RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#16 von JayBee , 26.06.2005 12:59

Also sollte man sich eine Graukarte und einen Hand- Beli anschaffen?
Naja, meine XD benutze ich zur Zeit nur zum üben, und ein Beli ist irgendwann sowieso fällig...
Spätestens im Oktober brauche ich einen...



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RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#17 von Ernst-Dieter aus Apelern , 26.06.2005 13:06

Zitat von JayBee
Also sollte man sich eine Graukarte und einen Hand- Beli anschaffen?
Naja, meine XD benutze ich zur Zeit nur zum üben, und ein Beli ist irgendwann sowieso fällig...
Spätestens im Oktober brauche ich sowieso einen...


Für 1-2 % der Aufnahmen sinnvoll, die machen aber gerade den Reiz aus. Lichtmessung
kann eben nur ein Handbelichtungsmesser. Sonne auf Gletscher ist ein Thema dafür,oder auch Nebel,der belichtungstechnisch gar nicht so einfach ist!
Ernst-Dieter



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RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#18 von tschicken , 26.06.2005 13:17

Zitat von JayBee
Also sollte man sich eine Graukarte und einen Hand- Beli anschaffen?
Naja, meine XD benutze ich zur Zeit nur zum üben, und ein Beli ist irgendwann sowieso fällig...
Spätestens im Oktober brauche ich einen...


Naja, die Graukarte kannst Du auch ohne Handbeli anmessen, sie muss ja nicht scharf sein, so dass Du sie formatfüllend vor die Linse halten kannst (hauptsache DU schattest Sie nicht selber ab). Ein Handbeli ermöglicht Dir halt, wie von Ernst-Dieter beschrieben, Lichtmessung. Manche haben auch einen grösseren Mess- und vor allem Anzeigebereich als die XD, was v.A im Dunkeln, oder überall, wo Belichtungszeiten länger als 1s nötig sind und Du nicht auf die Automatik vertrauen willst, sehr hilfreich ist. Oder Du legst Dir gleich 'nen Spotbeli zu, damit kann man richtig schön genau arbeiten. Leider sind die Dinger schnell mal doppelt so teuer wie Deine XD, aber leider hat sich Minolta nie dazu herabgelassen, Spotmessung in ihre MF-Kameras einzubauen (es sei denn, man rechnet die 9000 auch dazu /blum.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="blum.gif" /> )

Paule.

EDIT: Hab ich vergessen, aber auch da stimm' ich Ernst-Dieter zu; meist kommt man auch ohne Handbeli aus, oder man nimmt einfach einen Erfahrungswert und macht eine Belichtungsreihe



 
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RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#19 von Ernst-Dieter aus Apelern , 26.06.2005 13:50

Zitat von tschicken

Zitat von JayBee
Also sollte man sich eine Graukarte und einen Hand- Beli anschaffen?
Naja, meine XD benutze ich zur Zeit nur zum üben, und ein Beli ist irgendwann sowieso fällig...
Spätestens im Oktober brauche ich einen...


Naja, die Graukarte kannst Du auch ohne Handbeli anmessen, sie muss ja nicht scharf sein, so dass Du sie formatfüllend vor die Linse halten kannst (hauptsache DU schattest Sie nicht selber ab). Ein Handbeli ermöglicht Dir halt, wie von Ernst-Dieter beschrieben, Lichtmessung. Manche haben auch einen grösseren Mess- und vor allem Anzeigebereich als die XD, was v.A im Dunkeln, oder überall, wo Belichtungszeiten länger als 1s nötig sind und Du nicht auf die Automatik vertrauen willst, sehr hilfreich ist. Oder Du legst Dir gleich 'nen Spotbeli zu, damit kann man richtig schön genau arbeiten. Leider sind die Dinger schnell mal doppelt so teuer wie Deine XD, aber leider hat sich Minolta nie dazu herabgelassen, Spotmessung in ihre MF-Kameras einzubauen (es sei denn, man rechnet die 9000 auch dazu /blum.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="blum.gif" /> )

Paule.

EDIT: Hab ich vergessen, aber auch da stimm' ich Ernst-Dieter zu; meist kommt man auch ohne Handbeli aus, oder man nimmt einfach einen Erfahrungswert und macht eine Belichtungsreihe



Eine angestrahlte Kirche mit 24mm Weitwinkel Abends aufzunehmen kostete damals viel Diafilm wenn man Belichtungsreihen machte. Ich habe noch einen alten Lunasix 3s,bei dem der Messbereich von -4 LW bis LW 17 geht (Iso 100 bezogen) geht.
Lichtwert -4 bedeutet etwa 8 Minuten Messung bei Blende 5,6 (iso 100), der Scharzschildeffekt mal außer Acht gelassen. Das ist eine ganze Menge im dunklen Bereich, schafft kein Belichtungsmesser einer Kamera.



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RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#20 von matthiaspaul , 26.06.2005 16:44

Zitat von JayBee
Ich vertraue auf meine Kamera...
Wenn mir einer erklären könnte, wieso man auf eine Graukarte messen sollte, wenn die Kamera sowieso von 18%- Grau ausgehend die Belichtung errechnet, würde ich die Fragestellung verstehen...


Der Belichtungsmesser der Kamera nimmt eine Objektmessung vor, d.h.
der Belichtungsmesser "sieht" nur das vom Objekt reflektierte Licht. Ob ein
gemessener Wert jetzt von viel Licht, reflektiert von einer dunkleren Fläche,
oder von wenig Licht, reflektiert von einer hellen Fläche, stammt, kann die
Kamera nicht erkennen - in beiden Fällen wird u.U. der gleiche Wert gemessen.
Der motivwichtige Kontrastumfang des Bildes muß aber im Belichtungsspielraum
des Films untergebracht werden, bzw. die bildwichtigen Motivteile müssen bzgl.
der Belichtung exakt "sitzen", andere Teile können u.U. absaufen oder ausbleichen.
Den dafür notwendigen Bezugspunkt schafft die Annahme, daß es sich bei dem
Motiv im Mittel um ein 18%-igen Grauwert handelt - was auf erstaunlich viele
Motive zutrifft, wenn auch bei weitem nicht auf alle.

Wenn jetzt die Helligkeitsverteilung des Motivs nicht (entsprechend der von
der Kamera vorgenommenden Wichtung der Meßzellen) im Durchschnitt
einem 18%-igen Grauwert entspricht, der Belichtungsmesser der Kamera
aber 18%-iges Grau als Bezugspunkt annimmt, wird die von der Kamera
vorgeschlagene Belichtung nicht stimmen... Das mußt Du dann durch Eingabe
eines (zusätzlichen) Korrekturfaktors ausgleichen.

Wenn Du aber per Spotmessung auf eine Graukarte mißt, kannst Du sicher
sein, daß die darauf bezogene Messung korrekt ist.

Am Beispiel der Meßarten der Minolta 9000 AF haben wir das hier mal
genauer diskutiert (wenn auch ohne Graukarte):

http://www.mi-fo.de/forum/index.ph...t=0&#entry89710

Um einen absoluten Bezugspunkt für die die Hellicht- bzw. Schattenmessung
zu haben, bräuchtest Du dann folgerichtig auch eine Weiß- bzw. Schwarzkarte,
aber in der Regel kann man die sehr hellen oder dunklen Stellen im Motiv meist
auch so relativ einfach ausmachen, so daß man sehr oft ohne solche Karten
auskommt. Insofern ist eine Graukarte sehr viel wichtiger, als die anderen Karten.

Was einen externen Belichtungsmesser angeht, der bietet Dir ja nicht nur die
Möglichkeit, Objektmessungen zu machen (also das vom Objekt reflektierte und
damit durch die Objektfarbe, -helligkeit und -oberflächenstruktur "verfälschte"
Licht zu messen), sondern Du kannst (idealerweise vom Standpunkt des Objekts
aus) auch eine Lichtmessung vornehmen (also direkt die Lichtquelle ohne störende
Reflekionen am Objekt ausmessen). Das schafft Belichtungssicherheit.

Viele Grüße,

Matthias



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RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#21 von Dennis , 27.06.2005 12:56

Gerade im digitalen Zeitalter ist für mich eine Graukarte unentbehrlich, zum Weißabgleich. Da tut's auch die kleine QPcard (allerdings für Lichtmessung untauglich):
Sie ist 14x4 cm klein und hat drei aufgedruckte Quadrate: Weiß, 19% Grau und Schwarz. Bei Serien in JPEG verwende ich einen festen WB (kein Auto-WB! und laß die bei der ersten Aufnahme ins Bild halte oder klebe sie irgendwo dran. So ist später eine ganze Reihe mit drei Mausklicks perfekt farbkorrigiert, genauso bei Raw.



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RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#22 von chilperich , 27.06.2005 16:40

Das mit den QP-Cards habe ich auch schon ein paar mal gemacht. Ich dachte mir immer, damit hätte ich den perfekten Schwarz-Grau-Weißpunkt. Z.Teil geht das auch, aber die schwarze Fläche ist bei mir aber nie die dunkelste, auch wenn ich darauf achte, dass sie nicht reflektiert und genauso beleuchtet ist, wie der Rest des Motivs. Also ist die Karte mir nur genau so dienlich wie eine übliche Graukarte.
Mache ich da irgend was falsch? /unsure.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="unsure.gif" />
Peter



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RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#23 von Dennis , 27.06.2005 17:45

Nein, naturgemäß kann eine schwarz gedruckte Fläche niemals wirklich schwarz sein, Gegen ein offenes Kellerfenster wird sie immer heller sein. Du kannst diese schwarze Fläche aber als dunkelsten durchzeichneten Grauton definieren, dafür mußt ja nur bei der schwarzen Pipette zB ein 97% Schwarz einstellen. Richtiges Schwarz bekommmst Du nur mit einer Lichtfalle: Nimm eine Filmdose, schwärze sie innen über einer Kerzenflamme, mach ein kleines Loch ins schwarze Feld der QP-Card, und papp' die Dose dahinter. Da hast Du dann das schwärzeste alle Schwärzen.



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RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#24 von matthiaspaul , 01.07.2005 00:35

Hier noch ein Link zu einem externen Artikel zum Thema Graukarte:

http://www.mhohner.de/graycard.php

Viele Grüße,

Matthias



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RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#25 von minoltabuff ( gelöscht ) , 01.07.2005 02:11

Nun habe ich kappiert, warum habe ich immer probleme Bilder Richtung Horizont mit 35mm oder 24mm zuschiessen, da Das Wasser und Horizont immer schoene Farben haben, aber der Sand oder Gras am Wasser zum groessen Teil schwarz raus kommen /angry.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="angry.gif" />

@Matthias
Danke fuer das Link zum Thema Graukarte. Es is sehr nuetzlich das Problem zu erkennen, aber so ganz richtig habe ich die Belichtungskorrektur und Belichtungsreihen nicht kappiert. Gibt es denn da Graukarteneinfuehrung Schritt fuer Schritt fuer Dummies mit Bildern fuer uns in Nord Amerika /biggrin.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="biggrin.gif" /> Ich kappiere z.B. nicht, nachdem ich die Graukarte gemessen habe, muss ich alle Werte manuell einstellen und dann schiessen /blink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="blink.gif" /> /ninja.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="ninja.gif" />

J.Jan



minoltabuff

RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#26 von Dennis , 01.07.2005 13:18

Dein Belichtungsmesser ist dumm. Er weiß ja nicht, ob Du etwas weißes oder etwas schwarzes fotografieren willst, man hat ihm nur beigebracht, auf normale Motive mit durchschnittlicher Licht- und Schattenverteilung zu messen. So ein normales Motiv entspricht, wenn man alle hellen und dunklen Stellen mitteln würde, der Helligkeit einer Graukarte. Wenn Du eine Person in einem normalen Umfeld fotografierst, dann liegt der Belichtungsmesser richtig. Wenn Du jetzt aber ein großes weißes Laken dahinterspannst, dann denkt der Belichtungsmesser, es ist heller geworden, und gibt eine knappere Belichtung aus. Dabei haben sich die Belichtungsverhältnisse gar nicht geändert. Um diesen Fehler auszuschalten, misst Du nicht das Motiv an, sondern ersatzweise eine Graukarte, die gibt Dir unabhägig von der Helligkeit des Motives den richtigen Wert für die Lichtsituation. Dieser gemessene Wert ist dann an der Kamera einzustellen, unabhängig davon, was der Beli der Kamera anzeigt.



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RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#27 von minoltabuff ( gelöscht ) , 02.07.2005 07:35

@Dennis,
OK, also doch die Werte einstellen, nachdem man die Karte gemessen hat und dann schiessen. Etwas umstaendig, aber wenn es sein muss.

Danke.

J.Jan



minoltabuff

RE: Neutrale Graukarte noch zeitgemäß?

#28 von Dennis , 02.07.2005 14:47

Ja, es ist etwas umständlich, aber es geht eben nicht anders. Die Kamera kann ja immer nur das messen, was durch das Objektiv kommt, also das, was vom Objekt reflektiert wird. Das ist aber nicht nur von der Beleuchtung abhängig, sondern auch von den Reflexionseigenschaften (Farbe, Oberfläche) des Objektes abhängig, und genau daher kommen die Fehler. Also entweder Graukarte mit der Kamera anmessen und die Werte manuell einstellen (oder per AE-Lock/Belichtungswertspeicher speichern) oder mit dem Handbeichtungsmesser eine Lichtmessung vornehmen, und die Werte dann auf die Kamera übertragen.



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