RE: Nepal und Tibet

#16 von MajorTom , 01.07.2011 15:39

Der nächste Punkt war Bodnath, auch Klein-Tibet genannt. Dies ist ein Vorort Kathmandus, in dem vorwiegend Flüchtlinge aus Tibet leben - und die leben ganz gut von den Touristen. Tibet-Fahnen und Bilder des Dalai Lama, beides in China strengstens verboten, finden hier reißenden Absatz. Aber auch echte Künstler sind hier zu finden, so kann man hier z.B. Mandalas erwerben, die auch schon mal 100 EUR kosten.

Bekannt ist Bodnath für den großen Stupa. Es ist der größte in Nepal und einer der größten der Welt.

Blick auf Bodnath mit dem großen Stupa


Der Stupa


Hier gibt es auch einen tibetischen Tempel, auch Mönche leben hier. Unten ein Bild aus dem Tempel, vermutlich ist das der Guru Padmasambhava. Mehr Erläuterungen zum tibetischen Buddhismus gibt's dann später in Tibet.


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RE: Nepal und Tibet

#17 von ebarwick , 01.07.2011 20:11

ZITAt (Reisefoto @ 2011-06-27, 18:34) Das Fotografieren von Mensche ist leider oft ein heikle Sache. Für Fotos auf der Straße zu zahlen, gefäält mir nicht, andererseits gebietet es der Respekt, zu fragen, aber dann muss man häufig entweder löhnen oder das Foto wirkt gestellt oder beides. Das trägt auch dazu bei, dass ich vorwiegend Tiere und Landschaften fotografiere, aber das ist ohnehin meine Vorliebe.[/quote]

So unterschiedlich sind die Vorlieben Auf Reisen machen die Bilder von Menschen bei mir mindestens 1/3 aus und zahlen musste ich bis jetzt höchstens zwei/dreimal.

@majortom
Vielen Dank für deine interessanten Beschreibungen, ich freue mich schon auf mehr!

Grüße
Erhard


Die Welt ist so, wie man sie sieht.
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RE: Nepal und Tibet

#18 von MajorTom , 02.07.2011 20:08

Vielen Dank für die Anfeuerungen! Dann mache ich natürlich weiter.

Die letzte große Sehenswürdigkeit des Kathmandu-Tals (und dann geht's endlich rüber nach Tibet! ist das große Hindu-Heiligtum Pashupatinath. Das ist nicht nur den Nepalesen heilig, sondern sehr wichtig für alle Hindus. Entsprechend gibt es hier viele Pilger aus Indien. Überhaupt sieht man hier sehr viele interessante Menschen. Und (nicht nur für den Erhard) habe ich auch noch ein paar Bilder von Menschen.

Der eigentliche Tempel ist, so wie die meisten Hindu-Tempel, für Nicht-Hindus gesperrt. Aber außerhalb des Tempels findet sich ein großes Gelände, das jeder betreten darf. Hier in Pashupatinath finden die Totenverbrennungen der Hindus statt. Das findet alles in der Öffentlichkeit statt, und wir konnten das auch miterleben. Das ist eine sehr interessante Erfahrung. Im verlinkten Wikipedia-Artikel sind Details dazu beschrieben.

An diesem Hindu-Heiligtum gibt es natürlich auch viele "Heilige Männer", die Sadhus. Und viele von denen scheinen weniger geschäftstüchtig zu sein als die am Durbar Square. Natürlich nehmen die auch Geld und Spenden (von irgendwas müssen die ja auch leben), sind aber deutlich weniger penetrant.

Teil des Komplexes von Pashupatinath, in der Mitte der Bagmati-Fluss


Sadhus


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RE: Nepal und Tibet

#19 von MajorTom , 02.07.2011 20:14

Hier noch die Eindrücke von der Totenverbrennung





So, das war's fürs erste von Nepal. Als nächstes geht's rüber nach Tibet.


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RE: Nepal und Tibet

#20 von MajorTom , 04.07.2011 20:14

Der Flug von Kathmandu nach Lhasa ist wohl die spektakulärste Linienstrecke der Welt. Man fliegt zunächst an der Hauptkette des Himalaya vorbei, um dann kurz hinterm Everest in Richtung tibetisches Hochland abzudrehen. Das ist wirklich atemberaubend!

Ein Tipp, falls jemand mal in den Genuss kommen sollte: Versucht, einen Platz auf der linken Seite des Flugzeugs zu bekommen, am besten natürlich einen Fensterplatz. Als wir geflogen sind, war der Flieger recht voll. Wir hatten Gangplätze, einer links, einer rechts. Wir konnten recht gut rausschauen, aber fotografieren war recht schwierig. Denn eigentlich ist Fotografieren in chinesischen Flugzeugen und über chinesischem Luftraum verboten. Die Stewardessen hatten nix dagegen, wenn die vielen amerikanischen Touristen mit ihren Digi-Knipsen fotografierten. Aber mich mit der Spiegelreflex haben sie schon paar Mal böse angeschaut. Das war einer der Punkte, wo ich mich sehr geärgert habe, die Digi-Kompakte daheim gelassen zu haben. Außerdem saßen wir direkt über der Tragfläche - nicht so optimal.

Die paar Fotos, die ich doch gemacht habe, sind im Scan auch noch sehr körnig geworden. Ich weiß nicht warum. Trotzdem zeige ich zwei Bilder.

Vorbeiflug an einem 8000er. Wahrscheinlich ist das der Everest, da aber die Spitze verdeckt ist, kann ich das nicht zu 100% sagen.


Flug übers Hochland von Tibet


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RE: Nepal und Tibet

#21 von Reisefoto , 04.07.2011 22:38

Bericht und Bilder wecken schon wieder die Reiselust! Der Besuch im Hinduheiligtum sieht schon beeindruckend aus und welche Ausblicke es während des Fluges noch gab, kann ich mir lebhaft vorstellen!


www.reiseundbild.de


 
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RE: Nepal und Tibet

#22 von ingobohn , 05.07.2011 08:34

ZITAt (MajorTom @ 2011-07-04, 19:14) Der Flug von Kathmandu nach Lhasa ist wohl die spektakulärste Linienstrecke der Welt.[/quote]
Der Flug Kathmandu > Paro (Bhutan) steht dem in nix nach. Und dabei hast Du diese Probleme
ZITATDenn eigentlich ist Fotografieren in chinesischen Flugzeugen und über chinesischem Luftraum verboten.[/quote]
auch nicht.


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RE: Nepal und Tibet

#23 von cbethge , 05.07.2011 09:23

Schöne Bilder!
Zum Thema Flüge muss ich sagen, dass die Strecke Kathmandu - Lukla auch sehr interessant ist. Alles Sichtflug zwischen hohen Bergen in irgendwelchen kleinen Propellermaschinen. Und die Landebahn ist nicht sehr lang, da haben es schon einige Flieger nicht geschafft.
Vielleicht schaffe ich es mal, meine Dias von 2003 (noch mit der x700) zu scannen und einen weiteren Bilderthread aufzumachen. Aber momentan habe ich die Zeit leider nicht.
Gruß Christian

hier ein schönes Bild zur Landebahn in Lukla!


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RE: Nepal und Tibet

#24 von MajorTom , 05.07.2011 11:06

ZITAt (cbethge @ 2011-07-05, 9:23) Schöne Bilder![/quote]
Dankeschön. Das motiviert mich zum Weitermachen!

OK, ich korrigiere mich. Der Flug von Kathmandu nach Lhasa gehört zu den spektakulärsten Linienstrecke der Welt.

Zum Abschluss der Reise sind wir dann auch noch mit einem solchen Propellerflugzeug (Yeti Airlines) von Pokhara nach Kathmandu zurückgeflogen. Das war auch sehr schön, man fliegt da auch direkt an 8000ern vorbei. Dann aber nur auf paar tausend Metern Höhe, also unterhalb der Gipfel. Leider waren die Fenster in der Maschine extrem zerkratzt und dreckig, da konnte man gar nix fotografieren. Aber dazu kommen wir noch später im Text.


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RE: Nepal und Tibet

#25 von MajorTom , 05.07.2011 18:47

So, nun sind wir also in Tibet angekommen. Davon hatte ich einige Jahre lang geträumt, und nun wurde es wahr. Ein tolles Gefühl.

Apropos Gefühl: Lhasa liegt auf etwa 3700 Meter über dem Meeresspiegel. Das merkt man als Flachländer sehr deutlich. Das Atmen fällt einem am Anfang schon recht schwer, besonders wenn man kleinere Anstrengungen unternimmt. So waren wir im Hotel in der dritten Etage untergebracht. Die Treppen da hoch haben einen schon ziemlich zum Keuchen gebracht. Überhaupt kein Vergleich zu sonst. Am ersten Abend stellten sich bei uns auch leichte Kopfschmerzen ein. Die gingen aber am nächsten Tag schon wieder weg, die gefürchtete Höhenkrankheit hat uns also weitgehend verschont. Ein weiterer Effekt der Höhe ist, dass man sehr viel Durst hat. Wir sind an den ersten Tagen mit regelrecht schmerzhaft trockenen Kehlen aufgewacht.

Lhasa ist eine völlig andere Welt, verglichen mit Kathmandu. Man sieht überall in der Stadt die typisch chinesische Aufbruchstimmung. Es wird viel gebaut, vor allem hässliche Betonbauten. Historische Häuser werden meist ohne Rücksicht auf Denkmalschutz abgerissen. Nur touristisch interessante Orte bleiben im Original erhalten, so z.B. die Altstadt rund um den Jokhang-Tempel. Neue Straßen werden grundsätzlich sehr großzügig angelegt, am besten gleich sechsspurig. Kein Vergleich mit den engen Gassen in Nepal.

Man sieht aber auch sehr deutlich, dass Lhasa eine zweigeteilte Stadt ist. Die Einkaufsmeilen, Nachtbars und so weiter sind größtenteils in der Hand von Chinesen. Tibeter dürfen bestenfalls dort arbeiten, meist zu Hungerlöhnen. Bettler auf den Straßen sind ausschließlich Tibeter, Chinesen sieht man nirgends betteln. Es ist deutlich, wer hier das sagen hat.

Tief beeindruckend ist die Frömmigkeit der Tibeter und mit welchem Stolz sie den chinesischen Besatzern trotzen. Entgegen aller Bemühungen zu Zeiten Maos konnte die tibetische Kultur und Religiösität nie zurückgedrängt werden. Überall sieht man Menschen mit Gebetsmühlen, Pilger, die ihre Gebete murmeln, Mönche usw. Als wir das erste Mal am Jokhang waren dachten wir, da wäre wohl gerade irgendeine Veranstaltung zu Ende gegangen, so viele Menschen waren da. Dann merkten wir, dass die immer da sind und ihre Runden um den Tempel drehen. Tag und Nacht, immer Gebete murmelnd und Gebetsmühlen drehend.

Und die Farben! Ganz anders als das Grau und Braun in Nepal. Die traditionellen Häuser sind alle in hellem Weiß, die Fenster schwarz. Größere Gebäude sind weiß und rot. Und überall leuchten Gebetsfahnen in allen Farben. Dazu der strahlend blaue Himmel. Einfach großartig.


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RE: Nepal und Tibet

#26 von MajorTom , 05.07.2011 18:51

Ich beginne auch hier den Bilderreigen mit ein paar Alltagsszenen, bevor wir zu den großen Sehenswürdigkeiten kommen.

Einige der letzten traditionellen Häuser in der Nähe des Barkhors (Nähe Jokhang-Tempel)


Hier gibt es Fleischlieferung. Yak-Fleisch ist übrigens ziemlich lecker.


Hier wird Butter verkauft. Das wohl wichtigste Lebensmittel der Tibeter. Sie verwenden das für ihren legendären Buttertee genauso wie für Kerzen in den Tempeln. Da die Butter meist ranzig ist, riecht es überall etwas ... naja, unangenehm.


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RE: Nepal und Tibet

#27 von MajorTom , 08.07.2011 17:33

Der wichtigste Tempel für alle tibetischen Buddhisten ist der Jokhang-Tempel im Herzen Lhasas. Was Mekka für Moslems ist, das ist der Jokhang für Tibeter. Es ist sozusagen heilige Pflicht, mindestens einmal im Leben hierher zu pilgern.

Die Geschichte des Jokhang ist auch typisch für die meisten Heiligtümer in Tibet. Uralt und mit großer Tradition versehen, wurde er nach der Kulturrevolution zerstört. Man wollte die tibetische Kultur ausrotten. Später wurde er dann wieder aufgebaut und heute ist er eine der größten Touristenattraktionen Tibets.

Wie schon beschrieben, gibt es hier eine Vielzahl von Pilgern. Es ist ein ständiges Gewusel und Gemurmel. Wir hatten von unserem Hotel etwa 5 Minuten Fußweg zum Jokhang, so waren wir alle 5 Abende da und haben die Leute beobachtet. Ein sehr interessantes Schauspiel im Abendlicht!


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RE: Nepal und Tibet

#28 von MajorTom , 08.07.2011 17:39

Der Eingang des Jokhang am Bharkor


Sehr interessant ist das Dach des Jokhang. Man hat hier tolle Aussichten über Lhasa.


Das Rad des Dharma auf dem Tempeldach


Von hier hat man eine tolle Sicht Richtung Potala-Palast. Mehr zum Palast dann später.


Erwähnte ich bereits die faszinierenden Farben Tibets?


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RE: Nepal und Tibet

#29 von MajorTom , 08.07.2011 17:49

Und jetzt möchte ich euch noch ein paar Bilder der Pilger zeigen.





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RE: Nepal und Tibet

#30 von MajorTom , 11.07.2011 19:19

Der nächste Besichtigungspunkt war der Norbulingka-Palast, die sogenannte Sommerresidenz des Dalai Lama. Der Palast ist relativ jung und wurde auch vor nicht allzu langer Zeit restauriert. Angeblich wurde hier in den 1950er Jahren Tibets erste Toilette mit Wasserspülung installiert.

Der Eingang des Palastes


Der Innenhof ist wunderbar mit Blumen gestaltet


Zum Palast gehört ein sehr schöner Park. Allein hier kann man den ganzen Tag verbringen.


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