiven problematisch, die eine sehr nahe am Sensor liegende Austrittspupille haben. Hohe Lichtstärke verstärkt die Probleme noch.
Schon ein übliches, manuelles SLR 1.2/50mm zeigt aber an der A7 die gleiche Leistung wie an der Leica M240, Teleobjektive sind diesbezüglich eh unproblematisch. Wenn Du also beim Tamron eine ungenügende Leistung gesehen hast, kann das am Objektiv oder an Luftunruhen liegen - nicht aber am Sensor-Filterpack. Die sehr kleinen Sensoren des mFT sind da natürlich überaus anspruchsvoll ...
[/quote]
Ja, ich denke mittlerweile auch, dass das beim Tokina am Objektiv liegen kann, ich sehe da auch Astigmatismus und eindeutige Auflösungsgrenzen.

Was ich bisher so als typische Filterstapel-Effekte kenne (Detailkontrastminderung, Überstrahlung, sphärische Aberrationen, während die reine Auflösung schon offen gut ist) sehe ich allerdings auch bei mehreren Linsentele-Objektiven mit Minolta-Anschluss (die ebenfalls größere Sensor-Rücklinse-Abstände haben). Schalte ich den Speed Booster dazwischen, verschwinden bei Anhebung der Lichtstärke um eine Blendenstufe die Fehler schon offen sehr weitgehend. Nach meinem Eindruck ist das Problem mit MFT weniger, dass der kleinere Sensor höhere Ansprüche an die Optiken stellen würde, auch wenn er das natürlich tut, aber dafür begrenzt er das Bildfeld auch auf die Bildmitte, sondern der mit 4mm doppelt so dicke Glasstapel wie bei anderen Systemen.

Das macht sich schon deutlich stärker bemerkbar als die 2mm bei Sony. Ich hatte eine Zeitlang eine 12-MP-Olympus (seinerzeit noch DSLR, dafür gab's ja auch schon einen SR/MC/MD-Adapter) und eine 16-MP-NEX nebeneinander – mit ähnlicher Pixeldichte, sollten also auf Pixelebene etwa das gleiche zeigen. Die alten Minolta-Linsen, egal welche (wiederum mit Ausnahme allenfalls der beiden Macros), sahen an der NEX aber immer klar besser aus. Seitdem hab ich das mit Minolta an (M)FT gelassen – bis ich mir nach dem Übergang zu MFT zur OM-D einen Speed Booster gönnte und neue Welten erblickte ;-)

Grüße,
Robert


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RE: Minolta MD 500mm 1:8 RF

#15 von stevemark , 03.06.2016 03:28

Als kleine Ergänzung hier ein paar Infos zu den drei bekannten Spiegel-Linsen an der Sony A7:

* Minolta Rokkor 8/500mm
* Nikon Nikkor 8/500mm New (siehe hierzur Unterscheidung der zwei Rechnungen!
* Sigma 8/600mm

1) das Nikkor 8/500mm New ist bezüglich Schärfe, CAs, Freiheit von Überstrahlungen, Naheinstellgrenze und Handling (nicht zu steiler Schneckengang! klar das beste der drei genannten Objektive
2) das RF Rokkor 8/500mm hat eine leicht schlechtere Detailauflöung und mehr CAs als das neue (! Nikkor 8/500mm, und vor allem zeigt es in der Bildmitte eine grosse hellere Zone mit deutlich reduziertem Kontrast. Letzteres Problem entsteht durch innere Reflexionen bei all jenen Spiegelobjektiven, die NICHT einen durchbohrten Spiegel haben (Details und Erklärungen dazu siehe hier in Fig 2 und Fig 3), also auch beim Sigma!
3) das Sigma 8/600mm liegt bezüglich Details ("Schärfe" nochmals einiges "hinter" dem Rokkor

Gruß, Stephan


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