RE: Konzertfotografie

#1 von Frank , 07.11.2002 14:17

Hallo Leute,

ich habe vor in zwei Wochen, für private Zwecke, Aufnahmen bei einem Konzert zu machen.

Es wird in einer Halle stattfinden. Ich möchte, falls gute Aufnahmen dabei sind, Vergrösserungen bis A2 machen lassen. Ein Blitzgerät möchte ich nicht mitnehmen (eventuell Aufhellblitz mit eingebauten Blitz).

Als Film würde ich den NPH 400 bzw. Portra 400 oder Portra 800 einsetzen.

Wer hat sowas schon mal gemacht bzw. hat Vorschläge?

Danke schon mal!



 
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RE: Konzertfotografie

#2 von Stephan , 08.11.2002 21:31

Hi,

es gibt verschiedene Arten der Konzertfotografie: Klassik-Konzerte beispielsweise werden bevorzugt in s/w fotografiert; hier kommt es auf knackige Schärfe an, schön abgestufte Graustufen und gute Lichtführung.

Bilder von Rock/Pop-Konzerten dürfen gerne farbig sein, eine gewisse Bewegungsunschärfe ist gut für die Atmosphäre die auf dem Bild rüberkommen soll.
Blitz würde ich eher in Ausnahmefällen einsetzen (zerstört dei Lichteffekte der Beleuchtungsanlagen), zudem Du mit dem eingebauten Blitzgerät schon arg eingeschränkt bist.
Helfen tun Dir auf jeden Fall lichtempfindliche Filme und vor allem ein lichtstarkes Zoom - die Festbrennweite würde ich zuhause lassen, ausser es handelt sich um ein bestuhltes Konzert und Du weißt im Vorfeld schon, wo Du sitzt und kannst die benötigte Brenweite (n) einschätzen.



 
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RE: Konzertfotografie

#3 von Frank , 08.11.2002 22:39

Hi Stephan,

also um genau zu sein, es ist ein Rock/Pop Konzert, unbestuhlt und ich denke/hoffe, dass ich ziemlich weit vorn stehen werde /cool.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="cool.gif" />



 
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RE: Konzertfotografie

#4 von Stephan , 10.11.2002 19:34

Hi,

wer spielt denn, bzw. wen beabsichtigst Du abzulichten?



 
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RE: Konzertfotografie

#5 von Frank , 10.11.2002 19:48

Herbert Grönemeyer...hab mir jetzt aber doch ein paar Provia 400F bestellt. Falls das Licht nicht ausreicht, werde ich mal versuchen, den Film mit ASA 800 zu belichten. Soll ja gut zu puschen sein.

...falls ich überhaupt die Kamera mit rein bekomme, das ist ja immer so ein Problem. /sad.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="sad.gif" />



 
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RE: Konzertfotografie

#6 von mick , 12.11.2002 20:38

Hallo Frank,

so, hier endlich ein paar persönliche Erfahrungen zur Verwendung höherempfindlicher Filme bei Innenaufnahmen (Konzerte/Hochzeitsfeiern etc.).

Du erinnerst Dich doch sicher noch an meine Frage über den Unterschied zwischen Nennempfindlichkeit und realer Empfindlichkeit...
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gerade einen 1600er Fuji Farbnegativfilm zur Entwicklung weg - das Ergebnis war nahezu niederschmetternd!
Fast alle Aufnahmen (Innenaufnahmen bei einer größeren Feier) waren für meinen Geschmack doch arg düster geraten, dem entsprechend mit stark ausgeprägtem Korn und eher flauen Farben. Und ganz blaß erinnerte ich mich, daß ich irgendwo aufgeschnappt hatte, der 1600er Superia habe eine tatsächliche Empfindlichkeit von allenfalls ISO1000. Gut, daß ich nur einen davon zum "Ausprobieren" benutzt und weitere Aufnahmen auf vertrauterem Material gemacht hatte.

Mit NPH bzw. der Portra-Serie habe ich persönlich noch keine Erfahrungen gemacht. Stephan ist, wie ich gelesen habe, von diesen Produkten überzeugt; da vielleicht noch eine Frage an Stephan: Belichtest Du sie nach Nennempfindlichkeit?

Ein Vorschlag von mir wäre gewesen, ruhig mit Diamaterial zu arbeiten (wie ich gerade gesehen habe, hast Du diese Möglichkeit selbst schon in Betracht gezogen). Selbst Papierabzüge davon werden in einem guten Labor durchaus brauchbar. Naja, was rede ich; sicher hast Du dieses Kapitel auch schon durch... /smile.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="smile.gif" />

Beim Pushen wirst Du sicher daran denken, daß nicht die doppelte Nennempfindlichkeit erreicht wird, sondern bestenfalls die doppelte reale Empfindlichkeit. Entsprechende Erfahrungen hatte ich nämlich beim Pushen des Provia 100 auf ISO200 gemacht; die Dias waren tendenziell etwas zu dunkel.
Da war's wieder! Mit dem, was Stephan und Du mir zum Thema Empfindlichkeit gesagt habt, fügt sich das alles zu einem passenden Muster zusammen.
Interessant für Aufnahmen bei Rock-Konzerten dürfte allerdings der etwas härtere Kontrast sein, der sich beim Pushen ergibt.

Wenn es die Zeit vor dem Konzert noch erlaubt, dann probier's doch einfach mal aus, vielleicht mit Aufnahmen am Abend in der Stadt: Dunkelheit, Leuchtreklamen, Leute in Kaufhauseingängen... hm, zwar kein gutes Konzert, aber es läßt sich zumindest etwas über das Verhalten Deines Filmes bei Dunkelheit und Lichterspiel erkennen.

Das was Stephan schon über den eingebauten Blitz gesagt hat, wäre auch mein Tip gewesen. Sicher, Du bist damit etwas eingesränkt, und bei einem starken Blitz wäre natürlich die durch die (Bühnen-)Beleuchtung erzeugte Stimmung dahin.
Ein sehr netter Effekt kann es sein, mit Hilfe eines Aufhellblitzes eine Person (beispielsweise Herbert) bewußt von einem unruhigen Hintergrund zu isolieren - klappt natürlich nur dann gut, wenn zum Hintergrund genügend Tiefe vorhanden ist, sonst wird die Sache bloß verschlimmbessert. Nur, wie gesagt, die Stimmung geht dadurch verloren.

Nun, was bleibt noch zu sagen? Du wirst mit großer Blende arbeiten, was zu geringer Schärfentiefe führt. Für Bühnenaufnahmen ein willkommenes Mittel. Auch die etwas "längeren" Verschlußzeiten stellen ein schönes Mittel dar, um Leben in die Bilder zu bringen - Bewegungsunschärfen bei wirbelnden Drumsticks, ein leicht verwischter rechter Arm des Gitarristen... na, Du weißt, was ich meine. /rolleyes.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="rolleyes.gif" />

Jo, das wäre fürs erste, was mir zum Thema Konzertfotografie einfällt, außer vielleicht der Frage, ob man mit Korrekturfilter arbeiten sollte. Aber ich glaube bei Aufnahmen einer Band im bunten Scheinwerferlicht, bleibt diese Erwägung eher Geschmackssache.

Viele Grüße

Mick



 
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RE: Konzertfotografie

#7 von Stephan , 12.11.2002 22:15

'n'abend zusammen,

hey Mick - richtig gut was Du da zum besten gibst; Hut ab /biggrin.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="biggrin.gif" />

was ich da zur Konzertfotografie geschrieben habe war pure Theorie - habe noch keines fotografiert: auf'm Konzert konzertier ich mich dann doch eher auf die Musik!

Wie gesagt: Farbnegativfilme generell überbelichten. Je höher die angegebene empfindlichkeit, desto höher tue ich überbelichten.
Als persönlichen Anhaltswert für mich gilt:

400'er um mindestens 1/3 Blende
800'er um mindestens 2/3, eher schon eine ganze Blende überbelichten.
Den von Dir genannten 1600 hätte ich vermutlich auch mit einer bis 1 1/2 Blendne überbelichtet.
Das trifft meiner Erfahrung bei allen Markenherstellern ziemlich das Optimum - ohne die echte Nennempfindlichkeiten zu kennen!

Ich durfte auch mal die Hochzeit einer Freundin fotografieren; als Filmmaterial kamen der erwähnte Portra 160, 400 und 800 zum Einsatz.
160 belichtete ich um 1/3 mehr
400 um 2/3
und den 800 um 1 1/2 Blenden reichlicher - und die Ergebnisse waren 1A - und das war den Reaktionen meiner "Kunden" anzumerken, nicht weil ich sie gut fand /laugh.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="laugh.gif" />


Wenn ich beim Grönemeyer wäre und ihn fotografieren wollte:

Meine Wahl würde auf den Agfa Scala fallen! Problemlos zu belichten bis 1600 bei noch annehmbaren Grauwerten, - und ich finde: der Herbert in s/w kommt bestimmt sehr gut rüber!
Filter ist so ne Sache: einen leichten grün Filter für die Hauttöne eventuell.



 
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RE: Konzertfotografie

#8 von Frank , 13.11.2002 10:41

Danke euch Beiden!

Gut Idee, auch mal mit Schwarz/Weiss zu spielen. Aber wie ist das nun, wenn ich den Scala auf 1600 pushen will? Stell ich dann ASA 1600 an der Kamera ein, oder ist das Ergebnis dann eher unterbelichtet?

Und wie sieht es dann mit der Vergrößerungsfähigkeit aus?



 
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RE: Konzertfotografie

#9 von Stephan , 13.11.2002 11:05

Hi,

Kamera auf 1600 stellen und ihn auch wie einen 1600'er entwickeln lassen! Kannst Du auf dem Entwicklungsbeutel (jetzt speziell für den Scala - den auch nur wenige Spezialisten entwickeln) einfach notieren - Belichtungskorrekturen höchstens nach Bedarf anwenden!

Bei einer 1600'er Belichtung musst Du schon mit einem sichtbaren Korn rechnen - was aber auch Bildwirksam sein kann!

Teste ihn mal aus - Du wirst begeistert sein! Bei einer Diavorführung im privaten Bereich plötzlich ein s/w Dia zwischendrin: Wahnsinn!



 
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RE: Konzertfotografie

#10 von Frank , 13.11.2002 11:27

ZITAT400'er um mindestens 1/3 Blende
800'er um mindestens 2/3, eher schon eine ganze Blende überbelichten.
Den von Dir genannten 1600 hätte ich vermutlich auch mit einer bis 1 1/2 Blendne überbelichtet.
Das trifft meiner Erfahrung bei allen Markenherstellern ziemlich das Optimum - ohne die echte Nennempfindlichkeiten zu kennen![/quote]

Daher noch mal die Frage wegen der Belichtung.



 
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RE: Konzertfotografie

#11 von Stephan , 13.11.2002 11:44

Hi,

Frank: das bezieht sich auf Negativfilme, der Scala ist ein Diafilm und Diafilme reagieren sichtbar bei einer Über- bzw. Unterbelichtung.
Heisst: Wenn Du ihn wie einen 1600'er belichtest und ihn wie einen 1600'er entwickeln lässt, werden die Bilder eine korrekte Belichtung aufweisen (fehlerfreie Belichtungsmessung vorrausgesetzt).
Gezielte Über-/Unterbelichtung wirst Du auf dem Dia nun erkennen können, bzw. um die Messmimik der Kamera zu überlisten, z.B, gezielte Spotmessung auf sein strahlend weisses Hemd und Überbelichtung um 2/3 Blenden ergibt halt nun wieder ein korrekt belichtetes Bild!



 
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RE: Konzertfotografie

#12 von Frank , 13.11.2002 11:49

O je, nebenbei arbeiten und sich im Forum rumtreiben, ist wohl doch nicht so gut. /wink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="wink.gif" /> /blink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="blink.gif" />

Dann ist es jetzt natürlich klar... /biggrin.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="biggrin.gif" />



 
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RE: Konzertfotografie

#13 von mick , 15.11.2002 11:02

Hallo Ihr beiden,

vielen Dank an Stephan fürs Kompliment... /biggrin.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="biggrin.gif" />
Neinnein, der Guru für Konzert- oder Hochzeitsfotografie bin ich nun aber auch nicht. Ich kam lediglich schon einige Male in die Verlegenheit, auf mehr oder weniger großen Feierlichkeiten mit Bandauftritten zu fotografieren.
Da ich jedoch überwiegend Landschaften oder Impressionen in Städten fotografiere, und das fast ausschließlich auf Diamaterial, war ich dann sehr überrascht, was es beim Aufnehmen von Festen etc. alles an "neuen" Aspekten zu berücksichtigen gibt und was so alles schief gehen kann. Es gab Bilder, bei denen ich das Gefühl hatte, noch nie zuvor eine Kamera in der Hand gehabt zu haben. /blink.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="blink.gif" />

Auch nochmal danke an Stephan für die Tips zur Belichtungskorrektur bei höherempfindlichen Filmen, ich hab mir die Vorschläge mal gut wegnotiert.
Frank wünsche ich auf jeden Fall viel Spaß beim Konzert und viel Erfolg bei den Aufnahmen. /rolleyes.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="rolleyes.gif" />

Bis dieser Tage, viele Grüße

Mick



 
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RE: Konzertfotografie

#14 von Frank , 15.11.2002 20:41

Danke Mick!

Nächste Woche geht's los /rolleyes.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="rolleyes.gif" /> /rolleyes.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="rolleyes.gif" /> /rolleyes.gif" style="vertical-align:middle" emoid="" border="0" alt="rolleyes.gif" />



 
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