RE: ZerMatterhorn

#1 von stevemark , 25.06.2011 18:52

Ausgehend von diesem Thread, der eigentlich der Zentralschweiz gewidmet ist und der zeitweise Richtung Zermatt abdriftete, hier ein paar Bilder zur Zermatt.

Für diejenigen, die noch nie dort waren: Ja, das Matterhorn ist unübersehbar.

Und: fürs Fotografieren eignet sich der Spätherbst am besten - sofern man es nicht auf irgendwelche Berühmtheiten abgesehen hat. Die sind dann wohl in der Regel nicht da, weil dann alle Seilbahnen gewartet werden (sprich: nicht in Betrieb sind).

Für diese Aufnahmen bin ich zweimal mit ca. 20 kg Fotogepäck von Zermatt (1500 müM) aufs Rothorn (3500 müM) gestiegen, zu Fuss, weil ... siehe oben. Die Farben leuchten wie wild - besonders morgens und abends. Und da man vor Sonnenaufgang bereits eine gewisse Höhe haben will, muss man natürlich so gegen 04:30 losziehen. Abends bleibe ich in der Regel auch bis einiges nach Sonnenuntergang auf 2500 müM, was dann eben "Abstieg im Dunkeln" bedeutet.

Ich bin in den Bergen aufgewachsen und kenne sie. Ich weiss auch, dass ich nichts vom Meer weiss. Nur so als Hinweis für jene, die vom Meer kommen

Nach einem kurzen nächtlichen Aufstieg durch den Föhrenwald zwischen Zermatt und Eggen zeigt sich das Horn im Sternenlicht. Die A900 mit dem 70-200G bei Offenblende hat Mühe mit dem AF, manuelles Fokussieren ist eh zwecklos. Das Licht der hellsten Sterne reicht gerade knapp, der Mond ist nirgends zu sehen.

ISO 6400, wohl um eine Blende unterbelichtet; Offenblende, klar.

Gr Steve


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RE: ZerMatterhorn

#2 von stevemark , 25.06.2011 19:01

Kurze Zeit später, im ersten fahlen Licht des Morgengrauens, erscheint das Horn eisig blau. Keine 15 min später dann ein zaghaft-rötliches Leuchten (2. Bild), das sich auch am gegenüberliegenden Zinalrothorn spiegelt (3. Bild); im Vordergrund die Chalets des Weilers "Eggen".

Aufgenommen mit dem 70-200G bei 70mm, 135mm und 105mm Brennweite.


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RE: ZerMatterhorn

#3 von stevemark , 25.06.2011 19:31

Immer noch einige Zeit vor Sonnenaufgang überzieht ein sanftes, rötliches Leuchten den Himmel. Eine Aufnahme mit dem kleinen, leichten MinAF 2/35mm soll die Atrmosphäre einfangen. Doch zunächst ist das Resultat eher entäuschend - Himmel und Vordergrund sind einige EV auseinander - folglich versinkt der Vordergrund in schwarz-grauen, farblosen Tönen, wenn man dem Himmel richtig belichtet. An der A900 kann man das Problem mittels DRO und einer angepassten Belichtung leicht lösen; hier zeige ich kurz die Abfolge bei der Rohdatenkonvertierung mit Photoshop, die einiges komplizierter ist. Also los.

Bild 1: Standardkonversion
Bild 2: "Fill Light" auf 80
Bild 3: "Blacks" auf 20, Belichtungskorrektur um +0.7 EV
Bild 4: "Clarity" auf 20, "Vibrance" auf 10
Bild 5: Individuelle Anpassung der Farbkanäle ("ctrl + L", individuelles Schärfen

Man sieht wohl, dass die Zwischenschritte nicht unbedingt immer eine Verbesserung gegenüber dem vorhergehenden Bild bedeuten (z. B. "Fill Light". Da ich aber das Endresultat im Kopf habe und weiss, wie ich dorthin gelange, machen sie eben dennoch Sinn.

Der letzte Schritt (Bild 5) wurde bewusst übertrieben; ich will damit einfach zeigen, was man kann und wie man allenfalls zu gewollt malerischen bzw. Emotionen weckenden Bildern kommen kann. Beispielsweise können spezielle Kalenderbilder-Serien oder auch Postkarten so "gepusht" werden.


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RE: ZerMatterhorn

#4 von stevemark , 25.06.2011 19:35

Kurze Zeit später geht - zumindest oben auf dem Matterhorn - die Sonne auf. Auch hier erweist sich der hohe Kontrastumfang des A900-Sensors wiederum als sehr nützlich. Mittels DRO habe ich die Schattenpartien aufgehellt; sie behalten demnach ihre Farbe, die auch dem Auge so ersichtlich ist.

Zeiss ZA 1.8/135mm bei Offenblende (f1.8); bewusst ist die recht starke Vignettierung hier zur Bildgeslatung eingesetzt. Aufnahmen ohne Vignettierung bei f2.8 wirken "flacher" und weniger dreidimensional. Das ZA 1.8/135mm kann von der Schärfe her absolut bedenkenlos bei Offenblende eingesetzt werden, auch bei Landschaftsaufnahmen.


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RE: ZerMatterhorn

#5 von stevemark , 25.06.2011 19:46

Hier nochmal die klassische "Kalenderansicht" des Matterhorns am Weg zwischen Zermatt und dem Weiler Eggen. Nicht, dass ich das Bild besonders aufregend finden würde - schon gar nicht die Standardkonversion mit Photoshop - aber es reizt eben doch, diese weltweit bekannte Sicht etwas nachzubearbeiten ... und damit zu zeigen, welcher Dynamikumfang eigentlich in der A900 steckt.

Leider haben das bislang weder die Photoshop-Entwickler noch die ColorFotoMagazin-Tester so richtig realisiert.

Bild 1: Standardkonversion mit Photoshop
Bild 2: angepasste Einstellungen

Auch hier wieder - zu Demostrationszwecken etwas über das Ziel hinausgeschossen, damit man die Unterschiede besser sieht. Übrigens sehen im Druck solche "überfarbigen" Bilder oftmals gar nicht schlecht aus


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RE: ZerMatterhorn

#6 von fallobst , 25.06.2011 19:59

Hallo Steve

Insbesondere dein 3. Posting zeigt geradezu demonstrationsmäßig die Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung.
Der Verkaufsstart der Sigma SD1 in den letzten Tagen hat ja wieder die Diskussion um den Dynamikumfang des Foveon Sensors entfacht. Um den ganzen Umfang zu nutzen ist ja auch die Arbeit mit RAW Modus und Sigma Software notwendig.
Schade, dass die SD1 so teuer ist, da wird es kaum jemanden geben, der in der Praxis unter gleichen Bedingungen mal diese SD1 und zum Beispiel die A900 für Aufnahmen einsetzt und die Ergebnisse vergleicht.

Danke für deine Arbeit uns hier deine Ergebnisse und Arbeitsschhritte zu zeigen.

Es grüßt Matthias


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RE: ZerMatterhorn

#7 von stevemark , 25.06.2011 20:05

Mittagslicht (so ziemlich das langweiligste/schwierigste), eine Ansicht, wie sie Kalenderverlage und DSLR-Hersteller schätzen

Hier das Minolta AF 4-4.5/28-135mm in seinem Element - relativ (! leicht (nun ja, im Vergleich zu einer Ladung Festbrennweiten), und extrem scharf bis in die Ecken. Gerade bei solchen Aufnahmen können Kalenderverlage echt pingelig sein - wenn da irgendwo in der linken unteren Ecke die Grashalme etwas - hm ... - verschwommen kommen, wird gemotzt.

Man muss selbstverständlich abblenden (f10 für optimale Eckschärfe) und ein Stativ verwenden - und allenfalls von der RAW-Datei ausgehen. Hier allerdings wieder ein Kamera-JPG mit DRO (Level 5) und angepasster Belichtung (AE-2/3 EV). Um eine wärmere Wiedergabe zu bekommen, setze ich bei mittäglichem Licht den Weissabgleich üblicherweise 500K höher als der "Neutralwert" es verlangen würde. Die direkt auf die Frontlinse strahlende Sonne wird natürlich abgeschirmt - die Hand genügt (ein spezielles Kompendium wäre allenfalls noch besser).

Aufgenommen etwas unterhalb der Station "Blauherd". "Blauherd"? Eigentlich eher wie "Blauhärd" ausgesprochen, bedeutet "Härd" auf Schweizerdeutsch soviel wie "Erde". Der Schieferboden hier schimmert bläulich-silbern, daher der Name ... (ca. 2500 müM)


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RE: ZerMatterhorn

#8 von stevemark , 25.06.2011 20:11

Innert kurzer Zeit überzieht sich der Himmel mit Schlieren. Das Licht wird schwierig, und die folgenden Bilder sind allenfalls in einer Serie "veröffentlichungswürdig". Ich habe sie bewusst eingeflochten, um zu zeigen, wie schnell das Lichht, die Stimmung und die Atmosphäre in den Alpen ändert. Und - wohlgemerkt: von den Wetterbedingungen her war dies ein ausgesprochen "stabiler" Tag

Auch wenn runbdherum alles "sonnig" war, so mussten sich doch die Alpinisten am Matterhorn selbst mit plötzlich aufkommendem Nebel auseinandersetzen ... und wirklich warm ist es auf 4000 müM im Oktober auch nicht

Fällt jemandem auf, dass das Matterhorn hier steiler, spitzer und höher zu sein scheint als auf den üblichen Bildern? Richtig - erst, wenn man ihm "auf gleicher Höhe", quasi "Aug' in Aug" gegenübersteht, zeigt es seine wahre Gestalt...


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RE: ZerMatterhorn

#9 von stevemark , 25.06.2011 21:01

Einige Tage später bleibt das Wetter den ganzen Tag über herrlich "blau". Aufstieg zum Oberrothorn (3415 müM). Wer genau hinsieht, sieht inmitten der Steinwüste noch einen weiteren Wanderer ... ... und merkwürdig anmutende Offroader, mit denen der ganze Ski-Zirkus des folgenden Winters vorbereitet wird. Zermatt hat in den letzten paar Jahren rund eine halbe Milliarde CHF in den Ausbau der Anlagen gesteckt ...

Wir haben den grössten Teil unseres Fotomaterials inmitten der Steinwüste gut versteckt und legen die letzten 800 Höhenmeter zum Oberrothorn hinauf praktisch ohne Gepäck zurück. Einzig das AF 2.8/20mm und das AF 4/35-70mm habe ich noch dabei, zusammen mit der A900. Klar, dass wir uns am Morgen gut "eingeschmiert" haben, um gegen Sonnenbrand geschützt zu sein. Die "Chutteli" - weisse Leinenhemden mit Kapuze - schützen gleichzeitig gegen Sonne und Wind. Sie haben sich im Himalaya als ebenso nützlich erwiesen wie in den Alpen

Oben auf dem Rothorn hat man einen phänomenalen Ausblick auf die umliegenden rund 35 Viertausender. Um sie "standesgemäss" ablichten zu können, müsste man zumindest ein 200er, bei vielen besser ein 300er dabei haben - und bis zum Einnachten warten können. Da das Schiefergestein des Oberrothorns durch die austretenden Wässer recht glitschig ist, kommt ein Abstieg bei Nacht für mich nicht in Frage - und die Teles haben wir eh auf 2800 müM liegen gelassen ...


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#10 von stevemark , 25.06.2011 21:40

Gegen 17:00 dann das einsetzende "Alpenglühen". Wir sind wieder auf ca. 2600 müM; von hier aus ist der Weg unproblematisch, und wir können ihn auch bei Nacht begehen.

Weissgrat und Findelgletscher, im linken Bildteil das Strahlhorn. Minolta AF 2.8/20mm und DRO (JPG aus der A900)








In den folgenden dreissig Minuten folgt ein Schauspiel, das an Dramatik kaum zu überbieten ist. Der Weissgrat leuchtet zunächst im Gelb der untergehenden Sonne (17:17h), scheint dann kurz einen leicht grünlichen Farbton anzunehmen (17:23) und wechselt darauf zu rosarot (17:36), bevor er gegen 17:50 langsam ins Nachtblau übergeht. Wir sind nach wie vor auf über 2500 müM.































Noch viel dramatischer ist die Sicht auf das Matterhorn, das genau hinter uns liegt. Mehr dazu im nächsten Posting


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#11 von Reisefoto , 26.06.2011 13:16

ZITAt (stevemark @ 2011-06-25, 20:40) Mehr dazu im nächsten Posting [/quote]

Es geht nocht weiter, toll! Vielen Dank schon jetzt für Deine ausführliche Schilderung und die eindrucksvollen Bilder. Wenn es sich zeitlich einrichten lässt (das könnte in diesem Jahr sehr eng werden), werde ich tatsächlich im Herbst eine solche Tour machen. Hier bei uns Flachlandtirolern in Hannover ist das Meer in etwa genauso weit weg wie das Mittelmeer vom Matterhorn, aber hohe Berge haben wir auch nicht. Deine Warnungen sind auf jeden Fall angebracht, besonders wenn man zu der Jahreszeit solche Touren in Angriff nimmt.

Das wird also eine Tour, auf die ich alle meine Festbrennweiten mitnehmen werde. Glücklicherweise hat Minolta diese Objektive ja erfreulich leicht gebaut. Mal sehen, was dann wirklich mit auf den Berg kommt. Lohnt es sich, auf das Oberrothorn zu steigen, oder ist der Blick vom Unterrothorn genauso gut? Gehe ich richtig in der Annahme, dass Du die von Dir beschriebene Strecke dem Pfad über Riffelsse und Gronergrat vorziehst, der mir auch sehr schön zu sein scheint (wahrscheinlich sollte man beide Wege gehen)?


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RE: ZerMatterhorn

#12 von stevemark , 26.06.2011 22:12

ZITAt (Reisefoto @ 2011-06-26, 12:16) ...
Lohnt es sich, auf das Oberrothorn zu steigen,[/quote]
Auf alle Fälle. Erst recht in der Zeit, in der die Seilbahnen fahren ... ich empfehle aber ausdrücklich die "Ruhezeit", d. h. bei Stillstand der Bahnen (Gornergrat fährt natürlich immer).

ZITAt (Reisefoto @ 2011-06-26, 12:16) oder ist der Blick vom Unterrothorn genauso gut?[/quote]
Nein, denn da steht einem eben das Oberrothorn im Weg ... man hat also keinen Rundum-Blick.


ZITAt (Reisefoto @ 2011-06-26, 12:16) Gehe ich richtig in der Annahme, dass Du die von Dir beschriebene Strecke dem Pfad über Riffelsse und Gronergrat vorziehst, der mir auch sehr schön zu sein scheint (wahrscheinlich sollte man beide Wege gehen)?[/quote]
Nein . Details bei Gelegenheit später

Und nun weiter ... während ich gebannt auf die wechslenden Gletscherfarben fixiert bin, geht gnau hinter mir ein ebenso sehenswertes Spektakel über die Bühne (Bild 1). Das gleissend gelbe "Abendrot" und die lila angehauchten Schneeflächen des Matterhorns geben prachtvolles Farbenspiel ab, das in seiner Harmonie nur schwer zu übertreffen ist. Und dann natürlich die Form des Berges ... irgendwo auf dem Compi in einem Vorstadtwohnblock mag das kitschig anzusehen sein, in der Einsamkeit und klarem Präsenz der hereinfallenden Gebirgsnacht auf über 2000 müM steht man einfach ergiffen still.


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RE: ZerMatterhorn

#13 von stevemark , 26.06.2011 23:52

Natürlich war das noch nicht alles. Weitet man den Blick (mit dem 2.8/20mm) nach oben, so tut sich diese Sicht auf -







Keine nachträgliche Farbanpassung, einfach das A900-Jpg in verkleinerter Form. Klar, DRO war mit im Spiel - sonst hätte man den grossen Kontrastumfang vom leuchtenden Gelb hinter dem Matterhorn bis zu den schwarzen Felsen niocht bewältigen können. ISO 100 (um auch die Schatten rauschfrei zu halten), f8 für bestmögliche Eckschärfe beim 20er, und eine Unterbelichtung um 2/3EV (=1/30s). Mehr nicht.

Langsam geht dann "das Licht aus" ... oder vielmehr: es verändert sich, erneut. Einige Wolkenformationen ziehen aus südöstlicher Richtung heran, hinter ihnen verborgen der gerade aufgegangene Mond. Die "Blaue Stunde" ...







Ohne Lampen und schwer beladen geht es jetzt langsam abwärts. Es ist eine andere Dunkelheit als die, die man sich aus dem lichtverschnutzen Tiefland gewöhnt ist. Gerade mal zwei kleine Lichter lassen sich ausmachen, und ein kleiner, weit entfernter Glühwurm, der sich suchend die gegenüberliegende Flanke hinabtastet. Sonst: nur Sterne - in einer Klarheit, die Respekt gebietet.

Das Matterhorn - von sanften Nebelschwaden umflossen.








Vielleicht eine Stunde später sind wir zurück am Eingang des Waldes, der uns noch von Zermatt trennt. Ein letztes Bild, es ist Nacht jetzt, vom gleichen Standpunkt aus wie morgens früh. Klar, man spürt die 2000 Höhenmeter Aufstieg und die 2000 Höhenmeter Abstieg, zudem mit massig Fotomaterial - ich hatte für Vergleichsaufnahmen etwa zehn schwere Optiken dabei, dazu Stativ, Kameras und natürlich den schweren Fotorucksack selbst. Wir haben den ganzen Tag in Stille verbracht. Reden lenkt ab, und Reden kostet Energie. Erst unten, im heiteren Geschwafel der Rest-Touristen (nur wenige Hotels haben Ende Oktober geöffnet), lösen sich bei etwas Rotwein und feinem Braten die Zungen.


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RE: ZerMatterhorn

#14 von stevemark , 27.06.2011 00:20

So, und wer nun bis hierher durchgehalten hat und mal einige Tage mit mir fotografieren will, soll sich per PM melden

Gruß, Steve


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RE: ZerMatterhorn

#15 von MajorTom , 27.06.2011 17:48

Hi Steve,

großartige Fotos. Da ist ein echter Künstler am Werk. Respekt!


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