RE: 100-mm-Festbrennweiten

#1 von 01af , 20.08.2007 17:54

Kürzlich konnte ich sehr günstig an ein 100er Makro von Sony kommen, und da konnte ich nicht widerstehen -- mein erstes Sony-Alpha-Objektiv /smile.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="smile.gif" />

Nun habe ich es einmal gegen ein 100er Minolta-Makro der ersten AF-Generation sowie gegen das lichtstarke Minolta AF 1:2/100 mm antreten lassen. In erster Linie wollte ich überprüfen, ob mit der Sony-Neuerwerbung alles in Ordnung ist ... und bei der Gelegenheit auch gleich ermitteln, ob sich mit Hausmitteln überhaupt Unterschiede zwischen den Festbrennweiten feststellen lassen und wenn ja, welche. Als Testkamera diente eine Dynax 7D mit abgeschaltetem Bildstabilisator und eingeschalteter 2-sek-Spiegelvorauslösung auf einem Berlebach-Holzstativ. Fokussiert wurde manuell mit Kontrolle per Sucherlupe, ausgelöst wurde mit einem 5-m-Fernauslösekabel. Das Testmotiv befand sich in ca. 200 m Entfernung, also im Fernbereich. Es wurde je eine Aufnahme bei jeder vollen Blendenstufe zwischen voller Öffnung und Blende 8 gemacht.

Die Ergebnisse sind ganz interessant, wenngleich insgesamt wenig überraschend. Am stärksten ist das AF 2/100, aber die beiden Makro-100er liegen sehr dicht auf, vor allem das Sony.

Bei den Blenden 5,6 und 8 sind die Unterschiede erwartungsgemäß mikroskopisch klein und praktisch ohne jede Bedeutung. In 200-%-Ansicht läßt sich gerade so noch ein hauchdünner Vorsprung für das AF 2/100 erahnen. Bei Blende 2,8 hingegen ist der Unterschied schon deutlicher. Hier ist die Leistung des AF 2/100 fast ebenso gut wie bei f/5,6 -- eine ganz starke Leistung! Die beiden Makro-100er hingegen zeigen bei durchaus guter Auflösung einen etwas geringeren Kontrast, der durch Überstrahlungen verursacht wird. Chromatische Aberrationen, welche sonst oftmals der typische Grund für Kontrastschwächen sind, gibt es aber so gut wie keine, bei keinem Objektiv (na ja, wenn man auf 400-%-Ansicht geht und an kritischen Stellen genau hinschaut, dann gibt's schon welche). Die Überstrahlungen sind beim alten 100er Makro noch ein Stückchen stärker als beim Sony-100er. Das AF 2/100 kommt bei Blende 2 (! fast an die Leistung des Sony bei f/2,8 heran und übertrifft klar das alte Minolta-Makro bei f/2,8 -- schon wieder eine bemerkenswerte Leistung!

Bei genauem Hinsehen in 100-%-Ansicht am Monitor ist das Ausmaß der Kontrastminderung bei den Makros bei voller Öffnung zwar augenfällig, doch z. B. in einer 30×40-cm-Vergrößerung bleibt sie zumindest beim Sony 100er nahezu unsichtbar. Man sollte die Bedeutung dieses Mangels also keinesfalls überbewerten, selbst wenn er bei 100-%-Ansicht am Monitor relativ deutlich erscheint. Beim alten Minolta AF Macro 100 hingegen ist eine geringfügig weichere Darstellung bei voller Öffnung auch noch in weniger starker Vergrößerung erkennbar.

Insgesamt kann man also folgendes konstatieren: Erstens, das AF 2/100 ist im Fernbereich beiden Makro-100ern bei jeweils gleicher Blende stets überlegen und hält selbst bei Blende 2 ein absolut konkurrenzfähiges Leistungniveau bis an den Rand (bei APS-C-Format). Zweitens, das neue 100er Makro (in Minolta-(D)- bzw. Sony-SAL-Ausführung) ist dem alten 100er Makro trotz gleicher optischer Konstruktion überlegen, vermutlich wegen optimierter Vergütung. Vielleicht hat aber das alte 100er Makro auch nur einen Treffer; es ist ja nicht mehr das jüngste.

Vignettierungen sind bei keinem Objektiv erkennbar, auch bei den jeweils vollen Öffnungen nicht -- bei APS-C-Format sollte man allerdings auch nichts anderes erwarten. Bei Kleinbild-Vollformat könnte das möglicherweise anders sein. Verzeichnungen habe ich nicht geprüft; das Testmotiv ist zur Beurteilung dieses Kriteriums nicht geeignet.

Bemerkenswert ist vielleicht noch, daß die Brennweite des Minolta-Makros um 1,48 % und die des Sony-Makros sogar um 1,94 % größer ist als die des AF 2/100 -- im Fernbereich jedenfalls. Merkwürdig: wegen der Baugleichheit ihrer Optiken sollten die zwei Makros eigentlich auf exakt dieselbe Brennweite kommen. Jetzt frage ich mich, ob das normale Fertigungsschwankungen sind oder ob die zwei Objektive doch nicht ganz so baugleich sind, wie es ihre Linsendiagramme nahelegen.

Zu guter letzt habe ich zusätzlich noch Vergleichsaufnahmen mit dem auf 100 mm eingestellten Minolta AF Zoom 1:4,5-5,6/75-300 mm (erste AF-Generation von 1986, sog. "Großes Ofenrohr" bei f/4,5, f/5,6 und f/8 gemacht. Ich bin ja schon lange von der hohen Leistung dieses alten Zooms überzeugt ... und dieser Vergleich hat meine gute Meinung von ihm noch einmal bestärkt. Dem Sony 100er ist es bei jeweils gleicher Blende beinahe ebenbürtig und dem AF 2/100 nur hauchdünn unterlegen; selbst die chromatischen Aberrationen liegen in der gleichen (mikroskopisch winzigen) Größenordnung wie bei den Festbrennweiten. Zumindest im Fernbereich und bei mittleren Brennweiten kann es also ohne weiteres mit guten Festbrennweiten mithalten.

-- Olaf


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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#2 von 01af , 21.08.2007 11:37

ZITAt (01af @ 20. 8. 2007, 17.54 h) Merkwürdig: wegen der Baugleichheit ihrer Optiken sollten die zwei Makros eigentlich auf exakt dieselbe Brennweite kommen. Jetzt frage ich mich, ob das normale Fertigungsschwankungen sind oder ob die zwei Objektive doch nicht ganz so baugleich sind, wie es ihre Linsendiagramme nahelegen.[/quote]
Über diese Frage habe ich noch einmal nachgedacht ...

Die Brennweite des Sony SAL 1:2,8/100 mm Macro ist gerade mal um 4,5 ‰ (in Worten: viereinhalb Promille) länger als die des alten Minolta AF Macro 1:2,8/100 mm. Das ist knapp ein halber Millimeter. Ich denke, das ist nicht einfach eine zufällige Fertigungsschwankung -- doch ein Zeichen für eine optische Neukonstruktion ist es gewiß ebenso wenig. Stattdessen ist es wohl eher die Folge der im Laufe einer Objektivproduktion immer wieder einmal notwendigen Anpassungen an variierende Randbedingungen. Zwischen den Produktionszeitpunkten der beiden fraglichen Objektive liegen immerhin etwa 20 Jahre. In solchen Zeiträumen wird schon einmal ein Glasschmelzofen oder eine Linsenpoliermaschine ausgemustert und durch eine neue ersetzt, oder eine Glassorte wird aus dem Programm eines Zulieferers gestrichen und durch eine ähnliche ersetzt, oder ein Rohstoff für die Glasschmelze kommt plötzlich nicht mehr aus einer Mine in Südafrika, sondern aus einer in China usw. usf. Solche und andere Änderungen zwingen zu entsprechenden minimalen Anpassungen der Konstruktion, die dadurch zwar geringfügig modifiziert wird, aber deswegen noch lange keine Neukonstruktion darstellt.

-- Olaf


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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#3 von ingobohn , 21.08.2007 13:10

ZITAt (01af @ 2007-08-21, 11:37) ein Rohstoff für die Glasschmelze kommt plötzlich nicht mehr aus einer Mine in Südafrika, sondern aus einer in China[/quote]
aus aktuellem Anlaß: Bleikristallgläser


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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#4 von manfredm , 21.08.2007 13:19

ZITAt (ingobohn @ 2007-08-21, 13:10) ZITAt (01af @ 2007-08-21, 11:37) ein Rohstoff für die Glasschmelze kommt plötzlich nicht mehr aus einer Mine in Südafrika, sondern aus einer in China[/quote]
aus aktuellem Anlaß: Bleikristallgläser
[/quote]
jetzt werde ich kurz noch "OFF-Topicer" /tongue.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="tongue.gif" /> :
Wir haben zuhause neulich Weingläser einer Serie, die wir schon viele Jahre haben, nachgekauft: Die neuen sehen wirklich ununterscheidbar aus wie die Alten, auch der Glanz, aber sie sind wesentlich leichter! Da wurde wohl auch das Blei "rausdesignt".
"Off-Topic Mode aus":
Gibt es Blei-haltige optische Gläser?


Gruß,
Manfred


 
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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#5 von opelgt , 21.08.2007 13:48

Danke, interessanter Vergleich. Deine Erfahrungen mit dem AF 1:4,5-5,6/75-300 mm kann ich bestätigen. Ein klasse Objektiv!

Mich würde interessieren, wie du die Abbildungsleistungen der Rokkore MC 2.5/100 und MC Macro 3.5/100 im Vergleich zu
den genannten AF Objektiven einschätzen würdest.


 
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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#6 von Luzypher , 29.08.2007 14:58

ZITAt (manfredm @ 2007-08-21, 13:19) Gibt es Blei-haltige optische Gläser?[/quote]
Jepp!


...
...
...
... achso ...


Flintgläser zum Beispiel ...

cu ...
Dirk


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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#7 von stevemark , 23.08.2008 23:24

Hier ein Vergleich derselben Objektive an der a700 (die Dynax 7D taugt meiner Erfahrung nach nur sehr bergrenzt für Vergleiche von hochwertigen Objektiven, da die Auflösung zu niedrig ist):

http://artaphot.ch/index.php?option=com_co...1&Itemid=43

Die Unterschiede zwischen MinAF 2.0/100mm, 2.8/100mm Macro und SAL 2.8/100mm Macro sind marginal.

Gr Steve


http://www.artaphot.ch


 
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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#8 von 01af , 24.08.2008 01:30

QUOTE (stevemark @ 23. 8. 2008, 23.24 h) ... die Dynax 7D taugt meiner Erfahrung nach nur sehr bergrenzt für Vergleiche von hochwertigen Objektiven, da die Auflösung zu niedrig ist [...] Die Unterschiede zwischen AF 2/100 mm, AF Macro 2,8/100 mm und SAL 2,8/100 mm Macro sind marginal.[/quote]
Wenn du mit deiner A700 geringe Unterschiede zwischen den Objektiven findest und ich mit meiner Dynax 7D auch, wie kannst du dann behaupten, die 7D sei schlecht geeignet für solche Vergleiche? Ich will ja gar nicht bestreiten, daß es mit 12 MP etwas leichter sein mag als mit 6 MP, feine Unterschiede herauszuarbeiten. Doch sehen tut man sie auch mit 6 MP, auch wenn man hier und da viellecht etwas genauer hingucken muß. Und deine Ergebnisse sehen den meinen verdammt ähnlich (außer daß mein SAL 2,8/100 Macro bei voller Öffnung einen Hauch schärfer ist als deins ... oder zumindest kontrastreicher ... oder deins war danebenfokussiert). Also erzähle bitte nicht solchen Unsinn. Die Unterschiede, die du siehst, die sehe ich auch.

-- Olaf


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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#9 von Eugene ( gelöscht ) , 24.08.2008 09:55

ZITAt (stevemark @ 2008-08-23, 22:24) Hier ein Vergleich derselben Objektive an der a700 (die Dynax 7D taugt meiner Erfahrung nach nur sehr bergrenzt für Vergleiche von hochwertigen Objektiven, da die Auflösung zu niedrig ist):

http://artaphot.ch/index.php?option=com_co...1&Itemid=43

Die Unterschiede zwischen MinAF 2.0/100mm, 2.8/100mm Macro und SAL 2.8/100mm Macro sind marginal.

Gr Steve[/quote]

Was man aber ganz deutlich sieht ist, dass bei den Offenblendaufnahmen des Sony Objektivs die blau-violetten CA's fehlen, die die beiden anderen Objektive aufweisen- Z.B. an der flachdachartigen Schornsteinabdeckung und dem blechernen Schornstein. Bei anderen Motiven kann das auch in nicht-100%-Ansicht zu ganz gravierenden Vorteilen des Sony Objektivs führen.


Eugene

RE: 100-mm-Festbrennweiten

#10 von theguardhq , 24.08.2008 09:58

Ich gebe Steve recht. Die Dynax 7D ist nicht mehr die geeignete Kamera, um einen Test auf diesem Level durchzuführen.
Meine Offenbarung war das 28-70G, welches an der A700 völlig abgebrochen ist.

Christian


 
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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#11 von 01af , 24.08.2008 16:44

QUOTE (Eugene @ 24. 8. 2008, 9.55 h) Was man aber ganz deutlich sieht ist, dass bei den Offenblendaufnahmen des Sony-Objektivs die blau-violetten chromatischen Aberrationen fehlen, die die beiden anderen Objektive aufweisen -- z. B. an der flachdachartigen Schornsteinabdeckung und dem blechernen Schornstein.[/quote]
Diese Aussage weist auf die Probleme hin, die man bekommt, wenn man sich auf anderer Leute Aussage verlassen mag. Denn tatsächlich weist nicht das 100er Sony-Makro, sondern das AF 2/100 die geringsten Überstrahlungen und chromatischen Aberrationen auf. Das Sony kommt knapp dahinter, und mit geringfügig größerem Abstand nimmt das alte Minolta-Makro die Schlußposition in diesem Vergleich ein. Bei jeweils vergleichbaren Blenden selbstverständlich -- also f/2,8.

Und grad dasselbe Ergebnis erhalte ich auch beim Vergleich an der Dynax 7D.

Übrigens sollte man sich bei so einem Ergebnis davor hüten, den Verlierer (hier also das alte Minolta AF Macro 2,8/100) als "schlecht" abzustempeln -- wie es unerfahrene Hobbytester so gern tun. Tatsächlich ist die Leistung des AF Macro 2,8/100 für ein Makrotele im Fernbereich bei voller Öffnung immer noch gut, fast sehr gut, und auf jeden Fall besser als die meisten Zooms. Man sollte sich seine Maßstäbe nicht dadurch verzerren lassen, daß etwas gutes in Gegenwart von noch besserem scheinbar schlecht dasteht. Das Bessere ist nun einmal der Feind des Guten. Aber gutes wird dadurch noch lange nicht schlecht.

Und außerdem darf die Tatsache, daß das AF 2/100 bei seiner vollen Öffnung, also bei f/2, fast an die beiden Makro-100er bei f/2,8 herankommt, getrost als sensationell gewertet werden. Wie also Eugen dazu kommt, das Sony höher zu bewerten als die beiden Minolta-100er, ist mir völlig schleierhaft. Mein Exemplar des AF 2/100 schiebt sich bei f/2 sogar zwischen die beiden Makros bei f/2,8 (doch ob das bedeutet, daß mein Minolta-Makro schwächer oder mein AF 2/100 besser ist als Stephans jeweilige Exemplare, ließe sich nur durch einen direkten Vergleich klären). So oder so -- das AF 2/100 ist im Fernbereich definitiv das stärkste all dieser 100er. Allerdings soll angeblich das Minolta AF Soft-Focus 2,8/100 ebenfalls sehr sehr gut sein -- bei ausgeschalteter Weichzeichnerfunktion natürlich.


QUOTE (TheGuardHQ @ 24. 8. 2008, 9.58 h) Ich gebe Steve recht. Die Dynax 7D ist nicht mehr die geeignete Kamera, um einen Test auf diesem Level durchzuführen. Meine Offenbarung war das AF 28-70 G, welches an der A700 völlig abgebrochen ist.[/quote]
... aus welchem Grunde auch immer. Wenn's an der A700 optisch schwächelt, dann tut's das auch an der Dynax 7D. Wenn's an der 7D einwandfrei (oder zumindest brauchbar) und aber an der A700 grauslich grottig ist, dann liegt das Problem woanders.

-- Olaf


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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#12 von Giovanni , 24.08.2008 17:53

QUOTE (01af @ 2008-08-24, 16:44) QUOTE (Eugene @ 24. 8. 2008, 9.55 h) Was man aber ganz deutlich sieht ist, dass bei den Offenblendaufnahmen des Sony-Objektivs die blau-violetten chromatischen Aberrationen fehlen, die die beiden anderen Objektive aufweisen -- z. B. an der flachdachartigen Schornsteinabdeckung und dem blechernen Schornstein.[/quote]
Diese Aussage weist auf die Probleme hin, die man bekommt, wenn man sich auf anderer Leute Aussage verlassen mag. Denn tatsächlich weist nicht das 100er Sony-Makro, sondern das AF 2/100 die geringsten Überstrahlungen und chromatischen Aberrationen auf. Das Sony kommt knapp dahinter, und mit geringfügig größerem Abstand nimmt das alte Minolta-Makro die Schlußposition in diesem Vergleich ein. Bei jeweils vergleichbaren Blenden selbstverständlich -- also f/2,8.
[/quote]
Kann es sein, dass wir hier über des Kaisers neue Kleider diskutieren? Ihr seid euch ja nicht mal einig, bei welchem der Objektive man "blau-violette chromatische Aberrationen" sieht.

Auf den Aufnahmen von Steve sehe ich bei allen drei Objektiven an der oberen Kante der Blechabdeckung des Kamins und um den runden Blechkamin einen deutlichen "Halo" jeweils bei Offenblende, beim 100/2 auch bei 2,8 - wenn auch in geringerem Maß. Die Farbe unterscheidet sich. Dieser ist tiefblau beim Minolta 100/2.8 Macro, cyanfarben beim Sony und blau mit cyanfarbenem Einschlag beim 100/2.0. Das lässt wegen des grünen Hintergrunds darauf schließen, dass sich die Farbe aus der Überlagerung mit dem Hintergrund ergibt und das Sony daher in dieser HInsicht am besten ist - d.h. die geringste CA zeigt.

Allerdings - das Sony ist bei Offenblende kontrastärmer und auch geringfügig schlechter in der Auflösung bei diesen Vergleichsaufnahmen. Oder erscheint das nur mir so?

Grüßle und genießt den Sonntagabend :-)

Johannes


Übrigens... man achte mal auf den Blätterwald im Hintergrund. Beim Minolta Macro unterscheidet sich dessen Schärfe nicht wirklich genügend zwischen den Blenden, beim Minolta 100/2.0 ist er wie es sein sollte und beim Sony ist er bei 5,6 gerade mal so scharf wie beim Minolta Macro bei 2,8. Kann es sein, dass:
- das Minolta 100/2.0 einigermaßen richtig fokussiert ist
- das Minolta Macro zu weit nach hinten zum Wald hin fokussiert ist
- das Sony Macro zu weit nach vorne - noch deutlich vor der TV-Antenne - fokussiert ist
?
Das könnte bedeuten, dass das Sony keinesfalls schlechter ist. Möglicherweise müsste man die 3 erst mal wirklich gleich fokussieren, damit man ein vergleichbares Ergebnis bekommt. Geht das mit der Alpha 700? ;-)


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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#13 von 01af , 24.08.2008 21:11

QUOTE (Giovanni @ 24. 8. 2008, 16.53 h) Kann es sein, dass wir hier über des Kaisers neue Kleider diskutieren?[/quote]
Das mag so scheinen -- wenn man nicht weiß, worum es geht.


QUOTE (Giovanni @ 24. 8. 2008, 16.53 h) Auf den Aufnahmen von Steve sehe ich bei allen drei Objektiven an der oberen Kante der Blechabdeckung des Kamins und um den runden Blechkamin einen deutlichen "Halo" jeweils bei Offenblende ...[/quote]
Schon, aber das ist weitgehend uninteressant.


QUOTE (Giovanni @ 24. 8. 2008, 16.53 h) ... beim AF 2/100 auch bei 2,8 - wenn auch in geringerem Maß.[/quote]
Eben -- das ist der interessante, weil vergleichbare Punkt. In dem gezeigten Ausschnitt ist dieses Maß sogar so gering, daß ich mich nicht trauen würde, überhaupt von einem erkennbaren Farbsaum zu sprechen. Und damit ist das AF 2/100 den anderen beiden eindeutig und offensichtlich überlegen.


QUOTE (Giovanni @ 24. 8. 2008, 16.53 h) ... und das Sony daher in dieser HInsicht am besten ist -- d. h. die geringste chromatische Aberration zeigt.[/quote]
Fängst du jetzt auch mit diesem Unfug an? Ja, sind wir hier im Irrenhaus? Noch einmal: die geringsten chromatischen Aberrationen, die geringsten Überstrahlungen und den höchsten Kontrast (und damit die klarsten Farben und die höchste Akutanz) zeigt ganz klar das AF 2/100. Das ist auf Stephans Aufnahmen eindeutig zu erkennen, und meine eigenen Testaufnahmen zeigen das genauso.


QUOTE (Giovanni @ 24. 8. 2008, 16.53 h) Allerdings -- das Sony ist bei Offenblende kontrastärmer und auch geringfügig schlechter in der Auflösung bei diesen Vergleichsaufnahmen. Oder erscheint das nur mir so?[/quote]
Hättest du gelesen, was hier bereits geschrieben wurde, so hättest du merken können, daß es keineswegs allein dir so geht.

-- Olaf


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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#14 von Giovanni , 24.08.2008 21:31

QUOTE (01af @ 2008-08-24, 21:11) QUOTE (Giovanni @ 24. 8. 2008, 16.53 h) Allerdings -- das Sony ist bei Offenblende kontrastärmer und auch geringfügig schlechter in der Auflösung bei diesen Vergleichsaufnahmen. Oder erscheint das nur mir so?[/quote]
Hättest du gelesen, was hier bereits geschrieben wurde, so hättest du merken können, daß es keineswegs allein dir so geht.
[/quote]
Hi Olaf,

im Nachtrag am Ende meines vorhergehenden Beitrags gehe ich auf die Fokussierung ein. Wie dort angemerkt, gehe ich mittlerweile davon aus, dass die Schärfenebene des Sony bei dem Test von Steve deutlich zu weit vorn liegt und dass die scheinbare Unschärfe daher kommt.

Wenn die Fokusebenen tatsächlich so unterschiedlich sind, wie es den Anschein hat, sind diese Bilder für einen Vergleich der optischen Leistungen dieser Objektive - zumal bei Offenblende - gänzlich ungeeignet. Wenn dpreview oder eine vergleichbare Website solche Testaufnahmen veröffentlichen würde, kann ich mir schon das Geschrei in Bezug auf Fehlfokus vorstellen, das anschließend durch die Foren - auch hier - hallen würde.

Gruß
Johannes


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RE: 100-mm-Festbrennweiten

#15 von 01af , 25.08.2008 11:17

QUOTE (Giovanni @ 24. 8. 2008, 21.31 h) Im Nachtrag am Ende meines vorhergehenden Beitrags gehe ich auf die Fokussierung ein. Wie dort angemerkt, gehe ich mittlerweile davon aus, dass die Schärfenebene des Sony bei dem Test von Steve deutlich zu weit vorn liegt und dass die scheinbare Unschärfe daher kommt. Wenn die Fokusebenen tatsächlich so unterschiedlich sind, wie es den Anschein hat, sind diese Bilder für einen Vergleich der optischen Leistungen dieser Objektive -- zumal bei Offenblende -- gänzlich ungeeignet.[/quote]
Johannes, du bist ein wahrer Blitzmerker.

-- Olaf


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