Systemende

#1 von u. kulick , 17.07.2018 21:03

Das Ende des Nikon-1-Kamerasystemes ist eigentlich nur bemerkenswert, weil es bei einem der großen namhaften traditionellen Systemkamera-Hersteller am Markt, nämlich keinem geringeren als Nikon passiert. Bedauern werden es nicht nur die (offenbar zu) wenigen Fans des 1-Zoll-Sensor-Kamerasystemes, sondern auch die Freunde der C-Mount-Optik-Adaption, für die der mFT-Sensor schon zu groß war für v.a. die weitwinkligen ihrer Lieblingslinsen, geschweige denn der Nex-Sensor.

Das Digitalkamerazeitalter hat nun also schon eine ganze Reihe Kamerasysteme hinter sich, angefangen mit dem Minolta Dimâge EX System. Ebenso ist das Four-Thirds DSLR-System längst Vergangenheit, seit der Olympus E-5, mit der sich der Hersteller auf der Photokina 2010 glorreich vom Spiegelreflexprinzip verabschiedete, was Sony zeitgleich mit weniger professionellem Gerät vollzog. Das Ersatzsystem µFT nutzt immerhin das Four-Thirds-Sensorformat. Sony hatte als Übergang immerhin mittels der SLTs ein Übergangssystem, da zunächst separate Phasendetektions-AF-Sensoren notwendig erschienen. Doch schnell wanderten auch diese auf die Bildsensoren, so dass auch die SLTs und mit ihnen das gute alte Minolta-AF-Bajonett bald Geschichte sein werden, nach Erscheinen einer A99 Mark III, und wenn die nicht kommt, ist das ursprüngliche Alpha-System bereits jetzt am Ende - leider tendiert Sony im Gegensatz zu Olympus zum Verzicht auf würdige System-Abschiede. Nur hatte Sony dafür auch schon 2010 vorgesorgt, indem die NEXe als Alphasystem-Kameras vorgestellt wurden. Der Systemname verschwindet also nicht, nur das ursprüngliche Bajonett.


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RE: Systemende

#2 von hlenz , 18.07.2018 10:55

Nicht zu vergessen das Samsung NX-System, das mitsamt der kompletten Kamerasparte eingestampft wurde.
Für Kameras wird zwar viel Geld ausgegeben, aber es ist auch viel Entwicklungsarbeit nötig und ständig ist der Markt im Wandel.

Nikon 1 mag zur damaligen Zeit eine richtige Überlegung gewesen sein. Der 1"-Sensor bietet für die meisten Anwendungen eine völlig ausreichende Bildqualität.
Nur haben die anschließend aufgekommenen 1" Kompaktkameras der Nikon komplett den Rang abgelaufen, weil die 1er nicht mehr bieten konnte und auch noch größer und sperriger war, ohne dass ein Profianspruch in Bedienung und Anwendung oder wenigstens eine Lifestyleattitude geboten werden konnte. Im Gegenteil hatte das System von Anfang an eher Spielzeugcharakter.

In den letzten Jahren hat sich die Handyfotografie sehr weiterentwickelt. Gleichzeitig scheinen mir die Ansprüche viele an die Bildqualität wieder verringert zu haben bzw. die meisten schauen sich Fotos nur auf kleinen Smartphone-Displays an.
Konsequenterweise gibt es seit einigen Jahren kaum noch Kompaktkameras, sogar die günstigeren Systemgehäuse verschwinden vom Markt.

Nikon wird - wie man hört - nächste Woche ein neues Bajonett vorstellen. Da es von Anfang an in der "Prosumer- /Profiklasse" angesiedelt sein wird, bin ich auf die Umsetzung gespannt. Nikon kann die eigenen Fehler mit dem One-System und auch Sonys technische Anlaufschwierigkeiten vermeiden und gleich "was Richtiges" bieten. E-Mount war ja eigentlich ein APS-C-Bajonett, die Adaption auf den Kleinbildsensor hat, wie man hörte, einiges an Kompromissen erfordert.
Außerdem stehen mittlerweile leistungsfähige sensorbasierte Phasen-AF-Systeme zur Verfügung.

Bleibt auch wieder die Frage, wie die Kundschaft den Umzug zum neuen System mitmacht. Mit einem Schlag haben die Nikonianer dann das selbe Problem wie die A-Mountler: Wie lange wird das alte Bajonett noch weiterentwickelt?


Gruß

Harald


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