RE: Dunkler Sucher bei Minolta 9000 AF

#1 von MinCan ( gelöscht ) , 08.04.2010 21:16

Hallo an alle!

Ich bin noch relativ neu hier und schicke deshalb ein paar Worte zu meiner Person vorweg:
Mittlerweile mein halbes Leben befasse ich mich mit Fotografie (und etwas Filmerei), insbesondere auch in den Bereichen Technik und Geschichte. Daraus ist eine Sammlung von heute gut 60 Kameras (fast) aller großen Hersteller geworden, die den Zeitraum von 1933 bis heute abdecken. Besonders die Modelle von Minolta bzw. Konica-Minolta haben es mir angetan, weshalb sie auch einen großen Bereich meines Kameraspektrums abdecken.


Nun zu meinem Problem (mit dem ich hier hoffentlich richtig bin):

seit zwei Tagen bin ich im Besitz einer der legendären 9000 AF. Gut zugegeben, dass Display ist wie so oft angelaufen - aber nur minimal in einer unauffälligen Ecke - und die Abblendtaste mag nicht mehr so recht. Ansonsten absolut top!
Beim Probieren und Einarbeiten ist mir jedoch aufgafallen, dass der Sucher merkwürdig dunkel ist. Ganz anders als ich es von den X-300tern gewohnt bin, muss ich mich richtig anstrengen alles zu erkennen. Scharfstellung über den Sucher ist beinahe aussichtslos (trotz Dioptrienausgleich), auch wenn der AF richtig werkelt. Mit Weitwinkel geht's noch, bis Blende 3,5 ist auch am Tage noch einiges machbar, aber bei Tele oder kleineren Blenden wird der Sucher zur "Dunkelkammer".

Bin sehr verbunden für allemöglichen Tipps und Ratschläge, die mir weiterhelfen könnten - schließlich soll dieses Fotourgestein nicht in der Vitrine verstauben...


MinCan

RE: Dunkler Sucher bei Minolta 9000 AF

#2 von matthiaspaul , 08.04.2010 21:49

Willkommen im Minolta-Forum!
ZITAT(MinCan @ 2010-04-08, 21:16) die Abblendtaste mag nicht mehr so recht.[/quote]
Der Abblendhebel der 9000 AF ist in zweierlei Hinsicht etwas ganz Besonderes:

- Der Hebel hat kein Tast-, sondern Rastverhalten.
- Im abgeblendeten Zustand schaltet die Kamera auch mit Systemobjektiven von Offenblendmessung auf kontinuierliche Arbeitsblendenmessung um und realisiert darüber eine Art "manuelles Final-Check-System".

Beide Funktionen sind bis heute (leider) einmalig im gesamten A-Bajonett-System geblieben.

Darüberhinaus kann man im abgeblendeten Zustand die Blendenmechanik auch ganz auskuppeln und auf Handbetrieb "umschalten" und so durch unterschiedlich starken Druck auf den Hebel jede beliebige Blende am Objektiv kontinuierlich einstellen und für Spezialeffekte (Stichwort: Smooth Trans Focus) ggfs. selbst noch während der Aufnahme verändern.

http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...ost&p=40683
http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=185916
http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=112319

Die Abblendtaste arbeitet immer etwas schwergängig und dabei noch mit unterschiedlich starkem Widerstand, je nachdem, wie weit man sie drückt. Das ist soweit völlig normal.

Wichtig ist allerdings, daß bei gespanntem Verschluß und eingeschalteter Kamera schon ein ganz leichter Druck auf den Abblendtaster ein leises Tickgeräusch im Innern der Kamera auslösen muß, gefolgt von einem Surren des Getriebes der sich auf den vorher eingestellten Blendewert schließenden Blende. Gleichzeitig müssen auch die Kamerasysteme aktiviert werden, sofern sie das vorher noch nicht waren.

Das muß - unter diesen Randbedingungen - ohne Ausnahme immer passieren. Ansonsten ist die Blendenauslösung der Kamera defekt, ein bei der Minolta 9000 AF leider sehr häufiger Fehler, der die Kamera unbrauchbar macht, da sie dann generell die Blende nicht mehr steuern kann.

Das Problem ist im Anfangsstadium nicht leicht zu diagnostizieren (wenn man nicht genau weiß, worauf man achten muß, weil die Blendenansteuerung anfangs meist nur sporadisch aussetzt und nach einem Neuspannen des Verschlusses in der Regel erstmal wieder eine Weile (Stunden, Tage, Wochen) scheinbar normal funktioniert - das ist natürlich keine Lösung. Deshalb: Wenn das nicht auch beim allerersten Versuch unter den obigen Voraussetzungen funktioniert, ist die Kamera defekt. Zu Hoffen, daß der Fehler "von selbst" wieder verschwindet, wenn man die Kamera nur regelmäßig benutzt, ist zwecklos, der Fehler kommt dann in jedem Fall früher oder später wieder.

Die optimale Vorgehensweise bei diesem Test habe ich hier mal beschrieben:

http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...ost&p=40400
http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...ost&p=46272
http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=106811
http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showto...st&p=191251

ZITATBeim Probieren und Einarbeiten ist mir jedoch aufgefallen, dass der Sucher merkwürdig dunkel ist. Ganz anders als ich es von den X-300tern gewohnt bin, muss ich mich richtig anstrengen alles zu erkennen. Scharfstellung über den Sucher ist beinahe aussichtslos (trotz Dioptrienausgleich), auch wenn der AF richtig werkelt. Mit Weitwinkel geht's noch, bis Blende 3,5 ist auch am Tage noch einiges machbar, aber bei Tele oder kleineren Blenden wird der Sucher zur "Dunkelkammer".[/quote]
Der Sucher der Minolta 9000 AF ist etwas dunkler als der von MF-Kameras der Generation davor, da der Spiegel bei dieser Kamera halbdurchlässig ist, damit ein Teil des Lichts auf den Hilfsspiegel hinter dem Hauptspiegel fallen kann und von dort zu den AF-CCDs im Boden des Spiegelkastens umgeleitet wird.

Persönlich hatte ich mit der Helligkeit des Suchers der 9000 AF noch keine Probleme, wenn der Sucher auch nicht mit einem hellen 100%-Sucher wie bei der Dynax 9 ankommen kann.

Ist das Objektiv denn aufgeblendet? Nicht, daß Du - aufgrund des Rastverhaltens des Abblendhebels - durch ein abgeblendetes Objektiv schaust, mit dem das Sucherbild zwangsläufig dunkler ist...

Es ist zwar nicht unmöglich mit der normalen Einstellscheibe "90G" manuell zu fokussieren, aber eigentlich soll sie ein möglichst helles Bild liefern (auch, um den Lichtverlust durch den halbdurchlässigen Spiegel wieder wettzumachen), um so die Komposition des Bildes zu erleichtern. Zur Scharfstellung gibt es ja den Autofokus oder die Schärfewaage mit den drei Leuchtdioden |> o <|. Es ist möglich, die Einstellscheibe "90G" gegen andere Einstellscheiben zu tauschen. Für die manuelle Fokussierung empfiehlt sich insbesondere die "70/90PM" mit Schnittbildindikator und Mikroprismenraster. Heller ist die Einstellscheibe allerdings nicht, eher noch einen Tick dunkler.

Viele Grüße,

Matthias


"All the important human advances that we know of since historical times began
have been due to individuals of whom the majority faced virulent public opposition."
--Bertrand Russell

http://www.mi-fo.de/forum/viewtopic.php?t=13448 (Minolta Forum Thread Index)


matthiaspaul  
matthiaspaul
Beiträge: 14.595
Registriert am: 08.06.2004


   


  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
| 2002- © so-fo.de | minolta-forum.de |
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz